
Bewertung: 4 / 5
Fans von Star Wars, Star Trek und anderen intergalaktischen Abenteuern, aufgehorcht! Demnächst erwartet euch ein Film in den deutschen Kinos, den ihr nicht verpassen solltet, wenn ihr die genannten Klassiker und auch etwas wie Rick and Morty mögt. Achtung: Dieser Film zieht euch garantiert die Schuhe aus! Aber worum geht es eigentlich?
Saira ist die Tochter zweier lesbischer Königinnen vom Planeten Clitopolis – einem Ort, an dem alle Frauen homosexuell sind. Im Vergleich zu ihren mächtigen Eltern ist Saira jedoch unbeholfen und unsicher. Seit sie mit der Kopfgeldjägerin Kiki zusammen ist, scheint ihr Leben endlich Sinn zu ergeben. Doch als Kiki plötzlich Schluss macht, weil Saira ihr zu langweilig ist, fällt Saira in ein tiefes emotionales Loch. Und dann wird Kiki von den bösen Straight White Maliens entführt, die eine ganz spezielle Waffe von Saira verlangen – sonst ist Kiki verloren. Also macht sich Saira auf eine galaktische Rettungsmission.
Lesbian Space Princess ist ein herrlich absurdes Sci-Fi-Abenteuer voller schräger Figuren und völlig verrückter Ideen. Regisseurinnen Emma Hough Hobbs und Leela Varghese liefern hier ihr Regiedebüt ab. Der Film behandelt Themen wie LGBTQIA+, Selbstliebe, Mut und Grenzensetzung, ist aber gleichzeitig provokant, politisch und stellenweise ziemlich blutig – ein bisschen wie Rick and Morty.
Der Fokus liegt komplett auf Frauen, die sich allen patriarchalen Strukturen widersetzen und für ihre Identität, Freiheit und Gleichberechtigung kämpfen. Männer tauchen kaum auf: Einer ist die Stimme des Raumschiffs, die für einige der besten Gags sorgt, und drei andere repräsentieren die klassischen Klischees alter, weißer heterosexueller Männer – natürlich herrlich überzeichnet. Und ja, einige Männer mit fragiler Männlichkeit könnten sich darüber aufregen – Das soll auch so und ist auch nur gerechtfertigt!
Doch Lesbian Space Princess feuert nicht nur politische Botschaften ab. Der Film ist voller blöder, witziger Momente, die an Die Simpsons, South Park, Rick and Morty oder Drawn Together erinnern. Gleichzeitig verliert er nie das Herz: Saira ist eine mutige, komplexe Heldin, die mit ihren eigenen Dämonen kämpft. Kiki spielt die taffe, aber gemeine Antagonistin, während Willow mit Musical-Sequenzen überrascht, die so mitreißend sind, dass man sie noch Tage später summt. Das Finale ist völlig überdreht, witzig und dreht ziemlich frei.
FAZIT
Lesbian Space Princess ist ein herzliches, schräges Sci-Fi-Abenteuer, das endlich LGBTQIA+-Protagonist:innen ins Rampenlicht rückt und Themen wie Feminismus, Selbstliebe und Grenzsetzung behandelt. Für manche, insbesondere männliche Zuschauer, mag das herausfordernd sein – aber genau das macht den Reiz aus. Wer auf musikalische, verrückte Trips durch andere Welten steht, sollte diesen Film auf keinen Fall verpassen.


