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Unknown Identity

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Unknown Identity

"Unknown Identity": Unsere Filmkritik

"Unknown Identity": Unsere Filmkritik
9 Kommentare - Mo, 21.02.2011 von Moviejones
Mit "Unknown Identity" wird versucht, an den Erfolg von "96 Hours" anzuknüpfen, was aber nur streckenweise gelingt.

Am 18.02.2011 war es soweit, Unknown Identity wurde auf der diesjährigen Berlinale vorgestellt und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Unter großer Medienpräsenz zeigten sich die Stars des Films, allen voran Diane Kruger und Regisseur Jaume Collet-Serra, auf dem roten Teppich. Leider fehlte Hauptdarsteller Liam Neeson, der sich wegen Dreharbeiten entschuldigen ließ.

Dieser spielt in Unknown Identity den Wissenschaftler Dr. Martin Harris, der zusammen mit seiner Frau Elizabeth (January Jones) nach Berlin reist, um einen Vortrag auf einem internationalen Biotechnologiekongress zu halten. Die Reise vom Flughafen Tegel zum Hotel Adlon erweist sich als problematisch, da wichtige Unterlagen von Dr. Martin Harris in einem Koffer zurückbleiben. Erst am Hotel wird der Fehler bemerkt und die junge Taxifahrerin Gina (Diane Kruger) soll Harris schnellstmöglich zurück zum Flughafen bringen. Doch leider endet die Fahrt abrupt nach einem Unfall in der Spree. Vier Tage später erwacht Harris in einem Krankenhaus, Ausweisdokumente hat er nicht mehr am Mann, wie er herkam, weiß er nicht mehr, nur an seinen Namen und seine Frau Elizabeth kann er sich erinnern. Er besteht auf seine Entlassung, doch im Hotel dann der Schock: Elizabeth kennt ihn nicht und ein anderer Mann gibt sich als Dr. Harris aus. Verzweifelt und immer noch unter Schock macht er sich auf die Suche nach Taxifahrerin Gina, doch die ist inzwischen untergetaucht. Als dann auch noch Killer auf seine Spur kommen, entwickelt sich die Frage nach der eigenen Identität zu einem Kampf um Leben oder Tod. Was wird hier wirklich gespielt in Berlin?

Unknown Identity schafft es über weite Strecken, den Zuschauer bei der Stange zu halten, gespannt fragt sich dieser, was steckt hinter den ganzen mysteriösen Vorkommnissen und ist Harris wirklich der, der er glaubt zu sein? Getragen wird das Ganze von einer Reihe wirklich talentierter Schauspieler, die so eine Handlung auch rüberbringen können, was aber leider hauptsächlich auf die männlichen Hauptdarsteller zutrifft. Liam Neeson macht wie immer seinen Job, souverän und glaubhaft, daneben gibt Bruno Ganz (Der Untergang) den zynischen und abgeklärten Mann von der Stasi. Aidan Quinn als "zweiter" Dr. Martin Harris ist ebenfalls eine gute Wahl und die bildhübsche January Jones, die wir demnächst in X-Men - First Class sehen, muss sich neben Diane Kruger nicht verstecken. Beide wirken zwar leider ein wenig austauschbar (und natürlich gilt das alte Klischee, reifer Mann mit junger Frau), doch Diane Kruger spielt ihre Rolle leider ohne wirklichen Ausdruck. Sie ist präsent, aber mehr sollte man nicht erwarten. Der heimliche Star in Unknown Identity ist sowieso Berlin und wir von Moviejones freuen uns hier besonders, unsere ortsnahe Hauptstadt in den Mittelpunkt gerückt zu sehen. Wie oft wurden Paris, Rom oder New York in Schutt und Asche gelegt und Deutschland wurde bestenfalls als Randnotiz erwähnt? Nicht so in Unknown Identity, in dem Berlin zwar relativ intakt bleibt, aber die nötige Action mit Verfolgungsjagden, Explosionen und Schießereien zeigt unsere Hauptstadt in einem lange nicht mehr erlebten Licht.

Trotz zahlreicher Wendungen im Film, die teilweise recht spannend verknüpft sind, gelingt es nicht, diese immer plausibel erscheinen zu lassen. Manche Auflösung kommt spät und viel zu plötzlich, um logisch und nachvollziehbar zu erscheinen. Auch vermittelt Unknown Identity trotz cleverer Idee zu viele Déjà-vus - die Story erinnert teilweise an Frantic mit Harrison Ford, Die Bourne Identität mit Matt Damon und dann ist da natürlich Neesons 96 Hours, an dessen Erfolg Regisseur Jaume Collet-Serra hier versucht anzuknüpfen. Doch dies gelingt nur im Ansatz, 96 Hours war zu gradlinig und konsequent, als das Unknown Identity dort auch nur im Entferntesten herankommt. Die Trickeffekte sind in Ordnung, aber US-Standards sollte niemand bei dieser europäischen Co-Produktion erwarten. Vielen Effekten merkt man das schmale Budget an, es stört zwar nicht den Filmgenuss, fällt aber auf. Ohnehin lebt Unknown Identity vor allem von der Frage "Was geht hier vor?" und diese wird zum Ende beantwortet. Ein finaler Kritikpunkt betrifft aber eben jenes Ende; zwar werden die Fragestellungen relativ sauber aufgelöst, doch ist das nahezu versprochene Utopia auf dem Biokongressgipfel dann doch etwas zuviel des Guten und ob die Entwicklung um Dr. Martin Harris in jeder Faser moralisch vertretbar ist, muss jeder für sich entscheiden.

Unknown Identity ist ein kurzweiliger und spannender Thriller, der nicht zur Spitze des Genres gehört, den Zuschauer aber zwei Stunden zu unterhalten weiß. Vor allem all jene, die auch mal die eigene Hauptstadt im Mittelpunkt des Geschehens wissen wollen. 3,5 von 5 Hüten für einen durchaus sehenswerten Film mit kleinen Macken.

Der Filmstart von Unknown Identity ist am 3. März.


Quelle: Moviejones
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9 Kommentare
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patertom : : Fieser Fatalist
21.02.2011 22:27 Uhr
0
Dabei seit: 20.01.10 | Posts: 4.401 | Reviews: 95 | Hüte: 23
also ich mag die kruger auch nicht sonderlich. ka wieso. ich seh die einfach sehr ungerne :/
(=0:
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Geist : : Moviejones-Fan
21.02.2011 22:14 Uhr
0
Dabei seit: 28.10.09 | Posts: 91 | Reviews: 7 | Hüte: 0
". doch Diane Kruger spielt ihre Rolle leider ohne wirklichen Ausdruck."

Was nicht verwundert. Holt die Dame endlich weg von der Leinwand! An wen muss man sich dafür wenden? Herr Hollywood?
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BlackSwan : : Moviejones-Fan
21.02.2011 19:13 Uhr
0
Dabei seit: 05.02.11 | Posts: 0 | Reviews: 22 | Hüte: 57
Als ich den Teaser dazu sah, dachte ich auch direkt an Die Bourne Identität, andererseits sehe ich Liam Neeson wirklich gern - ob ich das im Kino sehen muss - ich schätze, auf DvD wird eventuell reichen - denn die Kritik bestätigt meine ungefähren Vorerwartungen nach dem Sehen des Teasers im Kino...
Macht Lust auf den Film, bereitet aber auch gut darauf vor, dass man hier nicht groß was Neues zu erwarten hat, was diese Art von so schon ähnlich gesehener Geschichte angeht...
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Lauren : : Moviejones-Fan
21.02.2011 18:48 Uhr
0
Dabei seit: 19.01.10 | Posts: 148 | Reviews: 17 | Hüte: 0
die kritik ist wie immer sehr gut und ausführlich laughing

und ich muss sagen, jetzt will ich erst recht den film sehen...
den trailer fand ich schon recht spannend, aber nicht so ganz überzeugend. den film würde ich mir hingegen nach der kritik besonders gerne einmal angucken.
allerdings werde ich wohl auch eher auf die dvd warten.
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patertom : : Fieser Fatalist
21.02.2011 17:12 Uhr
0
Dabei seit: 20.01.10 | Posts: 4.401 | Reviews: 95 | Hüte: 23
da habt ihr wieder eine gute kritik abgeliefert. thx^^


also die kritik macht mir lust auf den film. und da neeson ein guter darsteller ist, umsomehr.

aber wie bei so manchem guten film, schau ich mir den lieber auf dvd an.
schon allein deswegen, da ein paar kinobesuche schön aufs geld gehen können. da leih ich den lieber für wenig geld aus und genieß den an einem abend.
(=0:
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Shadow1985 : : Barbarischer Youngster
21.02.2011 16:58 Uhr
0
Dabei seit: 21.08.09 | Posts: 2.714 | Reviews: 1 | Hüte: 0
Die Story klingt echt spannend und irgendwie will ich jetzt schon wissen, was da für Intrigen laufen... wink Aber ich werde trotzdem auf die Homekino-Version warten...
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Ewan : : Dämonenfeind
21.02.2011 15:20 Uhr | Editiert am 21.02.2011 - 15:21 Uhr
0
Dabei seit: 28.12.09 | Posts: 873 | Reviews: 0 | Hüte: 8
MJ - sehr schöne äh gute Filmkritik. Man weis relativ genau, auf was man sich einlässt. 3.5 Sterne sind ein solider Wert, für mich als Schweizer "zieht" das Argument Berlin nicht, aber ich denke so als DVD Abend wird der Film mal angeschaut. Liam Neeson ist immer einen Blick wert...
 
@ hrxuuuu
 
Neeson heisst der Mann :-)
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hrxuuuu : : Kleider-Tumnus
21.02.2011 12:39 Uhr
0
Dabei seit: 12.11.10 | Posts: 1.595 | Reviews: 25 | Hüte: 4
Ich werde Ich bin Nummer 4 VORZIEHEN ;) Aber finde die Story auch interessant, mit ein grandiosen Schauspieler Liam Nelson.
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Jonah : : Antiheld
21.02.2011 11:03 Uhr
0
Dabei seit: 20.07.10 | Posts: 1.584 | Reviews: 0 | Hüte: 14
Wieder eine sehr gut geschriebene Kritik. Das es in Unknown Identity Anleihen aus anderen Filmen gibt muss nicht unbedingt ein Kritikpunkt sein. Wie sagt man so schön lieber gut geklaut, als schlecht erfunden. wink Ich bin mir nach dieser Kritik jetzt aber gar nicht sicher, ob ich nicht doch Ich bin Nummer 4 vorziehen sollte.
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