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Bottoms

Kritik Details Trailer News
Kurzweiliger High-School-Spaß

Bottoms Kritik

Bottoms Kritik
0 Kommentare - 27.11.2023 von Moviejones
Wir haben uns "Bottoms" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Bottoms

Bewertung: 3 / 5

In den USA lief Bottoms bereits im Spätsommer in den Kinos und konnte dort immerhin sein Budget von 11 Mio. $ wieder einspielen. Hierzulande ist der Film vergangene Woche bei Prime Video gelandet und hat es leider nicht in die Kinos geschafft. Wird der neue Film von Regisseurin Emma Seligman seinen Vorschusslorbeeren aus den Staaten gerecht und kann er High-School-Komödien wie Clueless, Mean Girls oder 10 Dinge, die ich an dir hasse das Wasser reichen, die das Genre in den 1990er- und 2000er-Jahren geprägt haben?

Bottoms Kritik

Nachdem sie versehentlich den Star-Quarterback ihrer Highschool mit einem Auto angefahren haben und dadurch über Nacht von Außenseitern zu Berühmtheiten geworden sind, erfinden die besten Freundinnen PJ und Josie eine ausgeklügelte Lüge darüber, dass sie den Sommer über in einer Jugendstrafanstalt verbracht haben. Zusammen gründen sie einen Selbstverteidigungsclub für Frauen, um ihre Jungfräulichkeit an Brittany und Isabel, ihre angehimmelten Cheerleader, zu verlieren.

Trailer zu Bottoms

Kein zweiter Fight Club

Vorneweg sei gesagt, dass sich Bottoms seiner leichten Ähnlichkeiten zu Fight Club absolut bewusst ist und diese mit einer Prise Humor selbst aufgreift. Zum Glück versucht Bottoms aber kein Fight Club 2.0 zu sein, sondern beschreitet genug eigene Wege. Was die Gewalt betrifft, steht Bottoms dem Klassiker von David Fincher aber in nichts nach. Eine Altersfreigabe ab 18 Jahren mag etwas übertrieben sein, wir waren aber zumindest immer wieder erstaunt darüber, wie blutig der Film teilweise ausfällt.

Gleichzeitig mag die gezeigte Gewalt nicht so ganz zum Film passen und wir hatten das Gefühl, dass sich Bottoms nicht wirklich entscheiden konnte, ob er jetzt ein High-School-Film oder etwas Derberes sein möchte. So richtig zueinander passen beide Elemente eher nicht. Zudem mutet der Film immer wieder wie eine Persiflage auf eingangs erwähnte High-School-Filme an, bedient sich letzten Endes aber dann selbst dieser Elemente.

Karikiert Bottoms das Genre des High-School-Films, dann ist dies aber teilweise zum Schießen komisch. Insbesondere, wie der von Nicholas Galitzine gespielte Quarterback Jeff in Szene gesetzt wird, hat uns stets zum Lachen gebracht. Der Humor ist sowieso die größte Stärke des Films und sorgt dafür, dass sich Bottoms trotz eines holprigen Starts nochmal kürzer anfühlt, als es die eh schon kurze Laufzeit von 91 Minuten suggeriert.

Schablonenhafte Figuren

Eine weitere Stärke des Films ist der toll besetzte Cast. Der überzeugt nicht nur in den Nebenrollen, auch die Hauptdarstellerinnen Rachel Sennott und Ayo Edebiri holen alles aus ihren Rollen heraus. Während Edebiri aktuell in der Serie The Bear zu begeistern weiß, spielte Sennott im vorherigen Film von Regisseurin Emma Seligman, Shiva Baby, die Hauptrolle und hat das Drehbuch von Bottoms nun zusammen mit Seligman geschrieben. Beiden Schauspielerinnen dürfte eine goldene Zukunft in Hollywood bevorstehen.

Leider sind ihre Rollen in Bottoms aber etwas limitiert und ihre sowie alle weiteren Figuren dürfen erst im Verlauf des Films an Persönlichkeit gewinnen. Gerade in der ersten Hälfte wirken die Charaktere eher wie Schablonen anderer Figuren aus besseren High-School-Filmen. Auch bei der Musik sind wir etwas zwiegespalten. Während Complicated von Avril Lavigne im Filmkontext noch unverbraucht wirkt, hängt uns Total Eclipse of the Heart von Bonnie Tyler ehrlich gesagt aus den Ohren raus.

Die besten Momente hat Bottoms aber, wenn der Film feministische Töne anschlägt und toxische Männlichkeit aufgreift. Dies geschieht in einer überhöhten Art und Weise, die uns an Barbie erinnert hat. Leider verzichtet Bottoms aber auf den einen Schritt, den Barbie gegangen ist. Dass im Film zwei lesbische Figuren im Vordergrund stehen und nicht nur am Rande auftauchen, ist nach unzähligen High-School-Komödien aber allemal ein Tapetenwechsel.

Fazit

Nachdem Regisseurin Emma Seligman mit Shiva Baby ein tolles Spielfilmdebüt gelungen war, schafft sie es mit Bottoms nicht ganz daran anzuknüpfen. Zum einen, weil sich der Film nicht ganz entscheiden kann, ob er eine weitere High-School-Komödie sein oder diese persiflieren möchte, zum anderen, weil die regelmäßig eingestreute Gewalt nicht ganz zur Tonalität des Films passt. Positiv hervorzuheben ist dagegen der Cast, der aus den etwas limitierten Figuren das meiste herausholt. Bottoms ist eine leicht überdurchschnittliche High-School-Komödie, weil immerhin der Humor größtenteils zu überzeugen weiß, der Film immer wieder gesellschaftlich relevante Themen anschneidet und allemal unterhaltend ist.

Wiederschauwert: 40 %

Bottoms Bewertung
Bewertung des Films
610

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