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Interessantes 2019/20
Auf welchem Platz liegt Kursk - Niemand hat eine Ewigkeit?

Interessantes 2019/20

Eine Liste von eli4s mit 29 Filmen (Letztes Update: 02.01.20)
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in Arbeit..

Nicht in der Datenbank:

Om det oändliga (About Endlessness)

Kursk - Niemand hat eine Ewigkeit
#28
Filmstart: 11.07.2019
Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão
#27
Filmstart: 26.12.2019
der Film hat mich schon nach wenigen Minuten in seinen Bann gezogen. Hält dann auch über die volle Laufzeit bei Laune und entwickelt aufgrund der erzählten Zeit einen sehr umfangreichen, einnehmenden Charakter. Wie ein richtiges Epos fühlt es sich an. Es mischen sich klassisches Melodram mit einem gewissen harten Realismus, teilweise auch Elemente, die mich an die 70er erinnert haben.
Eine durchaus traurige Geschichte zweier Frauen, die ihrem Leben in der patriarchalen Ordnung entkommen wollen, aber zum Opfer ihrer Umstände werden. Wird sehr schön kontrastiert (oder eben auch nicht). Eine gewisse Ironie hat das ganze auch. Fand auch gut, dass sich die zwei nicht wiedersehen, wenngleich das im Nachhinein vielleicht etwas konstruiert ist . Durchaus ergreifend am Ende.
The Farewell
#26
Filmstart: 19.12.2019
Der Film ist überraschend ergreifend. Auf den ersten Blick nämlich scheint er sich über die gesamte Laufzeit an einer einzigen Idee aufzuhängen, entpuppt sich aber als deutlich vielschichtiger. Vor allem ein Film darüber, wie wir die Verbindung zu anderen und auch uns selbst verlieren können. Ästhetisch wird die Diskrepanz zwischen "außen und innen" auch schön bebildert. Die "wahre Lüge", die der Film erzählt, stellt sich als sehr viel grundliegenderes Problem heraus.. neben weiteren Themen... weniger lustig, dafür gehaltvoll. Konnte mich auch selbst gut wiederfinden.
Marriage Story
#25
Filmstart: 06.12.2019
Das Filmjahr ist damit wohl abgeschlossen. Und was für ein Abschluss es ist. Ich werde leider dieses Jahr die Ausnahme machen müssen und einen sechsten Film küren müssen. Dieser hier wandert ganz weit hoch. Er ist so unglaublich gut.

Brutal. Das ist das erste Wort, das mir einfällt. So brutal, dass man eigentlich nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Ich kann sagen, ich habe beides getan. Vor allem aber, mitfühlend mit beiden Figuren, den Kopf geschüttelt über die immer verstricktere Misere, die sich aus dem emotionalen Gefecht entfacht.

Baumbach spielt den Film aber stets als perfekte Gratwanderung zwischen Drama und Komödie. Beziehungsweise biegt die Tragik so sehr, dass sie wieder komisch wird. Bedient alle Register vom Totlachen bis totale Verzweiflung. Und das ist auch neben den Wahnsinnsdarstellern die größte Stärke des Films. Der Film zeichnet dabei komplexe Hauptfiguren, die beide nicht ohne Makel, aber beide auch sehr sympathisch sind. Das macht es so unerträglich mit anzusehen, wie diese Sache langsam außer Kontrolle gerät. Wie eine Eigendynamik entsteht und die Menschen vom Rechtssystem ignoriert wird.
Dazu gibt es eine ganze Riege von brillanten Nebenfiguren, die alle genauso aus einem Coen-Brothers Film stammen könnten und die Farce des (gesetzlichen) Prozederes bestens unterstreichen.

Hochachtung für Johansson und Driver, aber natürlich auch Noah Baumbauch, von dem ich seit langem ein großer Fan bin und der hier zum ganz großen Wurf ausholt.

Wenn ich nur einen Makel am Film erkennen kann, dann erstens, dass ich wollte, er würde nicht enden.
Zweitens im ersten Moment schien mir das Ende doch etwas zu versöhnlich, aber mittlerweile finde ich es eigentlich toll und verdient - da das durchaus auch so sehr schön war und den Figuren letztlich auch gerecht wird.

Ich bin voll auf begeistert.
Der Leuchtturm
#24
Filmstart: 28.11.2019
Ein hypnotischer Film, der einen lange nicht loslässt und unglaublich viel Gesprächsstoff bietet.

Ein Wahnsinns-Setting. In Sachen Atmosphäre, Stimmung und distinktem Look macht diesem Film dieses Jahr wohl keiner was vor. (Nahe dran: "Bait"). Gleichsam spezifisch, wie zeitlos (im wahrsten Sinne des Wortes). Albtraumhaft, klaustrophobisch.
Dasselbe gilt für die Schauspieler. Insbesondere Willem Dafoe, der wirkt, als hätte er sein Leben lang nichts anderes getan. Als hätte man ihn tatsächlich zufällig auf einer verschollenen Insel gefunden...
Vollgestopft mit Themen und Metaphern. Im Einzelnen kann ich nicht behaupten, sie zu deuten. Im Großen und Ganzen nahm ich das aus dem Film mit:

Für mich ein Film über den Mensch als Sünder. Den Mensch, der an seinem eigenen Intellekt und seinen Trieben, seiner Natur, zerbricht. Der sich nicht unter Kontrolle hat (auch wenn er es versucht: zB durch Alkohol). Oder auch durch selbst/gesellschaftlich auferlegte Systeme-> ständiges Mantra: seinen Pflichten nachkommen. Die Sinnsuche/Suche nach Erleuchtung, nach Höherem (Allegorie der Seefahrt, Licht des Leuchtturms...) Der Mensch, der letztlich verdammt ist zu ewigem Leid (ganz offensichtlich im Schlussbild).

Wenn ich ein Problem mit dem Film hatte, dann mit folgendem.
Erstens funktioniert der Film für mich mehr auf einer metaphorischen Ebene. Und weniger auf der Basis des Plots - was vielleicht auch so gewollt ist, bei "The Witch" aber nicht so war.
Das liegt vor allem an meinem Hauptproblem: nämlich der Dramaturgie, beziehungsweise des "Pacings". Ich hatte das Gefühl, dass der Film immer, wenn er die Spannung erhöhte, in der nächsten Szene wieder einen Schritt zurücktrat und Spannung rausnahm. Und das durchgehend. Vor und zurück. "The Witch" war hier stetiger, stringenter, weshalb mir dieser auch letztlich besser gefallen hat.

Gerade aber auch im Vergleich, beziehungsweise zusammen betrachtet, bieten die Filme nochmals eine Bereicherung und bilden recht schöne Gegenpole. Wird in "The Witch" das junge Mädchen vom Teufel erfolgreich verführt und löst sich los von gesellschaftlichen Moralvorstellungen, wird hier der Kampf des Mannes mit sich selbst als Sünde von einem zornigen Gott bestraft und ein Ausweg unmöglich gemacht. Wo ich das so schreibe, ist es auch im Hinblick auf Genderpolitik interessant...

Ein hochinteressanter Film, auf jeden Fall.
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5 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
05.10.2019 14:34 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.871 | Reviews: 142 | Hüte: 450

@eli4s: Gerne :-)

"Ad Astra" hätte ich vor ein paar Tagen noch ohne diverse positive Reviews, die etwas mehr auf den Inhalt und die verhandelten Themen eingehen, auch nicht im Kino gesehen. Dafür überzeugten mich die Trailer zu wenig.

Seit Kurzem bin ich neben "Ad Astra" auch auf "The Sisters Brothers" aufmerksam geworden, nachdem ich ein paar positive Reviews zum Film gelesen habe, den hatte ich bisher als "einen von vielen Western" wahrgenommen. Aber dir hatte der ja ebenfalls gefallen, wie ich gestern las^^

Von "Sorry to Bother You" habe ich schonmal gelesen, habe ich ansonsten aber nie bewusst wahrgenommen. Ich nehme den mal bei mir auf.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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eli4s : : Moviejones-Fan
05.10.2019 13:29 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.282 | Reviews: 29 | Hüte: 82

@luhp92

"Ad astra" war einer der Kandidaten, wo ich mir nicht sicher war und eher spontan oder eben irgendwann mal zu Hause anschauen wollte. Genauso wie "Midsommar" und "Toy Story 4". Aber je mehr ich höre insbesondere über "Midsommar", aber auch "Ad Astra" desto interessierter bin ich doch. Ich werde sie mal der Erinnerung halber aufnehmen und zusehen, ob ich sie noch im Kino unterbringe. Danke für die Empfehlung.

Auch dir empfehle ich gleichwohl "Sorry to bother you" - den ich hier auch vergessen hatte. Noch unter meinen Favoriten. Bin gespannt, was der große Jahres Endspurt bringt!

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
04.10.2019 21:28 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.871 | Reviews: 142 | Hüte: 450

@eli4s
Wenn ich du wäre, würde ich "Ad Astra" aufnehmen und schauen :-)

Unabhängig davon eine spannende, da abseitige und abwechslungsreiche Liste, wie gewohnt.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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eli4s : : Moviejones-Fan
03.10.2019 15:05 Uhr | Editiert am 03.10.2019 - 15:07 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.282 | Reviews: 29 | Hüte: 82

@MovieGeek

Na, du Glückspilz. Freut mich. Bin extrem gespannt auf die Filme. Habe nur ein bisschen Sorge, dass "About Endlessness" vielleicht gar keinen Kinorelease bekommen könnte oder wenn dann erst sehr spät 2020 kommt (in D)...

Ja, "Der Leuchtturm" wird hoffentlich auch ein Highlight, wie schon "The Witch".

Wenn die alle noch liefern, könnte es ein gutes Jahr werden.

"Porträt einer jungen Frau in Flammen" kenne ich nicht. Klingt aber spannend. "Girlhood" von der selben Regisseurin hat mir auch gefallen.

Zu Climax habe ich mich auf der entsprechenden Seite bereits geäußert. Hat mir auch überraschend gut gefallen, wenngleich nicht gut genug für ein Highlight.
Falls noch nicht gesehen, kann ich dir noch "Sorry to bother you" empfehlen. Der ist bisher einer von drei möglichen Kandidaten für meine Jahres Highlights.

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MovieGeek : : Moviejones-Fan
03.10.2019 13:48 Uhr | Editiert am 03.10.2019 - 13:53 Uhr
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Dabei seit: 13.07.19 | Posts: 24 | Reviews: 1 | Hüte: 6

@eli4s

Tolle Liste, wenigstens keine Liste, bei der die Mainstream Blockbuster oben auf der Liste stehen!

„Marriage Story“, „About Endlessness“ und „Joker“ habe ich schon im Venedig Film Festival gesehen und alle drei Filme haben mich beeindruckt, während „Parasite“ für mich der beste Film des Jahres ist.

Meine 2 heißerwartetsten Filme für den Rest des Filmjahres sind für mich „The Irishman“ und „Der Leuchtturm“. Kann beide kaum erwarten.

Hier noch 2 Filme, die ich empfehlen kann: “Porträt einer jungen Frau in Flammen“ und „Climax“

“Just because you are a character doesn’t mean you have character” -Mr Wolf, Pulp Fiction

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