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Fight Club (1999)

Ein Film von David Fincher mit Edward Norton und Brad Pitt

Kinostart: 11. November 1999139 Min.FSK18Drama
Meine Wertung
Ø MJ-User (18)
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Fight Club Bewertung

Fight Club Inhalt

Ein junger Mann ist deprimiert und niedergeschlagen von seiner eigenen Leere und der Konsumgesellschaft. Regelmäßig geht er zu Treffen von krebskranken Menschen und täuscht dort Krankheiten vor, um Nähe und Anteilnahme zu erhalten. Als er eines Tages den Seifenvertreter Tyler Durden trifft, beginnt sich sein Leben zu verändern. Schon bald erkennen beide die befreiende Wirkung eines richtigen Kampfes und es dauert nicht lange, bis sie ihren eigenen "Fight Club" gründen. Doch mit der Zeit laufen die Dinge aus dem Ruder...

Cast & Crew

Wer ist der Regisseur von Fight Club und wer spielt mit?

OV-Titel
Fight Club
Format
2D
Box Office
100,85 Mio. $
Der Film erhielt die FSK-Freigabe "Keine Jugendfreigabe".
Spannende Filme
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21 Kommentare
MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : Hisoka
03.05.2020 15:16 Uhr | Editiert am 03.05.2020 - 15:17 Uhr
1
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 4.481 | Reviews: 25 | Hüte: 232

@Raven13

Zum Ende: Das wäre wohl des Zufalls zu viel.^^

Menschliches Bewusstsein, Erinnerungsspeicher und das Gehrin sind eine wirklich spannendes Thema, die wir Menschen bis heute immer noch nicht ansatzweise verstehen. Es gibt ja angeblich sogar Menschen, die bewusst ihren Körper verlassen können. Es scheint fast so, als wäre unser Körper wirklich nur eine Hülle für eine Existenz, die über den Körper hinaus geht.

Das ist gut möglich.

Überhaupt ist der menschliche Geist zu viel mehr in der Lage, als wir denken. Die Erfahrung habe ich sogar selbst schon gemacht. Ich hatte mal eine Schnittverletzung an der Fingerspitze erlitten, die mich tierisch genervt hat, weil man damit ja praktisch nichts mehr anfassen kann. Ich setzte mich hin, habe mich zwei oder drei Stunden bewusst auf die Verletzung konzentriert und mir den Heilungsprozess bildich vorgestellt. Ich habe mich darauf konzentriert, wie meine Zellen die Wunde verschließen und habe die Zellen innerlich angespornt. Nach vier Stunden war die Schnittwunde völlig verheilt.

Ah, willkommen im Club derjenigen, die einen Blick über den Tellerrand gewagt haben und normale Menschen hinter sich gelassen haben. Du kennst nicht zufällig meine Kollegin? Die hat genau dasselbe gemacht wie du und es hat funktioniert. Und durch die bin ich auch in diesem "Club".^^ Geistige Heilung etc. das ist ja ein riesen Thema. Ich beschäftige mich zwar privat nicht weiter damit, aber zumindest höre ich ihr gespannt zu, was sie mir auf der Arbeit dazu immer alles sagt. Wenn ich mal Zeit und Muße für sowas habe, werde ich mich auch mal intensiver damit beschäftigen. Schaden tut es sicher nicht.

Gleiches habe ich schon mit eiskalten Händen bei -10 Grad ohne Handschuhe auf dem Fahrrad erlebt. Eisjkalte Hände, die so sehr schmerzen, dass ich hätte weinen können. Ich habe angefangen, mich auf meinen Herzschlag und den Blutfluss in die Hände und Fingerspitzen zu konzentrieren und habe es mir wieder einmal bewusst vorgestellt. Nach 5 Minuten waren meine vorher vor Kälte blau angelaufenen Hände heiß, richtig heiß, und die Kälte konnte meinen Händen nichts mehr anhaben, trotz -10 Grad und Fahrtwind auf dem Fahrrad. Auch hier war ich wieder einmal erstaunt, zu was der menschliche Geist in der Lage ist.

Das hab ich früher immer schon manchmal gemacht. Als ich noch auf dem Gymnasium war und es kalt war, wir Pause hatten und draußen standen und gefriert haben, hab ich mir dann gedanklich immer die Frage gestellt: "Wieso ist mir kalt?" Und genau in dem Moment wurde mir dann wärmer. Und das mit dem darauf konzentrieren hab ich auch schon gemacht. Versuchen, das Chi fließen zu lassen, und mich dadurch warm zu halten, so wie es Zuko in Avatar gemacht hat.

Da ist schon was Wahres dran. Und z.B. das, was Uma Thurman in Kill Bill 2 gemacht hat mir ihren Zehen, das war keine Fiktion, das geht auch in Wirklichkeit. Ein Deutscher war auch mal gelähmt und hat sich dann auf seine Zehen etc. lange konzentriert und konnte sie dann wieder bewegen und irgendwann konnte er wieder laufen. U.a. darüber hat er dann ein Buch geschrieben. Aber an seinen Namen kann ich mich nicht mehr erinnern...

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
03.05.2020 14:33 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 2.965 | Reviews: 30 | Hüte: 308

@ FlyingKerbecs

Zum Ende:

Ich habe es immer so interpretiert, dass der Teil des Gehirns, der für die zweite Persönlichkeit verantwortlich war, so stark beschädigt wurde, dass Pitts Charakter damit wirklich "getötet" wurde und nur das Original es überlebt hat. Ob das in der Realität so theoretisch möglich wäre, kann ich nicht sagen, da ein Bewusstsein ja eigentlich nicht im Gehirn "verortet" werden kann.

Es gibt ja sogar nachweislich Menschen, die 90 % ihres Gehirns bei einem Unfall verloren haben, aber dennoch ganz die Alten sind und normal weiterleben. Menschliches Bewusstsein, Erinnerungsspeicher und das Gehrin sind eine wirklich spannendes Thema, die wir Menschen bis heute immer noch nicht ansatzweise verstehen. Es gibt ja angeblich sogar Menschen, die bewusst ihren Körper verlassen können. Es scheint fast so, als wäre unser Körper wirklich nur eine Hülle für eine Existenz, die über den Körper hinaus geht.

Überhaupt ist der menschliche Geist zu viel mehr in der Lage, als wir denken. Die Erfahrung habe ich sogar selbst schon gemacht. Ich hatte mal eine Schnittverletzung an der Fingerspitze erlitten, die mich tierisch genervt hat, weil man damit ja praktisch nichts mehr anfassen kann. Ich setzte mich hin, habe mich zwei oder drei Stunden bewusst auf die Verletzung konzentriert und mir den Heilungsprozess bildich vorgestellt. Ich habe mich darauf konzentriert, wie meine Zellen die Wunde verschließen und habe die Zellen innerlich angespornt. Nach vier Stunden war die Schnittwunde völlig verheilt. Das hat mich selbst absolut in Erstaunen versetzt. Gleiches habe ich schon mit eiskalten Händen bei -10 Grad ohne Handschuhe auf dem Fahrrad erlebt. Eisjkalte Hände, die so sehr schmerzen, dass ich hätte weinen können. Ich habe angefangen, mich auf meinen Herzschlag und den Blutfluss in die Hände und Fingerspitzen zu konzentrieren und habe es mir wieder einmal bewusst vorgestellt. Nach 5 Minuten waren meine vorher vor Kälte blau angelaufenen Hände heiß, richtig heiß, und die Kälte konnte meinen Händen nichts mehr anhaben, trotz -10 Grad und Fahrtwind auf dem Fahrrad. Auch hier war ich wieder einmal erstaunt, zu was der menschliche Geist in der Lage ist.

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : Hisoka
03.05.2020 12:23 Uhr | Editiert am 03.05.2020 - 12:23 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 4.481 | Reviews: 25 | Hüte: 232

@Raven13

Ich bin erstaunt, dass du Filme, die du inhaltlich und subjektiv überhaupt nicht magst, dennoch "so milde gut" bewertest.

Jaah...in der Hinsicht bin ich da zu gutmütig...^^ Ich versuche halt irgendwie, einen Ausgleich in der Bewertung zu finden. Denn auch wenn ich manches schlecht fand, hat es, wie du sagst, für den Film funktioniert. Von daher würde ich es unfair finden, dem Film eine schlechtere Bewertung zu geben, denn insgesamt war er ja doch recht anschaubar, meistens spannend und hatte einen genialen Twist, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Nur fand ich es halt wenig glaubwürdig, dass er sich das alles selbst angetan hat und es nicht mal mehr wusste...wobei das ja dann schon eine Persönlichkeitsstörung ist und sowas gibt es ja wirklich...hmmmm...

Nachtrag noch zu meinem ersten Kommi: Das Ende fand ich auch doof. Er erschießt sich, stirbt anscheinend aber nicht mal, und dennoch verschwindet Pitts Charakter...wieso? Was hat der Schuss geändert? Wenn er gestorben wäre, hätte ich es viel besser gefunden.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
03.05.2020 11:49 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 2.965 | Reviews: 30 | Hüte: 308

@ FlyingKerbecs

Ich bin erstaunt, dass du Filme, die du inhaltlich und subjektiv überhaupt nicht magst, dennoch "so milde gut" bewertest. laughing

Ja, Fight Club ist so ein Film, den man entweder liebt oder ihn hasst. Ich finde ihn mit jeder Sichtung besser, muss aber sagen, dass ich ihn von Anfang an genial fand. Klar ist der realistisch betrachtet unglaubwürduig, aber als Film funktioniert das doch wudnerbar. Der Twist hat mich damals total aus den Socken gehauen. Erst wollte ich das auch gar nicht glauben, da Pitts Charakter ja immerzu auch da war, während Nortons Charakter abseits stand. Aber im Nachheinein betrachtet und nach längerem Überlegen ergab alles absolut Sinn. Norton verkörpert das Gut und Pitt das Böse, und das Gute stand im Abseits, währejnd das Böse im Mittelpunkt stand. Der Film zeigt doch klar, dass der böse Weg verlockend ist, aber man immer dagegen ankämpfen muss, was Nortons Charakter radikal getan hat, nachdem er keinen anderen Ausweg sah.

Für mich ein klarer 10/10 Film.

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : Hisoka
03.05.2020 11:31 Uhr | Editiert am 03.05.2020 - 11:35 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 4.481 | Reviews: 25 | Hüte: 232

Der Film stand auch schon ewig auf meiner Liste...aber da hätte er ruhig auch weiterhin stehen bleiben können.

Denn was für eine Scheiße war das denn??

Um die wenigen guten Sachen vorab zu nennen: Cast, Soundtrack (mehr oder weniger), Effekte (teilweise), Spannung (aber nicht überwiegend)...

Ansonsten...war der Film nichts für mich. Mal abgesehen davon, dass ich das Konzept eines Fight Clubs hirnverbrannt und dämlich finde (genauso wie der "Sport" Boxen), fand ich die ganze Handlung einfach unglaubwürdig, vor allem nach dem Twist, dass Nortons Charakter sich das also alles nur eingebildet hat. Kann jemand überhaupt so schwer gestört sein?? Das übersteigt meine Grenze des Realismus. Das meiste, was Pitts Charakter gelabert hat war Müll. Die ganze von denen gegründete Zelle war Müll, ihre Vorhaben waren Müll. Das Männer in dem Film als dumme, leicht zu manipulierende Marionetten dargestellt wurden ist Müll.

Sowas ist Kult ja? Nun, nach dem ich einen Film geschaut habe informiere ich mich immer noch dazu. Also Kritiken, Zuschauerbewertungen etc. Was ich vorab nur wusste war, dass er als einer der besten Filme gefeiert wird und Kult ist. Was ich nicht wusste war, dass er (zum Glück, denn so stehe ich nicht alleine da) so kontrovers aufgenommen wurde. Was ich schlimm finde ist, dass nach Release des Films wirklich Fight Clubs gegründet wurden, was wieder mal beweist, wie abgrundtief dämlich manche Amis sind...

So angepisst wollte ich den Sonntag eigentlich nicht starten. Jetzt muss ich mir erstmal wieder einen guten Film anschauen, um runter zu kommen...

Meine Bewertung
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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
20.04.2020 22:36 Uhr | Editiert am 20.04.2020 - 22:37 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.227 | Reviews: 148 | Hüte: 470

@MB80 und MobyDick

Jetzt stelle ich mir eine Menschengruppe wie nach dem Tod von Robert Paulsen vor, die gemeinsam intoniert:

Das Beste Filmjahr war 1999.
Das Beste Filmjahr war 1999.
Das Beste Filmjahr war 1999.

^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
20.04.2020 14:34 Uhr | Editiert am 20.04.2020 - 14:34 Uhr
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Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.653 | Reviews: 30 | Hüte: 137

MobyDick:

Wenn ich schon mal ein Buch lese, muss ichs auch maximal ausschlachten tongue-out

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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MobyDick : : Moviejones-Fan
20.04.2020 13:50 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.609 | Reviews: 116 | Hüte: 397

MB80

Ich sehe schon du lässt nicht locker bezüglich 1999. Na gut, wer bin ich schon, dass ich mich gegen Dich und Prince/TAFKAP/Symbol stelle. Ja 1999 war das allerbeste Kinojahr aller Zeiten jemals, selbst der beste Film der jemals aller Zeiten gedreht wurde, entstand ja eigentlich 1999, und sei es nur die verschollene colorierte Stummfilmfassung dessen. Also ja, passt scho - wenn schon Strange Days auf 1999 anspielt

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
18.04.2020 20:24 Uhr
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Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.653 | Reviews: 30 | Hüte: 137

MobyDick:

Also nähern wir uns doch langsam der These an, dass 1999 ein super Jahr des Kinos war ;)

Zu Herr der Ringe: ich erinnere mich an die Diskussion, kann da auch wieder nur sagen, dass mit Blick auf das Quellmaterial so ein Kritikwinkel auch bestimmt nicht total abwegig ist. Was die Inszenierung selber angeht, müsste ich selber nochmal die Filme in Ruhe inspizieren... Aber in dem Zusammenhang kann ich dir nur den von luhp geposteten Artikel nahelegen, der eigentlich ganz gut zusammen fasst was mir seit so nem Jahr plus durch den Kopf geht: es wird inzwischen viel zu viel als "Unterhaltung " durchgewunken.

Deshalb freut mich auch manchmal so ein kompletter Verriss wie deiner von "Equalizer" ;)

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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MobyDick : : Moviejones-Fan
17.04.2020 10:30 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.609 | Reviews: 116 | Hüte: 397

MB80

Ich halte Fight Club sogar für einen sehr guten Film, den ich allerdings erst mit der Zeit so richtig zu würdigen gelernt habe.

Und wenn ich ehrlich bin, so sollte ich der letzte sein, der über zu viel falsches Interpretieren eines Filmes meckern sollte. Ich sehe ja fast überall versteckte Botschaften mit rechter Gesinnung. Schließlich habe ich beispeilsweise seit Jahren überall kund getan wie rassistisch, faschistoid und zwiespältig ich die Herr der Ringe Trilogie finde, dass sogar auf einer anderen Seite, wo ich die Rückkehr des Königs mal kritisiert habe, sie die Kritik ohne Vorwarnung einfach gelöscht hatten - üblicherweise bekommt man eine email, die begründet, warum die eigene Meinung zu polemisch ist oder so. Ich habe zwar eine neue Kritik reingestellt, die den Film dann gleich schlecht bewertet, aber den genüsslichen, gehässigen Tonfall konnte ich natürlich leider nicht wieder replizieren. Komischerweise sind die einzigen Leute, dich ich kenne, die die HdR Trilogie schlecht finden, diejenigen, mit denen ich im Kino war und die ich so lange zugesülzt habe während der Filme, dass sie die Filme allesamt scheisse fanden. Und seitdem eigentlich einen Bogen darum machen, mit mir in kleiner Runde ins Kino zu gehen :-) Und komischerweise finde ich die Trilogie ja trotzdem ganz gut schaubar.

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
17.04.2020 09:21 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.653 | Reviews: 30 | Hüte: 137

MObyDick:

Drückst dich schon ganz verständlich aus, denke auch das ist so etwa (aber wer weiß das schon) der Gedankengang von diesen Spezis. Ich denke halt, das diese hypermaskuline Projektion in Form von Durdun am Ende eine Wahnvorstellung ist und gekillt werden muss ist da ein nicht überbrückbarer Stolperstein, aber das wird ein paar Leute nciht stoppen.

Eine gewisse Ambivalanz zu haben, und den Zuschauer selber entscheiden zu lassen, lege ich einem Film übrigens durchaus positiv aus (ja, ich halte "Fight Club" immer noch für einen guten Film).

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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MobyDick : : Moviejones-Fan
16.04.2020 17:45 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.609 | Reviews: 116 | Hüte: 397

In der Tat, eine ziemlich erzwungene Diskussion wink

Und wie man an euren Ausführungen und links sehen kann, auch eine erheblich weiter fassbare als es anfangs wirken mag. Nur mal kurz zu luhps link mit den Lieblingsfilmen der neuen Rechten:

Matrix, 300 und Braveheart sind ja selbsterklärend, Black Panther überrascht mich dann doch schon, auch auf die Interpretation, die da in dem Text gekommen wird, würde ich nicht unbedingt kommen, aber wie gesagt, das alleine zeigt ja schon, dass die Sache nicht so einfach ist.

Was uns zu Fight Club bringt:

Ich finde es durchaus berechtigt, dass der Film seine Fans in besagten Kreisen hat, und das auch nicht nur trotz, sondern eben auch gerade wegen dem dritten Akt. Das folgende ist nicht meine Einschätzung des Films, sondern nur ein Gedankenspiel, wie der Film auch aufgefasst werden könnte. Es geht hier immer noch darum, "aufzuwachen". Der Narrator (Norton) findet irgendwann heraus, dass Durden nur in seinem Kopf ist, und fortan versucht er, diese zu bekämpfen. Ideologisch gesehen kann man durchaus so weit gehen zu sagen, dass Norton ein erstrebenswertes System erschaffen hat, und dass Durden nun dieses zu unterwandern sucht für seine persönliche Agenda. Norton hingegen will dieser Korrumpierung des Erstrebenswerten und bereits Erreichten Einhalt gebieten, die Ratte, die das System unterwandert hat (auch wenn sie es selbst ja erschaffen hat) sozusagen ausmerzen. Der Protagonist bleibt ja nach wie vor der Anführer der Truppe und bekommt auch noch das Mädchen. Das Ende der Welt ist das Ende der alten kaputten Welt und ein Neuanfang mit zig Möglichkeiten. Ich möchte jetzt nicht für alle in diesen Kreisen sprechen, aber: Ist es nicht ein Traum, nicht nur Teil von etwas Großem zu sein, sondern auch noch weit oben in der Hierarchie?!? und noch weiter oben als ganz Oben geht es ja nicht...

Keine Ahnung, ob ich mich verständlich ausdrücken konnte. Letztendlich ist es mir aber auch wumpe, Leute, die Sachen falsch verstehen wollen und die Messages für Ihre Zwecke (und sei es unbewusst) korrumpieren gab es schon immer und wird es immer geben. Und ganz ehrlich, selbst bei solchen offensichtlich problematischen Filmen wie 300 oder Matrix sind auch eine Menge normaler Leute einfach nur pumped.

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
16.04.2020 15:04 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.653 | Reviews: 30 | Hüte: 137

ZSSnake:

Hmmm, irgendwie kriege ich meine MEMEs wohl woaders her... Ich würde aber eher sagen, die von dir beschriebenen sind eher ein Teil der Konterkultur, von Leuten die Angst haben, die Soziologien könnten ihnen ihr Klischee ich meine "Idealbild" des Mannes zerstören ;)

Den Kommentar von luhp92 aufgreifend: ich denke, ob diese Gruppierung links oder rechts ist, ist irrelevant. Der Punkt, den der Film macht, ist das diese Leute sich auf der Suche nach ihrer verlorenen Männlichkeit und Indivitualität einer Gruppe unterwerfen, die eigentlich jegliche Individualität zerstört. Und in ihrer Beschränkung individueller Vielfalt und dem Fokus auf Gewalt als Lösung eine Kritik an typischen "männlichen" Gesellschaftsnormen zu sehen, ist nicht gerade weit her geholt. Aber ja, ihr habts ja beide eigentlich geschrieben, wenn man die einzelnen Akte schön auseinander dividiert und nur den Teil sieht den man sehen will passt das einigen ganz gut indie Agenda.

Übrigens danke für den Artikel vom Schmitt, ich glaube der wollte 2019 auch mal nen Vortrag zu dem Thema halten... Das hätte ich mir natürlich gerne gegeben.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
16.04.2020 12:24 Uhr | Editiert am 16.04.2020 - 12:25 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.227 | Reviews: 148 | Hüte: 470

@MB80 und PaulLeger

Satiren wie "Fight Club" laufen leider immer Gefahr, von den falschen Leuten falsch verstanden zu werden.

@ZSSnake: Die "Fight Club"-Gruppierung hat in meinen Augen nichts mit linkem Anarchismus zu tun, sondern ist klar faschistisch strukturisiert. Dazu folgende Definition, damit klar ist, was ich meine. Das passt auch eher dazu, dass der Film von Incels, Identitären und der Neuen Rechten für sich vereinnahmt wird. Letzteren kommt dann auch noch die verkürzte Kapitalismuskritik in der Endszene zu Gute.

https://de.wikipedia.org/wiki/Faschismustheorie#Definitionen_des_Faschismusbegriffs

Auch lesenswert dieser Artikel über Lieblingsfilme der Neuen Rechten und Identitären, neben "Fight Club" wird da auch auf "The Matrix", "300" und "Black Panther" eingegangen.

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1096832.voelkische-und-filme-was-die-lungen-noch-hergeben.html


Allgemein, neben den von euch genannten Beispielen, kann man da auch noch drogenkritische Filme und Lieder ins Feld führen, die unter entsprechenden Konsumenten sehr beliebt sind. Kennt noch jemand "Because I Got High" von Afroman?^^
Oder "Die Sopranos", in der Francis Ford Coppolas "Der Pate"-Filme die Lieblingsfilme der Mafiosi sind.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
15.04.2020 10:49 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.408 | Reviews: 164 | Hüte: 553

Naja diese Idee einer Konterkultur, die in einsamen Gassen und dunklen Ecken ihre abhandengekommene Männlichkeit wieder in sich reinprügelt, ist ja durchaus heute, in Zeiten in denen ne Barbara Schöneberger Kerlen erklärt, sie mögen sich doch bitte nicht schminken und Memes sich reihenweise über die fehlende Maskulinität der männlichen Bevölkerung lustig machen, nicht so abwegig.

Tatsächlich heute mehr als vor 20 Jahren, als Männer ja durchaus noch viel eher dem "Idealbild" entsprachen, wie ein Mann zu sein hat, wenn man die Idee persönlicher individueller Selbstbestimmung noch nicht so propagiert hat. Dass da viel theoretisches Potenzial für Fehlinterpretationen drinsteckt ist schon irgendwie logisch. Dass der Film unterm Strich aber im Grunde eher mit den Ideologien einer sehr linken Selbstbestimmungsutopie voller Anarchisten, die das System guerillamäßig umkrempeln, liebäugelt (die man sich ja dann buchstäblich aus dem Kopf pusten sollte), nimmt den Punkten aus Akt 1 und 2 dann doch irgendwie den Wind aus den Segeln und lässt das rückwirkend alles in nem völlig anderen Licht erscheinen.

Da verkommt dann in meinen Augen die ganze Fight Club Idee eher zum Bonding-Ritual einer anarchistischen, paramilitärischen Gruppe, die ansonsten nichts miteinander gemein gehabt hätte. Offenbar greift die Idee ja, dass es verbindet, wenn man sich in nem Geheimclub gegenseitig die Fresse poliert wink Aber ob da dann das Idealbild des Mannes so sehr propagiert wird? Kann man sicher da reinlesen, wenn man stur die Akte auseinanderseziert, aber im Gesamtkontext hinkt das dann doch sehr.

Trotzdem n sehr interessanter Gedanke...

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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