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Supernova

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Ein letztes Leuchten

Supernova Kritik

Supernova Kritik
0 Kommentare - 05.09.2021 von Moviejones
Wir haben uns "Supernova" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Supernova

Bewertung: 3.5 / 5

Regisseur Harry Macqueen ist mit Supernova ein berührendes Roadmovie über das Thema Demenz gelungen. Stark geschauspielert von Colin Firth und allen voran Stanley Tucci ist es eine leise Reise an die Grenzen der Erinnerung und ein Schicksal, das sowohl für Betroffene als auch Angehörige ein schwerer Schicksalsschlag ist. 

Supernova Kritik

Sam (Firth) und Tusker (Tucci) reisen durch England, um alte Erinnerungen aufzufrischen und Familie und Freunde zu treffen. Tusker ist unheilbar an Demenz erkrankt und möchte mit seinem Freund noch ein letztes Mal die schönen Seiten erleben, bevor sich ein Schatten über sein Leben legt...

Trailer zu Supernova

Gleich vorweg, Supernova ist ein starker Film, dem wir auch gerne mehr Punkte gegeben hätten. Jedoch zieht der Film im direkten Vergleich mit dem ähnlich gelagerten The Father und durch die überaus beeindruckende Performance von Anthony Hopkins den Kürzeren, auch wenn beide Filme das Thema etwas anders beleuchten. 

Tucci, der Betroffene, möchte mit seinem Freund noch ein letztes Mal in lichtem Geist sein Leben genießen und begibt sich mit ihm auf eine längere Autoreise. Der Film ist mit wunderschönen und zugleich melancholischen Naturaufnahmen durchzogen, wobei Farbgebung und Stille ihr Übriges tun. Beide bereisen liebgewonnene Plätze ihres früheren Lebens, treffen Familie und Freunde und möchten die Leichtigkeit des Augenblicks festhalten.

Doch Tuskers Geist schwindet, ein inakzeptabler Zustand für den einst virilen Autor und Schöngeist. Und auch wenn ihm Sam offeriert, stets für ihn da zu sein, ihn bis ans Ende zu unterstützen und zu pflegen, ist genau diese Abhängigkeit und der drohende Verlust seiner Selbst ein Ausblick, der die schlimmsten Ängste hervorruft.

Supernova greift behutsam das Thema Suizid auf und beide Positionen - Sams aufopferungsvoller Geist und Tuskers Unabhängigkeitsbestreben - sind in Gänze nachvollziehbar. Der Film macht den Ansatz der Befürworter eines freiwillig aus dem Leben scheiden ebenso plausibel wie die selbstverständliche Gegenargumentation von Nahestehenden, ohne jedoch eine allgemeingültige Antwort zu liefern. Das Ende ist eine ganz persönliche Entscheidung, die nur Tusker und Sam betrifft, die ebenso auf viele andere Paare zutreffen, aber auch zu ganz anderen Ausgängen führen kann.

Noch ein kurzes Wort zu ihrem überzeugenden Schauspiel als schwules Pärchen. Im Grunde keine explizite Erwähnung wert, weil Schauspieler nun mal in andere Charaktere schlüpfen müssen, ist es heutzutage nicht selbstverständlich, Rollen "fachfremd" zu besetzen. Jedoch beweist der Film einmal mehr, wie wichtig es ist, nicht allein auf den persönlichen Background von Schauspieler:innen zu setzen, sondern die bestmögliche Wahl abhängig von Fähig- und Fertigkeiten zu treffen - sonst müssten Demenzkranke auch konsequent von Demenzkranken gespielt werden. 

Supernova ist ein bewegender Film über ein schwieriges Thema, das uns alle betreffen kann. Rechtfertigt sich Suizid? Wo beginnt Egoismus? Was kann man Menschen zumuten und wer hat die Entscheidungshoheit? Interessante Fragen, die aufgeworfen werden und deren Beantwortung ganz den Zuschauer:innen überlassen werden, auch wenn der Film punktuell Position bezieht.

Wiederschauwert: 60%

Supernova Bewertung
Bewertung des Films
710
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