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Creed 2 - Rocky’s Legacy

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Amerikaner werfen niemals das Handtuch!

Creed 2 - Rocky’s Legacy Kritik

Creed 2 - Rocky’s Legacy Kritik
1 Kommentar - 15.04.2019 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Creed 2 - Rocky’s Legacy" ist.
Creed 2 - Rocky’s Legacy

Bewertung: 4 / 5

Info vorab: Im Grunde genommen ist dieses Review auch der Abschluss meiner ellenlangen Rocky-Besprechung (siehe auch meine Kritik zu Rocky 1). Hier bespreche ich im Grunde genommen beide Creed-Teile, wobei der Schwerpunkt auf der Besprechung von Creed 2 liegen wird. Wer meine Meinung zur Rocky-Reihe kennt, wird im Laufe des Reviews merken, warum ich diesen Ansatz gewählt habe.

Trailer zu Creed 2 - Rocky’s Legacy

Aus gleich ersichtlichen Gründen habe ich etwas gebraucht, um den Film sacken zu lassen und für mich abzuwägen, wie gut ich ihn nun wirklich finde. Und der Fan in mir will ihn wirklich sehr gerne haben. Daher jetzt etwas verspätet das Review zu Creed und Creed 2.

Also dann, auf ans Eingemachte:

Creed 1:

Der einzige Film der Reihe, der nicht von Stallone erdacht und geschrieben wurde. Es wird die Geschichte eines unehelichen Sohnes von Apollo Creed erzählt, der seinen Vater niemals kennen lernen durfte, da Apollo noch vor der Geburt gestorben ist, und der von dessen Witwe nun als ihr eigen Kind erzogen wurde. Er will unbedingt boxen, etwas in ihm ruft nach dem Ring, doch keiner will ihn trainieren, da er seines Vaters Sohn ist. Also macht er sich auf zu Rocky und bittet ihn, ihn zu trainieren. Dabei werden die beiden füreinander zu einer Art Ersatzfamilie, da Rocky nach Adriens und Paulies Tod sich nunmehr auch noch von seinem Sohn entfremdet hat.

Stallone spielt hier erstmals nur die zweite Geige, der Film dreht sich komplett um den Werdegang von Adonis, dennoch wird Rockys Saga gekonnt weiter gesponnen. Der Film hat dass Herz am rechten Fleck, man merkt an jeder Stelle die Ehrfurcht von Coogler vor dem Originalfilm, und wenn man dem Film etwas ankreiden kann, dann dass er am Ende zu sehr die ausgetretenen Pfade des Originalfilmes im Ring nachmacht. Michael B Jordan spielt seine Rolle souverän runter, und Sallone ist erstmals seit Ewigkeiten wieder gut in irgendeiner Rolle.

Der Film ist gut, manchmal ein bißchen zu viel des Guten wollend, aber immer mit dem Herz am rechten Fleck.

7-8 Punkte.

Creed 2:

Und nach dem überragenden und auch überraschenden Erfolg von Teil 1, reisst Stallone wieder das Drehbuch an sich. Was für mich erstmal nicht unbedingt was Gutes verheisst. Und dann kommen erste Storydetails ans Licht: Adonis kämpft gegen den Sohn von Ivan Drago, dem Töter seines Vaters.

Ausgerechnet die quasi direkte Fortsetzung des in meinen Augen vielleicht schäbigsten Rocky-Filmes wird dann aber zu einer kaum zu glaubenden Triumph-Fahrt für die gesamte Rocky-Reihe, dass ich während des Filmes immer wieder dachte: "Wie geil ist das denn?"

Creed 2 ist dabei nie sonderlich originell oder innovativ, prinzipiell wird ja gefühlt seit Teilen immer die gleiche Story leicht variiert erzählt, diesmal knöpft man sich halt mal kurz Rocky 2 und Rocky 3 vor. Aber das ist es nicht, was diesen Film so besonders macht.

Es ist die einfache Art, dass endlich wieder alle Charaktere für voll genommen werden und zum quasi ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit die Figuren glaubhaft wirken und nicht nur schmückende Staffette für den Titelhelden. Die Dialoge sind teilweise wunderbar, die Situationen sind endlich wieder lebensnah gehalten - zum größten Teil. Und die Geschichte wird auch schön ambivalent erzählt. Der Gegner ist nicht mehr das pure Böse, sondern ein gebrochener Mann, den die Vergangenheit einfach nicht in Ruhe läßt. Ähnlich wie Apollo Creed in Rocky 2 zwar ein übermächtiger Gegner war, aber dennoch menschlich komplett nachvollziehbar, genauso sind plötzlich die beiden Dragos ungeahnte Sympathieträger, vor allem der Sohnemann hat ein gänzlich unverdientes Päckchen mit sich zu tragen, so dass man fast geneigt ist, ihm sogar den Sieg zu gönnen.

Doch damit hört es nicht auf: Ich hatte das Gefühl, Stallone hätte alle meine Kritikpunkte, die ich an seinem Schreibstil seit der zweiten Hälfte von Rocky 2 hatte, erhört und es nun besser gemacht oder zumindest so verpackt, dass es stimmiger ist.

Hier nur ein paar Beispiele:

1. In Rocky 2 bekommt Adriane das Baby und sagt quasi als erstes: "Gewinne!" - Geile Szene, keine Frage, aber sie nimmt der ganzen Sache nachträglich den bisher vorhandenen Realismus, vor allem wie es dann weitergeht. Die Art und Weise, wie es hier nach der Geburt weitergeht ist da deutlich stimmiger und runder - vor allem auch, weil es auf das selbe Resultat hinaus läuft.

2. Ich habe vor allem bei Rocky Balboa immer kritisiert, dass Stallone das Gefühl für Dialoge in geschlossenen Räumen abhanden gekommen zu sein scheint und Rocky immer irgendwelche Weisheiten/Monologe auf der Strasse von sich gibt und so die Leute aufklärt. Hier wird dies direkt adressiert und dabei auch gekonnt eine Kurve zum ersten Teil von Rocky gekriegt, dass ich einfach nicht nur zufriedengestellt war, sondern mit einer Gänsehautt und einem fetten Grinsen dasass.

3. Rockys Charakter: Endlich habe ich wieder MEINEN Rocky wieder, der seit dem Ende vom zweiten Teil durch einen Gockel-Platzhalter ersetzt worden war. Die Dialoge, seine Sprüche, vieles ist wieder authentischer und Rockymäßiger und weniger Stallone. Dies liegt auch zu großen Teilen an Prochnow, der Stallone nach einer gefühlten Ewigkeit wieder die einstmalige Schnoddrigkeit wieder gibt. Ich habe nichts gegen Dannebegrs Stallone, aber Prochnow war mir schon immer der liebere Synchronsprecher gewesen, und ihn wieder mit dieser Rolle verschmolzen sehen zu dürfen - und dann auch noch mit den passenden Sprüchen garniert - war fast wie das Tüpfelchen auf dem i.

Also: Wie gesagt, ich sass mindestens die erste Hälfte des Filmes fast schon vor Ehrfurcht erstarrt ob der Qualitäten dieses Filmes und einer Gänsehaut da und konnte einfach nicht glauben, wie gut diese Fortsetzung geworden ist. Für mich ist sie sogar besser als der erste Teil.

Doch: (Trommelwirbel)

Ähnlich wie beim zweiten Teil von Rocky gibt es da den einen Moment, ab dem der Film von einem Spitzenfilm nur zu einem Guten bis sehr guten Film abrutscht, was sich in diesem Fall fast schon wie der Verlust des Weltmeisterkampfes anfühlt: Das ist für mich der Moment, ab dem Adonis über sein Neugeborenes Mädchen sagt, sie sei eine Kämpfernatur, ab diesem Moment geht es bergab. Und jetzt kommen wir in Spoilerterritorium - sorry aber ich kann diesen Film nicht besprechen, ohne über das grundlegende Problem, das ich letztendlich mit dem Finale des Filmes habe, zu sprechen...

1. Rocky bringt Adonis zu einer Wüstenboxtrainingssession: Diese Session ist so hirnrissig wie typisch schäbig-Rocky wie sonstwas. Auch dass der gefühlt komplett dehydrierte Adonis ständig weiter trainiert, ohne ein Schluck Wasser nehmen zu müssen, ist lächerlich. Aber das ist nur die Spitze des Eisberges.

2. Der Kampf selbst: Adonis werden Rippen gebrochen und es ist klar, dass das eine lebensgefährliche Situation ist. Zudem hat Rocky in einer ähnlichen Situation vor Jahren nicht das Handtuch bei Adonis Vater geworfen. Und mittlerweile gibt es quasi-familiäre Bande. In so einer Situation nicht das Handtuch zu werfen und stattdessen eigenmächtig zu entscheiden, dass Adonis weiterkämpft, passt für mich sowas von gar nicht zum Charakter Rocky, wie ich ihn empfinde, dass es in diesem Fall einfach nur der unbedingte Siegeswille amerikanischer Couleur in dieser Art von Film ist, dass ich es als komplett falsch einstufe. Das erinnert mich an den extrem fragwürdigen Endkampf im Karate Kid Remake, wo der Junge fast sein Bein verliert, trotzdem seine Mutter dem 9-jährigen Jungen erlaubt weiter zu kämpfen, und als der Kampf endlich vorbei und - natürlich - gewonnen ist, die Mutter nichts besseres zu tun hat als als erstes den Pokal zu umarmen, anstatt sich um den verletzten Jungen zu kümmern. Das fühlt sich falsch an, und ist in meinen Augen nicht das, wofür Familie steht. Auch als er bewiesen hat, dass er kein Fallobst ist, und seinen Mann stehen kann - Das worum es ihm ja ging! - und mit gebrochenen Rippen am Boden liegt, schreit seine komplette Familie ( das beinhaltet Rocky für mich mit), dass Adonis aufstehen soll. In wohliger Erinnerung ist mir da noch Rocky 1, als alle schreien, er solle einfach nur noch liegen bleiben, weil er ihnen soviel bedeutet und er einfach genug eingesteckt hat, und nur noch sein unbändiger Wille ihn hochtreibt, nicht die Familie. Selbst das verständige Nicken seitens Adrianne anstatt ihn hochzutreiben. Aber nein, Adonis muss im direkten Vergleich vorangetrieben werden! Da ist die Drago-Komponente deutlich humaner und familiärer. Der moralische Sieger ist hier eindeutig die russische Seite, da hier die Familie füreinander einsteht und das betroffene Mitglied auch mal gegen den Willen des Schützlings schützt .

Dieser letzte Aspekt ist so schädlich für diesen sonst so perfekt choreografierten durchgeplanten Film, dass der Film seine ansonsten fast schon verdienten 9 Punkte dramatisch einbüßt. Und das obwohl es hier so viele Verbeugungen vor den Originalfilmen gemacht werden - inkl. Talia Shire Gedächtnis Outfits seitens Tessa Thompson - dass man fast gar nicht anders kann als Fan der ersten Stunde.

Bevor wir zur finalen Wertung kommen: Dass Michael B. Jordan den Film anscheinend auch überhaupt nicht wirklich verstanden hat, merkte man recht schnell anhand einiger Interviews, in denen er ernsthaft in Erwägung zog, in einem noch nicht mal bisher bestätigten dritten Teil gegen einen eventuellen Sohn von Clubber Lang anzutreten.

Ich persönlich hoffe - wie schon seit eigentlich seit dem fünften Teil - endlich das Letzte von Rocky gesehen zu haben. Denn ganz ehrlich: Ich möchte nicht sehen, wie Rocky auf dem Totenbett liegt, ich habe seine Story zur Genüge verfolgt, er verdient seine Ruhe und Intimsphäre. Und bis auf den Aussetzer am Ende des Filmes ist sein Chrakter hier mit Erfolg zu Ende besprochen.

Auf weitere Geschichten aus dem Hause Creed bin ich aber gespannt wie ein Flitzebogen, gerne mit einem Rückkampf gegen die Dragos. Aber dann bitte mit der nötigen Konsequenz auch gegen Ende des Folgefilmes.

Also dann: leider nur starke 8 Punkte ! (Und vielleicht der zweitbeste Film der bisherigen Reihe)

Creed 2 - Rocky’s Legacy Bewertung
Bewertung des Films
810
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MobyDick : : Moviejones-Fan
15.04.2019 13:36 Uhr
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There you go: Damit ist meine Besprechung der kompletten Rocky-Reihe final!

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