Kreatives Interesse flöten gegangen

Nix mit "Matrix 4": Lilly Wachowski erklärt Hollywood-Ausstieg

Nix mit "Matrix 4": Lilly Wachowski erklärt Hollywood-Ausstieg
0 Kommentare - Fr, 05.06.2020 von R. Lukas
Wie kommt es, dass Lilly Wachowski der Filmindustrie den Rücken gekehrt hat, während Lana Wachowski gerade wieder den Einstieg wagt? Warum hat sie sich derart von Hollywood abgewendet?
Nix mit "Matrix 4": Lilly Wachowski erklärt Hollywood-Ausstieg

Bis hin zur ersten Staffel ihrer Netflix-Serie Sense8 waren Lana Wachowski und Lilly Wachowski, die Schöpferinnen der Matrix-Trilogie, unzertrennlich. Nun arbeitet Lana an Matrix 4 - ohne Lilly, die ihre Plattform stattdessen nutzen will, um mehr LGBTQ-Geschichten zu erzählen, so wie mit der Comedyserie Work in Progress, die sie für Showtime schreibt und produziert.

Sie hege eine Abneigung gegen die Filmindustrie, weil es sich anfühle, als habe sie persönliche Zeit verschwendet, sagt Lilly Wachowski. Filmemachen sei wie eine Zeitmaschine - man steige ein und werde rumgeschubst und dann komme man eineinhalb Jahre später wieder raus, pro Film in einigen Fällen.

Im Laufe der Zeit verlor Wachowski mehr und mehr das Interesse am kreativen Prozess des Filmschaffens: Sie sei in diese Branche gekommen, als der Film auf seinem Höhepunkt gewesen sei und bevor Vorstände und Vermarkter einen Weg gefunden haben, Filme zu "hüten". Letztendlich seien all diese Leute und Institutionen zusammen mit einem selbst in einem Raum gelandet - und speziell hinter der Schreibmaschine, hinter der Kamera und hinter dem Mischpult. Für sie persönlich habe das ein paar Spannungen erzeugt.

Sie sei am Ende der Kräfte gewesen und habe gehen müssen, erzählt Wachowski. Also ließ sie Sense8 und die ganze Industrie vor fast sechs Jahren hinter sich, um ihr eigenes Wohlbefinden an erste Stelle zu setzen. Matrix etwa sei aus viel Wut heraus geboren worden, Wut auf Kapitalismus, korporatisierte Strukturen und Formen der Unterdrückung. In ihr habe eine Wut gebrodelt, bei der es um ihre eigene Unterdrückung gegangen sei, eine Wut darauf, dass sie sich selbst gezwungen habe, ihre Transgender-Neigung zu verheimlichen - ihr Coming-out erfolgte ja erst 2016, vier Jahre später als das ihrer Schwester.

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