Meine Cousine Rachel

Schwarze Witwe oder nicht?

Meine Cousine Rachel Kritik

0 Kommentar(e) - 09.06.2017 von Moviejones
Filmkritik

Meine Cousine Rachel Bewertung: 3.5/5

Meine Cousine Rachel ist nach 1952 und einer BBC-Miniserie aus den 80ern die dritte Verfilmung, die sich an den bekannten Roman der britischen Schriftstellerin Daphne du Maurier (1907-1989) wagt. Ein satt ausgestattetes Drama mit zwei überzeugenden Darstellern in den Hauptrollen. Sowohl Rachel Weisz als auch Sam Claflin sind im 19. Jahrhundert angekommen und laden uns ein, ihre emotionale Begegnung mitzuerleben, dennoch wirken mitunter die teils rapiden Szenenwechsel etwas plump, die dem Zuschauer einerseits die Vorgeschichte näherbringen, andererseits auch die Entwicklung vorantreiben sollen.

Meine Cousine Rachel Kritik

England zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Philip (Claflin), ein junger Engländer, muss erfahren, dass sein Cousin Ambrose, der ihm in jungen Jahren wie ein Vater war, in Italien verstorben ist. Dorthin hatte sich jener begeben, um einer Krankheit Herr zu werden, doch was er fand, war die Ehe mit einer Dame namens Rachel (Weisz). Zuerst voller Liebe eröffnen mehrere obskure Briefe an Philip, dass Ambrose seine Frau verdächtigte, ihn zu vergiften. Und so reift in Philip ein Plan: Rachel auf sein Anwesen in England einzuladen, um die wahren Hintergründe der überstürzten Hochzeit und des Todes seines Verwandten zu erfahren...

Die Frau mit den zwei Gesichtern... Hat sie etwas mit dem Tod zu tun oder nicht? Dieser Frage verfällt nicht nur Sam Claflin im Film, sondern auch der Zuschauer. Basierend auf dem bekannten Roman "My cousin Rachel" der Autorin Daphne du Maurier verfilmte Regisseur Roger Michell das Werk neu und mit seinen bekannten, aber nicht überpräsenten Filmstars ist ihm eine stimmige Neuauflage gelungen.

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Dem Anfangdreißiger Claflin nimmt man den jungen, zuerst vor Gram trauernden, später vor Begierde überbordenden Jungspund ab, und ebenso - wer hätte daran gezweifelt - Rachel Weisz die sensible und doch so undurchschaubare ältere Witwe. Nicht nur der gleiche Vorname besticht, auch ihre zerbrechliche Art und Ähnlichkeit mit Olivia de Havilland, die in der Verfilmung von 1952 auftrat, ist auffallend. Meine Cousine Rachel ist dabei wie eins der schönen Kleider, die Weisz im Film trägt: Eine Robe, die sich um sie legt, denn um sie dreht sich alles, sie ist das Zentrum jedes Augenmerks und bleibt dabei in jeder Szene würdevoll.

Flüchtige Augenblicke, undurchsichtige Situationen und überhastete Abschiede tun ihr Übriges, dass ihre Intention bis zum Schluss fraglich bleibt. Es bleibt dem Zuschauer überlassen, die jeweiligen Gefühle der beiden für- oder gegeneinander einzuordnen, z.B. sein plötzliches Verlangen und ihr teils unterkühltes Wesen. Ist es wahre Liebe? Schwärmerei? Purer Selbstschutz? Oder sind da doch Hintergedanken? Jedoch sollte man kein bis in die letzte Faser nervenaufreibendes Drama moderner Zeit erwarten - dies gibt weder der Roman noch die Verortung im gesitteten, von Anstand geprägten England des 19. Jahrhunderts her. 

Wer opulente Bilder mag und klassische Geschichten, wird sich an der Ausstattung des Films und der glaubhaften Inszenierung erfreuen. Gerade Weisz, die von lustigen Charakteren (Die Mumie) bis zu scharfsinnigen (Agora - Die Säulen des Himmels) vieles greifbar macht, zeigt hier von einer Sekunde auf die nächste eine entwaffnend-charmante und dann wieder bedrohliche Präsenz. Es macht Spaß, der Entwicklung zu folgen und so wie Philip die Frage umtreibt, ob Rachel die Vorwürfe verdient oder nicht, so versucht man auch als Zuschauer in ihrer Mimik und Gestik bis zum Ende zu lesen.



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Meine Cousine Rachel Bewertung
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710
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