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Urfin, der Zauberer von Oz

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Schämt euch!

Urfin, der Zauberer von Oz Kritik

Urfin, der Zauberer von Oz Kritik
4 Kommentare - 01.04.2019 von Moviejones
Wir haben uns "Urfin, der Zauberer von Oz" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Urfin, der Zauberer von Oz

Bewertung: 1 / 5

Was eine schöne Adaption von Alexander Wolkows "Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten" hätte werden können, wird zu einer Beleidigung des Zuschauers. Nein, wir gehen noch weiter: Es ist ein Schlag ins Gesicht nahezu eines jeden in der DDR aufgewachsenen Kindes. Was nicht bereits in der russischen Filmversion Urfin, der Zauberer von Oz durch den Fleischwolf gedreht wurde, wird spätestens bei der deutschen Synchronisation verhunzt, die sich nicht zu schade ist, zwei völlig verschiedene Buchreihen miteinander zu kreuzen.

Urfin, der Zauberer von Oz Kritik

Das Zauberland Oz ist in Gefahr, denn der böse Urfin Juice ist in den Besitz eines magischen Pulvers gekommen, welches leblose Dinge in willfährige Marionetten verwandelt. So bastelt sich Urfin eine Holzarmee und plant den Angriff auf die Smaragdenstadt. Selbst die kluge Vogelscheuche, der mutige Löwe oder der Zinnsoldat können Urfin und seine Armee nicht aufhalten und so setzt man alle Hoffnung auf Dorothy. Die verschlägt es durch Zufall wieder ins magische Land Oz, genau zur richtigen Zeit, und nimmt mit den Kampf gegen Urfin auf...

Trailer zu Urfin, der Zauberer von Oz

Wer in der DDR aufgewachsen ist, der kam mit Sicherheit an einer Buchreihe nicht vorbei: Den Kinderbüchern über das Zauberland, beginnend mit "Der Zauberer der Smaragdenstadt". Geschrieben vom russischen Autor Alexander Wolkow basierte die Story anfangs stark auf den Ideen des amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum, der die Welt von Oz erfunden hatte. Doch bereits in der Fortsetzung "Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten", auf der Urfin, der Zauberer von Oz lose basiert, löste sich Wolkow von der Vorlage und beschritt eigene, mutige und sehr kurzweilige Wege. Dabei war es nicht nur Wolkow zu verdanken, dass sich seine sechsteilige Buchreihe so sehr in die Herzen vieler Menschen schlich, sondern mindestens auch den fabelhaften Zeichnungen von Leonid Wladimirski.

Allein die Vorstellung, die Bilder Wladimirskis in Bewegung zu erleben, ist eigentlich eine umwerfende Idee, doch davon ist bei Urfin, der Zauberer von Oz leider gar nichts zu spüren. So schnappte man sich in Russland 2017 die Geschichte und adaptierte sie als gewöhnlichen Animationsfilm. Gegen eine Neuinterpretation spricht dabei erst einmal nichts, denn zu Beginn eröffnet der Film mit einer überraschend hübschen Winterszene, die zeigen soll, warum Urfin eigentlich so böse ist. Die Idee stimmig, auch wenn hier schon deutliche Abweichungen zum Roman zu erkennen sind. Die Mischung aus Trick- und Animationsfilm weiß zu gefallen und weckt Hoffnungen - doch dies währt nur kurz, denn nach knapp zwei Minuten wechseln Ort, Stil und Qualität und der Bruch könnte größer nicht sein. Mit dem Sprung in die Gegenwart wird prompt der Animationsstil geändert und dabei könnten die visuellen Schwächen nicht offenkundiger zu Tage treten. Mit modernen Animationsfilmen kann Urfin, der Zauberer von Oz zu keinem Zeitpunkt mithalten, der eine mindere CGI-Qualität bietet, wo Pixar vor 20 Jahren schon höhere Maßstäbe ansetzte.

Wenn innere Werte stimmen, mag man über Äußerlichkeiten hinwegsehen, aber hier wird der Zuschauer gleich aus mehreren Richtungen beleidigt. Warum so massive Änderungen an der Handlung vorgenommen wurden, erschließt sich nicht. Teils zentrale Figuren wie die schlaue Eule Guamokolatokint oder Onkel Charlie fehlen, dafür ist Dorothy inzwischen alt und ihre Enkelin (die ebenfalls Dorothy heißt) muss einspringen und weiß von nichts. Dafür werden Handlungsstränge um Urfin herum aufgebaut, die jedoch komplett im Nichts enden, weil der Höhepunkt des Films komplett umgeschrieben wurde. Von einer schlüssigen Dramaturgie ist nichts zu spüren, die auch in einem Kinderfilm einfach nötig wäre.

Dafür wurden ein paar absonderliche Designentscheidungen vorgenommen, aus Hündchen Toto wird ein nerviger Sidekick, der der ganze Zeit von Endbossen in Videospielen schwafelt, während der Löwe wie ein perverser Doppelgänger aus Madagascar wirkt. Dorothy hingegen wirkt in ihrem eigenen Film fehl am Platz und welchen Beitrag sie zur Rettung von Oz spielt, ist fraglich, denn sie stolpert mehr durch die Handlung und ist eher hinderlich als hilfreich. Aber warum reden wir denn immer von Dorothy?!

Hier kommen wir zum Grund, warum dieser Film eine echte Beleidigung aller Menschen ist, die die Originalbücher kennen. Im Zuge des Imports und in der Hoffnung auf eine bessere Vermarktbarkeit wurde einfach komplett ignoriert, wo die Geschichte eine besondere Bedeutung hat. So unterscheidet sich Wolkows Geschichte von Baums nicht nur im Inhalt, sondern auch den Figuren und Bezeichnungen. Ellie, Totoschka, der Scheuch, der Eiserne Holzfäller, die gefährlichen Säbelzahntiger, der Gelbe Backsteinweg, das Zauberland und viele mehr. Mal kleinere, mal größere Abweichungen, aber dennoch wichtig. In der deutschen Fassung von Urfin, der Zauberer von Oz wird die Herkunft hingegen ignoriert, die bereits veränderte Geschichte mit Versatzstücken von Ost und West zusammengeklebt und zusätzlich amerikanisiert. Auf einmal tauchen Namen wie Oz, Dorothy oder Munchkins auf, wobei das Herzliche völlig auf der Strecke bleibt.

Erst haben es die Russen vergewaltigt, dann wurde es von uns geschändet. Urfin, der Zauberer von Oz ist eine Beleidigung in vielfacher Hinsicht und gleich auf mehreren Ebenen schlecht. Ein, zwei nette Gags und der sympathische Einstieg, mehr als einen Punkt gibt es dafür aber nicht. Ein Wort noch zu Oliver Kalkofe, der dem bösen Urfin seine Stimme leiht: Ungeachtet dessen, dass er einen passablen Job macht, scheint sich sein Geschmackssinn verabschiedet zu haben. Sonst gegen jedweden TV-Terror und Unsinn wettern, aber dann solchen Produktionen Unterstützung zukommen lassen. Vielleicht weiß er es als Niedersachse, dem die Vorlage fremd sein dürfte, nicht besser, aber ein Künstler lebt auch von Glaubwürdigkeit. Und selbst wenn man nur einen Blick auf die Animationen wirft, sollte man Angst um seinen Ruf haben.

Urfin, der Zauberer von Oz Bewertung
Bewertung des Films
210
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4 Kommentare
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Shred : : Moviejones-Fan
06.05.2019 12:58 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.13 | Posts: 1.076 | Reviews: 2 | Hüte: 57

@kermit80

danke für die Aufzählungen ;) Die Kritiken kannte ich schon, meine aber dieses Jahr bisher noch nicht eine so vernichtende Kritik gelesen zu haben wie bei diesem Animationsfilm

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kermit80 : : Moviejones-Fan
06.05.2019 11:31 Uhr
0
Dabei seit: 23.11.15 | Posts: 27 | Reviews: 1 | Hüte: 3

Echt so schlimm?

@Shred

https://www.moviejones.de/kritiken/bullyparade-der-film-kritik-4621.html

https://www.moviejones.de/kritiken/absolutely-fabulous-der-film-kritik-4229.html

https://www.moviejones.de/kritiken/the-neon-demon-kritik-4141.html

https://www.moviejones.de/kritiken/tschiller-off-duty-kritik-3996.html

wink

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Kumpeljesus : : Moviejones-Fan
04.05.2019 21:32 Uhr
0
Dabei seit: 10.08.12 | Posts: 270 | Reviews: 0 | Hüte: 3

Eigentlich sieht der Trailer ganz unterhaltsam aus. Kenne die Bücher nicht, außer halt OZ. Die Animationen sind natürlich nicht wie bei Pixar, aber ganz ok.

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Shred : : Moviejones-Fan
04.05.2019 11:48 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.13 | Posts: 1.076 | Reviews: 2 | Hüte: 57

Vielleicht hat Kalkofe hier nur mitgearbeitet um ihn dann in seiner SchleFaZ Reihe zu zeigen laughing Eine vernichtendere Kritik habe ich schon lange nicht mehr gelesen!

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