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The Girl with All the Gifts

Kritik Details Trailer News
Spannender Mix aus The Last of Us & 28 Days Later

The Girl with All the Gifts Kritik

The Girl with All the Gifts Kritik
0 Kommentare - 19.01.2017 von samploo
In dieser Userkritik verrät euch samploo, wie gut "The Girl with All the Gifts" ist.
The Girl with All the Gifts

Bewertung: 4 / 5

Der auf dem gleichnamigen Roman basierende Film "The Girl with All the Gifts" greift ähnlich wie der Playstation-Hit "The Last of Us" das Konzept eines in der Realität bestehenden parasitären Pilzinfektes auf und arbeitet dies auf eine interessante, spannende und sehr unterhaltsame Art und Weise aus.
Marginale Spoiler voraus, die das Sehvergnügen aber nicht wirklich trüben sollten.

Ophiocordyceps unilateralis“ heißt die Pilzart, welche zur Inspiration diente. Findet sich häufig in Südamerika oder eben in tropischen wie subtropischen Wäldern wieder. Opfer dieses Parasiten stellen häufig Ameisen oder anderen Insekten dar. Dabei wird die Ameise von einem Parasit befallen, dass nach und nach komplett die Kontrolle übernimmt und die Ameise an einen Ort lenkt, der den Lebensbedingungen des Pilzes entspricht, wo sich die Ameise dann festbeißt und stirbt. Unterdessen infiziert die Ameise evtl. weitere Insekten der Kolonie.
Es wurden wohl schon mehrere Millionen Jahre alte „Friedhöfe“ von infizierten Ameisen gefunden. Diese „Berge von infizierten Ameisen“ bilden irgendwann ein großes „Gewächs“ des Pilzes, welcher wiederum neue Fruchtkörper und Sporen bildet und dadurch versucht so viele Wirte, wie möglich zu finden.

Trailer zu The Girl with All the Gifts

Dieses Konzept wurde für den Roman von M. R. Carey bzw. dem Film von Colm McCarthy verwendet und auf die Menschheit übertragen.

Die erste halbe Stunde, welche im Prinzip als Prolog gesehen werden kann, ist unglaublich intensiv und manchmal bleibt die Kinnlade auch erstmal unten stehen. Es wird von Beginn an deutlich, dass die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht des kleinen Mädchens Melanie erzählt wird. Diese ist, neben einigen anderen Kindern, zu Forschungszwecken in einer Einrichtung eingesperrt, da sie, wie alle anderen Kinder auch, infiziert ist.

An dieser Stelle hat mir der Gedanke gefallen, dass der Parasit sich auch verändert, mutiert und es auf Dauer offenbar andere Formen gibt, wie eben hier in Verkörperung der infizierten Kinder, die noch zu einem gewissen Grad Kontrolle über ihre Handlungen haben und zuweilen wie normale Menschen wirken.

Während die Gruppe, die man im Film verfolgt – zwei Soldaten (u.a. Paddy Considine), eine Forscherin (Glenn Close), die Lehrerin der Kinder (Gemma Arterton) und die kleine infizierte Melanie (Sennia Nanua), durch das von der Natur zurückgewonnene und einhergehend sehr atmosphärische London begleitet, erlebt man zuweilen sehr intensive Szenen, die nicht durch Gore oder dergleichen zu beeindrucken wissen, sondern viel mehr schafft es das ganze Setting derart zu überzeugen, sodass das Gesehene einfach so spannend und tiefgreifend auf den Zuschauer wirkt, da man bereits mit den gut ausgearbeiteten Charakteren mitfiebert.
Dass man mit mehreren Charakteren mitfiebert ist hier nicht selbstverständlich, da alle unterschiedliche Auffassungen bzw. Moralvorstellungen haben (Soldaten, Forscher, Lehrerin, Kind) aber man kann jede Entscheidung irgendwie nachvollziehen und akzeptieren, was meiner Meinung nach von guter Charakterzeichnung zeugt. Sogar der vermeintliche Bösewicht innerhalb der Gruppe hat gewisse Standpunkte, die nachzuvollziehen (Überlebensinstinkt, Erhaltung der Menschheit) sind.

Im letzten Drittel lässt der Film storytechnisch leider etwas nach und man könnte einige Handlungen in Frage stellen, aber gen Ende wars doch ganz gut und und man hat hier einen mehr als ordentlichen neuen Beitrag zum Zombiefilm bzw. Infizierten-Film... ihr wisst schon, wo die einen vermoddern und einen essen wollen und manchmal auch etwas auf Zack sind ("28 Days Later") – die Art von Filme.

Ich möchte aber nochmals betonen, dass man den Film vermutlich noch mehr genießen kann, wenn man das PS3 bzw. PS4 Spiel „The Last of Us“ gespielt hat, da der Film quasi wie ein Beitrag aus diesem Spieluniversum stammen könnte.

PS: Hier ein drei minütiger Clip zu dem Parasiten und infizierten Ameisen https://www.youtube.com/watch?v=XuKjBIBBAL8

The Girl with All the Gifts Bewertung
Bewertung des Films
810

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