Moviejones.de ist ein kostenloses Angebot, welches sich durch Werbung refinanziert. Adblocker minimieren die Einnahmen monatlich um 40%. Wenn du möchtest, dass wir auch in Zukunft unsere Redakteure bezahlen können, deaktiviere bitte deinen Adblocker.

Du willst dennoch keine Werbung oder diese deutlich minimieren?

Hier mehr erfahren
Moviejones finanziert sich nur über Werbung
Möchtest du MJ helfen, deaktivere bitte deinen Adblocker. Falls du dennoch weniger Werbung sehen willst und das sogar kostenlos, erfährst du hier mehr.

Der verlorene Sohn

Kritik Details Trailer Galerie News
Todsünde

Der verlorene Sohn Kritik

Der verlorene Sohn Kritik
0 Kommentare - 16.02.2019 von Moviejones
Wir haben uns "Der verlorene Sohn" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Der verlorene Sohn

Bewertung: 3.5 / 5

Der verlorene Sohn setzt sich mit dem Thema Konversionstherapie auseinander, das in einigen Ländern weiterhin Anwendung findet, darunter auch in den USA. Speziell im sogenannten Bible Belt ist es Homosexuellen mitunter unmöglich, keinem Spießrutenlauf ausgesetzt zu sein und basierend auf den Erfahrungen von Garrard Conley schuf Regisseur Joel Edgerton einen eindringlichen Film über Macht, Verbot und sexuelle Freiheit.

Der verlorene Sohn Kritik

Jared (Lucas Hedges), ein junger Mann von fast 20, erkennt, dass er homosexuell ist. Im Gespräch mit seinen Eltern, einem strenggläubigen Pfarrer (Russell Crowe) und einer ebenso religiösen Mutter (Nicole Kidman), wird ihm vorgehalten, dass sein potentieller Lebensweg nur Missachtung und religiöse Pein nach sich ziehen wird. Also entschließt sich Jared, sich einer sogenannten Konversionstherapie zu unterziehen: In einer Anstalt werden unter den aufmerksamen Augen des Leiters und Predigers Victor Sykes (Edgerton) junge Leute gefordert, sich sexuell umzuorientieren, in festem Glauben an Gott. Jared lässt die psychologische Tortur über sich ergehen, kommt aber schnell an den Punkt sich entscheiden zu müssen, ob dieser oder jener Weg Erlösung verspricht...

Trailer zu Der verlorene Sohn

Mit Der verlorene Sohn, der zweiten Regiearbeit von Joel Edgerton, ebenfalls mit ihm in einer tragenden Rolle, wird ein verstörendes Thema angesprochen, das in vielen Teilen der Welt noch zum Kanon gehört. Konversionstherapien, auch bekannt als Reparativtherapien, haben das Ziel, Menschen Homosexualität abzuerziehen, häufig aus religiösen Strömungen hervorgehend und in der Überzeugung, dass diese Neigung nur anerlernt ist. In den meisten Ländern gibt es kein gesetzliches Verbot, in den USA, wo der Film spielt, wurden bereits Verbote in einigen Bundesstaaten ausgesprochen bzw. sind geplant, so wie inzwischen auch in Deutschland.  

Speziell im Bibelgürtel, von wo Garrard Conley stammt, auf dessen Memoiren der Film aufbaut, sind diese Ansichten verbreitet und so unterziehen sich Menschen aus Druck, auf Wunsch ihrer Familienangehörigen oder welchen Gründen auch immer diesen sehr obskuren "Heilverfahren", allein mit dem Ziel, wieder ein ordentliches Mitglied der (christlichen) Gesellschaft zu werden. Der verlorene Sohn zeigt auf erdrückende Weise das spezielle Schicksal eines jungen Mannes, der um die Anerkennung und Liebe seiner Familie kämpfend sich zu solch einem Verfahren entschließt. Das Thema ist in seiner Art so rückwärtsgewandt, bestimmte Ansichten und Persönlichkeiten wie Victor Sykes dermaßen angsteinflößend, so dass das Zuschauen schmerzt. Nicht nur, dass Therapien angewendet werden sollen, um etwas zu heilen, was nicht heilbar ist, ist der brennende Glaube an einen Gott, der die jungen Menschen in ihrem Sein offenbar abgrundtief hasst, ein Zeichen purer Misanthropie.

Mit Edgerton, Nicole Kidman und Russell Crowe in wichtigen Rollen profund besetzt, liegt das Herz des Films aber auf Lucas Hedges als Jared, der die Rolle vor, inmitten und nach dem Prozedere sehr einfühlsam spielt. Er taumelt zwischen Überzeugung und Widerwillen und macht die Erlebnisse von Garrard Conley greifbar, auch dem Drehbuch von Edgerton geschuldet, das Blick für Details hat. Der Film lehnt sich dabei thematisch an Vorgänger wie The Miseducation of Cameron Post an und arbeitet das konservative Dogma über Darsteller, Set und Lichtgestaltung sehr greifbar auf.

So gestaltet sich Der verlorene Sohn als eindringliches Drama, das im Jahr 2019 für viele Zuschauer sehr anachronistisch wirken dürfte und einen Einblick in eine streng gläubige, von der Abkehr von Todsünden getriebene Gesellschaft bietet. Es ist ein schwerer Film, der auch etwas zäh wirkt, aber bedauerlicherweise immer noch nötig ist.

Der verlorene Sohn Bewertung
Bewertung des Films
710
Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie
DVD & Blu-ray
AmazonAmazonAmazonAmazonAmazon

Weitere spannende Kritiken

Wir Kritik (Redaktion)

Go, Jordan!

Poster Bild
Kritik vom 14.03.2019 von Moviejones - 7 Kommentare
Wie schon sein spiritueller Vorgänger Get Out ist Wir auf eine schwer zu beschreibende Art verstörend, bleibt beim Zuschauer haften und regt zum Nachdenken an. Dabei ist der Film auf den ersten Blick nur ein gewöhnlicher Horrorfilm, mit einer interessanten, aber abgedrehten Idee und t...
Kritik lesen »

Captain Marvel Kritik (Redaktion)

Keine Zeit für Überraschungen

Poster Bild
Kritik vom 06.03.2019 von Moviejones - 176 Kommentare
Back Widow ist auf Dauer nicht genug, das MCU hat eine starke Frau in einer Hauptrolle nötig gehabt. Carol Danvers, die Superheldin aus der B-Reihe lässt sogar einen Tony Stark erblassen und Oscar-Gewinnerin Brie Larson ist perfekt für die Rolle geeignet. Die Gags sitzen und Fans des ...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Horizont erweitern

Was denkst du?