
Über das Time Magazine kamen wir an die Info, welche Schauspieler welche Rollen in Die Odyssee übernehmen werden. Aber in ihrem sehr ausführlichen Artikel über Christopher Nolans neuen Film waren noch viele weitere interessante Info-Happen zu seinem neuen Streifen enthalten. Diese möchten wir euch in diesem separaten Artikel zusammengefasst präsentieren.
Von Troja zu Die Odyssee
Im Artikel wurde in Erinnerung gerufen, dass Christopher Nolan ursprünglich als Regisseur für Troja aus dem Jahr 2004 im Gespräch war. Zu dieser Zusammenarbeit kam es jedoch nie und Wolfgang Petersen inszenierte stattdessen die Schlacht um Troja, welche die Ilias von Homer aufgreift.
Trotzdem hatte Nolan damals schon eine ganz konkrete Idee für den Film, die das trojanische Pferd betraf. Er sah das Holzpferd immer als eine Art Gefängnis für die Männer im Inneren an. Es war eng, man konnte nur schwer atmen und Wasser strömte hinein, weil es im Meer lag. Die Trojaner wären nie auf die Idee gekommen, dass sich im Innern jemand verstecken könnte. Genau diese Idee habe Nolan nun für seine Adaption von Homers Odyssee aufgegriffen. Diesen Eindruck konnte man bereits auf ersten Bildern und im Trailer gewinnen.
Der Batsuit der Antike
Zudem griff der Regisseur eine Kontroverse auf, die im Internet schon stark diskutiert wurde: die schwarze Rüstung von Agamemnon, welche laut mancher Kritiker mehr an einen Batsuit erinnere.
"Die Odyssee" Trailer 1 (dt.)
Nolan sagte, dass man für diesen Film in allen Bereichen unglaublich viel Rechercheaufwand investiert habe. Unser heutiges Wissen über die Bronzezeit, in der die Handlung spielt, beruhe auf sehr lückenhaften archäologischen Aufzeichnungen. Die Theorie besagt, dass man Bronze in der Antike wahrscheinlich schwärzen konnte und zwar unter Zuhilfenahme von Gold, Silber und Schwefel. Agamemnon (Benny Safdie) versuche, sich mit seiner Rüstung stark von den anderen Kriegern abzusetzen.
Ebenso ging Nolan auf die Darstellung von Schiffen und Waffen ein. Diese passen zwar teilweise nicht in die Bronzezeit (3300 bis 1200 v. Chr.), aber durchaus in die Zeit, in der man vermutet, dass Homer lebte (ungefähr 850 v. Chr.). Daher geben die Darstellungen das wieder, was die Menschen damals für ein Bild hatten, wenn sie Homers Odyssee erstmalig gelesen haben.
Feine Justierungen der Geschichte
Christopher Nolan soll jedoch auch leichte Adaptionen in seinem Film vorgenommen haben. So verbringen offenbar Odysseus (Matt Damon) und Telemachos (Tom Holland) mehr Zeit miteinander. Der Hund des Odysseus bekommt zudem eine bedeutendere Rolle.
Außerdem soll Circe eine beunruhigendere, aber zugleich sympathischere menschliche Neuinterpretation erhalten haben. Darüber hinaus soll Nolan die Beziehung von Menelaos (Jon Bernthal) und seiner Frau Helena (Lupita Nyong’o) stärker ausgearbeitet haben.
Auch Penelope (Anne Hathaway) soll im Film aktiver eingebunden sein und nicht nur die Frau sein, die zuhause sitzt und traurig ist.
"Die Odyssee" Trailer 2 (dt.)
Entgegen traditioneller Sandalenfilme soll es in Die Odyssee kein klassisches Orchester geben, das hat Nolan mit seinem Filmkomponisten Ludwig Göransson besprochen. Daraus lässt sich schließen, dass wir wohl keine Ouverture oder eine Intermission bekommen werden, wie man es aus alten Sandalenfilmen kennt.
Zuverlässig und seiner Kritiker bewusst
Der Produktionszeitplan sah 100 Drehtage vor und bereits nach 91 Tagen hatte man den Film im Kasten. Nolan unterstrich damit seinen Ruf, den Zeitplan beim Dreh stets einzuhalten und zudem auch das Budget niemals zu überschreiten.
Zudem ging Nolan weiter auf manche Kritiker ein. So werde ihm nachgesagt, dass er keine visuellen Effekte in seinen Filmen möge. Tatsächlich haben seine Regiearbeiten jedoch schon drei Oscars für genau solche Effekte gewonnen (Inception, Interstellar und Tenet).
Die Filme von Nolan drehen sich öfter darum, wie Männer damit beschäftigt sind, nach einer harten Odyssee wieder nach Hause zu ihren Familien zu kommen. Der Filmemacher wurde gefragt, ob er nicht finde, dass er sich zu sehr wiederhole. Nolan erzählte, dass er zwar selbst kein Smartphone besitze, diese Vorwürfe aus dem Internet jedoch durchaus kenne. Allerdings möchte er keine Filme drehen, um es allen recht zu machen. Er möchte Filme auf die Art drehen, wie es zu seinen Geschichten passe.
Insbesondere Die Odyssee verbinde viele Motive aus früheren Werken. Etwa Männer, die dazu berufen sind, für ein höheres Ziel persönliche Opfer zu bringen (Batman Begins, Interstellar, Oppenheimer) oder Männer, die sich danach sehnen, zu ihren Kindern zurückzukehren (Prestige - Die Meister der Magie, Inception, Interstellar).
Die Odyssee erscheint am 17. Juli 2026 bei uns in den Kinos.
