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Lucky

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Stantons Vermächtnis

Lucky Kritik

Lucky Kritik
0 Kommentare - 01.01.2018 von Moviejones
Wir haben uns "Lucky" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Lucky

Bewertung: 4 / 5

Lucky ist zweierlei: Das Regiedebüt von John Carroll Lynch, langjähriger Hollywood-Darsteller, und Harry Dean Stanton, passionierter Nebendarsteller in unzähligen großen und kleinen Filmen. Es war mehr als nur konsequent, den grummeligen Kauz in Lucky mit Stanton zu besetzen und so wie dessen Spiel den Film adelt, so wird er zugleich zu dessen Vermächtnis. Im September dieses Jahres starb Stanton im hohen Alter von 91 Jahren und die Filmwelt verlor eines der charismatischsten Gesichter ihrer zweiten Reihe.

Lucky Kritik

In einem kleinen Ort mitten im brütend heißen Nirgendo der USA lebt Lucky (Stanton). Der hochbetagte Mann ist im ganzen Ort bekannt und geht jeden Tag seiner üblichen Routine nach: Ein paar Sportübungen hier, ein kleiner Einkauf da und vor allem immer in Bewegung bleiben, auch geistig. So manchen seiner Bekannten kanzelt er mit direkten Worten ab, aber seine bedachte, mitunter auch skurrile Art lässt in so manchem Gespräch die kleinen Weisheiten greifbar werden.

Trailer zu Lucky

Hört man einen Titel wie Lucky, denkt man zuallererst an Katzen, Hans im Glück oder Lottogewinner. Aber sicherlich nicht an einen gebrechlichen Mann, der am Ende seines Lebens angekommen ist und uns in knapp anderthalb Stunden fast kaum mehr zeigt, als seinen zerfurchten Körper und wie er von einer Szene in die andere schlurft. Und doch ist John Carroll Lynchs Regiedebüt so viel mehr, das mit Harry Dean Stanton in der Hauptrolle wundervoll besetzt ist.

Stanton spielt Lucky und ist doch umso greifbarer er selbst. Er, der überhaupt keine Scham kennt, uns in Nahaufnahme seinen ausgezehrten Körper zu präsentieren - den Körper eines alten Mannes in seinen 90ern, der trotz aller Falten und Furchen eine unglaubliche Erhabenheit ausstrahlt. Dieser Körper erzählt ein Leben, in dem bei all seiner Schwäche der wache Geist eines aufmerksamen Mannes steckt und der, wie jeder von uns, seine kleinen Eigenheiten hat. Dennoch ist Lucky im ganzen Ort bekannt und beliebt, und so erkennt man auch irgendwann die Wahrheit hinter den Worten "allein ist nicht gleichzusetzen mit allein zu sein".

Lucky könnte so unfassbar langweilig sein und jeder, der sich ungern mit dem Thema Alter oder Tod auseinandersetzt, wird hier auch nicht sein Glück finden. Doch lässt man sich drauf ein, lässt die mehr oder weniger betagten Personen im Film philosophieren - darunter David Lynch, Tom Skerritt, Beth Grant, James Darren oder Ron Livingston - erhascht man kleine Wahrheiten, die das "große Ganze" so wunderbar einfach erklären. Speziell mit Skerritt ergibt sich ein bewegender Moment, grandios gedreht, wenn die beiden Veteranen ihre Erlebnisse austauschen und man mit einer Träne im Auge an ihr gemeinsames Meisterwerk Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt denkt.

Regisseur John Carroll Lynch ist mit seinem Regiedebüt kein "großer" Film gelungen, der sich mit Blockbustern messen kann. So banal Lucky erscheint, so seicht und doch so kraftvoll ist die Philosophie im Film, denn selten greifen Melancholie, Zynismus und Vitalität so fidel ineinander. Ein Mann, der mitnichten Frieden mit dem Alter geschlossen hat, es aber irgendwie schafft, mit seinem Schicksal nicht zu hadern - allein diese Tatsache verströmt eine Ruhe und Gelassenheit, die vielen von uns schon bei so mancher Kleinigkeit abhandenkommt. Wo steht Lucky am Ende seines Lebens? Wir werden es erfahren. Wo wir stehen werden, das wird jeder für sich selber herausfinden müssen.

Stanton, der die Veröffentlichung nicht mehr erleben durfte, macht Lucky damit nicht nur aufgrund seines Schauspiels zu seinem berührenden Vermächtnis.

Lucky Bewertung
Bewertung des Films
810
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