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Shut In

Allein im Wald

Shut In Kritik

0 Kommentar(e) - 07.12.2016 von Moviejones
Filmkritik

Shut In Bewertung: 2.5/5

Es gibt Filme, die starten mit Vorschusslorbeeren und tun sich dann schwer mit ihrer Last. Zu diesen gehört Shut In, dessen Drehbuch 2012 auf der Black List für die besten noch nicht verfilmten Drehbücher stand, dann aber leider nur zu Mittelmaß gereicht. Zu Beginn macht Regisseur Farren Blackburn (Hammer of the Gods) vieles richtig und inszeniert den Thriller mit ruhiger Hand. Wir erleben die Figuren, werden Teil des Dramas - bis es irgendwann nur noch zu einem 0815-Genreschocker reicht, der aber leider nicht genug eigene Akzente setzt. Es gibt ein, zwei wahrlich gute Schreckmomente, aber diese können Shut In nicht über sein Mittelmaß retten.

Shut in Kritik

"Shut in" bedeutet so viel wie eingesperrt, ans Haus gefesselt sein und genau das erlebt Kinderpsychologin Mary Portman (Naomi Watts) jeden Tag: Ihr Stiefsohn Stephen (Charlie Heaton) ist seit dem Unfalltod seines Vaters in einer Art Wachkoma und auf ihre Hilfe angewiesen. Aufopferungsvoll kümmert sie sich daheim um den bettlägerigen Teenager, findet aber noch Zeit, sich ihrer Arbeit zu widmen. Als der ihr anvertraute taube Waisenjunge Tom (Jacob Tremblay) in ein Heim kommen soll, nimmt sich Mary seiner an. Doch eines Nachts verschwindet der Junge aus ihrem Haus, gleichzeitig aber nehmen unerklärliche Ereignisse ihren Lauf und Mary ist sich sicher, dass Tom damit etwas zu tun hat...

Im Internet sind viele überaus negative Stimmen zum Film zu lesen, doch die gemeinschaftliche Abwatschung wird Shut In unserer Ansicht nach nicht gerecht. Fest steht, dass sich das Drehbuch von Autorin Christina Hodson auf dem Papier sicherlich sehr gut anhört, denn ohne zu viel verraten zu wollen, wird auf Überraschungen gesetzt. Auch die Verortung in Maine ist nicht die dümmste Idee für einen Horrorfilm und mit Naomi Watts wurde auch eine gestandene Schauspielerin und zweifache Oscar-Nominierte gewonnen. Watts, die 2002 stark in Ring war, ist dem Horrorgenre also vertraut und spielt auch diese Rolle hier mit der nötigen Aufopferung und Verzweiflung einer liebenden (Stief)Mutter.

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An ihrer Seite Tremblay, Oliver Platt und Charlie Heaton, über deren Performance es ebenfalls nichts Negatives zu äußern gibt. Etwas schade, dass wir Tremblay nicht so oft zu sehen bekommen, der in Raum stark war und auch hier eindrucksvoll spielt, so man ihn denn lässt. Heaton dagegen, der wie der kleine Bruder von Dane DeHaan aussieht, overacted das eine oder andere Mal; dennoch ein vielversprechender Jungdarsteller, der sich in seiner Karriere wie James "Bauer Hoggett" Cromwell sowohl an bösen Rollen abarbeiten als auch als netter Zeitgenosse überraschen könnte - die Mimik macht's. Sie alle tragen Shut In und machen den Film vielleicht nicht realitätsnaher und in seiner Story überzeugender, aber doch gediegener.

Was Shut In das Genick bricht, sind die Klischees, die sich leider in der zweiten Hälfte verstärkt einschleichen. Zwar kommen die sogenannten Jump Scares in Horrorfilmen inflationär vor, werden somit auch hier gerne genutzt, doch verfehlen sie ihre Wirkung teils nicht. Dennoch reicht es nicht für mehr, denn nahezu infantil wird die gute Grundidee ab einem bestimmten Punkt auf die Spitze getrieben und dem Zuschauer Standardkost geboten. Überaus schade, denn wie beispielsweise Don’t Breathe dieses Jahr zeigte, können ganz ähnliche Details deutlich wuchtiger und beängstigender präsentiert werden. Vielleicht hätte ein stimmiger Soundtrack den Film etwas runder gemacht, aber auch das hätte dramaturgische Schwächen und teils abstruse Entscheidungen nicht vergessen gemacht (was bleibt sie mit ihrem kranken Sohn auch während eines Schneesturms allein fern jeglicher Zivilisation??!).

Sicher nicht der schlechteste Film dieses Jahres, wie teils zu lesen ist, aber eben auch kein durchweg gut konstruierter Horrorthriller, was wir uns gewünscht hätten. Gute Momente und halbgare wechseln sich ab - Horrorfans der harten Sorte werden von Shut In enttäuscht sein, für alle anderen ist es ein leicht verdaubarer Genresnack, der kurz unterhält.



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Shut In Bewertung
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