
Für Warner Bros. und DC Studios war Supergirl nach dem Auftakt mit Superman im vergangenen Jahr ein wichtiger Gradmesser. Nach dem Erfolg des Films galt Supergirl intern als Test, ob das neue DC Universe auch ohne James Gunn als Regisseur weiter funktionieren kann. Zudem war man auch skeptisch, ob Comicverfilmungen generell noch funktionieren.
Enttäuschendes Startwochenende
Das erste Ergebnis fällt mehr als enttäuschend aus. So spielte Supergirl am Startwochenende lediglich 37,1 Millionen US-Dollar ein. Damit blieb der Film sogar knapp hinter Joker - Folie à Deux, der auf 37,6 Millionen US-Dollar kam. Das Joker-Sequel entwickelte sich damals zu einem finanziellen Desaster.
Supergirl hatte ein Produktionsbudget von 170 bis 180 Millionen US-Dollar. Da ist ein solch schwacher Start ein katastrophales Zeichen.
Probleme früh erkennbar
Der Hollywood Reporter berichtet von kreativen Differenzen während der Postproduktion sowie mehreren Eingriffen von DC Studios.
Mehrere Testvorführungen von Regisseur Craig Gillespiese (I, Tonya) ursprünglicher Fassung sollen lediglich durchschnittliche Bewertungen erzielt haben und deutlich hinter den internen Erwartungen geblieben sein. Auch weitere Überarbeitungen konnten die Testwerte dem Bericht zufolge nicht entscheidend verbessern.
Daraufhin entstand neben der ursprünglichen Version des Regisseurs eine zweite Schnittfassung, an der auch die DC-Studioschefs James Gunn und Peter Safran beteiligt gewesen sein sollen. Beide Fassungen wurden anschließend erneut einem Testpublikum gezeigt.
"Supergirl" Trailer 1 (dt.)
James Gunns Fassung minimal besser
Die Studiofassung soll zwar etwas bessere Testwerte erzielt haben als die ursprüngliche Version des Regisseurs, der Unterschied sei jedoch nur gering gewesen und habe die grundlegenden Probleme des Films nicht gelöst.
Trotzdem entschied sich DC Studios letztlich für diese Schnittfassung und damit gegen die ursprüngliche Vision des Regisseurs. Dass ein Studiochef selbst aktiv an einer alternativen Fassung beteiligt ist, gilt dabei als eher ungewöhnlich. Auch wenn wir hier von James Gunn sprechen.
Zwischen Gunn und Regisseur Craig Gillespie soll es kreative Differenzen gegeben haben.
Nachdrehs und Anpassungen
Damit aber nicht genug. Die Produzenten entschieden sich für weitere Änderungen. Dafür engagierten sie mit Jeremy Slater (Moon Knight) einen zusätzlichen Drehbuchautor, der neue Dialoge für Nachdrehs geschrieben haben soll.
Außerdem wurde das Finale des Films überarbeitet. Die ursprüngliche Drehbuchautorin Ana Nogueira soll allerdings weiterhin an der Postproduktion beteiligt gewesen sein.
Behind the ’Supergirl’ Bomb: Competing Cuts, Creative Differences (Exclusive) https://t.co/R54Cmymxs5
— The Hollywood Reporter (@THR) July 3, 2026
Mehr als nur ein einzelner Flop?
Bei Warner Bros. und DC Studios stellt man sich nun offenbar auch grundsätzliche Fragen: Haben es Comicverfilmungen mittlerweile deutlich schwerer als noch vor einigen Jahren?
Intern soll es mittlerweile Zweifel geben, ob sich Superheldenfilme heute noch ähnlich erfolgreich vermarkten lassen wie während des Marvel- und DC-Booms der vergangenen Jahre. Der Misserfolg von Supergirl könnte deshalb nicht nur auf die Probleme des Films selbst zurückzuführen sein, sondern auch auf ein verändertes Interesse des Publikums.
Ungeachtet des enttäuschenden Einspielergebnisses sollen James Gunn und Peter Safran weiterhin das volle Vertrauen von Warner Bros. genießen. An den langfristigen Plänen für das neue DC Universe habe sich laut Hollywood Reporter nichts geändert.
Ob Supergirl letztlich ein einmaliger Ausrutscher bleibt oder bereits ein Warnsignal für das gesamte neue DC Universe ist, dürfte sich erst mit den nächsten Kinostarts zeigen. Wir warten gespannt auf Clayface in diesem Jahr sowie Man of Tomorrow in 2027.
