Die Vorzüge moderner Inszenierungsoptionen begeistern nicht nur jüngere Semester, wie sich an dem alteingesessenen Francis Ford Coppola zeigt. Um einen bahnbrechenden Science-Fiction-Film zu kreieren, will der legendäre Autorenfilmer bei Megalopolis klassisches Filmhandwerk mit einer modernen Drehumgebung kombinieren. Ob ihm das gelingt?
LED Volume/StageCraft ist eine beeindruckende Verfahrensweise, die unter anderem die aktuellen Marvel/Disney-Produktionen beflügelt. Anstatt vor klassischer Kulisse oder mit Greenscreens zu drehen, wird mit einer Kuppel, die aus Milliarden winziger LEDs besteht, das virtuelle Set auf Knopfdruck vor den Augen der Filmcrew erschaffen. Der zusätzliche Einsatz physischer Gegenstände sorgt dafür, dass die Grenzen verschwimmen. Demnach wird der gesamte Prozess, wie man über einen langen Zeitraum Filme drehte, auf den Kopf gestellt: Die visuellen Effekte werden durch die Technologie an den Beginn eines jeden Szenarios gekoppelt.
Coppola kündigte an, dass sein Megalopolis auf einer neu gebauten LED Volume-Bühne namens Stage 22 in den Trilith Studios in Atlanta, Georgia gedreht wird. Für sein neues Werk wolle er "einen Fuß in der Vergangenheit und einen in der Zukunft" haben. Das sei keinesfalls als Widerspruch zu verstehen, da beide Seiten voneinander profitieren können. Laut Indiewire plane der Regisseur neue, noch nie dagewesene Techniken einzusetzen, um das Sci-Fi-Epos in spe zu realisieren. Man darf gespannt sein, welche inszenatorischen Kniffe sich der alte Hase überlegt hat, um das Publikum ins Staunen zu versetzen.
Um einen Eindruck von einem der modernsten Filmsets weltweit zu erhalten, liefern wir euch das zugehörige Image-Video der von Trilith Studios und Prysm Stages in gemeinsamer Abstimmung gebauten Stage 22:
Francis Ford Coppolas neuester Streich wird unter anderem Adam Driver, Nathalie Emmanuel, Forest Whitaker, Laurence Fishburne, Aubrey Plaza und Shia LaBeouf zum Zuge kommen lassen. Ebenfalls wissenswert: Es wird geschätzt, dass Coppola mehr als 120 Millionen Dollar seines eigenen Geldes ausgibt, um seinen seit 20 Jahren geplanten Film zu finanzieren. Gegenüber GQ erklärte der Oscar-Preisträger jüngst, dass ihm die finanziellen Auswirkungen "völlig egal" seien, solange der Film seinen Vorstellungen entspreche.
Die Dreharbeiten von Megalopolis sollen von November dieses Jahres bis März 2023 andauern. Ein Veröffentlichungstermin liegt deshalb aktuell noch in weiter Ferne.
