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Morris aus Amerika

Prädikat: besonders wertvoll

Morris aus Amerika Kritik

0 Kommentar(e) - 30.10.2016 von FBW - Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Morris aus Amerika Bewertung: 4/5

Wenn man 13 Jahre alt ist, fühlt man sich in der Regel nicht wohl in seiner Haut. Ist man 13 Jahre alt, übergewichtig und schwarz, dann erst recht nicht. Vor allem, wenn man in Deutschland lebt und nicht richtig deutsch sprechen kann. Genau das ist das Dilemma von Morris. Der Junge lebt mit seinem Vater in Heidelberg. Die Mutter ist noch nicht lange tot, der Vater trauert, auch Morris ist unglücklich. Der Vater sagt, Morris müsse einfach mal raus, neue Freunde finden. Doch Morris versteckt sich hinter seiner Rapmusik, vor allem Notorious B.I.G. hat es ihm angetan. Nur zu seiner Sprachlehrerin Inka fasst Morris ein wenig Vertrauen. Das alles ändert sich, als er eines Tages im Jugendclub auf Katrin trifft. Katrin ist 15, sieht toll aus und scheint Morris wirklich zu mögen. Alles könnte so schön sein - wenn Katrin nicht mit dem wesentlich älteren Per zusammen wäre und mit ihm in irgendwelchen Discos abhängen würde. Aber Morris entscheidet sich dafür, um das Mädchen seiner Träume zu kämpfen. Denn letzten Endes würde Notorious B.I.G. genau dasselbe tun.

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Von der ersten Minute an spürt man als Zuschauer, dass die Musik für Morris das Allerwichtigste ist. Mit seinem Vater streitet er darüber, welches der perfekte Flow für einen Rap ist, seine Traumfrau möchte er mit einem improvisierten Rap auf der Bühne beeindrucken, und sein stetiger Schutz vor der Welt sind seine Kopfhörer, über die er sich mit Musik beschallt.

Das Herzstück des Films ist die rührende Vater-Sohn-Beziehung zwischen Morris und seinem Vater, dessen Konflikte man als Zuschauer genauso nachvollziehen kann, wie die des Sohnes, auch dank des glaubwürdigen Spiels von Craig Robinson. Mit dem Newcomer Markees Christmas, für den Morris aus Amerika die erste Hauptrolle ist, harmoniert Robinson hervorragend. Man spürt die Liebe zwischen den beiden, wenn auch die Reibungspunkte zwischen beiden überzeugend vermittelt werden.

Regisseur Chad Hartigan erzählt in seinem Film von einem Jungen, der vom Kind zum jungen Erwachsenen wird und der sich von seiner Umwelt ausgegrenzt fühlt. Dafür benötigt der Film keine großen Dialoge. Oft reicht ein Blick in Morris' Gesicht, in das sehr viel Traurigkeit, Wut, Frustration und Einsamkeit eingeschrieben ist. Und doch, dank Christmas' Spiel, ist da auch viel Entschlossenheit, die in gelungenen Rap-Einlagen ihren Ausdruck findet. Ganz nebenbei behandelt Morris aus Amerika auf originelle Weise das Thema "Culture Clash" zwischen Deutschland und den USA aus der eher ungewöhnlichen Perspektive eines Heranwachsenden, was den Film gerade für jugendliche Zuschauer interessant macht.

Mit all diesen Zutaten ist Morris aus Amerika eine gelungene Coming-of-Age-Geschichte, die davon erzählt, wie man auch in der Fremde nie völlig verloren ist. Wenn man seine Familie und Freunde hat. Und die Liebe zur Musik.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Morris aus Amerika Bewertung
Bewertung des Films
810
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