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Die Piratenbraut

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Die Piratenbraut Kritik

Die Piratenbraut Kritik

Die Piratenbraut Kritik
0 Kommentare - 10.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Die Piratenbraut" ist.

Bewertung: 3 / 5

Die Freibeuterin Morgan Adams (Geena Davis) ist die Tochter von dem berüchtigten Black Barry (Harris Yulin). Dieser wurde von dem Piratenkapitän Douglas „Dwag“ Brown (Frank Langella) ermordet, der gleichzeitig ihr Onkel ist. Nun will Adams mit ihren Begleitern auf die Insel Cutthroat Island, wo ein sagenhafter Schatz liegen soll. Das Problem ist nur, daß der genaue Standort des Schatzes auf mehreren Karten gekennzeichnet wurde. Bisher besitzt Adams aber nur eine der drei Karten und versucht alles, um den Rest i ihren Besitz zu bekommen. Brown verfolgt das gleiche Ziel und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Es gibt Filme, die haben einen dermaßenen Ruf, ob ihrer Schlechtigkeit. Diese Filme sind zumindest dann in Insider-Kreisen so legendär, daß man schon mit einer gewissen Grundstimmung und vielleicht etwas Abneigung an das Werk herantritt und sich fragt, was die Katastrophe dahinter eigentlich so unerträglich macht. Beispiele dafür gibt es ja genügend, altough if enough People would love each other, the world would be a better Place. Nun kann man sagen, daß dieser Film hier wirklich nicht das aufregendste ist, was man sich vorstellen kann. Viel zu seicht und klischiert kommt diese Geschichte um eine Schatzsuche, Meuterei, einen jungen Helden und all diesen Klischees daher, die eben deshalb Klischees sind, weil man als Zuschauer daran gewöhnt ist. Die Piratenbraut macht gar keinen Hehl daraus, daß sie sich an den großen Vorbildern bedient und vor allem einen sehr stumpfsinnigen Abenteuerfilm präsentieren möchte. Das aufregendste daran ist maximal, daß er nicht wie neuere Arthaus-Versuche geerdet und künstlerisch daherkommen möchte, so etwa im Stile von Die versunkene Stadt Z (2016) oder Jungle (2017) und auch nicht mit einem nicht vorhandenen Abenteuer lockt, wie etwa The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt (2022). Doch insgesamt muss man sagen, daß hier ein Film seinen Gang geht, der nur daraus besteht, daß Figuren von A nach B gehen.

Überdies wird Die Piratenbraut seinem Ruf aber sicherlich nicht gerecht. Denn dafür muss man sagen, ist alles andere viel zu unterhaltsam. Renny Harlin liefert hier großartige, weil große Bilder und inszeniert sein 17. Jahrhundert mit einer Freude und Größe, wie man sie sonst nur aus großen Kostüm- und Monumentalfilmen kennt. Das braucht sicherlich um ein wenig in Fahrt zu kommen, was anhand der dünnen Geschichte wahrlich lächerlich erscheint. Auf der anderen Seite bleibt der Spaß in jedem Fall dann bestehen. Und so liefert der Film eine zwar recht überschaubare Geschichte, die die üblichen Manierismen des Genres bedient, dafür aber gekonnt in eine neuere Epoche verfrachtet. Und so kann man auch sagen, daß Regisseur Harlin zum Beispiel eine relativ unaufgezwungene und starke Frauenfigur in den Mittelpunkt rückt. Keine Jungfrau in Nöten, die sich nicht zu helfen weiß. Zumindest nicht weniger, als es sowieso in jedem Film der Fall wäre. Dazu muss man sagen, auch wenn das im heutigen Blockbuster wie etwas sehr Ungewöhnliches klingen mag, kann der Film einen gewissen Esprit in Sachen Sexualisierung, mitsamt Feminismus vereinen. Es geht also auch so und während zum Beispiel der wirklich seltsame Charakter William Shaw hier auf eine sichere Nummer hofft, schlägt die von Davis gespielte Morgan Adams ihm durchaus intellektuell ein Schnippchen.

Klar kommt der Film dabei in gewisser Weise ohne großen Appeal aus und man kann auch sagen, daß er inhaltlich jetzt nicht gerade das Rad neu erfindet. Auf der anderen Seite verschafft ihm das sympathische Spiel und die lockere Inszenierung eben auch ein gewisses Charisma, wodurch es schwerfällt, den Film nicht zu mögen. Jedes Klischee, von Trunkenbolden, über das sich beweisen wollen, bedient der Film. Und damit steht vor allem Spaß im Vordergrund. Man geht hier mit einer interessanten Naivität an das Werk heran. Denn immerhin kann man sagen, genießt Harlin, was er da auf die Leinwand bringt. Es ist mitunter wie im Spielzimmer eines achtjährigen, nur, daß man die Action und alles was passiert, auch noch nachvollziehen kann. Dann springen sie von Klippen, suchen einen Schatz und verlieben sich. Tja, Michael Bay, so kanns also auch gehen. Man kann, trotz dessen, daß Die Piratenbraut eigentlich einer der größten Flops der Filmgeschichte darstellt, immer noch den Einfluss spüren, den das Werk auf spätere Vertreter haben sollte. Eigentlich gibt es aber das Genre auch abseits von Fluch der Karbik (2003) ja nicht wirklich. Doch da sind schon die ein oder anderen Anspielungen auf Harlins Werk zu finden. Und es ist dabei, vor allem durch den grandiosen Soundtrack von John Debney ebenso unterhaltsam.

Klar lässt Die Piratenbraut auch wieder Raum für Semi-Freudsche-Analysen um die Verbindung zum Vater und ja, daß spielt zwar auch nur am Rande eine Rolle. Stattdessen nämlich will Harlin den Zuschauer eher unterhalten und sucht dafür absurd schöne Sets und Kulissen. Das kann mitunter zum Problem werden, weil der man damit natürlich über die eigentliche Problematik vom Film hinwegtäuscht und stattdessen eher die drohende Leere eines Inhalts stattfinden könnte. Auf der anderen Seite muss man sich aber auch fragen, ob das Blockbuster-Kino nicht gut daran täte, wenn es aufhörte, so zu tun, als sei es wirklich geistreich.

Große Bilder, wenig Inhalt. Ein typisches Hollywoodprodukt ist Die Piratenbraut also. Ja, ob der Film nun wirklich der Mörder des Piratenfilms sein sollte, zu welchem er wohl gemacht wurde, sei mal dahingestellt. Tatsächlich macht er für kurze Zeit durch beeindruckende Sets und gut gelaunte Schauspieler erheblichen Spaß.

Die Piratenbraut Bewertung
Bewertung des Films
610

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