Quentin Tarantino hat erneut scharfe Kritik am Zustand Hollywoods geäußert. In einem Beitrag für das Filmmagazin Sight & Sound bezeichnete der Oscar-Preisträger die Traumfabrik als eine „geschmacklose Wurstfabrik“, in der Fehlbesetzungen, Anbiederung an das Publikum und fragwürdige kreative Entscheidungen viele Filme scheitern ließen.
Solche Aussagen kommen nicht überraschend. Tarantino äußert sich seit Jahren kritisch über die Entwicklung des Mainstream-Kinos und beklagt regelmäßig den Einfluss von Franchise-Produktionen, Streamingdiensten und einer aus seiner Sicht zunehmenden kreativen Beliebigkeit.
Dennoch gibt es auch Ausnahmen. Als positive Beispiele nennt Tarantino Steven Spielbergs West Side Story (2021) sowie Kevin Costners Horizon: An American Saga und Horizon - Chapter 2 (beide 2024). Diese Filme hätten ihm gefallen, auch wenn keiner von ihnen ihn so sehr in seinen Bann gezogen habe wie viele Kinoerlebnisse früherer Jahrzehnte.
Eine weitere Ausnahme fand der Regisseur nun mit Joe Carnahans Netflix-Thriller The Rip. Der Kriminalfilm mit Ben Affleck und Matt Damon habe ihn über die gesamte Laufzeit gefesselt. Besonders das Drehbuch von Carnahan und Michael McGrale lobte Tarantino als die größte Stärke des Films. Auch Regie, Besetzung und die visuelle Gestaltung hätten ihn überzeugt.
- Hier könnt ihr unsere Kritik zu The Rip lesen: The Rip Kritik | Moviejones
Trotz vereinzelter Lichtblicke bleibt Tarantinos Urteil über das aktuelle Kino ernüchternd. Die Begeisterung, die ihn einst regelmäßig ins Kino zog, finde er heute nur noch selten. Statt neue Filme zu schauen, greife er inzwischen häufiger zu Büchern.
Spricht aus diesen Aussagen die Frustration eines 63-Jährigen, der mit dem modernen Kino fremdelt, oder die Expertise eines Mannes, der Filmgeschichte geschrieben hat?
