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Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft

Schreiben ist Kunst

Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft Kritik

0 Kommentar(e) - 21.06.2016 von Moviejones
Filmkritik

Bewertung: 3.5/5

Thomas Clayton Wolfe wurde nur 38 Jahre alt und im Gegensatz zu anderen amerikanischen Autoren wie F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway weit weniger bekannt, obwohl er mit Romanen wie "Schau heimwärts, Engel!" und "Von Zeit und Fluss" nicht weniger große Werke seiner Zeit geschrieben hat. Mit Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft wird nun sein Leben und Schaffen in den Mittelpunkt gerückt und vor allem seine Freundschaft zum Lektor Max Perkins, der ebenfalls Hemingway und Fitzgerald groß herausbrachte.

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Es ist ein verregneter Tag in New York, als der Lektor Max Perkins (Colin Firth) ein neues Manuskript von einem jungen Autoren auf seinem Tisch findet, der bisher von jedem Verlag abgelehnt wurde. Zögerlich liest Perkins das Werk und erkennt als Erster die Faszination dieser Worte. Als er kurz darauf den Autor Thomas Wolfe (Jude Law) kennenlernt, wird schnell klar, dass sich zwei Brüder im Geiste gesucht und gefunden haben. Der Beginn einer Freundschaft. Gemeinsam bringen sie den Roman "Schau heimwärts, Engel!" heraus, der ein großer Erfolg wird. Kurz darauf liefert Wolfe seinen nächsten Roman "Von Zeit und Fluss" bei Perkins ab, doch dies ist kein normaler Roman: Auf über 5.000 Manuskriptseiten erstreckt sich das Werk, welches die Freundschaft schon bald auf eine harte Probe stellt...

Genius Filmkritik

Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft lebt den Charme der amerikanischen 30er Jahre und dies dank seiner beiden Hauptdarsteller, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jude Law als wortbegeisterter Autor Thomas Wolfe, der seinen Gefühlen in Form von geschriebenen Worten Ausdruck verleiht und natürlich der großartige Colin Firth, der als Lektor Max Perkins den kompletten Gegenpol darstellt, indem er mit seiner ruhigen, fast schon unterkühlt-sachlichen Art zuerst schwer greifbar ist. Genau dieser Gegensatz, den beide Darsteller hervorragend verkörpern, macht den Reiz dieses Werks aus. Es macht Spaß, beiden Darstellern zuzusehen und auch in den Nebenrollen bekannte Gesichter wie Nicole Kidman und Guy Pearce zu entdecken.

Die geringe Zeitspanne von wenigen Jahren, die Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft im Leben der beiden Protagonisten abdeckt, sowie die verhältnismäßig kurze Laufzeit von deutlich unter zwei Stunden führt dazu, dass sich der Film nur auf zwei Werke von Wolfe konzentriert. Einmal "Schau heimwärts, Engel!" und "Von Zeit und Fluss". Dadurch entsteht beim Zuschauer der Eindruck, dass die wichtigsten Abschnitte im Leben Wolfes nur zwischen ihm und Perkins stattgefunden haben und er kaum mehr Romane veröffentlicht hat. Dem ist nicht so und so wird Wolfes Faible für Europa nur beiläufig thematisiert und seine Zuneigung zu Deutschland gar nicht zur Sprache gebracht. Hier geht es um die Männerfreundschaft.

Dies ist legitim, aber auch nicht unproblematisch, da diese Biographie schon den Versuch der Authentizität unternimmt. So konzentriert sich Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft hauptsächlich auf die Begegnung und die daraus resultierende Freundschaft zwischen Wolfe und Perkins. Es ist eine schöne Geschichte, die aber kaum dem Schaffen der beiden Männer gerecht wird. Dies führt soweit, dass des Spannungsaufbaus wegen etwas Konfliktpotential eingearbeitet werden muss, sowohl innerhalb der Freundschaft als auch im Rahmen der Partnerschaften. Doch diese Konflikte werden meist nur angedeutet und sind auch mehr schlecht als recht in die Rahmenhandlung eingearbeitet, weswegen hier viel Potential auf der Strecke bleibt und selbst das retardierende Moment weniger dem dramatischen Tenor Tribut zollt und mehr zu einem schönen Moment verkommt.

Genius Bewertung

Tolle Schauspieler und eine nette auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte. Ein guter Film, für eine bessere Bewertung fehlen Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft jedoch der Fokus und eine klarere Botschaft. Auch ist der Filmfluss ein wenig zu ruhig für ein Drama, da das gebotene Konfliktpotential im Film nur angedeutet wird, nicht aber für den Spannungsaufbau vollkommen ausgeschöpft wird. Für Genrefans und natürlich Anhänger von Jude Law und Colin Firth ist Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft jedoch Pflichtprogramm.



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Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft Bewertung
Bewertung des Films
710
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