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Ender's Game - Das große Spiel

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Gebt die Welt in Kinderhände

Enders Game - Das große Spiel Kritik

Enders Game - Das große Spiel Kritik
23 Kommentare - 21.10.2013 von Moviejones
Wir haben uns "Ender's Game - Das große Spiel" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Enders Game - Das große Spiel

Bewertung: 2 / 5

In Enders Game - Das große Spiel steht das Schicksal unserer Spezies auf Messers Schneide: Vor Jahrzehnten wurde die Menschheit von einer Alienrasse, den Formics, angegriffen, Millionen Menschen kamen dabei ums Leben. Nur durch den tapferen Einsatz des Strategen Mazer Rackham (Ben Kingsley) gelang es uns, den Sieg davonzutragen. Eine kurze Verschnaufpause, denn auch Jahrzehnte später stellen die Formics eine immanente Bedrohung für die Menschheit dar, denn ständig muss mit einer größeren Invasion gerechnet werden. Aus diesem Grund wurde ein neues Rekrutenprogramm ins Leben gerufen, mit dem ein neuer Stratege - besser noch als der Held Mazer Rackham - gefunden werden soll. Kinder sind für das Militär die logische Option: Geschult in Videospielen und schneller in der Auffassungsgabe werden sie trainiert, um unter ihnen einen Commander zu finden, der die menschliche Flotte gegen die Formics in die Schlacht führen kann. Colonel Hyrum Graff (Harrison Ford) ist für die Rekrutierung und das Training der jungen Kadetten zuständig und findet in dem Jungen Ender Wiggin (Asa Butterfield) den idealen Kandidaten. Und so will Graff aus Ender den Soldaten formen, der die Menschheit retten kann...

Hollywood steht auf Literaturverfilmungen, dies war schon immer so. Eine vorgefertigte Geschichte und eine eingebaute Fanbasis, was kann da schon schiefgehen? Und so erreichen uns immer wieder gelungene Buchverfilmungen wie die Der Herr der Ringe-Saga, die liebevollen, wenn auch nicht perfekten Harry Potter-Filme oder aktuell Die Tribute von Panem - The Hunger Games. Dann gibt es aber auch Buchverfilmungen wie World War Z und Starship Troopers, die zwar nichts mit ihren Vorlagen gemein haben, aber auf ihre Art und Weise unterhaltsame Filme sind. Wenn es sich um einen Science Fiction-Klassiker wie Enders Game - Das große Spiel von Orson Scott Card handelt, standen die Vorzeichen also durchaus gut, dass uns hier eine Buchadaption erwartet, die an einem der beiden Enden jener Skala landet. Hat das Buch von seiner Komplexität her durchaus Ähnlichkeiten zu Robert Heinleins Starship Troopers. Doch während die Bugs und die mobile Infanterie auf einen visionären Regisseur in Paul Verhoeven trafen, hatte Enders Game - Das große Spiel nur Gavin Hood (X-Men Origins - Wolverine). Womit wir schon bei einem Teil des Problems wären.

Trailer zu Enders Game - Das große Spiel

Wie sang Grönemeyer einst, "gebt die Welt in Kinderhände" - die Idee scheint auch Gavin Hood mit Enders Game - Das große Spiel aufgegriffen zu haben, ganz wie im Roman. Wo dies dort aber Sinn macht und intelligent erklärt wird, schießt Hood jämmerlich übers Ziel hinaus. Videospielerfahrung und schnellere Auffassungsgabe sind allein kein Argument, um den Einsatz dieser Kindersoldaten auch nur ansatzweise glaubwürdig darzulegen. Asa Butterfield erlebt als Ender - und selten haben wir einen Darsteller so fehlgecastet erlebt mit solch schrecklicher Synchronstimme - ein Training im Zeitraffer. Weswegen das gesamte "Spiel" auch schnell dazu verkommt, eine lustige Runde Harry Potter im All zu sein. Statt Hufflepuffs und Slytherins sind es eben die Salamander und Drachenbrigade, denen Ender mal mehr, mal weniger angehört. Dies funktioniert im Buch, da hier eine wichtige Komponente zum Tragen kommt: Die massive Manipulation der Rekruten und speziell von Ender. Im Film wird dies zwar durch Harrison Ford als Colonel Graff angedeutet, aber nur so spärlich und harmlos, dass die komplette Reflexion dessen, was hier eigentlich geschieht, untergeht - nämlich das massive Heranzüchten von Kindersoldaten für den einen. Zwar hegt Ender zunehmend Zweifel daran, ob der Krieg gegen die Formics gerechtfertigt ist, da etliche Romanpassagen aber zugunsten der Laufzeit von 114 Minuten gestrichen wurden, bleibt für Tiefgründigkeit keine Zeit.

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23 Kommentare
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MovieMeister : : Moviejones-Fan
23.04.2014 16:13 Uhr | Editiert am 23.04.2014 - 16:17 Uhr
0
Dabei seit: 23.04.14 | Posts: 1 | Reviews: 0 | Hüte: 0
Kenne das Buch leider nicht und bin mir daher beim Film auch nicht sicher ob er wirklich gut oder schlecht ist. Optisch gibts nichts zu meckern.
Zumindest weiß ich jetzt, wo die Harry Potter Spielidee herstammt wink *ohoh da steinigen mich jetzt die Fans*

Auch das man die Story kompakt in einem kurzem Zeitraum verpackt hat, ohne Jahre zu erzählen, damit kommt man wohl klar, man kann sich die Handlung in der Zwischenzeit ja denken.

Aber es ist nunmal Fiktion und da kann ich das mit der Kinder -> Soldat-Ausbildung irgendwo auch nachvollziehen, auch wenn ich nicht weiß, ob die Annahmene (Kinder=bessere Soldaten) denn tatsächlich so stimmt.
Das lasse ich mal im Raum stehen, das hat mich auch nicht gestört.

Was mich aber am meisten stört ist eine unlogische Sache:

[spoil]Man baut für Unsummen, mit immensen Ressourcen, eine gewaltige Flotte, dazu noch eine riesige Superwaffe und man braucht dann allen ernstes ein Kind, welches die Flotte zu einem Planeten fliegt, um EINEN finalen Schuss abzugeben?[/spoil]

Das kapiere ich nicht!

Mir ist auch unbegreiflich, wie man eine solch gigantische Superwaffe bauen kann ohne die Auwirkung zu kennen, denn dann wäre das mit den Kindern wieder logisch.

Vielleicht muss ich mir doch mal das Buch anschauen, evtl. wirds da ja irgendwie erklärt.
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wiesi200 : : Moviejones-Fan
09.11.2013 17:48 Uhr
0
Dabei seit: 04.04.11 | Posts: 123 | Reviews: 0 | Hüte: 1
Also ich habe vor kurzem auch das Buch gelesen und muss sagen das ich vom Film doch sehr enttäuscht bin und nur ein Mittelklassiger SiFi Film daraus geworden ist.

Vor allem die erste Hälfte.
[spoil]
Alleine schon das die Ausbildung von mehreren Jahren auf um die 30 Tage runtergekürzt worden ist. Hier kann man nicht versehen warum Ender nach dem großen Ausbildungskampf gegen zwei Trupps nicht mehr weiter will.
[/spoil]

Aber ich glaube die Vorlage war einfach nicht vernünftig in einem Film unterzubringen aber auch nicht in zwei Teile zu Splitten wo das Publikum das auch mitmacht.

Zum Buch:
[spoil]
Die Krabbler haben die Erde ja zwei mal angegriffen und es fand auch kein Rückzug nach dem zweiten Angriff statt. Die Königin wurde durch Maze getötet was die Vernichtung der ganzen Streitkraft bedeutete.
Die Menschheit sichte darauf ihre Flotte fort mit dem Motto: "Die oder Die ganze Menschheit". Was man auch gut verstehen kann. Und erst nach dem Ender den Xenozid ausgeführt hat begriff er erst "wirklich" das es ein Verständigungsproblem war, die Vermutung hatte er aber schon im Vorfeld, und das auch die Krabbler am Anfang nicht begreifen konnten das die Menschheit empfindungsfähig ist. Das merkend die erst als es zu spät war.
[/spoil]
Avatar
Cairbre : : Moviejones-Fan
30.10.2013 07:55 Uhr
0
Dabei seit: 23.11.11 | Posts: 257 | Reviews: 0 | Hüte: 3
Wahrscheinlich ist das einer dieser Filme für die es besser ist die Vorlage nicht zu kennen. An den zahlreichen Erläuterungen der Buchkenner lässt sich denke ich mal gut ablesen, dass der Film für diese eher entäuschend ist, weil bei der Transformation in einen Spielfilm zuviel zusammengefasst und weggelassen wurde.

Als Nicht-Buchkenner fand ich den Film aber sehr unterhaltsam, durchaus kritisch und auch rund. Die fehlenden ausführlichen Hintergründe stören da kaum, wenn man (wie in den meisten SF-Filmen notwendig) einfach die Rahmenbedingungen des Films (-> Kinder sind am besten geeignet, es ist keine Zeit mehr weil die Entscheidungsschlacht kurz bevor steht) akzeptiert. Dazu gibt es dann schnelle Storyentwicklung ohne Atempausen, gute Schauspieler und beeindruckende Optik. Macht sogar Lust, mal das Buch zu lesen smile

Sicherlich wären 30 Minuten mehr für komplexere moralische Auseinandersetzungen schön gewesen. Trotzdem ist es so für mich gute SciFi-Unterhaltung mit Botschaft geworden, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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Han : : Space Cowboy
28.10.2013 10:22 Uhr
0
Dabei seit: 14.04.13 | Posts: 1.977 | Reviews: 8 | Hüte: 102
Ich liebe seit jeher nicht nur den Film sondern auch das Buch. Beide Medien geben mir auf so unterschiedliche Weise Stoff zum Träumen und erweitern meinen Horizont.
Weil die Mechanismen der beiden Medien so unterschiedlich funktionieren, fasziniert es mich jedesmal, wenn eine Übertragung von Buch zu Film stattfindet, also eine Adaption. Häufig lese ich dann noch schnell das Buch, wenn ich mitbekomme, dass dazu ein Film kommen soll. So geschehen auch bei Enders Game, auf welches ich erst durch den kommenden Film aufmerksam wurde und deshalb vor ein paar Monaten las! Wie so oft war das eine echte Bereicherung, denn das Buch ist wirklich großartig! Der Film ist es leider nicht. Er ist nicht schlecht, aber im Vergleich zum Buch fehlt doch einiges der Strahlkraft. Das meiste hat Leia (und auch die MJ-Kritik) schon ganz richtig genannt, ich will mich daher kurz fassen.
Erstens war der Film viel zu kurz. Die Ausbildung Enders ging mir viel zu schnell, alles wirkte heruntergespult. Im Nachhinein hätte ich sogar 2 Filme aus dem Buch gemacht (am Stück gedreht), um das voll und ganz zu entfalten. Wie schon genannt, fehlten wichtige Hintergründe, ohne die vieles einfach komisch und dumm auf den Zuschauer wirkte (z.B. warum Kindersoldaten?).

Das zweite was mich wirklich störte und den Film in meinen Augen noch viel mehr schadete:
[spoil]Im Buch gibt es 2 Mindfucks, von denen mir der zweite fast die Tränen in die Augen trieb![/spoil]
[spoil]1) Ender und sein Team spielen keine Simulation, sondern kämpfen tatsächlich gegen die Krabbler aka Formics. Diese hammerharte Erkenntnis konnte sich der Zuschauer schon vorher denken, durch eine total dämliche und überflüssige Szene, in der Ford auf einem Bildschirm die Ankunft der Flotte beobachtet. Warum nur macht man sowas? Das Buch hat dies so genial verborgen, dass man da nie auch nur eine Ahnung hatte! Sehr schade.[/spoil]
[spoil]2) Weitaus schlimmer, weil dieser Mindfuck im Film gar nicht wirklich kommt: Die Krabbler sind nicht böse! Sie sind sogar gut, haben aufgrund ihrer völlig anderen Intelligenz aber einfach nicht kapiert, dass sie es mit intelligentem Leben zu tun hatten. Als sie es verstanden, haben sie sich sofort zurückgezogen und seitdem verzweifelt versucht, Kontakt mit den Menschen aufzunehmen. Da sie anders kommunizieren (per Telepathie) war ihnen das bisher aber nicht möglich. Als der Vergeltungsangriff kam, haben sie sich natürlich dagegen gewehrt. Dennoch wussten sie schon irgendwie, dass sie gegen Ender keine Chance haben würden und nahmen ihr Schicksal als Strafe/Buße an. So habe ich das jedenfalls interpretiert und es hat mich fertig gemacht. Im Film kommt das gar nicht wirklich raus, da vermutet Ender das nur. Wie bescheuert! Diese Erkenntnis traf ihn und den Leser mit einer solchen Wucht und Intensität, das wäre auch im Film ein Wahnsinnsmoment gewesen! frown[/spoil]

Was bleibt ist ein etwas unausgegorener SciFi-Film, der hauptsächlich durch seine Effekte überzeugen kann (diese sind wirklich gut gemacht), aber die geniale Geschichte des Buches nicht würdig adaptiert bzw. die zentralen Themen nicht gut genug herausarbeitet. 5/10 Krabbler

"In der Geschichte passiert alles zweimal. Das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce." - J.J. Abrams

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MarieTrin : : Mrs. Justice
25.10.2013 19:35 Uhr | Editiert am 25.10.2013 - 19:51 Uhr
0
Dabei seit: 11.09.11 | Posts: 1.907 | Reviews: 27 | Hüte: 46
@Leia
Naja, eigentlich hatte ich den Film ganz oben auf meiner Kino-Liste. Mich hatte auch ehrlich gesagt, die Verfilmung zu dem Buch gebracht und die gute und interessante Leseprobe hat den Rest getan. Ich habe mich nur in meinen bösen Vorahnungen bestätigt gesehen, als ich diese Kritik gelesen habe und hatte einem Kinobesuch deutlich kritischer gegenüber gestanden. Gerade bei den heutigen Preisen kann man eben nicht alles im Kino sehen wink Aber du meintest ja, dass der Film an sich mittelmäßig und nicht überirdisch schlecht ist und eigentlich bin ich schon sehr neugierig wink

[spoil]Ja, jetzt wird es viel klarer ^^ Das Buch ist da wirklich komplex und nach einmaligem Lesen und in der Fremdsprache bin ich da vielleicht nicht ganz durchgestiegen. Diese völlige Vernichtung, damit gar keine Bedrohung mehr da ist, hat bei dem Schulkind eindeutig zu dem Tod geführt, aber nicht bei Bonzo. Da hat Ender ja als erste Verteidigungshandlung den Kopf gegen den von Bonzo gestoßen. Dass dieser Stoß tödlich war, war aber aus meiner Sicht vielmehr ein Zufall. Aber die nachfolgenden Aktionen von Ender, der schon gefühlt hatte, dass Bonzo tot ist, unterstützen die obige Aussage wieder.[/spoil]
[spoil]Ich bin ehrlich gesagt auch irgendwo etwas zwiegespalten, den Angriff der Menschen in dem Fall als Sünde zu bezeichnen. Bzw., ich kann die dargestellte Handlung der Menschen im Buch nachvollziehen, ohne sie gut zu heißen. Einen geschlagenen Gegner noch weiter zu demütigen und bis in den Tod zu treiben, ist eindeutig eine Sünde und in höchstem Maße unmoralisch. Nur bin ich, auch in Folge des von mir ausgeübten Kampfsportes (Fechten), auch wieder der Meinung, dass Angriff (jedenfalls oft) die beste Verteidigung ist, wenn man sich in die Enge gedrängt fühlt. Die Verantwortung eines Genocides und vor allem die Entscheidung darüber einem getäuschten Kind zu überlassen, ist aber absolut nicht gerechtfertigt und kann mit keiner Entschuldigung gut gemacht werden. Und da sind wir letztendlich wieder einer Meinung :-) Aber die ganze Problematik wird ja im Buch auch durch die Erzählung des Prozesses von Graff deutlich, in dem Graff aber freigesprochen wird..[/spoil]

Jetzt bin ich noch gespannter, wie (auch vll. wie schlecht) das im Kino umgesetzt wurde und ob ich eine weitere miese Buchverfilmung auf meine Liste setzen kann.

Que la loi soit avec toi!

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Leia : : Prinzessin
25.10.2013 17:18 Uhr | Editiert am 25.10.2013 - 17:31 Uhr
0
Dabei seit: 14.04.13 | Posts: 558 | Reviews: 13 | Hüte: 56
@Marie:
Wieso überredet laughing War mir gar nicht bewusst, dass ich sooo viel überschwängliches Lob rausgelassen hab. Hehe~

[spoil]Also Du hast in sofern schon Recht, dass die Menschen nicht verstanden haben, wieso sich die Krabbler plötzlich zurückgezogen haben, aber es ist Fakt, dass die Menschen den Krabblern zu ihrem Heimatplaneten gefolgt sind, ohne darüber nachzudenken, weswegen sich die Alienflotte zurückgezogen hat. Denn Mazer Rackham hat ein "Mutterschiff" vernichtet, aber es gibt ja mehrere Königinnen und selbst wenn die Menschen es so verstanden haben, dass sie die Erde vor dem Feind erfolgreich verteidigt haben, einen Rückzug kann man nicht falsch verstehen und darin liegt die Sünde, die der Mensch bewusst getätigt hat und was auch Ender strategisch immer wieder getan hat. Auf einen sich zurückziehenden Feind weiter einprügeln, bis dieser komplett vernichtet ist. Dass dies ein moralischer Fehler ist, wissen die Verantwortlichen, denn sonst hätten sie Ender gesagt, dass er sowohl das Schulkind am Anfang, als auch Bonzo totgeprügelt hatte. So verschwiegen sie es, damit er sich nicht vor seiner eigenen Tat erschreckt und sie verschwiegen auch ihre eigene Intention, Vergeltung zu üben und die seit 80 Jahren (im Film waren es glaub ich 50 Jahre) nicht mehr angreifenden Aliens so lange in deren Heimatsystem zu attackieren, bis von denen nichts mehr übrigbleibt. Und in Ender sahen sie jemanden, der sich in seiner unverbrauchten Natur nicht davor scheut, große Opfer zu bringen. Aber auch nur unter dem Deckmantel des Spiels, aus Angst, er könne in der Wirklichkeit selbst auch nicht den Weg bis zum bitteren Ende wagen. So habe ich das für mich wahrgenommen. Und ich bezweifle, dass die Krabbler nicht schon auf anderem Weg versucht haben, Kontakt aufzunehmen, als die Menschen heranrückten. Nur eben bei Ender in Form seiner Träume und dieses Gedankenspiels hat es funktioniert. Doch leider konnte er aufgrund den zurückgehaltenen Informationen der Erwachsenen nicht die wichtigen Schlüsse daraus ziehen. Die Menschen haben zumindest gewusst, dass der Feind in einer Schlacht besiegt wurde und sich zurückzog. (Aus welchen Gründen auch immer, ob aus Angst oder Verständnis und Respekt) Nur rechtfertigt das nicht, weiter auf den Feind einzutreten, nur weil dieser eben nicht mehr angreift. Man hätte entsprechende Verteidigungsmaßnahmen einleiten können, aber keinen prophylaktischen Vergeltungsschlag. Das meinte ich mit Lüge. Ich hoffe, man kann das nachvollziehen, denn das Buch ist da einfach so komplex X,X[/spoil]

Hören Sie... ich weiß nicht, wer Sie sind, und auch nicht, woher Sie kommen, aber von jetzt an tun Sie, was Ich Ihnen sage, OK!?!

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MarieTrin : : Mrs. Justice
25.10.2013 16:33 Uhr
0
Dabei seit: 11.09.11 | Posts: 1.907 | Reviews: 27 | Hüte: 46
@Leia
Dann werde ich ja jetzt indirekt doch noch dazu überredet, ins Kino zu gehen wink
Zu Mazer Rackham.
[spoil]Ich habe das Buch vor einem Monat oder so zum ersten Mal gelesen und auf englisch. Vielleicht habe ich einfach wegen des sprachlichen, weil mein Englisch ein bisschen eingerostet ist, das nicht richtig verstanden. Aber für mich kam es mehr so rüber, als dass man nicht wirklich wusste, ob die Aliens wieder angreifen oder nicht. Sie hatten nur die Aussagen und die Bilder nach Mackhams Angriff auf den Kreuzer der Königin. Die Aliens waren in dem Moment geschockt und konnten so verstehen, dass die Menschen Individuen sind. Aber diese Erkenntnis konnten sie den Menschen ja nie wirklich mitteilen. Das konnten sie erst dadurch, dass Ender den Kokon der Alienkönigin gefunden hat. Die Aliens wussten, dass die Menschen sie nun im Gegenzug angreifen werden. Und die Menschen wussten wiederum nicht, dass alles auf einem riesigen Missverständnis fußte. natürlich spielt auch mit rein, dass die Militärs den Krieg führen wollten, dass nur dadurch der scheinheilige Frieden auf der Erde durchgesetzt werden konnte. Vielleicht habe ich da auch was überlesen, ich fühlte mich gegen Ende des Buches sowieso wie Ender, vollkommen überrumpelt und musste erst einmal alles Revue passieren lassen.[/spoil]

Que la loi soit avec toi!

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Leia : : Prinzessin
25.10.2013 13:34 Uhr
0
Dabei seit: 14.04.13 | Posts: 558 | Reviews: 13 | Hüte: 56
So sehr mir das Herz bei diesen Worten blutet, aber Ja... Enders Game war irgendwie eine Enttäuschung.
Der Film war jetzt keine Katastrophe im eigentlichen Sinne, aber doch schon ziemlicher Durchschnitt, was in anbetracht der Buchvorlage eigentlich niemals hätte passieren dürfen.
Von den Effekten und der Optik her hat alles gepasst und vor allem die Kampfschule hatte viele visuelle Highlights zu bieten. Auch an den Schauspielern konnte ich nichts aussetzen, da sie alle das höchste der Gefühle rausgekitzelt haben, was das schwächelnde Drehbuch zugelassen hat. Vor allem Ender fand ich extrem gut besetzt, denn Asa Butterfield bekommt diesen schmalen Grat zwischen unnahbar und sehr verletzlich richtig gut hin und kommt meiner Buchvorstellung als Person schon extrem nahe.
Was allerdings wahnsinnig schiefgelaufen ist, und das hat MJ ja auch schon in ihrer Kritik erläutert, ist das Drehbuch und der Storyablauf. Es gab schon die ein oder anderen bewegenden, schockierenden und spannenden Momente, aber ich glaube, das liegt daran, dass ich das Buch kenne und mein Hintergrundwissen dazu die Lücken automatisch füllt, die der Film in unsagbaren Größenordnungen vorzuweisen hat. Wenigstens eine kurze Einleitung wäre doch drin gewesen, in was für einer Art Gesellschaft sich die Menschen der Zukunft befinden, denn das empfinde ich als enorm wichtigen Grundstein, um die komplette Motivation zu verstehen, Kinder in die Verantwortung der Kriegsführung zu stellen.
Achtung, meine Spoiler beinhalten viel Buchinhalte, die sich NICHT mit den Filminhalten decken, also nicht lesen, wenn man nur den Film kennt und wegen des Buches nicht gespoilert werden möchte.
[spoil]Stattdessen wurde vollkommen vernachlässigt, was es bedeutet, ein Drittgeborener zu sein oder was es mit dem Sensor im Nacken auf sich hat und welche Bedeutung sie für die Kinder haben. Die Kinder bekommen diese Sensoren, weil sie darüber minutiös untersucht werden, ob sie für die Militärschule überhaupt geeignet sind. Enders Bruder Peter war für die militärische Einrichtung sehr sehr vielversprechend, aber sein Handeln war durch und durch von Brutalität geleitet. Da war Familie Wiggin schonmal durch Peter im Gespräch. Auch seine Schwester Valentine konnte mit enorm hoher Intelligenz punkten, wurde dann aber auch aus dem Programm ausgeschlossen (Sensor wird abmontiert, weil eine weitere Beobachtung nicht mehr von Nöten ist und das Kind wird sich selbst überlassen), weil sie viel zu empatisch und liebenswert war. Doch diesen enorm verheißungsvollen Genpool wollte sich der Staat natürlich nicht durch die Lappen gehen lassen, daher gestatteten sie der Familie, noch ein drittes Kind zu bekommen (ein höchst schlechtangesehenes Kind in dieser Gesellschaft), das dahingehend genmanipuliert wurde, dass es wieder ein Junge wurde und (ich habe es zumindest so verstanden) von beiden Geschwistern die besten Gene abbekam. Daher hatte man auf Ender, dem Drittgeborenen natürlich ein besonderes Augenmerk gelegt, einfach weil die Geschwister schon so vielversprechend waren. Und daher rührt auch die agressive Rivalität zwischen Ender und seinem Bruder, was sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht, im Film aber nur eine Randnotiz war.
Aber auch die höchst zerbrechliche Übereinkunft der beiden Weltmächte, aufgrund des gemeinsamen außerirdischen Feindes und wie die beiden Geschwister unter dem Pseudonym Locke und Demosthenes anfangen, die Politik auf der Erde nach und nach zu beeinflussen, während Ender auf der Militärschule war, wurde vollkommen unter den Tisch gekehrt.[/spoil] Das machte es sehr schwer, den weiteren Verlauf nachvollziehen zu können, ohne dass man es für allzu hanebüchen empfand.
Wie MJ bereits bekritelte, fehlt dem Film einfach grundsätzlich Zeit, bzw. wurden die Schwerpunkte viel zu lapidar gesetzt und nicht gut herausgearbeitet. Spätestens bei der Begegnung zwischen Mazer und Ender gab ich jegliche Hoffnung auf, dass das hochemotionale Finale die Aussagekraft bekommt, wie es im Buch der Fall war. [spoil]Denn im Buch kam heraus, dass der schwere Sieg des Helden Reckhams über die Aliens nur eine Lüge war, um weiterhin einen nicht vorhandenen Krieg zwischen den Aliens aufrechtzuhalten (unter anderem wegen dem Waffenstillstand zwischen den beiden Großmächten und um einen Grund zu haben, selbst Invasoren zu werden, die gegen die Aliens in ihrer Heimat vorgehen). Die Aliens wurden nicht besiegt, sie zogen sich freiwillig zurück, nachdem sie verstanden haben, dass die Menschen intelligentes Leben sind. Da die Aliens nämlich ein Schwarm sind und telepatisch kommunizieren, bzw. eine kollektive Intelligenz, ausgehend von der Königin sind, mussten sie erst begreifen, dass der Mensch als Individuum handelt und dementsprechend auch intelligent sein kann. Also zogen sie sich zurück und wären auch niemals wiedergekommen! Die Erklärung im Film war irgendwie extrem dämlich und rechtfertigte zu keiner Zeit die Geheimhaltung, dass Mazer noch lebt.[/spoil]

Ich weiß nicht, wie es Nichtbuchkenner empfinden werden, doch ich befürchte, dass ihnen der Film inhaltlich sehr an den Haaren herbeigezogen vorkommen wird und man aufgrund Enders Zeitrafferausbildung auch gar nicht nachvollziehen kann, worauf die jetzt nun hinauswollen. Die herausgearbeiteten Konflikte drehen sich im Film lediglich im Kreis und kommen nur schwer voran, während alles andere ZU schnell vorangetrieben wird.
Meine Meinung klingt jetzt vielleicht vernichtender, als ich letztlich den Film finde. Er war ganz nett, reine Durchschnittskost eben, aber er hätte SO VIEL MEHR werden können und das ist das Enttäuschende daran.
Echt schade. Ein Meisterwerk des Sci-Fi hätte das werden können, so wurde es lediglich Harry Potter (Buch zu Film Verhältnis sehe ich da ähnlich) im Weltall.

Fänds cool, wenn sich andere Buchkenner dazu äußern (gern auch in einem Forum, falls es hier den Rahmen sprengen sollte). Vielleicht haben sie im Film ja doch das ein oder andere erwähnt und ich habs aufgrund der Geschwindigkeiten nur nicht mitbekommen laughing

Hören Sie... ich weiß nicht, wer Sie sind, und auch nicht, woher Sie kommen, aber von jetzt an tun Sie, was Ich Ihnen sage, OK!?!

MJ-Pat
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Strubi : : Hexenmeister
22.10.2013 08:15 Uhr
0
Dabei seit: 30.08.10 | Posts: 3.249 | Reviews: 2 | Hüte: 50
@MJ
Das sollte auch keine Kritik an eurer Kritik sein. Ist doch völlig ok, wenn euch der Film aus den genannten Gründen nicht gefallen hat. Ich finde es auch immer am Schlimmsten, wenn Geschichten eigentlich ne Menge Potenzial, dieses Potenzial aber nicht ausgeschöpft wird. Da ärgere ich mich meist mehr als über einen einfach schlechten Film.
Leider gibts solche Filme in letzter Zeit häufiger.

Mich hat einfach nur gewundert, dass eure größten Kritikpunkte in dieser anderen Kritik mehr oder weniger gelobt wurden.
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Moviejones : : Das Original
22.10.2013 01:27 Uhr
0
Dabei seit: 15.10.08 | Posts: 2.268 | Reviews: 1.124 | Hüte: 159
@Jack-Burton & roko
Selbstverständlich ist es als Nichtkenner der Buchstory einfacher. Aber selbst dann fallen etliche Ungereimtheiten auf. Sobald du dich mit der Romanstory aber tiefer beschäftigst, ist Frustration vorprogrammiert. Es ist aber nicht die Frustration, die man bei Verhoevens Starship Troopers haben könnte.
Enders persönliche Geschichte wurde ziemlich gut für den Film übernommen, auch wenn vieles aufgeweicht wurde, aber alles abseits davon fehlt und hier geht es nicht um unbedeutende Nebenhandlung. Hinzu kommt der teils leichtfertige Umgang mit komplexen Themen (Manipulation, Kindersoldaten, Genozid). Und durch diese mangelnde Tiefe wirkt der Film an vielen Stellen extrem unglaubwürdig. Es gibt viele gute Stellen im Film, aber es wird so unsagbar viel Potential verschenkt und dies merkt jeder Zuschauer, der abseits bunter Bilder unterhalten werden will.

Um einen passenden modernen Vergleich heranzuziehen: Pacific Rim ist zwar eine Liebesbekundung für das Kaiju-Genre, aber in gewisser Weise auch ein auf Kämpfe reduziertes Neon Genesis Evangelion. Abgeschwächt verhält es sich mit Ender ähnlich. Trotzdem hat PacRim seine Fans gefunden, so wird es auch mit Ender sein.

Wenn wir die für uns offensichtlichen Schwachpunkte nicht kritisieren würden, dann würden wir unseren Job nicht machen. Wen die Kritikpunkte nicht stören, der wird mit dem Film Spaß haben. Wie immer gilt, jeder soll sich selbst ein Bild davon machen, denn wir können nur unsere Meinung sagen. Wer nach dem Film eine andere Meinung hat, kann uns auch jederzeit vom Gegenteil überzeugen, falls wir einige Punkte zu kritisch sehen. Aus diesem Grund interessiert es uns auch immer, was einzelne Leser über Film XYZ denken und wieso das der Fall ist. Eine Meinung über einen Film kann sich auch ändern, auch dies gehört dazu.
Avatar
Petra82 : : Schneefeger
22.10.2013 01:25 Uhr
0
Dabei seit: 07.10.08 | Posts: 2.019 | Reviews: 15 | Hüte: 80
@roko:

Ist dir noch nie ein Film untergekommen, der bei dir kaum positive Spuren hinterlassen hat? Deine Haltung in allen Ehren, aber was, wenn der Autor tatsächlich keine positiven Punkte gefunden hat, die den Film aus der Masse der "Kinderfilme" hervorheben und diese uns mitteilen konnte? Warum ihm das zum Vorwurf machen, dass er sagt, für knapp 15 € bekommt man eben als anspruchsvoller Kinogast keinen guten Film geboten?

Ich habe den Film selbst noch nicht gesehen und bin auch erstaunt, dass die Einschätzung so heftig ausfällt. Aber ich denke, der oder die Kritikerin hat seine Meinung gut begründet - wie jeder andere das empfindet, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Meiner Ansicht nach sollte man mit solchen Meinungen wie du sie hier äußerst erst hausieren gehen, wenn man den Film gesehen hat (Stichwort "dem man es vermutlich mit nichts hätte recht machen können") . Wohlgemerkt unterstütze ich hier nicht die Meinung des Autors - nur die Tatsache, dass er offenbar abseits vom Mainstream kritischer war als andere Rezensenten. Dahingehend finde ich deine Argumentation nämlich nicht haltbar.

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

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roko : : Moviejones-Fan
22.10.2013 00:48 Uhr
0
Dabei seit: 22.10.13 | Posts: 1 | Reviews: 0 | Hüte: 0
Eigentlich hatte ich mir von Moviejones doch eine ausgewogenere Kritik versprochen - weniger Gewetter, mehr pro-und-contra. Ich habe jetzt noch mehrere andere Kritiken gelesen, die doch eher sehr gut ausgefallen sind, was mich zu der Überzeugung bringt, dass der Autor dieser Kritik ein eingefleischter Fan ist, dem man es vermutlich mit nichts hätte recht machen können. Mit vernichtenden Kritiken jeder Art kann ich nichts anfangen - ich lese deshalb lieber solche, die mir ein ausgewogenes Bild von positiven und negativen Aspekten geben, auch wenn das Urteil dann insgesamt negativ ausfällt. So einseitig wie die Kritik hier ausfällt, kann ich sie leider nicht ernst nehmen. Schade.
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Jack-Burton : : Truck Driver
21.10.2013 22:46 Uhr
0
Dabei seit: 17.04.12 | Posts: 2.846 | Reviews: 3 | Hüte: 216
@MJ:
Na dann bin ich mal Froh das ich die Bücher nicht kenne!
Das bedeutet das mich der Film eventuell doch Entertainen könnte!
Oder sehe ich das falsch?


..And THATS what Jack Burton has to say at this time.
...And THATS what Jack Burton has to say at this time...
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Moviejones : : Das Original
21.10.2013 22:40 Uhr
0
Dabei seit: 15.10.08 | Posts: 2.268 | Reviews: 1.124 | Hüte: 159
@Strubi
Wie der Film bewertet wird, hängt natürlich von eigenen Erwartungshaltung ab. Wäre Enders Game keine Buchverfilmung, der Film wäre unterhaltsam. Er basiert aber auf einem komplexen Roman und da gibt es für uns nichts wegzudiskutieren. Zugunsten Laufzeit und Zielgruppe wurde vieles reduziert - und das ist erbärmlich.
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Ultron : : Moviejones-Fan
21.10.2013 21:00 Uhr
0
Dabei seit: 03.08.13 | Posts: 1.407 | Reviews: 20 | Hüte: 7
Die Filmkritik zu Enders Game Das große Spiel hört sich nicht gerade sehr gut an.
Die Trailer und die vielen TV Spots sahen sehr gut aus.
Ich werde mir aber selbst ein Bild von diesem Film machen und vielleicht sehe ich das ganz anders.
Ich freue mich.
Filme und Serien regieren die Welt.
Meine auf jeden Fall.
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