The I-Land

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"The I-Land" - Weniger ist nicht immer mehr

The I-Land Review

The I-Land Review
1 Kommentar - 14.09.2019 von Moviejones
Wir haben uns "The I-Land" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Review, ob sich diese Serie lohnt.
The I-Land

Bewertung: 2.5 / 5

Mit Spannung haben wir The I-Land erwartet, die neue Netflix-Serie, die wohl Lost-Fans und Westworld-Fans vereinen soll. Scheinbar kurz und knackig kommt die Mystery-Miniserie mit sieben Episoden daher, doch manchmal ist weniger dann doch nicht mehr. Viel Potenzial wurde verschenkt, viel zu plakativ und rasch das Mysterium dargeboten und enthüllt mit zum Teil noch plakativeren Charakteren. Rasch ist klar, wer die zentrale Figur ist, darüber täuschen auch die Duo-Storys nicht hinweg, die parallel um mehr Wichtigkeit kämpfen.

Dabei klang die Story von The I-Land spannend: Zehn Personen wachen auf einer tückischen Insel auf, ohne Erinnerung daran, wer sie sind und wie sie dorthin gekommen sind, und versuchen nun, den Weg nach Hause zu finden. Schnell finden sie heraus, dass diese Welt nicht so ist wie sie zu sein scheint. Konfrontiert mit extremen psychischen und physischen Herausforderungen müssen sie sich zu ihrem besten Selbst entwickeln - oder als ihr Schlimmstes sterben.

Trailer zu The I-Land

Die schon in Episode 3 enthüllte Grundidee von The I-Land sowie auch die dann folgenden weiteren Enthüllungen sind eigentlich cool und moralisch interessant, doch man hätte sich einfach mehr Zeit lassen müssen, um den geneigten Zuschauer mit mehr als nur einer führenden Hauptperson richtig warm werden zu lassen. Zwar werden auch die anderen Charaktere um Chase (Natalie Martinez) herum nach und nach mehr herausgestellt und bieten einige Überraschungen im Wechselspiel um Gut und Böse, doch zu konstruiert und abgearbeitet mit oft flachen wie auch zu nervigen Erklärbär-Dialogen kommt das Ganze einfach nicht wirklich spannend genug rüber.

Hier hätte man mutiger das Mysterium etwas länger hinauszögern können und damit auch den anderen Charakteren den Raum geben, den sie eigentlich mit ihrer je eigenen Story verdienen. Man hat irgendwie das Gefühl, dass die gesamte Lost-Serie versucht wurde hier artverwandt in eine Staffel zu quetschen, und das ist schade. Chase ist und bleibt dabei von Anfang bis Ende die spannendste Figur, und auch die Drahtzieher hinter dem Mysterium sind so klischeehaft schwarz-weiß, dass einen die dummen Sprüche oder Erklärbär-Dialoge weder belustigen noch packen können.

Mehr als ein "Aha, so ist das also" und ein späteres "Achso, deshalb" bieten und erzeugen sie dabei nicht, weil einen die allzu sachlichen Enthüllungen wie auch die ganzen Dramen und Kämpfe vorab leider ziemlich kalt lassen. Das ist schade, denn eigentlich hat The I-Land visuell und dramaturgisch durchaus so einiges zu bieten, doch die plakative und in allem zu gewollt wirkende Umsetzung lassen nicht die Spannung aufkommen, die so eine Serie eigentlich erzeugen sollte. Dadurch bleibt auch das Visuselle ein zwar ab und an stylisch cooler, aber einen eben absolut kalt lassender Happen.

Dennoch bleibt man am Ball, um zu erfahren, was das Ganze denn soll, welche Storys sich hinter den zehn Personen verbergen und wie sich die ganze Sache schließlich auflöst. Die Staffel könnte durchaus so die Serie beenden, doch genug bleibt offen, um zu verlängern. Wenn denn der Auftakt genug zieht. Vielleicht lassen sich andere ja etwas leichter fesseln, und vielleicht erfüllt der Stil ja andere Geschmäcker leichter als unseren.

Doch für uns hat The I-Land zu viel Potenzial verschenkt im Versuch, das Ganze etwas anders und kürzer anzugehen als Lost. Qualitativ kann man die Serie weder mit Lost noch Westworld vergleichen, visuell wie auch inszenatorisch tut sich da ein großer Graben auf. Selbst die Gruppendynamik wirkt trotz oder wegen der kurzen Staffel lahm und mit zu abrupt wechselnden Stimmungen inszeniert, mit Entscheidungen und Reaktionen, die zum Teil weder logisch noch emotional glaubwürdig sind. So sehr die Darsteller sich auch den Wolf spielen, das Beste aus den Drehbüchern herauszuholen, innerlich dürften auch sie ab und an die Augen gerollt haben.

Kurz, eine weitere Staffel The I-Land müsste noch so einige Schippen drauflegen, um daraus noch etwas überzeugend Fesselndes zu zaubern, in fast allen Bereichen.

The I-Land Bewertung
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510
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