
Bewertung: 3.5 / 5
Monica Bellucci zählt zu den gefragtesten europäischen Schauspielerinnen. Interessant ist, dass nun hierzulande ein Film mit ihr erschien, der schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat. Die Rede ist von ihrem Kinodebüt La Riffa – Dein Preis für eine Nacht, einem italienischen Film aus dem Jahr 1991, der von Francesco Laudadio inszeniert wurde.
Francesca führt ein wohlhabendes Leben und hat keine finanziellen Sorgen. Als ihr Mann jedoch stirbt, kommt heraus, dass dieser sich in Geschäfte verstrickt hat und seiner Frau sowie der gemeinsamen Tochter jede Menge Schulden hinterlassen hat. Das sorglose Leben für Francesca ist vorbei und sie muss zusehen, wie sie im Leben zurechtkommen kann. Dabei wird die bildhübsche Frau vor allem mit der Lust der Männer konfrontiert. Francesca beginnt das für sich zu nutzen. Sie stellt sich selbst bei einer Art Lotterie als Preis zur Verfügung.
Es ist schon interessant, dass man in Deutschland im Jahr 2026 nun erstmalig die Gelegenheit bekommt, das Spielfilmdebüt von Monica Bellucci bestaunen zu können. Die europäische Schauspielerin kennt die breite Masse vor allem durch ihre Nebenrolle in Matrix Reloaded & Revolutions. Actionfans dürfte sie durch Shoot ’Em Up an der Seite von Clive Owen bekannt sein. James Bond begegnete sie ebenfalls in Spectre.
Liebhaber des europäischen Kinos kennen die wunderschöne Italienerin eher aus Der Zauber von Malèna, Irreversibel oder Handbuch der Liebe 2. Die inzwischen 61-jährige Italienerin weiß mit ihrer Präsenz und Ausstrahlung auch heute noch zu überzeugen.
Interessanterweise hat La Riffa (italienisch für "Die Tombola") einige Parallelen zu einem der oben benannten Werk von Bellucci, nämlich Der Zauber von Malèna. Auch dort ist sie in einem kleinen italienischen Ort das Objekt der Begierde, doch die starke Persönlichkeit dahinter wird von der Männerschaft ignoriert und verachtet. Man muss sagen, dass Der Zauber von Malèna deutlich vielschichtiger und gehaltvoller ist. Trotzdem hat auch La Riffa seine Stärken.
Eine dieser Stärken ist die leidenschaftliche Inszenierung von Francesco Laudadio. Er und sein Kameramann Cristiano Pogany haben das Spiel mit der Kamera sichtlich genossen. Es gibt verschiedene Einstellungen und Kamerafahrten, die nicht nur stilistisch etwas hermachen, sondern die Erzählung des Films gekonnt verstärken. Allgemein gelingt es La Riffa, viel durch Bilder zu vermitteln; der Film muss sich nur wenig selbst erklären. Neben Monica Bellucci ist der Film aus unserer Sicht eher unbekannt besetzt. Am ehesten könnten einem noch Marino Masé (Der Leopard) oder Federico Pacifici (Die Passion Christi) etwas sagen.
Erzählerisch hätte La Riffa noch etwas mehr aus seiner Geschichte herausholen können, insbesondere wenn man das neun Jahre jüngere Werk Der Zauber von Malèna betrachtet. La Riffa legt eine Mischung aus Drama, Erotik und Komödie an den Tag, wobei das komödiantische Niveau sehr seicht gehalten ist und es auch mit der Erotik nicht übertrieben wird. So gibt es zwar nackte Haut zu sehen, aber die erotische Spannung wird durch Präsenz und Ästhetik kreiert und nicht durch plumpe Sexszenen. Die Altersfreigabe ab 16 Jahren ist absolut in Ordnung.
Monica Bellucci überzeugt über die gesamten 90 Minuten Laufzeit hinweg, meistens allein mit ihre Ausstrahlung und Mimik. Wer sich die Anfänge der italienischen Schauspielerin anschauen möchte, hat nun mit La Riffa - Dein Preis für eine Nacht die Möglichkeit dazu. Der Film erschien nun auf VoD, Blu-Ray und DVD erstmalig in Deutschland. Der Originaltitel lautet schlicht La Riffa, ohne den Zusatz. International wird der Film auch als The Raffle vertrieben.


