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Willkommen im Hotel Mama

Wenn Mama nicht wäre

Willkommen im Hotel Mama Kritik

0 Kommentar(e) - 07.06.2016 von Moviejones
Filmkritik

Willkommen im Hotel Mama Bewertung: 3/5

Willkommen im Hotel Mama verspricht den leichten, französischen Sommergenuss und in so mancher Hinsicht erreicht der Film dies auch. Doch wie auch im wahren Leben ist nicht immer eitel Sonnenschein - vor allem nicht, wenn man als erfolgsverwöhnte Göre von Anfang 40 wieder bei Mutti einziehen muss...

Von einem Tag auf den anderen verliert Stéphanie (Alexandra Lamy) ihren Job und plötzlich findet sich die 40-jährige in der Provinz wieder: Im Gästebett bei ihrer Mutter (Josiane Balasko), die der gestrauchelten Tochter ohne Murren ein Heim bereitet. Doch wenn Generationen nach Jahren der räumlichen Trennung aufeinanderprallen, sind große und kleine Konflikte vorprogrammiert. Vor allem, wen Mami ein spannendes, aber geheimes Liebesleben hat, was zu mancher Verwicklung führt...

Willkommen im Hotel Mama Kritik

Man kennt die öffentliche Diskussion: Mittzwanziger, die immer noch daheim hocken, weil Mami ihnen den absoluten Komfort bietet oder schlimmer, Männer im besten Mannesalter (die bedauernswerten Wichte aus "Schwiegertochter gesucht" lassen grüßen), die den Absprung gar nie geschafft haben. Auch wenn der deutsche Filmtitel Willkommen im Hotel Mama dieses Rundumsorglospaket suggeriert und Mutti auf dem Poster brav in der Kaffeetasse rührt, räumt der Film mit naheliegenden Erwartungen flugs auf. Mutter Jaqueline ist nämlich bei Weitem kein Kind von Traurigkeit, die sich ob der plötzlichen Nähe zu ihrer Tochter in ein gluckendes Etwas verwandelt, welches sonst kein Leben hat. Weit gefehlt! Dahingehend ist der Film aufrichtig erfrischend, der uns allen zeigt, dass mit 30 oder 60 (ha!) noch lange nicht Schluss ist.

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Auch wenn viel Zeit darauf verwendet wird, Stéphanies Kampf an die Oberfläche, die Suche nach einem neuen Job und erneuter Selbstbestätigung zu zeigen, konzentriert sich der Film eben nicht nur auf sie, sondern auch auf das entspannte beneidenswerte Leben ihrer Mutter und die Konflikte mit den Geschwistern. Alles in allem weicht die Leichtigkeit, die der deutsche Titel verspricht, jedoch einer gewissen Dramatik und Midlife-Crisis, was aber nicht von Nachteil ist.

Die Darsteller, allen voran die wunderbar wandlungsfähige Josiane Balasko (Arrête ton cinéma!), Alexandra Lamy (Mit ganzer Kraft) und Mathilde Seigner (Willkommen in der Bretagne) in einer in den Mittelpunkt rückenden Nebenrolle bringen Willkommen im Hotel Mama mit all seinen Facetten zum Leben. Es mag einer dieser französischen Filme sein, die immer etwas exaltiert daherkommen und nicht wirklich Neues bieten, aber jeden Monat kommen gefühlt unzählige dieser französischen Produktionen neben tiefgründigen Dramen auf den Markt, dahingehend ist Abwechslung weitgehend garantiert.

Willkommen im Hotel Mama Bewertung

Auf weite Strecke unterhält Willkommen im Hotel Mama gut, auch mit dem fast an beiläufige Agentenarbeit befriedigenden Ende für Stéphanie und ihre Familie. Wer kann, sollte sich den Film im Original anschauen, einfach weil das Flair dann mehr wirkt. Es ist nicht der ganz große Wurf, unterhält aber mit Unterbrechungen ganz passabel und das ist vor allem den Darstellern zu verdanken, die ihre Rollen mit allen Ecken und Kanten mit Leben füllen.

Willkommen im Hotel Mama Bewertung
Bewertung des Films
610
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