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Die rote Schildkröte

Das schwimmende Glück

Die rote Schildkröte Kritik

0 Kommentar(e) - 16.02.2017 von Moviejones
Filmkritik

Die rote Schildkröte Bewertung: 4/5

Nach vielen Jahren Arbeit ist wie bei dem CGI-Stop-Motion-Meisterwerk Kubo - Der tapfere Samurai ein faszinierender Film entstanden, dem man die Liebe sofort ansieht, die in ihn gesteckt wurde. Sei es bei den unzähligen Zeichnungen, der Geschichte oder der begleitenden Musik. Nur 80 Minuten geht Die rote Schildkröte, der die Zuschauer in ein anderes Leben entführt und für uns persönlich nur etwas wegen des fantastischen Elements fällt, das so unerklärlich wirkt. Aber das darf jeder für sich selbst entscheiden, am Ende bleibt ein wundervoller Film.

Die rote Schildkröte Kritik

Ein Mann strandet auf einem kleinen Eiland. Früchte, ein Bambuswald und ein Süßwassersee halten ihn am Leben, doch eins gelingt ihm nicht: Von der Insel zu fliehen. Irgendetwas torpediert seine mühsam gezimmerten Floße und eines Tages erfährt er, was das ist. Eine große rote Schildkröte hält ihn davon ab, mehr als ein paar hundert Meter ins Meer zu treiben und so ergibt sich der Mann seinem Schicksal. Als er das Tier eines Tages am Strand entdeckt, dreht er es voller Wut auf den Rücken und überlässt es den Gezeiten. Doch nach längerem von Mitleid geplagt, möchte er das Tier retten, aber es ist schon tot. Doch unvorhergesehener Weise verwandelt sich das Tier in eine rothaarige Frau und eine wundersame Begegnung nimmt ihren Lauf...

Die rote Schildkröte ist der erste Film, den das allseits bekannte Studio Ghibli in Kooperation außerhalb Japans mitproduziert hat. Der Stil ist erkennbar, aber eben nicht allein typisch Ghibli, denn die Figuren erinnern ebenso an die belgischen Comic-Klassiker Tim und Struppi. Die Geschichte strotzt vor Einsamkeit und menschlichem Überlebenswillen und man fragt sich mitunter, ob die Katastrophe für den Mann nicht vielleicht sein größtes Glück bedeutet. Es ist dabei nicht wichtig zu wissen, wo wir uns befinden, wann und mit wem wir es zu tun haben. Doch nicht nur in diesen Details werden wir nicht aufgeklärt, im Film gibt es bis auf wenige kurze Ausrufe keine Dialoge zwischen den Beteiligten. Das verwundert, überrascht, und doch stört es nicht, denn die Geschichte steht für sich und erzählt sich auch ohne Gespräche.

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Die Naturgeräusche, ob nun Wind, Wasser oder Vogelgeschrei, erfüllen den Film mit Leben und vor allem die äußerst melancholisch stimmende Musik. Einerseits eine simple Geschichte über das Miteinander auf diesem Eiland, andererseits auch mit der Wandlung der Schildkröte in eine junge Frau auch ein kleiner Ausflug in die Fantastik. Hier bleibt sogar Spielraum für eigene Interpretationen und das macht Die rote Schildkröte etwas weniger greifbar im Verständnis. Ob das zuträglich ist, bleibt jedem selbst überlassen, wir hätten uns nur etwas mehr Tiefe gewünscht und etwas mehr zur Geschichte zu erfahren.

Die rote Schildkröte startet mehrere Monate nach unseren Nachbarländern endlich auch in den deutschen Kinos und wird all jene Zuschauer mit einem Hang zu nostalgischen, leisen und sogar esoterischen Tönen begeistern. Und damit es nicht gar zu traurig anmutet, laufen vier kleine Krabben hin und wieder durchs Bild, die selbst am Ende der Welt ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.



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Die rote Schildkröte Bewertung
Bewertung des Films
810
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