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The 800

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Auf die Demokratie und die Republik China!

The 800 Kritik

The 800 Kritik
0 Kommentare - 17.03.2022 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92, wie gut "The 800" ist.
The 800

Bewertung: 3.5 / 5

Kurz nach dem Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges stand die japanische Armee während der Schlacht um Shanghai 1937 kurz vor dem Sieg, ein Regiment der chinesischen NRA verschanzte sich daraufhin in einem Lagerhaus und verteidigte die Stellung, um dem Rest der NRA den Rückzug abzusichern. Die Verteidiger konnten mehrere Angriffswellen der Japaner abwehren, der Rückzug verlief erfolgreich und verhalf der NRA und der chinesischen Bevölkerung zu einem neuen Moralschub. Die Zahl 800 war dabei eine gezielte Falschmeldung seitens des Kommandanten des Regiments, um die Japaner zu täuschen, eigentlich waren es nur 452 Soldaten, Teil einer vom Deutschen Reich trainierten und ausgerüsteten Elite-Division der NRA. Theoretisch standen ihnen ca. 20.000 Japaner mit schwerer Kriegsmaschinerie gegenüber.

In der Vergangenheit wurde "The Eight Hundred" gelegentlich als "chinesischer Dunkirk" beworben, was mich unter Anderem erst auf den Film aufmerksam machte, dieser Vergleich ist allerdings vollkommen unzutreffend. Sowohl im Bezug auf die Form, den Stil als auch auf den Verlauf der Kampfhandlungen, ich würde sogar vermuten, innerhalb der Kriegshistorie handelt es sich bei der Verteidigung des Sihang-Lagerhauses um etwas Einzigartiges. Das Lagerhaus steht am Ufer des Flusses Suzhou, der durch Shanghai fließt, am gegenüberliegenden Ufer befanden sich damals die ausländischen Konzessionen, die staatlichen Hoheitsgebiete der Kolonial- und Imperialmächte. Westliche Mächte wie Frankreich, Großbritannien, die USA und Italien konnten diesen David-gegen-Goliath-Kampf also mit eigenen Augen und in Sichtweite mitverfolgen und weil sie sich 1937 mit Japan noch im Frieden befanden, handelte es sich bei den Konzessionen um neutrale Gebiete. Chinesische Zivilisten flüchteten in die Konzessionen, während die Japaner darauf bedacht waren, die Kampfhandlung auf das chinesische Ufer zu beschränken, um die Westmächte aus dem Krieg zu halten.

Trailer zu The 800

Es wäre ein Leichtes zu behaupten, und mit der Erwartungshaltung ging ich ebenfalls an den Film heran, dass es sich bei "The Eight Hundred" um eine reine Propagandashow handelt. Dabei stehen entgegen dieser Behauptung deutlich die Verteidigung der chinesischen Demokratie und das wortwörtliche Hochhalten der republikanischen Flagge im Vordergrund, es ist ein Lobgesang auf die Republik China (heute die Exilregierung Taiwan), auf die NRA und die Kuomintang. Der KPCh konnte solch eine Ausrichtung unmöglich gefallen, weshalb "The Eight Hundred" dann auch kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogen und nach 13-minütiger Kürzung und Überarbeitung erst ein Jahr später veröffentlicht wurde. Patriotische Texttafeln wurden eingefügt und es ist mehr von dem chinesischen Volk/Staat als der Repbulik China die Rede, ansonsten gelingt die Zensur mehr schlecht als recht. Die Flagge der Republik China ist zwar nie in Großaufnahme zu sehen, weht dafür aber ständig im Hintergrund oder am Bildrand; und nicht zu vergessen eben, dass sich hier reihenweise Chinesen aufopfern, um die Flagge aufrechtzuhalten.

Frei von Propaganda bleibt "The Eight Hundred" aber dennoch nicht. Von den 452 Soldaten sind im realen Gefecht insgesamt zehn Soldaten getötet worden, im Film hat es den Anschein, dass nach den Kämpfen um das Lagerhaus und nach der Flucht über die Brücke schließlich nur ein kleiner Teil des Regiments überlebt hat. Die Japaner schießen in einer Frustaktion auf chinesische Zivilisten, die sich auf dem Gebiet der Konzessionen befinden, was ihrem Verhalten in der Realität diametral entgegenläuft. Auch haben es die Japaner im realen Kampf vermieden, Senfgas einzusetzen, aus dem gleichen Grund, dass das Giftgas auch die Konzessionen treffen könnte, im Film nutzen sie hingegen Senfgas, um den Angriff auf das Lagerhaus einzuleiten.

Abseits davon strotzt "The Eight Hundred" wie klassische Hollywood-Kriegsfilme vor Patriotismus und Pathos, dem ich hier jedoch weniger kritisch gegenüberstehe oder zumindest besser damit leben kann. Erstens handelt es sich im Film um ein Szenario, in dem sich ein demokratischer Staat auf eigenem Staatsgebiet verzweifelt gegen die Invasion eines antidemoraktischen Staates imperiell-protofaschistischer Coleur verteidigt, und zweitens wurde der Film wie besprochen gegen das aktuelle Regime der KPCh produziert. Drittens hat die Fassungs- und Hilflosigkeit der Konzessionen ob des Kampfgeschehens meine eigene Gefühlswelt beim Ansehen treffend gespiegelt, auf diese Weie wurde ich noch stärker für die chinesische Seite sensibilisiert und die Schattenseiten würde abgedämpft. Zusammengefasst, daher meine Bewertung von 6,5-7/10 Punkten.

The 800 Bewertung
Bewertung des Films
710

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