
Das Biopic Michael über den „King of Pop“ Michael Jackson startet am 23. April in den Kinos. Im Mittelpunkt steht der Aufstieg Jacksons zum globalen Superstar, wobei der Fokus klar auf seiner Musik und Karriere liegt - kontroverse Aspekte seines Lebens treten in den Hintergrund.
Ursprünglich sah das Konzept aber etwas anderes vor: Eine Szene aus dem Jahr 1993 sollte Jackson vor dem Spiegel zeigen, während im Hintergrund Polizeilichter aufleuchten und Ermittler seine Neverland Ranch durchsuchen. Auch der dritte Akt sollte sich umfangreich mit den damaligen Missbrauchsvorwürfen befassen.
Diese Szenen wurden jedoch komplett entfernt. Grund dafür ist eine Klausel in einer Einigung zwischen dem Jackson-Nachlass und dem Ankläger Jordan Chandler aus den 1990er-Jahren, die jede filmische Darstellung oder Erwähnung Chandlers untersagt. Die Filmemacher und Produzenten erfuhren von dieser Vereinbarung erst nach Abschluss der eigentlichen Dreharbeiten.
Daraufhin wurde das Drehbuch umgeschrieben und ein neues Ende entwickelt. Im Juni 2025 kehrte das Team für 22 zusätzliche Drehtage nach Los Angeles zurück, um den dritten Akt neu zu gestalten und weitere Szenen zu erweitern. Die Nachdrehs kosteten zwischen 10 und 15 Millionen US-Dollar. Der Jackson-Nachlass übernahm diese Kosten, da die Änderungen auf eine von ihm nicht rechtzeitig kommunizierte rechtliche Einschränkung zurückgingen. Im Gegenzug erhielt der Nachlass eine höhere Beteiligung am Film.
Das neue Ende spielt während der „Bad“-Tour und zeigt Jackson auf dem Höhepunkt seiner Karriere, wie er sich auf eine weitere energiegeladene Performance vorbereitet. Der Film betont vor allem die musikalischen Erfolge mit einer Abfolge großer Hits. Exzentrische Verhaltensweisen werden weitgehend vermieden. Stattdessen rückt die komplizierte Beziehung zu seinem dominanten Vater Joe Jackson (gespielt von Colman Domingo) in den Vordergrund. Joe lehnte die Solokarriere seines Sohnes zunächst ab, da er sie als Bedrohung für die Jackson 5 und das Familiengeschäft sah. Weitere thematisierte Aspekte sind die schwere Kopfverletzung, die Jackson 1984 bei einem Pyrotechnik-Unfall während eines Pepsi-Werbedrehs erlitt, sowie der anschließende Missbrauch von Schmerzmitteln.
Michael Jackson wird von seinem Neffen Jaafar Jackson dargestellt. Die Rolle von Janet Jackson kommt im Film nicht vor. Der Jackson-Nachlass war eng in die Produktion eingebunden: Vertreter des Nachlasses sowie Jacksons Sohn Prince (als Executive Producer) waren regelmäßig am Set präsent. Produzent Graham King hatte über Jahre hinweg zahlreiche Gespräche mit Wegbegleitern Jacksons geführt und plante ursprünglich eine Schnittfassung von über dreieinhalb Stunden.
Lionsgate und der internationale Verleihpartner Universal sehen in dem vorhandenen Material Potenzial für mindestens einen weiteren Film. Etwa 30 Prozent des geschnittenen Materials könnten für Sequels genutzt werden. Mögliche Fortsetzungen könnten sich mit späteren Alben wie „Dangerous“ oder „Invincible“, dem Kauf und Ausbau der Neverland Ranch sowie anderen Aspekten von Jacksons Leben beschäftigen. Wie dabei mit rechtlichen Auseinandersetzungen und Vorwürfen aus späteren Jahren umgegangen wird, bleibt offen.
Der ursprünglich für April 2025 angekündigte Kinostart wurde mehrmals verschoben – zunächst auf Oktober 2025, schließlich auf April 2026. Frühe Prognosen rechnen mit einem Eröffnungswochenende von über 55 Millionen Dollar in den USA und einem weltweiten Einspielziel von mindestens 700 Millionen Dollar.
Mit Michael setzt also auch das Biopic auf eine vorwiegend positive, musikzentrierte Darstellung des Künstlers – ähnlich wie bei erfolgreichen Bühnenproduktionen und Shows, die die Vorwürfe ebenfalls aussparen.
Must-read today from @BrentALang and @rebeccaarubin on the big MICHAEL overhaul:
— Zack Sharf (@ZSharf) April 7, 2026
The film spent $10-$15 million on reshoots to change the ending and scrap child abuse allegations from the Michael Jackson biopic... https://t.co/GMgNaucGiM
