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Antebellum

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Damals war alles besser

Antebellum Kritik

Antebellum Kritik
0 Kommentare - 25.09.2020 von Moviejones
Wir haben uns "Antebellum" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Antebellum

Bewertung: 3.5 / 5

Über den amerikanischen Bürgerkrieg zwischen 1861-1865 gibt es unzählige Filme, der bis heute seinen Schatten auf die USA wirft. Die Südstaatenflagge ist weiterhin stolzes Nationalsymbol vieler Bürger und die Ansicht, dass schwarze Menschen doch recht minderwertig sind, eine verbreitete Haltung. Mit Antebellum verknüpfen die beiden Regisseure Gerard Bush und Christopher Renz konsequent Altes wie Neues und erzählen eine Story in bester Get Out-Manier.

Antebellum Kritik

Veronica (Janelle Monáe) ist eine erfolgreiche Buchautorin, die mit ihren Aussagen und Auftritten insbesondere schwarze Frauen ermuntert, mehr an sich zu glauben und für ein gleichberechtigtes Miteinander zu kämpfen. Außerdem Mutter einer kleinen Tochter und in einer erfüllenden Beziehung könnte ihr Leben nicht glücklicher sein. Doch dann geschieht etwas Erscheckendes, das Veronicas Leben auf den Kopf stellt - und ihren Glauben an eine gerechte Zukunft...

Trailer zu Antebellum

Ja, die guten alten Tage... Vermisst ihr sie auch? Wo man(n) noch alles durfte! Besonders alles sagen. Wo das Leben in geordneten Bahnen verlief. Und sich Frauen in ihrer klassisch zugeteilten Rolle sichtlich wohlfühlten! Und heute?! Sodom und Gomorra überall. Regeln, die aufgebrochen werden! Wahllose Randgruppen, die ihren Platz an der Sonne suchen! Elend und Chaos auf dem Weg!

Mit diesen Gedankenspitzen trugen sich ansatzweise auch Gerard Bush und Christopher Renz, die beiden Regisseure von Antebellum, die eine schaurig-intensive Story über rassistische Klischees, Sklaverei und die glorifizierte US-Vergangenheit geschrieben und verfilmt haben. Unsere Filmbeschreibung wurde bewusst kurz gehalten, um nicht zu viel zu verraten, weil der Film von einigen überraschenden Momenten lebt und diesem typischen WTF?!-Effekt, dem man sich bei so mancher Szene nicht entziehen kann.

Dabei gehört Antebellum zu jenen Filmen, die man am besten ein paar Mal sichtet, um alle Zeichen und versteckten Hinweise zu entdecken. Der titelgebende Begriff bezieht sich dabei auf die Vorkriegsära und zeigt eindrücklich, wie diese amerikanische Epoche von vielen (Südstaatlern) glorifiziert wird. Überraschung, sie war nicht glorreich für Millionen von Sklavenarbeitern und -arbeiterinnen - und auch das verdeutlicht der Film mit aller Härte. Das gelingt zum einen durch die Unmenschlichkeit, mit der die weiße Obrigkeit die Schwarzen behandelt, zum anderen durch die sehr starke musikalische Untermalung. Sssccchhhhhht... Als mitfühlender Zuschauer kann man sich diesem Sog gar nicht entziehen, der durch die einzelnen Elemente entsteht und vor der Selbstverständlichkeit, mit der ein Teil der US-Bevölkerung herabgewürdigt und dementsprechend malträtiert wird.

Zwar ist die Auflösung nichts ganz Neues, aber das mindert nicht den beklemmenden Effekt. Hin und wieder mag man kurz durcheinanderkommen, aber Antebellum hat einen weitgehend harmonischen Fluss und langweilt in keiner Weise. Dazu tun nicht zuletzt die Schauspieler ihr Übriges, allen voran Protagonistin Janelle Monáe sowie Jena Malone, Jack Huston und Gabourey Sidibe. Sidibe spielt mit Dawn zwar eine Frau, die mit ihrer Präsenz und dem losen Mundwerk einige Männer in die Flucht treiben dürfte, aber das auf eine derart unverschämt-freche Weise, dass die wenigen Szenen mit ihr dennoch hängenbleiben.

Antebellum mag nicht der wertvollste Beitrag sein, der das Thema US-amerikanischer Bürgerkrieg und Sklaverei behandelt, aber einer der kraftvollsten. Seine Stärke liegt in der Überraschung, im Szenenwechsel und der Unverfrorenheit, mit der andere wie selbstverständlich wie Müll betrachtet werden. Aber auch der Tatsache für viele Ewiggestrige, mit welcher Dreistigkeit Veronica ihren Platz und den ihrer schwarzen Mitmenschen verteidigt. Und so wie ein Schmetterling eine Metamorphose darstellt, so vollzieht sich ein mentaler Wandel, der das Übel der Rassentrennung im Keim ausmerzen will. Leider nicht schnell genug und immer noch mit viel Leid verbunden, aber beeindruckend vehement.

Antebellum Bewertung
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710
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