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Kamikaze Okinawa Zero

Der. Härteste. Kriegsfilm.

Kamikaze Okinawa Zero Kritik

14 Kommentar(e) - 11.06.2016 von MD02GEIST
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von MD02GEIST.

Kamikaze Okinawa Zero Bewertung: 5/5

Einleitung
Der japanische Anti-Kriegsspielfilm KAMIKAZE ZERO OKINAWA; dessen Titel im Original GEKIDO NO SHOWASHI - OKINAWA KESSEN, zu deutsch übersetzt: DER WENDEPUNKT DER GESCHICHTE SHOWA - DIE SCHLACHT VON OKINAWA lautet, ist ein zu Unrecht beinahe vollkommen vergessenes Stück Filmgeschichte.

Mit dieser Kritik will ich diesen Film populärer machen. Der Zweite Weltkrieg gehört zu den am besten dokumentierten und auch am häufigsten verwendeten Themen im Rahmen der Filmindustrie. Doch was japanische Produktionen angeht, so werden diese aus nicht bekannten Gründen deren Existenz negiert oder dermaßen oberflächlich besprochen, dass es mir so scheint, als würde man im Westen gerade zu wollen, dass der ehemalige Bündnispartner oder Feind, je nach Perspektive, unmenschlich bleibt. Natürlich weiß ich um den Film LETTERS OF IWO-JIMA (2006) von Clint Eastwood, aber das Problem bleibt bestehen. Eastwoods Film wurde im Westen wie in Japan begeistert aufgenommen, doch gleichzeitig als der Film rauskam, gab es in den damals erscheinenden Kritiken nicht einen Hinweis, dass in Japan schon lange vorher Anti-Kriegsspielfilme produziert wurden und zum Teil noch werden. Persönlich finde ich diese Ignoranz absolut untragbar.
Fakt ist vor allem eines: Kriege werden nur von Menschen verursacht und Kriege sind absolut unmenschlich! Ich glaube diese Aussagen stimmen. Wie jeder mit dem Thema umgeht ist seine Sache, doch ich bin ein Mensch, der zunächst einmal was versucht zu reden. Ob meine Lebenseinstellung dümmlich oder intelligent ist, darüber habe ich keine persönliche Meinung. Jedenfalls bin ich gegen den Krieg und dieser Spielfilm bestätigt meine Ansichten bei jeder Sichtung aufs neue.

Selbstreflexion ist ein sehr schwieriges Thema und wenn dabei um Geschichte geht sogar sehr. Nun ist der Film DER WENDEPUNKT DER GESCHICHTE SHOWA - DIE SCHLACHT VON OKINAWA (1971) von Kihachi Okamoto die erste japanische Spielfilm-Fassung der blutigsten Schlacht im Pazifik.

Story
Der Spielfilm DER WENDEPUNKT DER GESCHICHTE SHOWA - DIE SCHLACHT VON OKINAWA ist ein Epos mit 149 Minuten Länge und behandelt die besagte Schlacht von Okinawa aus der japanischen Perspektive.

Doch warum beharre ich auf dem Wort Spielfilm, ist dies keine Geschichts-Verfilmung? Ja und Nein, so lautet meine Antwort. Der Film bietet Dramatisierungen, die eigenes für den Film geschaffen wurden. Ferner gibt es auch dokumentarische Aufnahmen innerhalb des Films, sowie einen Erzähler, der einem durch den Film begleitet.

Besagte Dramatisierungen sind aber nicht geschehen um Gewalt zu zeigen. Nein. Der Film ist eine Anklage gegen den Krieg und soll dem Zuschauer vermitteln was es bedeutet im Krieg zu sein und zu kämpfen.

Die Darstellung des Films ist absolut realistisch und der Film ist was seinen Gewaltgrad angeht, der wohl blutigste und härteste Anti-Kriegsspielfilm überhaupt. Steven Spielbergs SAVING PRIVATE RYAN ist zwar auch brutal, aber längst nicht so wie Kihachi Okamotos Epos. Weil Zivilisten immer die ersten Opfer des Krieges sind, geht auch Okamoto darauf ein und lässt hier ein wahres Inferno auf den Zuschauer los. Von der anfänglichen Zuversicht wird schon bald der Film ein Dauerfeuer des nahenden Weltuntergangs.

Okamoto wählte für seinen Film nicht nur die militärische, sondern auch die zivile Perspektive, die im gegenseitigen Wechsel sich abwechseln, verschmelzen und wieder auseinandergehen.

Gedreht wurde auch an Originalschauplätzen, was den Film ohne Ende sehr hilft.

Nochmal das Thema Gewalt. Was in diesem Film gezeigt wird, wird im Westen meist nur angedeutet oder zumindest entschärft gezeigt. Doch dieses Praxis ist absolut stupid, denn wie soll man gegen den Krieg sein, wenn man es nicht so zeigt? Wenn jemand darauf eine Antwort hat, dann möge er oder sie mir antworten.

Viele werden sich fragen, ja was meine ich damit - das möchte ich aus Gründen der Dramaturgie nicht verraten, ansonsten würde es nur unlogische Vorurteile geben. Wenn es etwas gibt, was niemand braucht, dann sind es Vorurteile. Japanische Produktionen, egal welcher Natur, leiden im Westen besonders darunter. Statt sich unvoreingenommen einen Film oder seine Serie „Made in Japan“ anzusehen, kommt zunächst das Vorurteil. Und meistens sind diese Vorurteile nicht mal durch eine eigene Erfahrungen fabriziert, sondern beruhen auf Statements von anderen, die irgendwo und irgendwann mal aufgeschnappt wurden und sich ihren Weg ins Langzeitgedächtnis fraßen.

Zurück aber zum Film. Eine Besonderheit für diese Produktion ist nicht nur seine Länge von 149 Minuten in seiner ungekürzten Fassung, sondern viel mehr die Dichte an Atmosphäre und die große Anzahl von Charakteren, die ein einzelnen Abschnitten vorkommen. Diese nicht-lineare Erzählweise ermöglicht es dem Zuschauer ein sehr vielfältiges Bild vom Film und von der späteren Schlacht zu bekommen. Der Film bietet eine solche Spannung und atmosphärische Dichte, wie ich sie selten in einem Film erlebe. Für das japanische Kino sind es GODZILLA (1954) von Ishiro Honda und SIEBEN SAMURAI (1954) von Akira Kurosawa, deren Atmosphäre zu vergleichen ist. Anime lasse ich mit Absicht außen vor, weil die meisten Leute, eher Zugang zu einem Spielfilm mit SchauspielerInnen finden. Dies ist so meine Erfahrung in Bezug auf die japanische Entertainmentbranche.

Aber wichtig ist vor allem eines. Jeder, der sich diesen Film ansieht braucht nicht nur Zeit, sondern vor allem Neugierde und Empathie. Fehlt nur eines von beiden, kann der Film nicht wahrlich als Kritik wahrgenommen werden.

Das Cast und die Crew sind vielen Kennern des japanischen Kinos bekannt, denn der Film stammt aus den Toho-Studios, die sich nicht für Godzilla & Co. auszeichnen, sondern auch für viele Produktionen von Akira Kurosawa, einem der wenigen im Westen anerkannten, japanischen Filmemacher.

Für diese Kritik; hier auf moviejones.de verzichte ich auf die Biographien, weil den meisten Leuten hier, die Namen und Gesichter + deren filmisches Schaffen nichts sagen würden. Sicher darf mich jeder kontaktieren und mehr über den Film erfahren, dafür bin ich da.

Die Spezialeffekte
Wie in einem Kaiju Eiga, wurden für diesen Film Modelle von Flugzeugen und der Insel Okinawa, sowie Schlachtschiffe und Kreuzer hergestellt. Die besagten Modelle sind im Vergleich zu einem Kaiju Eiga zwar kleiner und treten hier eher in den Hintergrund, aber dies hat den Grund, weil im selben Jahr schon GODZILLA VS. HEDORAH produziert wurde. Dennoch sind die Modelle perfekt detailliert. Jeder der sich traditionelle Effekte begeistert lassen kann und der kein CGI-Blut mag, der wird in diesem Film auch auf seine Kosten kommen.

Ausländische Fassung: Deutschland
In Deutschland erschien der Film 1973 um 40 Minuten gekürzt und unter dem Titel KAMIKAZE ZERO OKINAWA. Der Film ist dadurch unrund und die Handlung springt deutlichst. Diese Praxis ist natürlich sehr schwierig nachzuvollziehen, insbesondere, weil hier es ja hier um einen Film handelt, der ja gegen den Krieg ist und nicht dafür.

Die deutsche DVD Edition beruht auf dieser Fassung und bietet leider nur den deutschen Ton an. Die Synchronisation ist annehmbar, aber bedingt durch die Zensur, wirkt der Film extremst langatmig und schwer. Die Spannung, die Dramatik des Originals fehlt dadurch vollständig. Die dichte Atmosphäre konnte aber bestehen bleiben.

Einfluss
Auf Hideaki Anno hatte der Film einen besonderen Einfluss, zollte er diesem Film in seinen Werken GUNBUSTER (1988-1989) oder END OF EVANGELION (1997) diesem Epos Tribut. Der Film ist nach Aussage Annos sein persönlicher Lieblingsfilm und er hätte diesen schon über 100x gesehen.
Es sind hier vor allem Dialoge, Stimmung, Kamerapositionen und Szenen, die in diesen beiden genannten Titeln hier Referenzen finden. Für den Nicht-Kenner beider genannten Anime ist dies natürlich eine Sache, die nicht so von Bedeutung scheint, aber für alle Leute, die sich mit dem Film gründlich auseinander setzen, jedoch ein mögliches Thema.

Schlussworte
DER WENDEPUNKT DER GESCHICHTE SHOWA - DIE SCHLACHT VON OKINAWA ist einer meiner Lieblingsfilme und bietet alles was für mich ein guter Film braucht. Spannung, Dramatik, passende Musik, motivierte und überzeugende SchauspielerInnen, gute, handgemachte Effekte, passendes Setting und einen flüssigen Erzählverlauf.

Ferner plane ich in dieser Art und Weise weitere Kritiken zu schreiben. Mein Wissen teile ich sehr gerne, aber ich weiß auch, dass extreme Mammut-Kritiken, in der ich jede einzelne metaphorische Faser des Films auseinander nehme für die wenigsten Leser in Frage kommt.

Kamikaze Okinawa Zero Bewertung
Bewertung des Films
1010
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MD02GEIST
Godzilla Fan #1
Geschlecht | 03.08.2016 | 08:42 Uhr03.08.2016 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 03.08.2016 08:49 Uhr editiert.

@ HJ
Alles klar, du hast also kein Privatzimmer wo die DVDs lagern. Dann ist ja alles mehr als verständlich und nachvollziehbar.

Sollten mal kleine Kinder in unserem Haus sein; ich schließe mein Zimmer wo meine Sammlungen lagern, immer dann ab. Zum einen wegen eventueller Beschädigungsgefahr und es gibt eben Dinge, die für deren Augen nicht wirklich geeignet sind. Wie bspw. diesen Film. Von außen sieht man ihm ja seine Natur nicht an. Auch hier gebe ich dir Recht.

Privatsphäre ist ja etwas was Kinder verstehen. Natürlich wenn gefragt werden sollte, warum sie nicht darin dürfen, würde ich es ihnen so erklären. Es wäre mein Zimmer und da haben sie einfach nichts zu suchen, denn ich käme ja auch nicht in deren Zimmer ungefragt hinein und würde dort schauen was es dort gäbe. Dieses wird Privatsphäre genannt und sie müssten sich damit abfinden.

Und ich muss auf eines drängen. Saber Rider ist trotz seiner US-Fassung, die hier in der BRD erschien, noch immer ein Anime. Ferner das Wort Cartoon für He-Man, She-Ra, und co. finde ich passte nie, obwohl es natürlich das entsprechende Wort ist. Science-Fiction-Action-Animation passt hier besser. Aber das ist nur meine Sicht der Dinge.

Bei M.A.S.K. würde ich das Wort Pseudo-Anime benutzen, weil ja die Serie in Japan animiert wurde und im Vorfeld im Produktionsdesign Shinji Aramaki tätig war. Das Animationsstudio von M.A.S.K. war ASHI. Die Scripts, die Ausarbeitung der Charaktere sind natürlich alle westlich.

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
Hanjockel79
Gamoras Toyboy
Geschlecht | 02.08.2016 | 21:45 Uhr02.08.2016 | Kontakt
Jonesi

@ MD02GEIST

Nein ganz so schlimm ist es nicht mit dem ungefragt umherstöbern. Meine Nichten haben schon die Erlaubnis sich jederzeit Blu Rays und DVDs (da habe ich ja massenweise alte Cartoons wie He-Man, She-Ra, M.A.S.K., Saber Raider etc.) anzusehen oder TV zu sehen bei mir im Wohnzimmer. Dann müssen aber derartig harte Filme nicht unbedingt in der Auswahl mit bei stehen. Die könnten bestimmt erstmal Wochenlang nicht richtig schlafen nach so einem Film vor aufregung. Nach den Ferien ist das was anderes. Da besteht so gut wie keine Gefahr.^^

MD02GEIST
Godzilla Fan #1
Geschlecht | 02.08.2016 | 17:37 Uhr02.08.2016 | Kontakt
Jonesi

@ HJ

also gibt es Leute, die ungefragt in deinen Räumlichkeiten umherstöbern?

Es geht ja mich nichts an, aber das wäre echt fatal, da gäbe ich dir recht. Nun verstehe ich dich auch wegen dem Vergleich besser. Schlimm bleiben aber Okinawa und Hiroshima+Nagasaki; beides für alle Zeit solange Menschen existieren.

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
Hanjockel79
Gamoras Toyboy
Geschlecht | 02.08.2016 | 16:39 Uhr02.08.2016 | Kontakt
Jonesi

@ MD02GEIST

Was meine Aussage wegen dem Verhältnis Völkermord in Okinawa und Atombombe in Hiroshima abwerfen angeht. Das Okinawa schlimmer war meinte ich in Bezug auf die viel qualvollere Art zu sterben, durch von Bomben abgerissene Körperteile, ewig im Lazarett schmerzen haben oder schwer verletzt irgendwo rumliegen ohne das wer helfen kommt usw. Also dieses Gemetztel, aber eigentlich ist sowohl das eine auf Okinawa als auch das andere sterben durch die Atombombe beides gleich schlimm jo. Da waren ja noch viele die erst später qualvoll an den Strahlungsfolgen starben. Massenmord made in USA...

Der Film bleibt unter Verschluß weil ich doch, wie ich schon schrieb, nicht will das der wenn ich nicht da bin im Regal rumsteht und von den falschen Leute angesehen wird die ich dafür noch für zu jung halte. Gerade zur Ferienzeit bleibt der weg.

MD02GEIST
Godzilla Fan #1
Geschlecht | 02.08.2016 | 14:49 Uhr02.08.2016 | Kontakt
Jonesi

@ HJ
danke, dass du den Film dir und anderen zu Genüge geführt hast. Meine Dankbarkeit ist größer als meine Worte es zu sagen vermögen.

Jetzt verstehst du warum ich gegen Krieg bin, weil ich diesen Film kenne. Ich wollte selber nichts beschönigen als ich die Kritik mit "Der.Härteste.Kriegsfilm." betitelte.

In Bezug auf die Kürzungen, also Gewaltmäßig müsste ich nochmal die dt. Fassung mir ansehen, ich glaube es sind vor allem viele, sehr viele normal-menschliche Szenen, die in Deutschland der Schere zum Opfer fielen.

Was in Okinawa geschah ist einfach nur, genau wie du es gesagst, die Hölle. Unmenschlich, unmenschlich und nochmals unmenschlich. Haben die Amis je daraus lehren gezogen?
Leider Nein und so wie aussieht, könnten wir dank der Amis demnächst wieder in einen Krieg schlittern. Ich will das einfach nicht und wenn du alleine schon siehst was nur ein Spielfilm bei dir für ein Gefühl der Machtlosigkeit in diesem unmenschlichen, von Menschen immer verursachten physischen wie psychischen Akt, den wir Krieg nennen, dann weißt du - es ist wichtiger alles zu tun um Konflikte dieser Art zu verhindern. Darum kann ich persönlich diesen Film selber einen meiner Lieblingsfilme nennen.

"Ich finde das noch heftiger und sehr viel schlimmer wie die Atombombe über Hiroshima."
Diese Aussage deiner ist für mich nicht verständlich. Okinawa war schlimm, die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki als Endpunkt sogar noch schlimmer. Ich möchte mir nicht ausmalen was passiert wäre, hätten die USA noch mehr Atombomben abgeworfen. Im Vergleich zu Okinawa waren Hiroshima und Nagasaki gar nicht mal richtig verteidigt worden. Wenn du dir Dokumentationen mit Menschen ansiehst, die damals lebten, dann wirst du merken, dass dieser Endpunkt wahrlich die feigeste Tat in der Menschheitgeschichte war.

Einfach aus heiteren Himmel wurden die einfachen Menschen mit einer Waffe konfrontiert, die sich keiner von ihnen hätte vorstellen können.

Der Zweite Weltkrieg war schon ein Genozid ohne Frage.

"Die DVD Box wo der Film mit drauf ist bleibt unter Sicherheitsverschluß für alle Fälle."Das du den Film erstmal verdauen musst ist klar und vollkommen verständlich, aber warum wegschließen? Das ist doch kontraproduktiv, zumindest sehe ich dies so. Es wäre doch besser ihn sichtbar zu lassen, damit du weißt: ein starker Film (deine Worte) und wahrlich nichts für schwache Nerven. Ferner der Film hat ja auch dich geprägt und klar gemacht: Krieg ist die Hölle und sowas darf nicht passieren.

Du hattest mich gefragt ob die Amerikaner besonders böse dargestellt wurden oder sollten, als Intention. Also nach allem was ich über den Film, den Stab des Films und über den Zweiten Weltkrieg im Pazifik weiß, war die Propaganda gegen die USA so dermaßen unmenschlich, dass die einfachen Menschen wirklich glaubten die US-Amerikaner wären Dämonen in Menschengestalt so wie es in den Mythen und Sagen des Shintoismus am häufigsten vorkommt. Somit hielten sich Okamoto und sein Stab nur an das was sie von den Menschen hörten.

In der gesamten Relationsgeschichte zwischen Japan und dem Westen war im Falle von Okinawa der erste Kontakt mit dem Westen erst mit dieser Schlacht begonnen. Kann es jemand den Menschen dort verübeln, wenn sie meinten - diese Menschen, die anders aussehen wären Dämonen, die plötzlich vom Meer kamen und angriffen?

Dieses Mischungsverhältnis zwischen absichtlicher Propaganda und tiefsitzender Religion ist wahrhaftig für Grauen ohne Ende gesorgt.

Es gab ja keinerlei neutrale Beobachter die gewisse Sachen hätten bestätigen oder verneinen könnten. Das Thema ist wahrlich nicht einfach, vor allem deswegen, weil ja auch in Folge solcher Ereignisse die persönliche, individuelle Erinnerung sich verwischen kann.

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
Hanjockel79
Gamoras Toyboy
Geschlecht | 02.08.2016 | 13:27 Uhr02.08.2016 | Kontakt
Jonesi

@ MD02GEIST

Also ich habe den Film Sonntag Nacht erstmal alleine geschaut und nehme die DVD irgendwann mal mit zu nem Kumpelsabend, aber dabei bleibt es dann auch. Jemand jüngeres in der Family oder meine Oma die als kleines Kind den 2. Weltkrieg als deutsche Vertriebene aus Polen miterlebt hat bekommt diesen Film aus Rücksichtnahme auf die zarten Seelen nicht zu sehen von mir.

Du hast recht! Das ist ja sowas von mit weitem Abstand der härteste Kriegsfilm aller Zeiten! Da wirken sämtliche Hollywood Kriegsfilm Produktionen inklusive "Wir waren Helden", Platoon etc., wie sie halt alle heißen, wie lächerlich weichgespühlt besonders sämtliche Kriegsfilme der Neuzeit sind ein absoluter Weichspühlerwitz dagegen. Dieser Film hier ist abschlachten pur. Wo es in der ersten halben Stunde noch vergleichsweise ruhig zugeht, aber auch schon mit der heftigen Szene wo sich die Familien mit Handgranaten umbringen und es 395 Tote gibt usw., wird der Film so ab der 40. Minute so richtig heftig schlimm. Gemetzel pur.

Es sei mal dahin gestellt ob man beim Ansehen so ein bischen das Gefühl bekommt hier könnten die Amerikaner besonders böse hingestellt werden, denn das machen die bei gefühlten 15 von 10 Kriegsfilmen die sie selber drehen ja auch andauernd, das sich die USA immer als die ach so guten Guten in der Welt hinstellen. Ich sage dazu nur: Der USA Krieg gegen Mexico um Texas, was damals zu Mexico gehörte... Fakt ist Amerika braucht nicht auf andere Nationen schimpfen. Die USA sind ganz miese und feige Killer so wie viele andere Länder auf der Welt auch. Fangen Kriege aus reiner Profitgier an und wenn sie immer noch meinen sie alleine wären die Guten dann sind es auch nur wieder solche elenden verpissten Gutmenschen die den Scheiß auch noch selber glauben den sie erzählen...

Frauen und Kinder mit Flammenwerfen in den Höhlen töten... Phui USA! Phui! Ihr Monster. 100.000 japanische Soldaten und 150.000 Zivilisten von insgesamt 350.000 Einwohnern wurden auf Okinawa von den USA auf grausamste Art und Weise gekillt, das man nach diesem Film auf die scheinheilige USA echt kurz davor ist einen totalen Hass zu bekommen. Ich finde das noch heftiger und sehr viel schlimmer wie die Atombombe über Hiroshima. Okinawa war die Hölle auf Erden. Man kommt echt nur wieder runter wenn man bedenkt was sich andere Länder inklusive Deutschland alles geleistet haben an Mordereien. Z.b. war der 1. Weltkrieg mit diesen qualvollen Grabenkämpfen und Seuchen auch ganz besonders heftig. Von der Art her wie die Menschen elend verreckt sind noch grausamer wie der 2. Weltkrieg in Europa.

Nach solchen Filmen hat man für die Menschheit echt keine Hoffnung mehr und ich nur noch Verachtung übrig, deswegen kann ein Kriegsfilm nie unter meinen Lieblingsfilmen landen. Ich finde das sehr wichtig das es sie gibt, vor allem das es Dokumentationen zu den Kriegen gibt, aber es muss auch nicht andauernd einen neuen Film mehr zum selben Thema geben. Der von dir hier beschriebene Film ist auf jeden Fall der mit Abstand härteste Kriegsfilm aller Zeiten und der einzige den ich kenne in dem die USA mal nicht die "Guten" sind. Sehr stark gemacht. Es wird alles gezeigt und nichts beschönigt. Krieg ist die Hölle. Nach diesem Film dauert es jetzt bestimmt erst mal eine Zeit bis ich mir die anderen Kriegsfilme auf der Kamikaze Box ansehen werde. Muss den Film erstmal noch sacken lassen.

Nochmal danke für diese Filmempfehlung. Ein Stück wertvolle Filmgeschichte für mich. Die DVD Box wo der Film mit drauf ist bleibt unter Sicherheitsverschluß für alle Fälle.

Hanjockel79
Gamoras Toyboy
Geschlecht | 13.06.2016 | 12:40 Uhr13.06.2016 | Kontakt
Jonesi

@ MD02GEIST

Jo das war ich in dem Thread da. Jo das Problem kenne ich. Habe das auch schon gehabt. Das mir ein Hut nicht angezeigt wurde von wem der ist. Ist sehr blöd weil man nicht sieht bei wem man sich bedanken kann. Ist wohl besser man schreibt dann immer dazu das man den Hut gibt. Muss ich mir mal wieder angewöhnen wenn auf die Statistik leider kein Verlass ist.

MD02GEIST
Godzilla Fan #1
Geschlecht | 12.06.2016 | 15:24 Uhr12.06.2016 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 12.06.2016 15:27 Uhr editiert.

@ HJ

also ich verstehe das jetzt nicht.

http://www.moviejones.de/news/news-panikmache-bei-disney-rogue-one-nachdrehs-angeordnet_25792.html#commentstop

Hier wolltest du mir einen Hut geben, kann den auch sehen, aber in meiner Liste wird nicht aufgeführt.

Egal, du hast mir eine neue Kappe gegeben und das ist gut so. Sorry, ich bin jetzt ein wenig von der Rolle...

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
Hanjockel79
Gamoras Toyboy
Geschlecht | 12.06.2016 | 13:12 Uhr12.06.2016 | Kontakt
Jonesi

@ MD02GEIST

Wegen der Hutvergabe. Nun wäre dies schon Nr. 2, die zwar angekündigt aber noch nicht ausgeben konntest. Bitte, mach dir darüber keinen Kopf. Wenn du wieder genügend Punkte angesammelt hast, kannst mir ja eine neue Kappe geben.

Doch mache ich mir aber. Nr.2 konnte ich grade vergeben. Aber musst mir mal helfen wo Nr.1 gewesen ist. Welcher Thread oder News war das meine ich?

MD02GEIST
Godzilla Fan #1
Geschlecht | 12.06.2016 | 12:46 Uhr12.06.2016 | Kontakt
Jonesi

@ HJ

ich danke auch dir! Die verlinkte Box ist genau diejenige, die ich meinte. Diese steht bei mir ebenfalls im Regal. Was tut man nicht alles als Kompletist.

Deine Worte sind wunderbar. Wegen der Hutvergabe. Nun wäre dies schon Nr. 2, die zwar angekündigt aber noch nicht ausgeben konntest. Bitte, mach dir darüber keinen Kopf. Wenn du wieder genügend Punkte angesammelt hast, kannst mir ja eine neue Kappe geben.

Bestehen tue ich aber nicht darauf. Es ist mir wichtig, dass ich einen Film präsentiere und wenn ich sehe, dass Leute wie du oder luhp Interesse daran haben - dann ist dies mir wert als nur ein Hut. Sicher es ist nett eine Auszeichnung zu bekommen, aber wie gesagt - nicht so wichtig.

Der alternativ Titel STAHLGEWITTER IM PAZIFIK stammt von den VHS-VÖs aus den 1980ern. Ich wüsste zu gerne was aus der Firma Pilot Verleih wurde, die diesen Film einst 1973 nach Deutschland brachte, denn als MIG die DVD auf den Markt brachte, hat MIG ganz gewiss nicht mit Toho verhandelt. Hätten sie es, dann hätten wir neben der deutschen Zensurfassung zumindest das japanische Original mit Untertiteln erhalten oder eine vollständige Neusynchro.

Warum? Japanisches Copyright für ausländische Releases beeinhaltet die Anmerkung: nur ungekürzt!

Und nun wisst ihr auch warum Toho zum einen so viel Geld wie möglich haben will, andererseits aber auch eine sehr skeptisch geprägte Natur bezüglich westlicher Einkäufer hat. Ausnahmen gibt es natürlich, aber so stellt sich die Lage seit über 30 Jahren da.

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda

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