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Mein Filmtagebuch...
Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück gesehen am  
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Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück (1980)

Ein Film von Irvin Kershner mit Mark Hamill und Harrison Ford

Meine Wertung
Ø MJ-User (25)
Mein Filmtagebuch
Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück Bewertung

Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück Inhalt

Wem geht es nicht so? - Man schaut einen beliebigen Film der 20th Century Fox-Studios und muss bei der Eröffnungsmelodie prompt an "Star Wars" denken, die seit Ende der 70er unweigerlich mit dieser gigantischen Weltraumsaga verknüpft ist.

"Star Wars" wurde vom Drehbuchautor, Produzent und Regisseur George Lucas erdacht und dreht sich um den steten Kampf zwischen Gut und Böse, der "vor langer Zeit in einer weit entfernten Galaxis" spielt. Am 09. Februar 1978 kam der erste Teil in die deutschen Kinos - der in Wahrheit die vierte Episode der Reihe darstellt. Die Episoden IV - VI entwickelten sich zu einem Phänomen, auf denen Ende der Neunziger die Episoden I - III sozusagen als Prequel in die Kinos folgten.

Diese handeln vom Aufstieg des Jungen Anakin Skywalker (Jake Lloyd bzw. Hayden Christensen in späteren Jahren) zur Figur Darth Vader, einer Schlüsselfigur der "dunklen Seite der Macht". In den frühen Episoden steht der Kampf der Rebellen gegen das Imperium im Vordergrund, der von Lyke Skywalker (Mark Hamill), Leia Organa (Carrie Fisher) und Han Solo (Harrison Ford) angeführt wird. Die vom Regisseur Lucas mit viel Überzeugung präsentierten Nachfolger, in denen Darth Vaders Geschichte erzählt wird, stehen jedoch bis heute in der Gunst des Publikums hinten an, denen weniger Charme als den ursprünglichen Teilen zugesagt wird. Erst mit Episode III gelang es Lucas, die Wogen wieder zu glätten.

Cast & Crew

Wer ist der Regisseur von Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück und wer spielt mit?

OV-Titel
Star Wars: Episode V - The Empire strikes back
Format
2D
Box Office
538,38 Mio. $
Uns liegen keine Informationen zur FSK-Freigabe des Films vor.
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23 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
19.02.2019 16:18 Uhr | Editiert am 19.02.2019 - 16:20 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.096 | Reviews: 180 | Hüte: 406

@Musashi
"Natürlich ist der Vergleich etwas vollkommen anderes, genauso wie dein Ted Bundy Vergleich auch, deshalb hab ich es ja gesagt."

In dem Vergleich ging es ja nicht um die Serienmörder, sondern um Fords Charaktere und Männer, die zum Abschleppen in den Club gehen. Und da besteht dann schon ein deutlicher Unterschied zwischen sexuellen Übergriffen (bezogen auf das Video) und dem Prozess des Abschleppens, der ja dann einvernehmlich und als das von Sully erwähnte Spiel stattfinden kann.

Aus der Diskussion von ZSSnake und Silencio halte ich mich mal raus, da wurde an sich schon alles gesagt mit validen Argumenten auf beiden Seiten.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
17.02.2019 12:36 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.177 | Reviews: 168 | Hüte: 489

@ silencio

"[...]dass eine Inhärenz vielleicht gar nicht so unumstößlich wahr sein muss."

Richtig oder Falsch will ich hier ja garnicht in Frage stellen oder diskutieren - aber wie du bereits sagtest gibt es in der menschlichen Sexualität so viele Ausprägungen, dass ich eben denke, dass es (wie gesagt "in Abstufungen") in sehr vielen Menschen angelegt ist, so zu handeln. Mit "so" meine ich eben vor allem egoistisch und auch selbstzerstörerisch. Dass unsere Selbstwahrnehmung und der Glaube daran, dass wir unsere animalischen Triebe durch Vernunft im Zaum halten können vorgeben, dass solcherlei Verhalten steuerbar ist, will ich dabei natürlich garnicht abstreiten.

Meine Annahme fußt allerdings überwiegend auf Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen, nicht auf wissenschaftlichen Abhandlungen, die das Thema behandeln, weshalb die Aussage von mir natürlich stark subjektiv geprägt ist und keinerlei Gültigkeitsanspruch besitzt. Trotzdem würde ich auf Basis meiner Erfahrungen und Beobachtungen eben die Hypothese aufstellen, dass (den meisten) Menschen das "Spiel" der sexuellen Umwerbung inklusive zunehmender Eskalation diverser "Übergriffe" irgendwie doch inhärent zu sein scheint, ob man das nun gutheißen mag oder nicht. In diesem Sinne - Dont hate the Player, hate the Game.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
17.02.2019 12:02 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 2.326 | Reviews: 2 | Hüte: 229

Man sollte ebenfalls erwähnen, dass der Film zu einer Zeit spielt als die Emanzipation gerade einmal seinen Anfang nahm. Vor 1978 war es Frauen nicht erlaubt, ohne Einverständnis ihrer Männer einen Job anzunehmen. Genauso musste der Mann bei Eröffnung eines Kontos der Frau mit unterschreiben. Die Filme sind aus einer anderen Zeit mit einem völlig anderen Frauenbild. Sich damit nach heutigen Maßstäben auseinanderzusetzen, ist mMn mühselig. Irgendwen danach zu beurteilen, wie er damals eine Frau erobert hat oder wie er im Allgemeinen mit Frauen umgegangen ist, kann nur zu einem negativen Ergebnis kommen, ist aber dem damaligen moralischen Kodex geschuldet. Nur zur Info: in den 70igern war Homosexualität noch unter Strafe gestellt! Sich hier und heute mit dem erhobenen Zeigefinger hinstellen und sagen:". Wie konnte er nur.." oder ".. Wie konnte man nur so ein frauenverachtendes Drehbuch schreiben.!" , ist einfach falsch, weil eben damals andere moralische Wertvorstellungen galten. Zum Vergleich: würde ein Mensch von damals die Ausdrucksweise im heutigen Film und Fernsehen bewerten, würde er ebenfalls empört die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. (Klaus Kinski ausgeschlossen)

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

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Silencio : : Moviejones-Fan
17.02.2019 11:55 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.714 | Reviews: 47 | Hüte: 176

ZSSnake:

Ich sag mal so: musst du nicht unbedingt hinschreiben, aber da wir ein visuelles Medium diskutieren, bei dem es eben stark auf die Art der Darstellung ankommt, ist das schon hilfreich.

"Ist inhärent so" ist eben ein sog. naturalistischer Fehlschluss. Wir kennen viel zu viele Spielarten der menschlichen Sexualität, als dass wir wirklich feste Aussagen über deren Gegebenheiten machen könnten, die über biologische Fakten (und selbst da wird es... kompliziert) hinausgehen. Ich mein, gerade der Fakt, dass Leute das ändern wollen (und auch so leben) legt ja nahe, dass eine Inhärenz vielleicht gar nicht so unumstößlich wahr sein muss. Ich find da gerade auch interessant, dass diese Darstellung von Typen kommt, die mit Frauen eher unbeholfen umgegangen sind (Lucas und Konsorten waren keine Player, um das mal gelinde auszudrücken) und das eben, wie du schon sagst, auch eine gewisse Art der Projektion sein könnte.

Joa, das Video ist "offensiv in eine Richtung" mit Betonung auf offensiv, da geb ich dir durchaus Recht, das ist aber auch eine der Eigenschaften feministischer (Film-)Theorie. Muss man nicht zustimmen, dafür hat das Feld aber auch selten einen Absolutheitsanspruch. Und man muss auch bedenken, dass ein 17 Minuten Videoessay nicht ganz die Breite einer vernünftigen Schrift haben kann, gerade weil hier auch möglichst viele Leute abgeholt werden sollen. Dementsprechend ist das Video, da sind wir uns auch halbwegs einig, nicht perfekt.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
17.02.2019 11:28 Uhr | Editiert am 17.02.2019 - 11:29 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.177 | Reviews: 168 | Hüte: 489

@ Silencio:

Und ich dachte hinterher noch - musst du dazuschreiben, dass das alles natürlich keine Entschuldigungen für die visuellen Implikationen der Szenen sind, sie aber kontextualisiert denke ich nicht so schwer wiegen wie die Analyse sie auslegen will? Habs dan aber gelassen, weil ich mir dachte, dass es offensichtlich ist, dass es natürlich nicht entschuldigen kann, wie eine Figur handelt, egal warum sie es tut. Sicherlich sind da übergriffige Elemente mit drin, aber ich schätze eben auch, dass es bis zu nem gewissen Grad etwas ist, was der menschlichen Sexualität in Abstufungen ohnehin inhärent ist, auch in der Realität. Nicht bloß von den männlichen Parts ausgehend, sondern von allen Seiten. Da ich aber keine Lust habe jetzt ne derartige Diskussion an, als Lebemännern und Frauenhelden geschriebenen, Figuren aufzuhängen, die auch noch von anderen Männern geschrieben wurden zu Zeiten, als Hollywood, stärker noch als sie es nach wie vor ist, eine Männerdomäne war, würde ich davon absehen da jetzt in die Tiefe zu gehen.

Interessanter wird es da denke ich dann doch beim gegebenen Beispiel Spectre oder vergleichbaren Filmen, die auch heute noch ein solches Männerbild zementieren wollen. Und auch wenn ich es bei Bond mal zu nem Grad dem Umstand zuschieben würde, dass er ein Relikt aus einer Zeit ist, die eben genau das wollte, kann man ja durchaus nen Jack Reacher als Paradebeispiel einer solchen Phantasie heranziehen. Wobei der es in den Romanen nie nötig hat sich aufzudrängen, da ihm eh alle an die Wäsche wollen. Wie stark wir eben die projezierten Machtphantasien von Drehbuchschreibern in den Figuren wahrnehmen, was davon problematisch und was akzeptabel ist und an welchen Filmen man sowas festmachen kann, würde eh etwas weiter führen. Dazu kann das Video nur ein kleiner Anstoß sein. Da ich über die Materie nur ad hoc nachgedacht habe, worauf auch meine Ausführung unten fußt, müsste ich erstmal n bisschen nachforschen, um tiefergehend dazu beitragen zu können. Trotzdem wirkt das Video auf mich eben zu offensiv in eine Richtung gedacht und argumentiert und zu subjektiv, als dass ich es vollauf ernst nehmen könnte.

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Silencio : : Moviejones-Fan
17.02.2019 11:02 Uhr | Editiert am 17.02.2019 - 11:07 Uhr
1
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.714 | Reviews: 47 | Hüte: 176

Ich finde ja ganz interessant, wie wenig im Grunde auf das Video als solches eingegangen wird und man sich größtenteils auf die "Das ist ein Spiel"-Erklärung stützt - über die das Video ja selbst ein paar Worte verliert. Aber sei es drum...

ZSSnake:

"Letztlich kann man immer eine Art raubtierhaftes Verhalten in die Situationen reindichten und ja - darum geht es nunmal im gegenseitigen Umwerben auch oft - man muss die Filme aber auch zu nem Grad wieder im Kontext ihrer Zeit sehen."

Ich kopiere jetzt nur das mal, gehe aber auch auf den Rest, der darauf folgt ein.

Man muss in die Szene im Falken wenig interpretieren, die folgt einer gewissen visuellen Grammatik, die den Schluss, es handele sich um einen sexuellen Übergriff, durchaus nahelegt. Gerade weil wir Leia mehrfach beim "Ausweichen" sehen und Ford die Bilder absolut dominiert, was eine gewisse Machtverteilung bedeutet. Dazu noch das konstante "Nein"-Sagen (ich mein, das Video macht sich sogar die Mühe, das mitzuzählen...), da muss man jetzt keine liberal snowflake sein, um da vielleicht was "reinzuinterpretieren", was eh sowieso zu der Zeit in filmischer Darstellung Usus war - und hier an einem populären Beispiel festgemacht wird.

Ich finde da auch schwierig, das mit dem Kontext zu rechtfertigen: ja, Leia hat vorher Interesse gezeigt, deswegen kann eine spätere Szene trotzdem einen "Übergriff" zeigen - darin besteht ja gerade die Fantasie, die Übergriffige sich gerne zurechtlegen, Stichwort "Sie wollte es doch auch". "Star Wars" ist ja jetzt auch kein Franchise über die Komplexität der menschlichen Sexualität, das genau das thematisieren würde, das ist im Grunde erstmal eine Fantasie/Wunschbefriedigung für Heranwachsende (und Junggebliebene - da nehm ich mich übrigens gar nicht raus), die das ohne größeren Kontext (also einen, der über die eigene Handlung hinausgeht) präsentiert. Um das mal andersrum auszudrücken, wir verstehen die Psychologie hinter Leias Charakter nicht, sie existiert hier eigentlich nur im Kontext zu Han. Das ist nicht Verhoevens "Elle", das ist nahezu der Male Gaze, wie er im Buche steht. Ich linke hier einfach mal zu Laura Mulveys Essay "Visual Pleasures and Narrative Cinema", der ja einen der Grundsteine für diese Diskussion bildet.

Ob wir die Final Girls wirklich zu einem Ideal machen wollen, ist dann auch so eine Frage, weil sie größtenteils von Männern geschrieben worden und das so ein bisschen was von "Wir erklären den Frauen jetzt, wie Feminismus geht" hat - gerade Ripley ist ein schweres Beispiel, weil sie von vorneherein als agender geschrieben wurde. Darauf kommt es aber auch nur bedingt an, denn erstmal sind die starken Frauenfiguren dann auch schon wieder ein bisschen älter (in solchen Unterhaltungen wird zB Pam Grier dauernd vergessen, die ein paar Jahre früher als die Final Girls da war), dann erklärt das eine Darstellung auch nur, es entschuldigt sie aber nicht.

Was uns dann zu "Blade Runner" bringt: auch das ist ein Film, den ich sehr mag, mehr als "Star Wars" oder "Indiana Jones". Die fragliche Szene ist aber trotzdem eine, die schwer im Magen sitzt. Denn die Psychologie hinter dem, was da passiert, wie du sie auch aufzeigst, erklärt das Verhalten nur, es entschuldigt das nicht. Gut, eine Entschuldigung ist nicht nötig, aber der Film beschäftigt sich damit auch gar nicht weitergehend, sondern versucht uns dann eine love story komplett mit "lovers on the run"-Ende zu präsentieren, wie es im Film Noir ja auch ganz beliebt war. Warum ist das jetzt ein Problem? Naja, weil einerseits hinter der Vergewaltigung eine psychologische Erklärung stehen mag (die aber aus dem Akt keinen anderen macht...), andererseits aber gar nicht wirklich verstanden wird, was man da eigentlich gerade zeigt. Und gerade bei Rachel versagt auch das Kontext-Argument, weil sie Deckard von Anfang an allenfalls ambivalent gegenübersteht.

Zusätzlich sagst du ja selbst, dass Rachels emotionale Welt gerade zusammenbricht - das auszunutzen ist aber gerade ein Verhalten, das MIssbraucher öfter mal an den Tag legen. Das ist auch wieder etwas, worauf das Video eingeht, um "Blade Runner" da zu verteidigen (und den Vorwurf der Überinterpretation zu untermauern) wäre es vielleicht angebrachter darzulegen, warum das eben kein Missbrauch ist. Denn "Sicherheit und Struktur zurückgeben" mag zwar die Funktion der Szene sein (und mit dem Teil hätte auch niemand Probleme), das kann man aber trotzdem auch auf misogyne Art darstellen.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
17.02.2019 09:39 Uhr | Editiert am 17.02.2019 - 10:19 Uhr
1
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.177 | Reviews: 168 | Hüte: 489

@luhp:

Vielleicht - Nur vielleicht - ist das Analysevideo auch einfach Käse.

Ich war früher in meiner Jugend selbst ne ziemliche Arschgeige - aber ne verdammt charmante. Ich konnte gut tanzen, konnte mich ausdrücken und flirten, war aber trotzdem nicht immer n lieber Kerl, ne sondern eher n ziemlich gemeiner Drecksack zu den Mädels. Und weißt du was? Ich hab sie trotzdem (fast) alle rumgekriegt, weil die Mädels Badboys mögen/mochten. Nicht mit der Intention eines sexuellen Übergriffs (tatsächlich hat es sich damals noch auf jugendliche Knutscherei beschränkt in der Regel) oder dergleichen, sondern weil ich gemerkt hab, dass da Interesse in dieser "Abweisung" ist.

Tatsächlich ist es ja ein beliebtes Motiv in Film, dass der Mann die Frau erst erobern muss, diese aber aus mehr oder weniger offensichtlichen Gründen vor dem Helden zurückschreckt. Leia hat keine Zeit für sowas und Han ist im Gegensatz zu ihr nur ein moralisch fragwürdiges Fliegerass. Sie zeigt bereits in Star Wars in Momenten Interesse, nur hat der Film nicht die Zeit sich mit seinen Figuren dermaßen auseinanderzusetzen wie Empire es tut. Sie geht dann ja sogar so weit Luke aus "Protest" zu küssen, um Han zu ärgern, nachdem Han Luke aus dem Schneesturm gerettet hatte. Das ist so viel verspieltes Hin und Her und Leias Interesse trotz der Situation ist unübersehbar.

Übrigens gibt es ne sehr ähnliche Szene wie die in Empire im ersten Rocky, in dem er Adrian am Ende ihres Dates mit hoch in seine Wohnung nimmt und auch erst ihre extreme Schüchternheit "durchbrechen" muss, bevor sie sich ernsthaft traut Rockys Zuneigung zu erwidern. Es liegt halt immer auch daran wie die entsprechende Frauenfigur geschrieben ist.

In Indy haben sie alle Gründe eben nicht auf Indy abzufahren, bzw ihn oberflächlich erstmal abzulehnen - frühere Enttäuschung bei Marion, das Gefühl etwas Besseres zu sein und selbst jeden Mann haben zu können bei Willy. Elsa ist n Nazi der sogar den Spieß umdreht und beide Dr. Jones bloß benutzt und manipuliert.

Letztlich kann man immer eine Art raubtierhaftes Verhalten in die Situationen reindichten und ja - darum geht es nunmal im gegenseitigen Umwerben auch oft - man muss die Filme aber auch zu nem Grad wieder im Kontext ihrer Zeit sehen. Die starke, unabhängige Frau im Film war zu Zeiten von Empire eher die Ausnahme als die Regel, wurde aber vermutlich dadurch begünstigt, dass erst kürzlich ne gewisse Ellen Ripley quasi im Alleingang das Alien besiegt hatte und Sally den Sawyers in TCM entkommen war. Auch im direkten Nachgang wurden ja grade im Horrorgenre Final Girls immer beliebter, so wie starke Frauenfiguren generell. Nur waren die 70er und 80er da ja ne Umbruchzeit - alle Ford-Filme aus dieser Zeit setzen sich ja zu nem Grad diesem Umbruch aus, bei dem eben versucht wird auch den Frauen mehr Charakter zu geben und mehr Agenda.

Nicht, dass Frauen im Film zuvor keine Relevanz hatten, aber die Emanzipation aus der klassischen Damsel in Distress wurde ja erst nach und nach vollzogen und war damals weit davon entfernt abgelegt zu sein - das Motiv wird ja erst in den letzten Jahren mehr und mehr umgekrempelt (siehe u.a. Brave und Tangled). Man muss solche Filme eben auch erstmal kontextualisieren anstatt sie sich via Cherrypicking untertan zu machen. Und Fakt bleibt eben, dass sie nicht nur völlig andere Zeiten widerspiegeln, sie bilden zudem noch zu nem Grad andere Zeitperioden ab: Indys Frauen aus den 30er/40er Jahren entsprechen nicht wirklich dem typischen Frauenbild ihrer Zeit und werden - Willy mal außen vor gelassen, die ist in ihrer Starlet-Manier aber auch wieder in Bereichen Indys Gegenstück - viel hemdsärmliger dargestellt als man erwarten würde. Star Wars in Gänze ist Fantasy, die sich wohl vor allem als Abbild der Gedankenwelt ihres Schreibers lesen lässt - und bei Lucas späteren Versuchen amuröser Charakterstories (Padme und Anakin) können wir wohl froh sein, dass Han und Leia so gut harmonieren, wie sie es tun.

Was uns zu Blade Runner führt - der ist ja ohnehin in vielerlei Hinsicht ne Hommage an 40er-Noir-Krimis und paart das Ganze mit seinem Cyberpunk-Setting. Hier ist Rachael ja lange als Femme Fatale aufgebaut und passt optisch auch perfekt in den Part. Der Twist hier ist ja, dass sie die Rolle nur oberflächlich und vom Plot her teilweise funktional ausfüllt, nicht aber von der Intention her. Rachael hat keine intentionale Bösartigkeit an sich, sie ist vielmehr unschuldig und sucht nach ihren eigenen Wahrheiten, ist emotional völlig aufgewühlt. Der Moment in dem die beiden einander küssen ist insgesamt ziemlich sonderbar inszeniert, zugegeben, aber in dem Moment ist Rachaels komplette emotionale Welt grade kollabiert (sie hat jemanden umgebracht, weiß nicht was sie ist, wo ihre Loyalitäten liegen), sodass Deckard ihr tatsächlich auf unkonventionelle Weise eine Form von Sicherheit und Struktur zurückgibt (da spielt ja zudem auch das Moment rein, dass Deckard Replikanten jagt, die für ihn immer weniger als Menschen waren und trotzdem gibt er sich in dem Moment den Gefühlen für genau so ein Wesen hin). Da steckt jedenfalls ne Menge mehr in der Szene als die oberflächliche Eroberung und man müsste viel exakter analysieren, woher welche Aktion und Reaktion resultiert.

Viel länger geworden als gedacht, aber die ganze Idee hinter der Analyse und die effektheischende (Das vielsagende "Ich hab immer gesagt, Blade Runner ist mein Lieblingsfilm, das ist jetzt NICHT mehr so", um den Zuschauer auf die eigene Seite zu ziehen) und eben dem Cherrypicking verschriebene Art des Videos ist in meinen Augen eben in vielerlei Hinsicht kontextlos und viel zu kurz gedacht, um wirklich ernstzunehmend zu sein, egal wie hübsch es vorgetragen ist und seine Argumente hübsch durchnummeriert.

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Musashi : : Moviejones-Fan
17.02.2019 03:22 Uhr
0
Dabei seit: 27.01.14 | Posts: 839 | Reviews: 0 | Hüte: 29

@Luhp

Das ist doch etwas vollkommen anderes.

Natürlich ist der Vergleich etwas vollkommen anderes, genauso wie dein Ted Bundy Vergleich auch, deshalb hab ich es ja gesagt. Aber wie schon erwähnt wurde, mit genügend Fantasie lässt sich alles reininterpretieren bzw miteinander vergleichen.

Das Höchste was eine Frau im Leben erreichen kann ist eine gute Hausfrau und Mutter zu sein

Chen Zhili, former President of the All-China Women’s Federation

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Sully : : Elvis Balboa
17.02.2019 01:03 Uhr
0
Dabei seit: 29.08.09 | Posts: 10.498 | Reviews: 30 | Hüte: 505

@Luhp

Also mir sind die Filme noch immer sehr präsent, ich kann mich also auf meine eigene Erfahrung stützen. Und die sagt mir, dass die entsprechenden Sequenzen durchaus "schlüssig" sind. Aber natürlich kann fast alles in ein Themenkorsett gepresst werden, wenn es gerade zweckdienlich ist. Wer hier von sexuellen Übergriffen und Belästigungen spricht, sieht in meinen Augen Gespenster.

Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst und trotzdem weiter machst!

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
16.02.2019 23:18 Uhr | Editiert am 16.02.2019 - 23:20 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.096 | Reviews: 180 | Hüte: 406

@Sully
"Sei es Han Solo oder Indiana Jones, in beiden Fällen ist selbst dem Zuschauer klar, dass der jeweils weibliche Part "Interesse" an der jeweiligen Figur Fords hat und hier das "nein" tatsächlich Teil eines "Spiels" ist."

Nein, gerade das ist ja nicht der Fall. In den Filmen haben die jeweiligen Figuren vorher kaum gemeinsame Screentime oder die Frauen haben explizit keine Lust, sich weiterhin mit den Männern abzugeben. Die Romantik kommt dann also aus dem Nichts.

"Und jetzt komm bitte nicht mit "aber in der Realität..."! Filme sind oft überzeichnet und das ist in Fords Figuren klar erkennbar."

Was das positive Konnotieren von sexuellen Übergriffen und Belästigungen aber nicht weniger verwerflich macht.

"Wenn Du das jedoch anders siehst frage ich mich warum Du erst jetzt mit der Analyse eines Anderen im Rücken, damit kommst und nicht schon viel früher dagegen protestiert hast."

Ich urteile darüber selbst nicht, weil ich mir die Filme dafür erneut ansehen müsste, das liegt schon Jahre zurück. Ich beziehe mich hier nur auf Argumentation in den Videos.

@Musashi
"Ich werd dann am besten bei jeder Rolle, in der ein männlicher Homosexueller in Schwulenbars geht um Männer abzuschleppen"

Das ist doch etwas vollkommen anderes. Gegen das Abschleppen ist nichts einzuwenden, nur sollte das dann eben im Einvernehmen beider Personen geschehen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Petra82 : : Schneefeger
14.02.2019 17:07 Uhr
2
Dabei seit: 07.10.08 | Posts: 1.947 | Reviews: 15 | Hüte: 68

Auch wenn die Diskussion hier nicht weiter vorangetrieben wurde, möchte ich noch etwas dazu schreiben.

Zum einen finde ich das Video recht interessant und das, was der Kommentator darin zum Thema sagt. Oberflächlich und mit Distanz betrachtet treten Han & Co. hier deutlich in die intime Distanzzone der Damen ein und der Gedanke, eine Frau nur genug zu bedrängen, um zu bekommen, was man will, ist in der Tat verängstigend. Dennoch habe ich nach Ansicht des Videos nicht das Gefühl, bei Fords Rollen einem typischen "sexual predator" gegenüberzustehen.

Zum einen haben wir großteils wirklich toughe, selbstbewusste und eigenständige Frauen vor uns. Sie sagen nein, korrekt. Sie ziehen sich zurück. Und dennoch spielen sie selbst, auf ihre Art, genießen die "Jagd". Denn keine von ihnen würde es über sich ergehen lassen und schlussendlich kein "NEINNN!" rausbrüllen, wenn es ihr wirklich zu viel wird. Hier hat jemand das Spiel nicht begriffen, das Teil der sexuellen Attraktion ist und das nun mal der eine besser oder schlechter kann als der andere (wie auch Frauen). Sicherlich würde ein Weinstein nicht die gleichen Effekte hervorrufen, da seine ganze Ausstrahlung und offenkundige Arroganz, sich aufgrund einer Position nehmen zu können, was er will, nun mal v.a. negative Gefühle hervorrufen. Ich will Hans/Indys etc. Selbstverständnis auch nicht pauschal gutheißen, aber ob es nun den Frauenrollen zugeschrieben wird oder nicht: Sie stehen drauf und reagieren dementsprechend. Ein Nein einer Frau ist beileibe nicht immer ein Ja. Aber manchmal wird es das. Siehe Leias erwidernder Kuss. Das ist im echten Leben nicht immer so (!), aber zwischen den beiden funktioniert es als Machtspiel.

Mir ist bewusst, dass die Frauenrollen entsprechend geschrieben sind, auf ein aggressives Verhalten mit Libido zu reagieren. Aber das macht Fords Rollen nicht per se zu einem sexuellen Ungeheuer, denn es gibt sie tatsächlich, solche Frauen, die im Liebesspiel (wie auch immer das geartet ist) reagieren und sich selbst auch als starke Gegenspielerin positionieren. Ob hier nun eine machohafte Männerrolle proträtiert wird oder nicht, die Frauen werden in diesen konkreten Fällen dadurch nicht schwächer.

Und das sage ich als Frau: Indy, Han - sie dürfen es! Für mich wird Indy nicht zum Unmensch, weil das seine Persönlichkeit - der sich um andere bemüht und bestmöglich helfen will - einfach nicht hergibt. Ich glaube wirklich, dass sie bis zu einem gewissen Grad eine Frau von sich überzeugen wollen, aber irgendwann auch ein Nein als Nein akzeptieren und nicht zum Vergewaltiger werden. Ist aber nur meine persönliche Meinung und ich kann verstehen, wenn manche Frau bei Blade Runner anders denkt. Aber ich würde dennoch mit jedem allein Fahrstuhl fahren und keine Angst haben, ist wie so vieles persönliche Überzeugung - wie auch die ganzen Eye-Opener-Kommentare unter dem Youtube-Video.

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

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Musashi : : Moviejones-Fan
13.02.2019 09:23 Uhr
0
Dabei seit: 27.01.14 | Posts: 839 | Reviews: 0 | Hüte: 29

Fords Charisma und Attraktivität fungiert da eindeutig als Blendwerk, als analoges Beispiel könnte man da den Serienmörder Ted Bundy anführen.

Ich werd dann am besten bei jeder Rolle, in der ein männlicher Homosexueller in Schwulenbars geht um Männer abzuschleppen, Jeffrey Dahmer als analoges Beispiel anführentongue-out

Das Höchste was eine Frau im Leben erreichen kann ist eine gute Hausfrau und Mutter zu sein

Chen Zhili, former President of the All-China Women’s Federation

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MrBond : : Imperialer Agent
13.02.2019 08:37 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 3.186 | Reviews: 23 | Hüte: 470

@Sully

Da bin ich absolut bei Dir. Wenn man beginnt, so zu argumentieren, muss man Doc Brown aus Zurück in die Zukunft auch die Neigung zur Pädophilie vorwerfen, wenn er dem Jugendlichen Marty die Zeilen "väterliche Gefühle und tiefe Zuneigung" schreibt.

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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Sully : : Elvis Balboa
12.02.2019 23:39 Uhr
1
Dabei seit: 29.08.09 | Posts: 10.498 | Reviews: 30 | Hüte: 505

@Luhp92

Nun, die Damen kennen ihn ja im Grunde hauptsächlich in seinen Rollen. Deine diesbezügliche Argumentation hinkt also.

Zur Thematik an sich: Hier wird einfach alles durcheinander geworfen und Situationen werden einfach in ein bestimmtes Themenfeld projiziert. Eigentlich ist mir die Diskussion darüber schon fast zu müßig geworden. Deshalb fasse ich mich kurz. Sei es Han Solo oder Indiana Jones, in beiden Fällen ist selbst dem Zuschauer klar, dass der jeweils weibliche Part "Interesse" an der jeweiligen Figur Fords hat und hier das "nein" tatsächlich Teil eines "Spiels" ist. Das jetzt mit Situationen in einen Topf zu werfen, in denen das nicht der Fall ist und dadurch alle Situationen zu verallgemeinern ist doch völliger Unsinn und dient nur dem Selbstzweck. Ja, Fords Figuren sind Machos, keine Frage, aber daraus "Übergriffe und Belästigungen" zu machen, obwohl klar erkennbar ist, dass es hier nicht um Situationen geht in denen eine Frau gegen ihren Willen bedrängt wird, schießt übers Ziel hinaus. Und jetzt komm bitte nicht mit "aber in der Realität..."! Filme sind oft überzeichnet und das ist in Fords Figuren klar erkennbar. Ich glaube kaum einer wird Frauen mies behandeln und sexuelle Belästigung als legitim empfinden, weil er Star Wars und Indiana Jones gesehen hat. Hier wird mal wieder alles verwässert.

Wenn Du das jedoch anders siehst frage ich mich warum Du erst jetzt mit der Analyse eines Anderen im Rücken, damit kommst und nicht schon viel früher dagegen protestiert hast.

Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst und trotzdem weiter machst!

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
12.02.2019 20:57 Uhr | Editiert am 12.02.2019 - 20:59 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.096 | Reviews: 180 | Hüte: 406

@Sully

Zum Ersten: Nee, ich habe nur einen Filmanalyse-Kanal auf Youtube entdeckt, dessen Videos ich mir heute angesehen habe und um es mir bei der Werbung dafür hier im Forum einfacher zu machen, habe ich den Anfang immer gleich gelassen^^

Zum Zweiten: Nun, Harrison Ford ist ein charismatischer und attraktiver Mann, da ist es logisch, dass viele Frauen auf ihn stehen oder standen. Um Ford selbst geht es hier aber nicht, sondern um seine Filmrollen. Und dahingehend ist es schon fragwürdig, wenn ein charismatischer, attraktiver Mann eine Frau, die eindeutig und mehrmals Negativsignale aussendet, sexuell bedrängt und sie zum Küssen zwingt und das vom Film dann als harmlose (die Musikuntermalung) und gerechtfertigte Verführung dargestellt wird, indem sich daraus eine einvernehmliche Romanze entwickelt.

Sähe Harrison Ford aus wie ein schmieriger Typ, womöglich auch stämmig bis übergewichtig (mir kommt da sofort Harvey Weinstein in den Sinn^^), dann würde man die Situationen in den Filmen wohl automatisch kritischer betrachten. Fords Charisma und Attraktivität fungiert da eindeutig als Blendwerk, als analoges Beispiel könnte man da den Serienmörder Ted Bundy anführen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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