Von "Kingsman" zu Superman?

Ist ja supi! Matthew Vaughn bestätigt "Man of Steel 2"-Gespräche

Ist ja supi! Matthew Vaughn bestätigt "Man of Steel 2"-Gespräche
39 Kommentare - Di, 19.09.2017 von R. Lukas
Matthew Vaughn plant "Kingsman 3", fliegt aber auch auf Superman. Die Chance, "Man of Steel 2" zu machen, würde er gerne wahrnehmen. Eine sehr reele Chance!
Ist ja supi! Matthew Vaughn bestätigt "Man of Steel 2"-Gespräche

Update: Mit Collider sprach Matthew Vaughn noch weiter über Man of Steel 2 und darüber, wie er sich einen Superman-Film vorstellt. Wenn er einen machen würde, würde er - so langweilig es auch klingen mag - einen Superman-Film machen. Richard Donner habe es mit seinem Superman damals perfekt hingekriegt, und Vaughn würde eine moderne Version davon machen, wieder mehr auf die Comics zurückkommen. Für ihn sollte Superman bunt, heroisch und zum Wohlfühlen sein - ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit.

++++

Obwohl es noch keine konkrete Zeitvorgabe oder dergleichen gibt, ist es ein offenes Geheimnis, dass sich Warner Bros. und DC Films ein Man of Steel-Sequel wünschen. Vielleicht sogar mit Dwayne Johnsons DCEU-Debüt als Black Adam, wie die Gerüchteküche behauptet. Denn wer glaubt schon allen Ernstes, dass wir Superman (Henry Cavill) in Batman v Superman - Dawn of Justice das letzte Mal gesehen haben? Die Justice League wird ihn noch brauchen, und das DC Extended Universe auch.

Bei der Regie für Man of Steel 2 könnte man auf jemanden zurückkommen, der bereits zum Kreis der Kandidaten für den ersten Teil zählte, bevor man sich für die visuell spektakuläre, aber emotional unterkühlte Version von David S. Goyer, Christopher Nolan und Zack Snyder entschied. Gemeint ist Matthew Vaughn, dessen Vision damals eine grundlegend andere war. Die eine Sache, die man mit Superman nicht versuchen sollte, sei die ernsthafte The Dark Knight-Version, sagte Vaughn einst gegenüber MTV. Superman sollte seiner Meinung nach bunt und spaßig sein.

Möglich, dass es für ihn im zweiten Anlauf klappt. Auf einer Presseveranstaltung für Kingsman - The Golden Circle bestätigte Vaughn, dass er mit Warner Bros. wegen Man of Steel 2 in Kontakt steht. Er plane noch einen Kingsman-Film und habe auch schon das Treatment und einige der Szenen geschrieben. Was er als nächstes machen wird, weiß Vaughn noch nicht, aber ja, es wurden Gespräche über Superman geführt. Und er liebt Superman! Generell gilt: Wenn ihn jemand bitten würde, sich Indiana Jones, Star Wars oder die meisten der Superhelden vorzuknöpfen, könnte der Fanboy in ihm nicht anders, als aus dem Häuschen zu sein. Lange überlegen müsste er also wahrscheinlich nicht.

Quelle: Collider
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39 Kommentare
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Silencio : : Moviejones-Fan
20.09.2017 10:17 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 193 | Reviews: 3 | Hüte: 14

@ZSSnake:

Für die Lesart der Kneipenszene haben wir aber keine Anhaltspunkte. Das einzige Mal, wo wir Clark wirklich aufgeregt sehen, ist bei Zods Angriff auf seine Mutter. Und das ist noch weit davon ab, dass Clarks Reaktion möchtig unverhältnismäßig ist. Ich mein, der Typ ist ein Arsch, aber deswegen muss man jetzt nicht seine Lebensgrundlage zerstören...

Der Handlungsstrang ist eben wohl beendet. Die Frage, die Jonathan aufwirft, ist nicht, ob Clark im Geheimen seine Kräfte nutzen soll, sondern ob er sie überhaupt nutzen soll, bevor er seine BEstimmung gefunden hat. Und diese Frage beantwortet Clarks erste Szene bereits. Zwischen "Mein Sohn hat gesehen, was Clark getan hat" und den Mitarbeitern der Bohrinsel ist kaum qualitativer Unterschied. Vor allem ist Lois in der Lage, Clarks "heimlichen" Heldentaten zu folgen...

Wenn er sich Zod stellt, ist das nicht das Ende des "Vielleicht"-Strangs, es ist das, was Jor El sich von ihm wünscht: ein Symbol für die Menschheit zu sein. Seine "Ankunft" in der Öffentlichkeit ist ja keine Heldentat, sondern vielmehr ein Wunder, das das US Militär bestaunen darf - wieder einmal komplett in Jesus-Manier inszeniert. Vor allem kommt es aber ohne einen Konflikt zu Jonathans Thesen...

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ZSSnake : : Expendable
19.09.2017 17:22 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 6.694 | Reviews: 114 | Hüte: 222

@ Silencio:

Also ich finde der Handlungsstrang ist eben genau eines nicht - abgeschlossen.

Klar, Clark entscheidet sich manchmal Menschen zu helfen, wenn er kann. Trotzdem bleibt er im Verborgenen, lebt als Fremder unter den Menschen, steht nicht zu dem was er ist. Und dieses Vielleicht baut doch auf der Frage auf, ob Clark sich der Öffentlichkeit stellen sollte, mit Kräften und allem. Jonathan spricht ja davon jemanden sterben zu lassen, weil jemand Clark hätte sehen können. Und dieser Konflikt steht bis zu dem Punkt an dem er sich im Kostüm der Welt stellt immer noch im Raum. Erst da entscheidet er sich aufzuteilen in sein menschliches Erbe als Clark, der normale Typ und später Reporter und Superman - Der Held im Kostüm.

Jonathan glaubt es ist zu früh sich zu zeigen, Clark glaubt das auch, sonst würde er sich ja nicht als Nomade unter den Menschen bewegen sondern sich klar und offen bei seinen Taten zeigen. Er zieht es aber lange vor ein niemand zu bleiben. Für mich wird das erst gelöst als er Zod entgegentritt.

Dazu kommt dass z.b. die Aktion mit dem Truck bei der Kneipe für mich immer eher eine unbedachte Racheaktion war und kein "verteidigen der Ehre der Barfrau". Der Typ kippt ihm das Bier über den Kopf und da er ihn nicht durch die nächste Wand prügeln kann tut er das nächstbeste und ramponiert seinen Truck.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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MobyDick : : Moviejones-Fan
19.09.2017 17:10 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 2.029 | Reviews: 12 | Hüte: 101

Hmm hmm, das liest sich doch ein bißchen anders als bisher, und für mich auch besser: Die Welt um uns herum ist immer noch dunkler, aber Superman ist optimistischer. Was ich aber etwas zweifelhaft finde, ist dass er sich Donners Version entlang hangeln will, diesen Ansatz hat schon Singer versucht und sich gewaltig verhoben. Andererseits weiß Vaughn grundsätzlich immer, was das Publikum sehen will. Alles also ein Ying und Yang, Für und Wider. Bevor ich nicht das genaue Treatment kenne, denke ich habe ich keinen Schimmer, wohin die Reise gehen soll, kann also auch nicht wirklich urteilen, bin ich aber erst mal zuversichtlich

Dünyayi Kurtaran Adam
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TiiN : : Pirat
19.09.2017 16:48 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.226 | Reviews: 74 | Hüte: 104

Wie gesagt finde ich diese Vaughn-Version (moderner Donner) von Superman sehr spannend und würde ihn gerne sehen. Vor allem weil Matthew Vaughn auch etwas von seinem Handwerk versteht.

Jedoch kann man das doch nicht wirklich mit dem aktuell laufenden Franchise vereinbaren, oder?

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KalEl79 : : Moviejones-Fan
19.09.2017 12:13 Uhr
0
Dabei seit: 27.09.13 | Posts: 173 | Reviews: 0 | Hüte: 14

Vaughn würde eine moderne Version davon machen, wieder mehr auf die Comics zurückkommen. Für ihn sollte Superman bunt, heroisch und zum Wohlfühlen sein - ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit.

Das sind für mich mal tolle Nachrichten. Hoffe er macht MoS2. Er hat m.M.n. verstanden was oder wer Superman dann doch im endeffekt ist. Superman ist übersetzt Übermensch und so sehe ich ihn auch. Nicht nur in seinen Fähigkeiten sondern in seiner ganzen Persönlichkeit. Clark ist da eine ganz andere Sache. Er ist das, was Superman niemal sein darf, nämlich menschlich. Superman etwas bunter und heroisch zu gestallten finde ich genau den richtigen weg. Eine bessere Musik gehört zu heroisch natürlich auch dazu wink . Ich freue mich richtig.

Clark Kent ist der ich bin, Superman ist das was ich kann.

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Silencio : : Moviejones-Fan
19.09.2017 09:28 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 193 | Reviews: 3 | Hüte: 14

@Duck:

"Ich finde den Ansatz sehr gut, dass man zeigen wollte wie ein Gott auf unserer Erde seine Rolle in der Gesellschaft sucht und Entscheidungen treffen muss. Leider wurde dies meiner Meinung nach ziemlich konfus umgesetzt."

Was daran liegt, dass Snyders Filme meistens thematisch ziemlich konfus sind. Da wird zum Beispiel den ganzen Film über versucht, Superman als eine Art Jesus zu inszenieren (am deutlichsten in der Kirchenszene), nur um ihn dann am Ende seinem Gegner das Genick brechen zu lassen. Nicht unbedingt das, was ich unter Feindesliebe verstehe...

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Silencio : : Moviejones-Fan
19.09.2017 09:19 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 193 | Reviews: 3 | Hüte: 14

@ZSSnake:

"Pulp Fiction" ist da kein besonders gutes Beispiel, denn dessen Aufbau hat eine andere Funktion als bei "Man of Steel". Ein besserer Vergleich wäre wahrscheinlich "Batman Begins", der ja auch von David Goyer geschrieben wurde. Wo die Rückblenden hier aber die chronologisch stattfindende Handlung unterfüttern, Bruces Weg vom gebrochenen Jungen zum Superhelden also unterstützen, versuchen die in "Man of Steel" Konflikte aufzubauen, die die chronologische Handlung längst aufglöst hat.

Dafür ist die "Vielleicht"-Szene eben symptomatisch: Oberflächlich sollen wir annehmen, Clark würde zweifeln. Tut er aber gar nicht. Jedes Mal, wenn er seine Kräfte einsetzen muss um jemanden zu retten, tut er das, ohne zu zögern. Egal, ob er gerade jemanden von einer Bohrinsel schafft, oder die Ehre einer Kellnerin verteidigt. Den Zweifel, den der Film versucht zu säen, dramatisiert er gar nicht. Vergleich das mal mit der Szene, in der Bruce in "Batman Begins" beschließt, den Dieb nicht zu töten. Wenn wir dort ankommen, haben wir klar kommuniziert gekriegt, warum Bruce als Charakter auf das Töten verzichten will und dann arbeitet der Film diese Entscheidung erst ab. "Man of Steel" hat den "Vielleicht"-Handlungsstrang andererseits quasi vor Beginn des Films bereits abgeschlossen, der kann sich nirgendwo mehr hin entwickeln, der ist bereits abgeschlossen. Jetzt wirst du natürlich sagen können "Das ist ein Superman-Film, natürlich wird er sich zum Helden entwickeln" - und da würde ich dir vollkommen Recht geben. Damit der Handlungsstrang aber funktioniert müssen wir mit Clark zweifeln. Tun wir aber nie, weil wir das Ende bereits kennen.

Und wenn du behauptest, das Kastensystem würde keinen weiteren Raum einnehmen, muss ich dir raten, den Film nochmal anzuschauen: das Kastensystem (und Clarks Befreiung von eben diesem) ist ein integraler Bestandteil der Handlung. Faora leitet ihre Überlegenheit gegenüber Clark daraus ab, Zods Handeln wird von seinem genetischen Imperativ Krypton zu verteidigen (oder eben neu aufzubauen) bestimmt, Jor El leitet davon die Verdamnis Kryptons ab und will seinem Sohn (dem ersten natürlich geborenen Kryptonier seit Generationen!) das gleiche Schicksal ersparen - gerade weil er keine vorgefertigte Rolle hat. Und genau deswegen sollte der Film dieses System sauber darstellen.

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
19.09.2017 08:35 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 4.345 | Reviews: 16 | Hüte: 231

Ich sehe es in der Tat wie Silencio, allerdings wurde dieses Thema ja bereits unzählige Male durchgekaut und ich denke, dass wir nie auf den gleichen Nenner kommen. Auch wenn mir MoS sehr gefiel, ich den Film als einen der besten Superheldenverfilmungen und auch als besten Superman-Film ansehe, so hat der Film sehr viele Macken, die man hätte locker vermeiden können.
Ich finde den Ansatz sehr gut, dass man zeigen wollte wie ein Gott auf unserer Erde seine Rolle in der Gesellschaft sucht und Entscheidungen treffen muss. Leider wurde dies meiner Meinung nach ziemlich konfus umgesetzt. Da ist eben Clark, der schon als Kind ein Superheld ist, Leben rettet, damit zweifelt und dies zieht sich bis zum Ende von BvS durch. Würde er mal Fehler machen (die dann auch im Nachhinein erst durch die überragende Anfangsszene in BvS gezeigt wurden) könnte man mitfiebern. So jedoch kann ich keine Bindung zum Charakter aufbauen. Dies liegt dann auch an seinem menschlichen Vater: er weiß, nein er will sogar, dass sein Junge ein Vorbild, ein Licht für die Menschen sein wird und er hat erkannt, dass sein Junge die Welt verändern wird. Trotzdem versteckt er ihn auch als Teenager noch und "unterdrückt" seine Kräfte - ergo er weiß selbst nicht was er will.

Vor allem der Tod seines Vaters (beide). Wer hier keine „Beziehung“ zum Charakter aufbauen kann, der will es einfach nicht.
Und hier ist das Problem. Der Tod von Papa Kent ist in seiner Umsetzung einfach alles andere als dramatisch und eher bescheuert. Es steht komplett im Kontrast zu Clarks Taten vor dieser Szene und danach. Es widerspricht seinem Charakter und selbst wenn er so erzogen wurde, wer würde seinen eigenen Vater, wenn er diese Möglichkeiten hat, nicht doch retten? Er war da schon deutlich älter und während ich Papas Kent als Clark ein Kind war noch verstehen kann, ist diese Szene mir zu absurd.
Auch die Szene mit Jor-El ist meiner Meinung nach nicht wirklich dramatisch. Krypton geht unter, aber anstelle schon vor Tagen geflüchtet zu sein oder überhaupt zu versuchen zu flüchten, schickt man das eigene Kind alleine ins All. Gibt es auf Krypton keine Raumschiffe wo die gesamte Familie hineinpasst?
Nun werden bestimmt viele Erklärungen kommen wieso diese Szenen auf andere deutlich besser wirken als auf mich. Aber ich hab dazu eigentlich alles geschrieben und gelesen und eine Bindung kann ich einfach nicht aufbauen, da mir ebenfalls die echte Dramatik an diesen Szenen fehlt.

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Winter : : Moviejones-Fan
19.09.2017 00:35 Uhr | Editiert am 19.09.2017 - 00:38 Uhr
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Dabei seit: 26.07.10 | Posts: 622 | Reviews: 0 | Hüte: 13

Zunächst mal:

@Lemmy:

Ich bezweifle, ob bloßes Kopieren tatsächlich ein ökonomischer Booster ist.


Mit Silencios Sichtweise komme ich auch nicht gut zurecht. Man geht hier in einen Superman-Film, man weiß beim Kaufen des Kinotickets, dass er ein Held wird. Auch ohne die Szene auf der Bohrinsel würde die Sache mit dem Schulbus keine wirkliche (Rätsel-) Spannung bieten. Vielmehr wird doch im Grunde der Einfluss von Jonathan deutlich gemacht, Je jünger und beeinflussbarer Clark war, desto eher neigte er dazu, seine Fähigkeiten geheim zu halten, weil Jonathan ihm das fast als unabdingbar einredete. Auf der Bohrinsel ist er zwar in sofern ein Stück von der Leitlinie seines Vaters weg, als dass er Menschen in Not hilft, dennoch will er hinterher möglichst ungesehen entkommen und keine mediale Aufmerksamkeit. Die Prägung durch Jonathan ist aber immernoch in ihm verankert. Bindeglied zwischen Schulbus und Bohrinsel ist meiner Ansicht nach die Szene, in der Jonathan umkommt. Clark macht sich Vorwürfe, nicht eingegriffen zu haben und beschließt, Menschen nur zum Schutze seiner Tarnung nicht mehr Sterben zu lassen, wenn er es verhindern kann. Dennoch ist er durch seine Erziehung sehr zöglerich, was eine Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit angeht. Ein bisschen ist das fast wie bei einem Coming-Out. Diese drei Szenen zeigen also den Werdegang und den Ablauf der Entwicklung von Clarks Charakter bzw. seinem Umgang mit seinen im Verhältnis zu seiner Umwelt extremen Fähigkeiten.

Zugegeben: Das mit Zod und Kal-El ist eine Macke, die ich auch nicht ganz sinnvoll zu erklären vermag. Unterstellt man, Kal habe eventuell auch abseits der gängigen Praktiken geforscht, hat er sich eventuell durch seine Wissenschaft verbessert, sei es durch physische Verstärkungen oder eine besondere Rüstung. Dennoch lässt sich dieser Fehler nicht ganz ausbügeln, es sei denn, die Szene war die Saat für einen Handlungsstrang in einem späteren Superman-Film, indem sie erklärt wird (da könnte man eventuell auch Russel Crowe als Hologramm noch mal zurück holen). So oder so, finde ich nicht, dass sich dieser marginale Fehler auf das dramaturgische Gesamtkonstrukt auswirkt.

@TheGargoyle:

Dich mag ich smile

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Kal-El : : Moviejones-Fan
18.09.2017 23:24 Uhr
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Dabei seit: 13.03.17 | Posts: 419 | Reviews: 1 | Hüte: 7

@Silencio: Problematisch ist aber, dass der erwachsene Clark in seiner ersten Szene (auf der Bohrinsel) bereits als Held eingeführt wird.

Also dann verstehen wir unterschiedliche Dinge unter Dramaturgie! Er ist bereits ein Held nachdem er seine Mitschüler rettet. Zwischen dieser Zeit (Bus) und Bohrinsel hat er sicherlich unzählige „Heldentaten“ vollbracht. Das wird vor allem deutlich als sich Lois auf der Suche nach ihm macht. Diese Argumentation kann ich persönlich nicht nachvollziehen.

Gerade MoS ist voller Dramaturgie. Fängt schon auf Krypton an. Vor allem der Tod seines Vaters (beide). Wer hier keine „Beziehung“ zum Charakter aufbauen kann, der will es einfach nicht.

Ich möchte mal ein Superheldenfilm ohne „logischen Fehler“ sehen. Und dein Beispiel warum Jor El als Wissenschaftler kämpfen kann … vielleicht tut er aktiv Kampfsport? Ich bin zwar „Informatiker“ kann aber ringen, und? Also man muss ja nicht wirklich das Haar in der Suppe suchen, wenn einem ein Film nicht gefällt …

@Znack: danke für deine Mühe (hast Hut), ich bin mir durchaus bewusst was Dramaturgie ist, aber nicht jeder versteht unter dem Begriff das was ich z.B. verstehe oder interpretiere. Ich z.B. verbinde Dramaturgie mit „Schmerz“, mit „überwältigendes Erlebnis“, mit was „tragischem“, ja auch Spannung. Bei Superheldenfilme ist die Spannung aber meistens nicht gegeben. Daher kann ich die Argumentation von Silencio nicht teilen, aber das ist seine Meinung und die akzeptiere ich.

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ZSSnake : : Expendable
18.09.2017 20:59 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 6.694 | Reviews: 114 | Hüte: 222

@ Silencio:

"Natürlich gibt es die, dein geteilter Link meint doch nichts anderes [...]"

Manchmal ist es eine Frage des präzisen Abgrenzens von Begrifflichkeiten wink

Ich kann z.B. sagen "Schatz, bitte bring Gurken mit" und damit Salatgurken meinen, dann bin ich allerdings selbst schuld, wenn meine Frau Essiggurken im Glas mitbringt.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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ZSSnake : : Expendable
18.09.2017 20:52 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 6.694 | Reviews: 114 | Hüte: 222

@ Silencio:

Zum Beispiel was du ansprichst - die Szene mit dem Schulbus und die Szene mit der Bohrinsel - beide haben einen Platz in der Struktur des Films, der, ähnlich wie Pulp Fiction, durch Rückblenden nicht streng chronologisch erzählt ist. Dass wir die emotionale Belastung der Figur in ihren frühen Jahren gezeigt bekommen und an anderer Stelle die daraus resultierende Bereitschaft Menschen zwar zu helfen, aber immer noch nicht zu wissen ob und in wie weit er sich öffentlich dabei zeigen darf. Ich denke die Figur und ihr innerer Konflikt im Laufe des Films haben vor allem Unsicherheit im Angesicht der eigenen Übermenschlichkeit zum Thema. Für diesen Konflikt ist es wichtig auch zu sehen, dass Clark damit immer schon sehr allein war, selbst als er noch seinen Ziehvater an seiner Seite hatte.

Es sind im Grunde Fragen eines Gottes auf die er sich Antworten von einem Menschen erhofft. Grade die Szene mit dem Schulbus und der Dialog mit Jonathan macht diesen Konflikt erst greifbar und ist notwendig, um die Figur im Kontext ihrer eigenen Probleme zu verstehen. Lässt man sie weg, versteht man zwar, dass Clark seine Kräfte einsetzt und dann verschwindet, nicht aber woher dieses Verhalten trotz seiner Kräfte rührt. Es resultiert doch erst aus dem Subplot der darin kulminiert, dass er auf die Worte eines Menschen vertraut und genau diesen dadurch verliert. Erst die Worte seines leiblichen Vaters später relativieren diese Worte Jonathans und machen deutlich, dass beide Seiten von Clarks Herkunft - menschlich durch das Aufwachsen auf der Erde, kryptonisch durch seine genetische Herkunft - relevant sind für seine Entscheidungsfindung und dafür sorgen, dass er sich die beiden Identitäten als Clark und Superman schafft. Man of Steel und zu weiten Teilen auch BvS zeigen ihn ja erst auf dem Weg dorthin. Der Kernkonflikt der Filme ist ja der Weg vom einfachen "Mann aus Stahl" als Eigenschaft hin zu "Superman" als Lebensstil/Konzept. Und dafür sind die Probleme auf diesem Weg durchaus sehr relevant.

Logikfehler hingegen sind etwas, was mit Dramaturgie nur dahingehend zu tun haben, als dass sie das Erzielen von Plausibilität untergraben, wenn sie dem Zuschauer auffallen. Die Frage die sich nun stellt wäre: "ist es für die Handlung des Films wichtig, dass Krypton seine Bewohner in Kasten unterteilt?" worauf ich persönlich verneinen würde, da dieses Prinzip zwar erklärt wird, um der Sequenz auf Krypton und dem Entwickeln einer glaubwürdigen Welt etwas Platz einzuräumen, jedoch im weiteren Verlauf keinen Raum einnimmt und wir vielmehr mitnehmen, dass am Ende jeder selbst entscheiden sollte was er ist - was Jor El ja auch glaubt, weshalb er - und zugegeben, dass ist jetzt eine Spekulation, die nur eine mögliche Lesart der Szene darstellt - selbst auch die Ausbildung eines Soldaten durchlaufen hat, um Vorbereitet zu sein. Zudem wird relativ schnell klar, dass Zod und Jor El sich schon sehr lange kennen, weshalb Jor El durchaus viel Zeit mit ihm verbracht haben und dessen Fähigkeiten und Schwächen studiert haben kann. Erneut - auch reine Spekulation und geht man nur vom Umstand "Kastensystem" aus, könnte man darin natürlich ein Logikproblem sehen. Für mich persönlich machte es hingegen mehr Sinn in Jor El einen Mann zu sehen, der seinen Gegner sehr genau kennt und mit dem Mut der Verzweiflung für seine Familie kämpft, was ihn da die Oberhand behalten lässt.

Ich will damit und das möchte ich nochmal klar festhalten, nicht sagen, dass Man of Steel fehlerfrei ist, aber es sollte an dieser Stelle mal Lesarten aufzeigen und einige Misskonzeptionen zu dessen Storytelling ausräumen. Denn subjektiv funktionierte der Film für mich hervorragend und es gab kein Problem in der Logik des Films, welches ich durch interpretation der Spielräume innerhalb der Geschichte nicht für mich ausräumen konnte. Wenn man das nicht kann und den Film daher problematischer sieht ist das natürlich auch okay.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Silencio : : Moviejones-Fan
18.09.2017 20:39 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 193 | Reviews: 3 | Hüte: 14

@ZSSnake:

"Diese "Regeln der Dramatik" die Silencio anspricht gibt es nicht"

Natürlich gibt es die, dein geteilter Link meint doch nichts anderes als das, wenn dort von "Prinzipien" und "Mechanismen" gesprochen wird. Und diese schaffen weder "Man of Steel" noch "Batman v. Superman" gerecht zu werden. Man denke nur an das Prinzip von Ursache und Wirkung...

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ZSSnake : : Expendable
18.09.2017 20:18 Uhr | Editiert am 18.09.2017 - 20:22 Uhr
1
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 6.694 | Reviews: 114 | Hüte: 222

Zum Thema Dramaturgie (nicht Drama, das ist der Oberbegriff für ein Stück mit verteilten Rollen im Theater, nicht Dramatik, das ist ne Literaturgattung neben Lyrik und Epik):

Dramaturgie umfasst streng genommen erstmal alles was zum Erzählen einer Geschichte gehört, da es eine Technik des Geschichtenerzählen ist. Wie das ausgefüllt wird kann individuell ausdefiniert werden. Im Kern geht es jedoch erstmal um die ökonomische Reduzierung zum erzielen einer maximalen Wirkung beim Erzählen einer Geschichte. Jetzt könnte man argumentieren, dass MoS oder Batman v Superman grundlegend nicht 100% diesem Prinzip folgen, andersrum müssen sie das im Kontext des DCEU auch nicht, da die Filme innerhalb solcher Reihen bzw. Comic-Universen mitunter dem Prinzip einer offenen Dramaturgie folgen, da oftmals Figuren nicht erst ausführlich eingeführt werden (müssen) - wie in diesem Fall Batman, der überwiegend als bekannt vorausgesetzt wird - und nicht immer auch ein vollständiger Abschluss einer Handlung am Ende des Films steht.

Diese "Regeln der Dramatik" die Silencio anspricht gibt es nicht, aber das nächste an diesen "Regeln" was es gibt wären die Herausforderungen filmischen Erzählens:

  • Zustände in Handlungen übersetzen
  • abstrakte Vorgänge veräußerlichen und in Szenen verdichten
  • strukturelle Vorgänge personalisieren
  • Figurenmotivationen darstellen und
  • Plausibilität erzielen

Und auch wenn nicht alles davon zu Perfektion durchgeführt wird in MoS oder BvS, so kann man doch festhalten, dass er streng genommen alles davon erfüllt.

Ich hoffe das war halbwegs erhellend. Wer das alles nochmal exakt lesen möchte, kann das z.B. HIER tun, da hab ich ein paar der Sachen auch einfach mal übernommen. wink

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Silencio : : Moviejones-Fan
18.09.2017 19:58 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 193 | Reviews: 3 | Hüte: 14

@Kal-El:
Nehmen wir mal die Szene, in der Pa Kent und der jugendliche Clark sich über die Rettung des Schulbuses streiten. Sinngemäß wird da die Frage gestellt, ob Clark die anderen Schulkinder hätte sterben lassen sollen, was Jonathan mit "Vielleicht" beantwortet. Grundsätzlich wäre das eine gute Art, um Spannung zu erzeugen. Klar, letztendlich wissen wir als Zuschauer, dass Clark sich zum Helden mausern wird, aber die Frage ist ja wie. Problematisch ist aber, dass der erwachsene Clark in seiner ersten Szene (auf der Bohrinsel) bereits als Held eingeführt wird. Dieser Handlungsstrang führt also nirgendwo hin. Der Zuschauer muss also warten, bis die Charaktere (in diesem Fall eben Clark) da ankommen, wo er schon längst weiß, dass sie ankommen werden. Das Resultat: Langeweile.

Und da haben wir noch nichtmal über die logischen oder tonalen Fehler gesprochen, die "Man of Steel" unterlaufen. Beispiel: Krypton hat ein striktes Kastensystem, in dem Kryptonier mit einer bestimmten Aufgabe geboren werden, für die sie genetisch manipuliert werden. Wissenschaftler sind eben da, um Wissenschaftler zu sein, Soldaten sind da, um Soldaten zu sein. Wenn das jetzt das System auf Krypton ist, warum ist Jor-El (genetisch Wissenschaftler) dann in der Lage, Soldaten im Nahkampf zu überwältigen? Da widerspricht der Film sich schon selbst in seiner Prologsequenz, kann sich nicht an die selbst etablierte Welt halten. Und, und, und...

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