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Steve Jobs

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Jobs der (Un)heilsbringer

Steve Jobs Kritik

Steve Jobs Kritik
6 Kommentare - 17.10.2015 von Moviejones
Wir haben uns "Steve Jobs" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Steve Jobs

Bewertung: 4.5 / 5

Steve Jobs Lebenswerk ist bekannt, der wie nur wenige Personen unser modernes Leben massiv geprägt hat. Er gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Computerindustrie - und das auch nach seinem Tode. Am 5. Oktober 2011 starb Steve Jobs und seitdem gab es einige Versuche Filmschaffender, sein Wirken und Wesen zu erfassen. Nach jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs versucht sich nun Erfolgsregisseur Danny Boyle (Slumdog Millionär, 127 Hours) am Sujet und Michael Fassbender darf als Jobs glänzen.

Steve Jobs: Wer war dieser Mann? Was hat er geschaffen? Was bewegte ihn? Was für eine Person war er? Hat er unser Leben bereichert? Was war seine Vision? In drei entscheidenden Episoden möchte Steve Jobs den Mythos des kreativen Kopfes greifbar machen, die Person hinter der äußeren Fassade zeigen. Was geschah hinter den Kulissen - und ist der übermenschliche Ruf, den Jobs zu Lebzeiten hatte, auch wirklich gerechtfertigt?

Trailer zu Steve Jobs

Steve Jobs Kritik

Mit Steve Jobs erwartet uns ein ungewöhnlicher Film. Boyle hat es sich nicht zur Aufgabe gemacht, das Leben des Unternehmers akribisch nachzuerzählen, was in einem Film auch kaum möglich wäre. Es ist auch nicht die Geschichte von Apple, selbst wenn diese Firma einen großen Stellenwert einnimmt. Es geht um eine Annäherung an den Menschen Steve Jobs und nicht darum, Punkt für Punkt seine Entwicklung nachzuzeichnen. Dies wird vor allem an der Art der Umsetzung deutlich, denn für seinen Film wählte Boyle drei entscheidende Episoden aus Jobs' Leben: Zum einen die Produkteinführungen des Macintosh im Jahr 1984 und die Bekanntgabe des NeXT im Jahr 1988, zum anderen die Rückkehr von Apple als Big Player mit dem iMac 1998.

Diese Produkteinführungen sind Dreh- und Angelpunkt, um Jobs zu verstehen und auch seine Beziehungen zu Wegbegleitern wie Steve Wozniak (Seth Rogen), John Sculley (Jeff Daniels), Andy Hertzfeld (Michael Stuhlbarg), Joanna Hoffman (Kate Winslet) zu zeigen, aber auch die komplizierte Interaktion mit seiner Tochter Lisa Brennan. Dabei ist nicht davon auszugehen, dass die persönlichen Entwicklungen tatsächlich an diesen Tagen in dieser Form stattgefunden haben. Diesen Anspruch erhebt Boyle nicht und dies ist auch gar nicht nötig, geht es rein um die Charakterzeichnung, die dabei der Realität sehr nahe kommen dürfte. Somit ist Steve Jobs auch keine echte Biographie, viel eher ein Kammerspiel, welches fast der Feder eines Quentin Tarantino entsprungen sein könnte.

Dass dieser gewagte Plan überhaupt aufgeht, ist nicht nur Boyles Verdienst, sondern vor allem der seiner Protagonisten. Boyle schafft es, seine Darsteller in den Rollen aufgehen zu lassen, doch alle verblassen regelrecht im Vergleich zu Michael Fassbender. Dieser ist Steve Jobs und überstrahlt alle an seiner Seite, beinahe dem echten Jobs gleich. Steve Jobs schaut man nicht nur einer interessanten Persönlichkeit wegen, sondern vor allem wegen der darstellerischen Leistung.

Überhaupt leistet dieser Film vieles. Er bietet großartige Schauspieler und spannende Entwicklungen. Boyle offenbart mit Steve Jobs aber noch etwas viel Wichtigeres: Er zeichnet ein Bild jenes Mannes, welcher von vielen nahezu religiös verehrt wird. All jenen sei dieser Film besonders ans Herz gelegt, gelingt es Boyle doch, sowohl Jobs zu würdigen als auch Kritik zu äußern. Jobs war unbestritten ein Visionär, aber sicherlich kein - auf Neudeutsch - Gutmensch. Auf Jobs trifft vieles zu, wobei Despot und Egomane besonders nahe liegen.

Gerade in den Konflikten mit Steve Wozniak wird dies deutlich. Hier treffen Philosophien aufeinander. Während Wozniak der Techniker ist, für Vielfalt und die Möglichkeiten des Endnutzers eintritt, dabei aber die Usability aus den Augen verliert, vertritt Jobs den Standpunkt eines Designers. Dinge müssen schön sein, sie müssen leicht zu bedienen sein. Das Beste aus beiden Welten wäre das Beste für den Kunden. Aber in Steve Jobs wird sehr deutlich, dass sich Jobs nie wirklich für seine Kunden interessierte. Wer sich als Zentrum des Universums betrachtet, schafft mitunter auch ein gefährliches Erbe.

Im Film wird das besonders ersichtlich, wenn Jobs' Angst vor Kontrollverlust thematisiert wird. Er liebt die Kontrolle, will sie nicht verlieren und versteht Menschen nicht, die Kontrollverlust zulassen. Gleichzeitig steht er für eine Philosophie, die andere Menschen jeder Kontrolle beraubt. Jobs sieht sich als Auserwählter, der über das Leben Anderer bestimmt. Wie ein Dirigent im Orchester will er die Musik definieren. Er legt fest, was seine Mitmenschen tun, wie sie zu arbeiten haben. Einem Tyrannen gleich tritt er gegenüber seinen Mitarbeitern und letztlich auch den Kunden auf. Denn so lobenswert seine Visionen für schöne und funktionale Geräte sind, so verachtenswert ist die Politik, die er damit durchsetzt. Beinahe einem trojanischen Pferd gleich ist sein Anspruch an Design nur das Gefährt, um seine Kontrollphantasien in die Tat umzusetzen. Für Jobs ist der Kunde nicht König, er ist ein unmündiges Individuum, über das bestimmt werden muss. Diese gefährliche Philosophie, die im Film angedeutet und später durch Apple salonfähig gemacht wurde, schuf ein technisches Ökosystem, in welchem unzählige Menschen gefangen sind, gefangen sein wollen. Der späte Sieg von Steve Jobs hat uns zwar einfache Geräte beschert, die den Endkunden aber abhängig machen und dem König willige Sklaven schufen. Und so kann man direkt behaupten, nicht nur Beauty killed the Beast, sondern vor allem unsere Freiheit und Autonomie.

Steve Jobs Fazit

Steve Jobs ist ein spannender Film über einen überaus spannenden Menschen. Boyle achtet sehr darauf, die Leistungen von Jobs in seinem Film zu würdigen, aber er setzt auch viel daran, den Menschen zu entmystifizieren und dessen Fehlbarkeit zu zeigen. Es ist auch ein Spiegel für unsere Gesellschaft, die einen Menschen fast in einen gottgleichen Status erhebt. Er war ein Mann mit einigen großartigen Ideen, der in dem, was er tat, einzigartig war - und doch nur ein Mensch wie wir alle, ein Mensch mit vielen Fehlern.

Steve Jobs Bewertung
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910
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6 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
20.04.2016 01:30 Uhr | Editiert am 20.04.2016 - 01:37 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.454 | Reviews: 150 | Hüte: 476

Habe den Film heute abend im Kino gesehen, was für ein ungewöhnliches aber fantastisches Filmerlebnis! Noch vor Danny Boyles Regie muss ich erstmal ein großes Lob für Aaron Sorkins Drehbuch aussprechen. Anstatt Steve Jobs Lebensgeschichte von Anfang bis Ende kleinlich aufzuarbeiten, kreiert er hier seine eigene Geschichte. Er nimmt sich drei wichtige Abschnitte aus Jobs Leben heraus und präsentiert diese dafür im Detail. Ein Kammerspiel hinter den Kulissen der Präsentationsbühnen. Zunächst war ich davon überhaupt nicht angetan, hätte man mich nach 40-50 nach einer Zwischenmeinung gefragt, hätte ich den Film wohl als "geschwätzig und nichtssagend" bezeichnet.

Nach und nach wurde ich jedoch in den Film, hinter die Kulissen gezogen, dieses Erlebnis kann man durchaus mit jenem von Birdman vergleichen. Großen Anteil daran hatten die Konflikte zwischen Jobs und den Personen in seinem Umfeld, die sich mehr und mehr zuspitzten und emotional entluden, sowie die schauspielerischen Leistungen, die sich parallel dazu von Szene zu Szene steigerten. Michael Fassbender ist Steve Jobs, anders kann man es nicht sagen. Den Visionär und Egomanen spielt er gleichermaßen hervorragend. Dann wäre da z.B. noch Seth Rogen als Steve Wozniak in seinen aussichtslosen Kampf, Annerkennung für die Apple II Crew zu erkämpfen, von dem man so ein dramatisches Spiel wohl nicht erwartet hätte. Kate Winslet als Joanna Hoffman, Jobs "Büro-Ehefrau", die ihm ebenfalls Paroli bietet. Von allen schauspielerischen Leistungen empfand ich ihre am stärksten. Etc, etc.

Ich glaube, nach Danny Boyles Werk braucht es keine Biographie über Steve Jobs mehr. Denn obwohl einige Aspekte mehr oder weniger frei erfunden sind, wird es kaum möglich sein, ein so detailliertes und genaues Bild von Jobs zu zeichnen wie hier. Das wird ja sogar von den Personen aus seinem privaten und beruflichen Umfeld bestätigt, wie z.B. von Steve Wozniak, der Sorkin beim Schreiben des Drehbuchs als Berater zur Seite stand. Steve Jobs: Ein Mann, den man für seine visionären Ideen bewundert, und für sein tyrannischen Auftreten verachtet. Wenn der Abspann anläuft, kann einem dieser Mann eigentlich nicht sympathisch sein. Gleichzeitig lassen Boyle und Sorkin Kritik am Silicon Valley bzw. am von Jobs vorgelebtem Technikwahn in den Film einfließen. Über der Geschichte schwebt Stanley Kubriks technologiekritisches Werk 2001, welches von Jobs indirekt als Schurke bezeichnet wird. Fand ich persönlich sehr passend.

Von mir gibt es 8,5-9/10 Punkten, Tendenz nach oben bei einer Zweitsichtung.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Chewbacca : : Copilot
12.11.2015 11:39 Uhr | Editiert am 12.11.2015 - 11:40 Uhr
0
Dabei seit: 21.04.13 | Posts: 2.380 | Reviews: 8 | Hüte: 65

Anscheinend sammelt der Film Punkte bei Kritikern, überwiegend. Das Publikum lässt den Film aber kalt. Universal hat reagiert und den Film nach äußerst schwachen Zahlen(16 Millionen Dollar Einnahmen) aus den US-Kinos genommen. Was ist passiert?!
Die Story um das angebliche Genie Steve Jobs(Michael Fassbender) wartet mit einem Dreiakter auf. Drei Präsentationen seiner Ideen und deren Hintergründe über drei Perioden hinweg. Danny Boyle wirft einen Blick auf die Geschehnisse um diese Ereignisse, ohne allzu tief in das Wesen Jobs zu tauchen. Klasse Aufnahmen gepaart mit filmischem Handwerk der ersten Güte, fesselnden Schauspielern und einem Dauerfeuer an Dialogen- so der Tenor der meisten Kritiken.
Warum versagt dieser Film im Kino, wie schon „Jobs“ mit Ashton Kutcher?! Fehlte auf den Kinoplakaten der Hinweis: „Vorsicht – Dialoghaltig“ um das Actionverwöhnte Publikum abzuholen? Der Ansatz an diesen Gedanken liegt gar nicht fern. Immerhin hat Universal, der Verleiher dieses Films, ein Rekordjahr mit seinen Filmen hingelegt, darunter die beiden Actionfilme: „Jurassic World“, „Fast and Furious 7“ sowie den actionreichen Family-Kracher „Minions“ und führt die Hitliste der Studios an. Abgesehen davon, wird Universal das Verlustgeschäft um Steve Jobs locker verkraften.
Warum Universal den Film aus über 2.000 Kinos wieder abgezogen hat, kann einige Gründe haben. Darunter, den evtl. Neustart nach der Oscar-Verleihung, Fassbender wird hoch spekuliert –endgültiges und ob er es in die Auswahl schafft, weiß man Mitte Januar, wenn die offiziellen Nominierungen genannt werden. Oder will Universal seinen Ruf als Top – Studio des Jahres 2015 nicht in die Waagschale werfen?!

Und ehrlich gesagt, mich lockt der Film eh nicht ins Kino. Jobs, Apple und die Produktreihe ist sowieso nicht mein Fall(Ausbeutung Dritter, kostbarer Ressourcen der Natur und horrende Preise). Das wäre wenn ein Film für das Heimkino. Die Apple Jünger schauen sich den Film eh eher auf seinen Produkten an, als im Kino -ist doch logisch!

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TiiN : : Pirat
09.11.2015 12:08 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 6.030 | Reviews: 131 | Hüte: 329

Die Kritik liest sich gut! Der Film jobs der vor ein paar Jahren mit Asthon Kutcher veröffentlicht wurde war leider ziemlich schwach und oberflächlich. Da gefiel mir The Silicon Valley Story deutlich besser.

Mit Steve Jobs scheint es nun endlich mal einen wirklichen großen und ernst zu nehmenden Kinofilm zu dem Thema zu geben. Ich rechne ihm auch große Chancen bei den Oscars aus.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
17.10.2015 18:54 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.454 | Reviews: 150 | Hüte: 476

Die Kritik liest sich besser, spannender und interessanter als ich es eigentlich von den Film erwartet hatte. Vor allem die Abschnitte über das Kammerspiel und die kritische Auseinandersetzung mit der Person Steve Jobs sagen mir zu. Michael Fassbender mag ich auch und anscheinend konnte er hier wieder sein großartiges Talent präsentieren. Ich werde "Steve Jobs" von daher mal auf meine Liste setzen.

Generell bekommt der Film ziemlich gute Kritiken und ich denke bei der Oscarverleihung wird "Steve Jobs" bei dem ein oder anderen großen Preis ein Wörtchen mitzureden haben.
Vorhin habe ich mich mal durch die Indiewire Oscar Predictions 2016 durchgescrollt und ich spüre schon wieder dieses "Kribbeln". Eigentlich versuche ich mir jedes Jahr einzureden, dass ja nur eine Presiverleihung ist, die keine große Aussagekraft haben muss, aber irgendwie packt es mich immer wieder auf Neue^^ Einen großen Anteil daran hat natürlich die Tatsache, dass dieses Jahr mehr Filme in Betracht gezogen werden, die mir gefallen haben bzw. mich interessieren. Ich bin gespannt, wie die Nominierungen am Ende aussehen werden.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Petra82 : : Schneefeger
17.10.2015 14:27 Uhr
0
Dabei seit: 07.10.08 | Posts: 1.981 | Reviews: 15 | Hüte: 79

Klingt nach was, bin dabei. Fassbender mag ich eh.

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

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pursuyt : : Moviejones-Fan
17.10.2015 14:12 Uhr
0
Dabei seit: 26.03.14 | Posts: 553 | Reviews: 6 | Hüte: 23

Wow, ich glaub, den werde ich mir gönnen!

Quentin Tarantino ist so wie eine Kartoffel - nur anders.

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