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Marriage Story gesehen am  
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Marriage Story (2019)

Ein Film von Noah Baumbach mit Adam Driver und Scarlett Johansson

Veröffentlichung: 06. Dezember 2019136 Min.FSK6Drama, Komödie
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Ø MJ-User (8)
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Marriage Story Bewertung

Marriage Story Inhalt

Der Film porträtiert eine Familie, die trotz einer zerrütteten Ehe zusammenzuhalten versucht.

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Cast & Crew

Wer ist der Regisseur von Marriage Story und wer spielt mit?

OV-Titel
Marriage Story
Format
2D
Der Film erhielt die FSK-Freigabe "Freigegeben ab sechs Jahren".
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39 Kommentare
MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
01.02.2020 16:58 Uhr
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Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 2.218 | Reviews: 49 | Hüte: 235

@ luhp92

"Als Hintergrundinfo und zur Einordnung (falls du mein Review noch nicht gelesen hattest, da erwähnte ich das schon^^): Regisseur und Drehbuchautor Noah Baumbach bezieht sich in "Marriage Story" in erster Linie auf seine Scheidung von Jennifer Jason Leigh, die Scheidung seiner Eltern und diverse Scheidungen in seinem Freundeskreis. Das ist hier also definitv nicht aus der Luft gegriffen."

Deine Review hatte ich in der Tat noch nicht gelesen. Danke für die Info. Sowas in der Art hatte ich mir auch schon gedacht, nachdem ich die Tage gelesen habe, dass Baumbach und Leigh mal für einige Jahre verheiratet waren. Dass es in seinem Freundeskreis und auch bei seinen Eltern ebenso zuging, ist traurig und lässt mich an der Vernunft der Menschen zweifeln. Ich könnte einen solchen Scheidungskrieg niemals gegen eine Frau führen, die ich mal geliebt habe. Ich kann nur hoffen, dass auch meine zukünftige Frau (sollte es eine geben) das genauso sieht wie ich, sollte es zu einer Scheidung kommen. Besser, man bleibt zusammen, auch wenn die Liebe irgendwann schwächer werden sollte. Dann lebt man halt platonisch / freundschaftlich zusammen.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
01.02.2020 16:44 Uhr | Editiert am 01.02.2020 - 16:46 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.430 | Reviews: 182 | Hüte: 428

@Raven13
Als Hintergrundinfo und zur Einordnung (falls du mein Review noch nicht gelesen hattest, da erwähnte ich das schon^^): Regisseur und Drehbuchautor Noah Baumbach bezieht sich in "Marriage Story" in erster Linie auf seine Scheidung von Jennifer Jason Leigh, die Scheidung seiner Eltern und diverse Scheidungen in seinem Freundeskreis. Das ist hier also definitv nicht aus der Luft gegriffen.

@all
Wegen "Marriage Story" habe ich mir gestern (endlich mal) den Oscar-prämierten 1979er-Film "Kramer gegen Kramer" angesehen, in dem Dustin Hoffman und Meryl Streep ein sich scheiden lassendes Ehepaar spielen, der verhandelt das Thema meiner Meinung nach noch besser als "Marriage Story".

Und nun bekomme ich Lust auf "Szenen einer Ehe" von Ingmar Bergman^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : One Punch Man
01.02.2020 13:51 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 3.044 | Reviews: 23 | Hüte: 154

@MobyDick

Dass der Film sicherlich weitaus mehr liefert, ist in diesem Zusammenhang glaube ich recht irrelevant, wenn beim Zuschauer alte Wunden ggf. aufgebrochen würden.

Jo, ist zwar schade einen evtl. tollen Film zu verpassen, aber die alten Wunden sollen endlich verheilen, auch wenn sie das vermutlich niemals richtig werden...

Flieht, ihr Narren!

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MobyDick : : Moviejones-Fan
01.02.2020 11:43 Uhr | Editiert am 01.02.2020 - 13:22 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.404 | Reviews: 133 | Hüte: 373

FlyingKerbecs

ich kenne ein paar "Scheidungskinder", die den Film genau aus diesen Gründen gemieden haben. Versteh und respektier ich.

Der Film ist ja quasi ein "Best-Of" typischer Scheidungssituationen in der heutigen leichtlebigen Gesellschaft, in der man zwecks Selbstverwirklichung nicht um die Beziehung zu kämpfen bereit ist (Edit: meine sehr grob runter gebrochene Einwertung des Filmes, nicht von Scheidungen allgemein, ich denke vorher war die Formulierung etwas unglücklich). Dass der Film sicherlich weitaus mehr liefert, ist in diesem Zusammenhang glaube ich recht irrelevant, wenn beim Zuschauer alte Wunden ggf. aufgebrochen würden.

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : One Punch Man
01.02.2020 11:27 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 3.044 | Reviews: 23 | Hüte: 154

@Raven13

Danke.^^

Vielleicht schau ich mir den Film in ein paar Jahren mal an...aber gerade aktuell sollte ich solche Filme eher meiden.^^

Flieht, ihr Narren!

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
01.02.2020 11:06 Uhr | Editiert am 01.02.2020 - 11:07 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 2.218 | Reviews: 49 | Hüte: 235

@ FlyingKerbecs

"War bei meinen Eltern so..."

Mein Beileid.

@ CINEAST

"Manchmal ist es für die Leute eben nicht ganz so einfach und wenn man sich als "Dritter" die Gründe für die meisten Scheidungen so anhört, kann die doch rational fast jeder auf ein "Mein Gott, so schlimm ist das jetzt doch auch nicht...musst doch nicht gleich in den Sack hauen" runterbrechen, aber so simpel lässt sich zwischenmenschliches Zusammenleben und Empfinden nun mal nicht in Schubladen packen und von außen bewerten."

Du hast recht, als Außenstehender kann man niemals völlig verstehen, was in den Köpfen des Ehepaares / Ex-Ehepaares vor sich geht. Aber in dem zweiten Punkt muss ich dir widersprechen: Zwischenmenschliches Leben mag zwar nicht simpel sein, aber menschlich zu bleiben und Regeln und Respekt und Anstand zu wahren, kann sehr simpel sein, man muss sich nur entscheiden, diese Eigenschaften zu wahren. Es ist besser, man geht in Frieden und Einvernehmen als im Krieg auseinander, indem man möglichst viel für sich rausschlagen will, worunter der Ex-Partner evtl. ein Leben lang zu leiden hat. An dieser Stelle sollte ein vernünftiger Mensch einfach mal sein Mitgefühl sprechen lassen. Das magische Wort nennt sich "Einfühlungsvermögen".

"Und wenn dich 35min des Films schon so zum Nachdenken darüber angeregt haben und dich in deiner vermeintlich zielführenderen Lebensweise bestätigen, hat er doch schon nicht so viel falsch gemacht ; )"

Wahre Worte. wink

MJ-Pat
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CINEAST : : ReReleaser
01.02.2020 10:57 Uhr | Editiert am 01.02.2020 - 11:00 Uhr
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Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 1.591 | Reviews: 7 | Hüte: 48

@Raven13

Ich würde da gerne auf einige Punkte näher eingehen, aber da du den Film leider nicht vollständig gesehen hast, wäre es jetzt etwas müßig jede Szene zu rezitieren, die deine "Kritikpunkte" widerlegt.

Ich kann deine Sicht "auf das Leben" zwar verstehen und ich ich sage ja auch nicht, dass ich aus meiner Position (so denke ich) so handeln würde wie die beiden im Film, aber innerhalb des Films sind ihre Handlungen absolut schlüssig und ihre beiderseitigen Motivationen werden sehr detailliert ausgearbeitet.

Wenn man EINE der unzähligen Botschaften oder Deutungen des Films mal ganz platt rausziehen möchte, ist es doch genau die, die du mit deinem Post ansprichst - "Schaut es euch an, sowas passiert wenn man...(füge alles ein was du als pflichtbewusster, mitfühlender Mensch als wichtig in einer Beziehung ansiehst)...vernachlässigt.

Manchmal ist es für die Leute eben nicht ganz so einfach und wenn man sich als "Dritter" die Gründe für die meisten Scheidungen so anhört, kann die doch rational fast jeder auf ein "Mein Gott, so schlimm ist das jetzt doch auch nicht...musst doch nicht gleich in den Sack hauen" runterbrechen, aber so simpel lässt sich zwischenmenschliches Zusammenleben und Empfinden nun mal nicht in Schubladen packen und von außen bewerten..

Und wenn dich 35min des Films schon so zum Nachdenken darüber angeregt haben und dich in deiner vermeintlich zielführenderen Lebensweise bestätigen, hat er doch schon nicht so viel falsch gemacht ; )

- CINEAST -

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : One Punch Man
01.02.2020 10:46 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 3.044 | Reviews: 23 | Hüte: 154

Eigentlich wollte ich mir den Film ja auch noch mal ansehen, hauptsächlich wegen Scarlett Johansson...aber wenn es wirklich ein Scheidungsfilm, in dem das Paar nicht gut auseinander gegangen ist, spar ich es mir lieber. Denn meine kompletten Teenie-Jahre waren genau so ein Film...Ne danke, dann muss ich mir das nicht antun.

@Raven13

Anstand, Respekt, Akzeptanz, Mitgefühl. Und gerade für eine(n) langjährige(n) Ehepartner / Ehepartnerin kann man doch nicht plötzlich die Gefühle (freundschaftliche Zuneigung) abschalten.

War bei meinen Eltern so... frown

Flieht, ihr Narren!

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
01.02.2020 10:16 Uhr | Editiert am 01.02.2020 - 10:17 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 2.218 | Reviews: 49 | Hüte: 235

Gestern habe ich mich mal an den Film herangewagt. Nach den ersten 20 Minuten habe ich den Mist nicht mehr ertragen. Da ich aber sehen wollte, wie es endet, habe ich mir die letzten 15 Minuten noch angesehen. Schauspielerisch kann ich nach den wenigen Minuten schon sagen, dass Scarlett Johanssen und Adam Driver wirklich tolle Arbeit leisten. Inhaltlich finde ich den Film aber richtig schlecht. Was mich konkret stört?

  • Offensichtlich lieben sich beide noch immer irgendwo. Weshalb geben sie es nicht zu? Weshalb will Nicole ihren Text über Charlie nicht vorlesen? Der Text enthält viel Lob und diesen hat sia ja offenbar wahrheitsgemäß aufgeschrieben. Das ist für mich kindisch und unlogisch, denn beide leben seit Jahren miteinander zusammen.
  • Weshalb müssen sich zwei Menschen, die sich vielleicht nur auseinanderglebet haben, direkt im Scheidungskrieg bekriegen? Weshalb sollte man im Krieg und im Schlechten auseinander gehen, nur weil die Liebe nicht mehr so stark ist wie am ersten Tag ist und weil man sich vielleicht auseinander gelebt hat? Nur weil vielleicht keine echte "Liebe" mehr da ist, ist ja nicht automatisch die menschliche Zuneigung verschwunden. Ich behaupte, dass man einen Menschen, mit dem man jahrelang zusammengelebt hat und mit dem man ein Kind bekommen hat, nicht einfach so "hassen" oder ignorieren und schon gar nicht in der Trennung / Scheidung finanziell auseinander nehmen kann. Wo sind der Gerechtigkeitssinn und das Mitgefühl abgeblieben? Wenn man sich nicht mehr liebtm muss man nicht automatisch verfeindet sein.
  • Die beiden haben ein Kind und somit Verantwortung. Selbst, wenn man sich nicht mehr liebt, kann und sollte man immer noch zusammenleben, wenn vielleicht auch nicht als Liebespaar, dann doch zumindest platonisch / freundschaftlich, jeder im eigenen Schlafzimmer. Man muss seinen Freund / seine Freundin ja nicht "lieben", aber dem Kind zuliebe sollte man mit einer offiziellen Trennung vielleicht warten, bis es erwachsen ist.
  • Das Ende bweist doch nur wieder, dass beide sich offenbar noch mögen, daher wunder ich mich, dass sie sich für die Scheidung überhaupt Anwälte geholt haben. Hätten sie nicht sagen können, wir teilen 50/50 und lassen das Kind sowenig wie möglich davon spüren?

Ich weiß, ich bin anders als 90 % aller Menschen, aber dazu stehe ich. Meiner Meinung nach gibt es Werte, die man nicht einfach aufgeben sollte, schon gar nicht gegenüber einem Menschen, den man viele Jahre geliebt hat. Anstand, Respekt, Akzeptanz, Mitgefühl. Und gerade für eine(n) langjährige(n) Ehepartner / Ehepartnerin kann man doch nicht plötzlich die Gefühle (freundschaftliche Zuneigung) abschalten. Ich bin da offenbar völlig anders gepolt, was diese Dinge im Leben angeht. Aus diesem Grund kann ich dem Film nichts, auber auch garnichts abgewinnen. Meiner Meinung nach zeigt der Film doch den Menschen nur, dass es offenbar völlig "normal" ist, auf diese Weise auseinander zu gehen.

MJ-Pat
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CINEAST : : ReReleaser
01.02.2020 00:57 Uhr | Editiert am 01.02.2020 - 06:57 Uhr
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Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 1.591 | Reviews: 7 | Hüte: 48

Ich habe mir den Film am 01. Februar 2020 angeschaut. (Zum Filmtagebuch)

Ein absolut großartiger und herausragender Film...den ich mir wohl so schnell nicht wieder anschauen kann..

Johansson und Driver spielen sich sich die Seele aus dem Leib, die Dialoge und der eingestreute (schwarze) Humor sind wunderbar, das Drehbuch ist klasse und kriegt (im positiven Sinne) immer wieder die Kurve, um sich vor platten Tränendrückerszenen zu drücken und stattdessen etwas schlaueres abzuliefern. Die Nebendarsteller machen ihre Sache ebenfalls durch die Bank sehr gut und ich habe jeden Auftritt von Ray Liotta gefeiert.

Ein, für mich, zutiefst trauriger Film, der einem die einfachen, aber häufig eben auch wichtigen Botschaften auf unterschiedlichste Weise, von traurig-emotional bis schreiend-komisch, Nähe bringt und mich insgesamt einfach sehr berührt hat.

Für jeden Menschen der Familie hat und/oder sich auf auf seinem Leben ausruht, ohne über den eigenen Tellerrand zu schauen, ein wichtiger und empfehlenswerter Film!

Hoher Unterhaltungswert!

(Aktuell) Niedriger Wiederschauwert!

Meine Bewertung
Bewertung

- CINEAST -

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
22.12.2019 18:57 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.430 | Reviews: 182 | Hüte: 428

@PaulLeger

Da hast du Recht.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
22.12.2019 14:10 Uhr | Editiert am 22.12.2019 - 14:16 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 248 | Reviews: 4 | Hüte: 34

Nicht der ganz große Wurf aber in einem insgesamt eher enttäuschenden Filmjahr 2019 locker oben dabei und neben "Szenen einer Ehe" und "Nader und Simin" sicherlich jetzt schon zu den essentiellen Scheidungsfilmen zu zählen. Was ihn positiv von "Kramer gegen Kramer" abhebt ist das Vermeiden einer eindeutigen Parteinahme. Ich habe zwar eher mit Johanssons Charakter sympathisiert aber Driver gelingt es mühelos, auch für seine Figur Empathie zu wecken, etwas was Streep in ihrem "too little too late"-Auftritt, so großartig sie den auch spielt, nach einstündiger Absenz in der Handlung nicht mehr schaffen konnte.

@ luhp92

Finde schon, dass auch in "Marriage Story" über die Kernhandlung hinaus Subtext mitschwingt, etwa wird der Gegensatz zwischen High Art (New York, Theater) und Unterhaltungsindustrie (L.A., seichte TV-Shows) verhandelt, der ironischerweise in gewisser Weise dann auch hier Diskussionsthema wurde, wenn auch nicht inhaltlich, sondern exemplarisch anhand des vorliegenden Films.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
18.12.2019 19:48 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.430 | Reviews: 182 | Hüte: 428

@sublim77

Ich fühle mich wie MobyDick auch in beiden "Filmlagern" zu Hause. Weder auf das eine noch auf das andere möchte ich verzichten, gleichzeitig aber auch nicht nur Filme aus einem der beiden Lager schauen. Die Mischung macht es.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
16.12.2019 14:23 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.404 | Reviews: 133 | Hüte: 373

sublim:

Danke für den Hut, und wie gesagt, man kann jeden Filkm unterschiedlich wahrnehmen (daher auch an eli4s: nüchtern und nichtssagend kann er auch wahrgenommen werden, das schliesst ja nicht aus, dass andere es anders wahrnehmen, kommt immer auf die Perspektive an), und es gibt kein richtig oder falsch. Insofern finde ich es klasse, dass du es immer wieder versuchst.

Nur eine Sache, die mich ein bißchen stört, ist wie du meinen Filmkonsum anscheinend einwertest:

Während einige sich hauptsächlich Filmen mit Problembehandlung widmen oder auch einen intellektuellen Anspruch in dem Gesehenen suchen, wozu ich User wie dich, eli4s, Mobydick ...

Also bei aller Liebe, ich schaue sehr gerne Nobrainer und konsumier das ganze, aber irgendwie hat sich mein moralischer Kompass schon deutlich insofern verschoben, dass ich heuchlerische und feindliche Filme irgendwelcher Gesinnung einfach nicht wirklich ertragen kann. Ein jüngeres Beispiel: Es gab da diese beiden etwa zeitgleich erschienenen Filme über eine Attacke im weissen Haus, einer mit Gerard Butler, der andere mit everybodies Darling Tatum. Allgemein ist der Butler Film besser aufgenommen worden, auch weil er eine deutlich härtere Gangart an den Tag gelegt hat, während der andere etwas komödiantischer daher kam. Ich persönlich konnte mit diesem revanchistischen und teilweise grotesk reaktionärem Butler Vehikel überhaupt nichts anfangen, weil er einfach zu bierernst seine fremdenfeindliche Message an den Mann brachte. Den Tatum Film hab ich richtiggehend abgefeiert, weil der so harmlos hanebüchen daher kam. Butler ist so eine Art rotes Tuch für mich, weil da gefühlt jede 85% seiner Filme irgendwelche Tropen bedient. Denzel Washington ist so ein anderes Extrembeispiel, einerseits hat er - vor allem mit Tony Scott - solche gewaltverherrlichenden Werke abgeliefert, die allerdings aber auch trotzdem sehr gut waren, weil sie auch zeigten, dass das Handeln Konsequenzen haben muss (Man on Fire, sehr guter Film, obwohl fragwürdig!), aber dann auch solche gewaltverherrlichenden Filme, die zwar ohne Sinn, aber dafür sehr fragwürdig sind und viele viele Fans haben (Equalizer).

Auf der anderen Seite gibt es ja trotzdem noch die typischen "Abschaltfilme" wo munter drauf los getötet und geactioned wird, ohne tiefere Message, John Wick, The Raid usw. Wenn diese Filme wirklich gut gemacht sind, ist das Guilty Pleasure vom Feinsten.

Da gehe ich nicht intellektuell ran, sondern geniesse einfach.

Matrix zum Beispiel habe ich erst etwa beim fünften Mal schauen irgendwann bemerkt, dass dieser Film so ideologisch fragwürdig ist, wie sonst kaum ein Film. Seitdem lobe ich den Film auch nicht mehr. Aber schauen tue ich ihn immer noch gerne an.

Einer meiner liebsten Testosteron-Filme ist der extrem fragwürdige 300.

So, jetzt aber zurück zu Marriage Story

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
16.12.2019 10:36 Uhr | Editiert am 16.12.2019 - 13:37 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 5.168 | Reviews: 43 | Hüte: 473

@luhp92:

Auch für dich einen Hut, weil ich deine Meinung dazu ebenfalls sehr interessant zu lesen finde.

Es geht eben grundsätzlich um die Erwartung, die man an einen Film stellt und auch generell um die Gründe, warum man sich einen Film überhaupt anschaut (macht ja auch Sinn). Das scheint größtenteils den Ausschlag zu geben, im Bezug auf die großen Unterschiede in der Bewertung eines Film (oder auch Serie). Während einige sich hauptsächlich Filmen mit Problembehandlung widmen oder auch einen intellektuellen Anspruch in dem Gesehenen suchen, wozu ich User wie dich, eli4s, Mobydick und ich schätze auch User wie Silencio (obwohl da auch oft positive Kommentare zu Filmen aus dem einfachen Actiongenre kommen) und auch MB80 oder CINEAST (zumindst so mein Eindruck) zählen würde (mit Sicherheit gibt es da auch noch genug andere, aber das wären jetzt die ersten, die mir da einfallen würden), gibt es da dann andere, die eben eher den emotionalen Reiz durch Action, aussergewöhnliche Taten, Geschichten die von fantastischen Welten oder verborgenen, geheimen Organisationen oder auch nur einfachen Helden handeln, eben Storys, die mehr durch optische Brillanz, Spannung, Action und was man sonst noch so als Mainstreamberieselung bezeichnen kann (wozu ich mich dann selbst definitiv zählen würde). Natürlich gibt es da noch sehr viel mehr dazwischen, aber das wäre für mich jetzt erstmal so die Quintessenz und Ergebnis zu meiner ürsprünglichen Fage "Was gefällt euch daran...".

Wie gesagt, auch dir ein Dankeschön, für deine Antwort.

@MobyDick @eli4s und luhp92:

Wenn ich sage, dass ich nach all euren Aussagen glaube, ein bisschen besser verstehen zu können, was euch an Filmen wie Marriage Story so gefällt, dann meine ich das absolut ehrlich. Ich finde es immerwieder interessant zu lesen, wie unterschiedlich doch die Leute sein können. Noch spannender finde ich es allerdings, diese Meinungen dann nicht nur zu hören, sondern sie auch nachvollziehen zu können.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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