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Marty Supreme

Kritik Details Trailer News
Ein Film wie eine Abrissbirne!

Marty Supreme Kritik

Marty Supreme Kritik
0 Kommentare - 22.01.2026 von Moviejones (MJ-SceneTalk)
Wir haben uns "Marty Supreme" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Marty Supreme

Bewertung: 5 / 5

Das Jahr startet mit einem echten Knall. Denn im Kino erwartet uns mit Marty Supreme ein Film, der aus allen Rohren feuert und jetzt schon einer der Top-10-Filme des Jahres 2026 sein dürfte. Das hier bricht mit so vielen Regeln, ist so überladen, so aggressiv – und gleichzeitig so verdammt präzise, dass man kaum glauben kann, wie perfekt das alles aufgeht.

Marty Supreme ist der erste Solo-Film von Josh Safdie, einer Hälfte der Safdie Brothers. Zuvor drehte er gemeinsam mit seinem Bruder Filme wie Good Time oder Der schwarze Diamant (Ot: Uncut Gems) während Benny Safdie dieses Jahr mit The Smashing Machine ins Kino kam, bleibt Josh seinem kompromisslosen Stil treu – und zeigt dabei ziemlich deutlich, dass er der stärkere der beiden Regisseure ist.

Trailer zu Marty Supreme

Im Zentrum steht Marty Mauser, gespielt von Timothée Chalamet, der sich mit einem Job in einem Schuhladen über Wasser hält. In seiner Freizeit spielt er Tischtennis – und zwar so gut, dass er an der Weltmeisterschaft in London teilnehmen darf. Doch sein Ego steht ihm im Weg, er verliert das große Finalspiel und fällt danach in ein tiefes Loch. Zurück in den USA bricht alles über ihm zusammen. Geldprobleme, Chaos, gefährliche Entscheidungen – und der verzweifelte Versuch, irgendwie genug Kohle aufzutreiben, um zur nächsten Meisterschaft nach Japan reisen zu können. Mit jeder Minute wird seine Situation schlimmer, unkontrollierbarer und bedrohlicher.

Dieser Film schreit Kino – auf eine ganz eigene, entfesselte Art. Josh Safdie spielt von der ersten Sekunde an mit dem Zuschauer. Allein die Opening-Card-Szene, in der sich eine befruchtete Eizelle in einen Tischtennisball verwandelt, ist jetzt schon eine der besten des Jahres. Und danach bleibt der Film bis zum Schluss vollkommen unvorhersehbar. Hier lässt sich nichts antizipieren, kein Sequenz, keine Wendung.

Das Drehbuch von Marty Supreme strotzt vor Figuren, Eskalationen und Chaos. Es fühlt sich an wie eine Stange Dynamit, die zu Beginn angezündet wird – und nach der Hälfte vollständig explodiert. Dabei geht es um fragile Egos, Narzissmus, Sexismus und Selbstzerstörung. Und ganz wichtig: Der Film stellt seinen Protagonisten niemals als guten Menschen dar. Marty Mauser ist ein absolutes Arschloch, der seinen eigenen Erfolg und Ruhm konsequent über alles und jeden stellt.

Dass das funktioniert, liegt vor allem an Timothée Chalamet, der hier die beste Leistung seiner Karriere abliefert. Was er mit dieser Figur macht, wie viele Facetten er ihr gibt und wie kompromisslos er Marty spielt, ist atemberaubend. Allein wegen Chalamet ist dieser Film Pflichtprogramm. Doch auch der Umgang mit Martys Ego, wie der Film ihn durch die Hölle schickt und ihn immer wieder mit seinem eigenen Fehlverhalten konfrontiert, ist gleichermaßen spannend wie entlarvend.

Der Film kennt dabei kein Innehalten. Das Tempo ist von der ersten Szene an absurd hoch und treibt den Puls permanent nach oben. Besonders deutlich wird das in den letzten 50 Minuten – etwa in der völlig eskalierenden Szene mit einem Hund und Abel Ferrara, der hier Ezra Mishkin spielt. Wie diese Szene in einen brutalen Streit zwischen Marty und seiner Freundin Rachel Mizler (gespielt von Odessa A’zion) mündet, ist kaum zu fassen. Das ist wild, hemmungslos, völlig drüber – und zieht uns gnadenlos mit Marty durch den Dreck der Großstadt. Das ist auch gar kein Spoiler weil ihr eh nicht darauf kommen würdet was euch in dieser Szene erwartet.

- FAZIT -

Marty Supreme ist ein absolutes Meisterwerk – von der ersten bis zur letzten, hochemotionalen Einstellung. Ein Pulverfass, das jederzeit explodieren kann. Das hier ist The Wolf of Wall Street für eine neue Generation: schweißtreibend, dynamisch und hochspannend. Timothée Chalamet liefert eine der besten schauspielerischen Leistungen nicht nur seiner Karriere oder dieses Jahres, sondern aller Zeiten. Auf einem Level mit Daniel Day-Lewis in There Will Be Blood oder Jack Nicholson in Einer flog über das Kuckucksnest. Ein größeres Kompliment kann man diesem Film kaum machen.

Marty Supreme Bewertung
Bewertung des Films
1010

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