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Verhoevens satirischer Ansatz fehlte!

Ganz schön geschwätzig: "Silent Night"-Star Joel Kinnaman über "RoboCop"-Remake

Ganz schön geschwätzig: "Silent Night"-Star Joel Kinnaman über "RoboCop"-Remake
6 Kommentare - Mi, 29.11.2023 von A. Seifferth
Joel Kinnaman lässt bald in John Woos neuestem Action-Streich die Waffen sprechen, doch es gab eine Zeit, da verteufelte man ihn für seine Darbietung im Action-Reboot von "RoboCop - nun redet er Klartext!

Diese Rechnung kennen wir mittlerweile zur Genüge: Ein beliebtes Action-Franchise, dessen Ursprünge in den altehrwürdigen 80ern liegt, soll gehörig aufpoliert werden. Doch leider vergisst man bei allem Chrom die Patina des Originals zu konservieren. Herauskommt: ein relativ seelenloses Werk, das nur deshalb realisiert wurde, weil man mit einem einst klangvollen Namen werben wollte. Es ist auch eine Geschichte über das RoboCop-Remake, das von José Padilha für ein neugieriges Kinopublikum inszeniert wurde.

Joel Kinnaman, Hauptdarsteller des RoboCop-Reinfalls, sieht die Angelegenheit zwiespältig: Einerseits sei er für die Dreherfahrung dankbar und er liebe auch den Ansatz von Padilha als Regisseur, doch andererseits sei es nicht das, was RoboCop ursprünglich ausgezeichnet habe. Der ursprüngliche Film habe vor allem von seinem satirischen Ansatz gelebt. Zwar habe das neue Werk ebenfalls interessante, anti-imperialistische Gedanken zum Ausdruck bringen können, doch letztlich vertritt Kinnaman die Ansicht, dass es besser gewesen wäre, man hätte den Sci-Fi-Film losgelöst vom schweren Erbe dieses Franchises in die Kinos gebracht.

Der Star aus dem bevorstehenden John Woo-Actioner Silent Night würde die Rolle heute außerdem mit mehr Eigenleben ausstatten. Dass Kinnaman tiefgründige Rollen durchaus draufhat, bewies er unter anderem in der Netflix-Serie The Killing und Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm

Der 1987 von Paul Verhoeven realisierte Originalfilm gilt als Meilenstein des dystopischen Films, denn er verbindet brutale Action-Momente mit einer zynischen Kapitalismuskritik. Zugleich ist Peter Weller das menschliche Gesicht dieses Werkes, doch genau diese psychologische und philosophische Ebene des Menschseins und des drohenden Verlusts kann man verkennen, wenn man sich im Sinne des Marketings nur auf die äußeren Marker eines emotionslosen Gesetzeshüters im Robo-Gewand, der es mit den ganz bösen von Detroit aufnimmt, zu stützen versucht.

Sei es aber, wie es sei: letztlich konnte das Remake von RoboCop nicht einmal 250 Mio. US-Dollar an den weltweiten Kinokassen einspielen, weshalb es wohl auch nicht zu einem Wiedersehen mit dem auf zwei Beinen laufenden Polizeipanzer kam, der mit Fragen seiner Identität ringt. Jüngst durften Gaming-affine Personen aber mit RoboCop ihren Spaß haben, denn RoboCop: Rogue City wurde vor wenigen Wochen für aktuelle Konsolen und PC veröffentlicht und bietet den alteingesessenen Fans durchaus einen Mehrwert.

Silent Night mit einem deutlich weniger geschwätzigen Joel Kinnaman in der Hauptrolle wird ab dem 14. Dezember die deutschen Kinos beschallen.

Quelle: ComicBook.com
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6 Kommentare
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Majestix83 : : Moviejones-Fan
30.11.2023 12:50 Uhr
0
Dabei seit: 31.03.16 | Posts: 218 | Reviews: 0 | Hüte: 22

Lustiger Zufall, gestern Abend zufällig das original von 1987 auf Amazon Prime gesehen laughing .

Das Remake hatte ich vor ein paar Jahren erstmals gesehen, und habe ich eigentlich ziemlich solide in Erinnerung. Natürlich schafft er es nicht, denselben Ton zu erzeugen wie Verhoeven damals (der mit Robocop ja einen Vorgeschmack auf diese Art von Satire geliefert hat, die er, exakt zehn Jahre später, mit Starship Troopers nahezu zur perfektion getrieben hat, beide Filme sprechen ja im Grunde die gleiche Sprache).

Wobei die ich die Splatterszenen dann doch eher lustig fand, auch weil man ja inzwischen recht gut sehen konnte, wie das meiste entstanden ist. Kern beim original war für mich aber tatsächlich das Drama um Murphy was Peter Weller sehr gut dargestellt hat. Schade das der zweite Teil (gestern noch kurz angefangen) daran nicht mehr so recht anknüpfen kann (vermutlich auch aufgrund des Produktionschaos im Vorfeld). Aber ein guter Grund für mich, sich das Remake heute noch im direkten vergleich reinzuziehen smile .

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MobyDick : : Moviejones-Fan
30.11.2023 11:05 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.685 | Reviews: 254 | Hüte: 620

Also so schlimm war der Film jetzt echt nicht, ich würde sogar behaupten, dass er nach dem ersten teil der beste Film über diese Figur ist. Natürlich kommt er nicht gegen das Original auch nur ansatzweise an, aber für sich stehend ist er völlig okay und sit mE teilweise tatsächlich ein bißchen zu unrecht so schlecht angekommen. Dass der Film nicht satirisch sein will, wage ich übrigens auch zu bezweifeln. Solide 6 Punkte sind das allemal gewesen.

Dünyayi Kurtaran Adam
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Bibo : : Moviejones-Fan
30.11.2023 08:27 Uhr
0
Dabei seit: 30.04.19 | Posts: 335 | Reviews: 0 | Hüte: 3

Gehört zum Schlimmsten, was je gedreht wurde. Auf einer Stufe mit dem Remake zu The Fog.

"Zitierst Du da jemanden oder ist das auf dein Steißbein tätowiert?"

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ChrisGenieNolan : : DetectiveComics
30.11.2023 01:18 Uhr
0
Dabei seit: 19.08.12 | Posts: 17.107 | Reviews: 19 | Hüte: 398

Tja. Es gibt bei manchen Klassiker Filme. Die man sich lieber die Finger davon lassen sollen.

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SpiderFan : : Moviejones-Fan
29.11.2023 23:43 Uhr
0
Dabei seit: 06.05.22 | Posts: 977 | Reviews: 0 | Hüte: 14

Problem war hier auch der doch sehr sanfte Ton.

Richtige Gewaltspitzen gab es hier nie. Man hat fast schon einen Film für die ganze Familie entworfen.

Der originale RoboCop ist teilweise enorm brutal, könnte man fast schon sagen.

Natürlich hier und da aber auch mit ordentlich Witz verpackt.

“You have fought long enough, Galadriel. Put up your sword.”

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move : : Moviejones-Fan
29.11.2023 18:36 Uhr
0
Dabei seit: 08.08.23 | Posts: 67 | Reviews: 0 | Hüte: 1

"Der ursprüngliche Film habe vor allem von seinem satirischen Ansatz gelebt".

Wenn er das wirklich glaubt, hat er den Kult um diesen Film nicht verstanden. Ihr habt es ganz gut auf den Punkt gebracht: Es ist ein Faktor von mehreren. Dazu kommt natürlich die völlig übertriebene Gewalt, mit einer immer noch grausam und dennoch faszinierende Exekutionssequenz. Dann sind die Aktionsequenzen fantastisch inszeniert. Und zwar alle. Obwohl Paul Verhoeven von sich behauptet, er könne Aktion nicht. Aber die Tankstellen und Drogenproduktionsszenen sind so genial anzuschauen... Im direkten Vergleich zu Teil 2 fällt auf, wie amateurhaft dieser inszeniert ist. Nicht zu erwähnen, dass das Ende von Teil 1 direkt am Anfang wieder rückgängig gemacht wurde. Was verständlicherweise nicht so gut ankam.

Und der für mich persönlich stärkste Punkt ist eben die Geschichte um Alex Murphy: ein sympathischer Familienvater, der grausam im Dienst brutal ermordet. Anschließend wird ihm seine Persönlichkeit genommen und zu einem "Ding" qualifiziert. Wie er im Laufe des Films immer mehr sich selbst entdeckt und wer er war, gibt mir immer wieder Gänsehaut. Bis hin zu dem ikonischen "Murphy" am Ende.

Wenn schon das Remake so blutarm sein musste, hätte hier angesetzt werden müssen. Ein gut inszeniertes Drama hätte super funktioniert. Was passiert mit einem "Menschen", wenn er plötzlich keinen Körper mehr hat? Diese Frage wurde in Teil 2 nur sehr kurz in zwei Sequenzen angeschnitten, als "Robocop 2" präsentiert wurden: die sich direkt selbst getötet haben.

Leider muss ich auch sagen, dass Joel Kinnaman eine absolute Fehlbesetzung war. Er wirkt zu keiner Zeit sympathisch oder nahbar. Nur in der Sequenz in der er sieht, was von ihm übrig geblieben ist (die beste Szene im Film) fühlte ich etwas Sympathie zu ihm. Beim Original geht es mir dagegen permanent nahe, was diesem Typen passiert. Und obwohl sein Gesicht (leider) die überwiegende Zeit zu sehen ist, drückt er nicht mal ansatzweise die Gefühle von Peter Weller aus. Man muss sich nur mal die Sequenz in seinem alten zu Hause anschauen und wie - trotz Helm - er seine Gefühlregungen so perfekt auf den Punkt bringt.

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