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Avatar - Der Herr der Elemente

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Das fünfte Element fehlt: gutes Storytelling!

Avatar - Der Herr der Elemente Review

Avatar - Der Herr der Elemente Review
6 Kommentare - 23.02.2024 von Moviejones
Wir haben uns "Avatar - Der Herr der Elemente" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Review, ob sich diese Serie lohnt.
Avatar - Der Herr der Elemente

Bewertung: 3 / 5

Der Avatar ist auf Netflix angekommen. Fans haben mit großer Spannung auf den Start der Live-Action-Serie gewartet. Vor allem der kürzliche Erfolg von One Piece in Verbindung mit den doch gelungenen Trailern schürte unter den Fans die Hoffnung, dass uns mit Avatar - Der Herr der Elemente erneut eine gelungene Umsetzung einer beliebten Zeichentrickserie erwartet. Und in der Tat, die Serie ist wesentlich besser gelungen als vor einigen Jahren die unsägliche Kino-Adaption Die Legende von Aang. Doch reicht dies schon aus, um glücklich zu sein?

Review zu Avatar - Der Herr der Elemente

Vor 100 Jahren verschwand der Avatar, Herr aller vier Elemente, spurlos. Die mächtige Feuernation riss die Herrschaft an sich und überzog die anderen Nationen mit Krieg. Die junge Wasserbändigerin Katara entdeckt ein Jahrhundert später zusammen mit ihrem Bruder Sokka den verschwundenen Avatar eingesperrt im Eis. Erwacht, muss der junge Aang sich mit einer Welt im Chaos auseinandersetzen und zusammen mit seinen neuen Freunden einen Weg finden, die Fähigkeiten des Avatars zu meistern, um die Feuernation aufzuhalten und wieder Gleichgewicht in die Welt zu bringen.

Trailer zu Avatar - Der Herr der Elemente

Es gibt zwei Arten von Menschen, die sich Avatar - Der Herr der Elemente ansehen werden: Fans der Zeichentrickserie und solche, die zum ersten Mal in die Welt des Avatar und der vier Nationen eintauchen. Beiden Lagern wird etwas geboten, beide werden jedoch auch auf Probleme stoßen. Leider müssen wir sagen, dass Avatar - Der Herr der Elemente nicht der ganz große Erfolg geworden ist und nicht an die One Piece-Umsetzung heranreicht. Es ist... ok. Aber leider nicht mehr. Immerhin von einer Katastrophe wie einst sind wir weit entfernt.

Bevor wir zu leider doch einigen negativen Punkten kommen, wollen wir erst einmal das Positive ansprechen. Vor allem das Casting kann als gelungen angesehen werden. Die Auswahl an Schauspielern für die jeweiligen Rollen ist großenteils sehr passend. Natürlich darf man von vor allem noch jungen Schauspielern keine Oscarvorstellungen erwarten, doch sie machen ihre Sachen ziemlich gut, soweit zumindest, wie die Serie sie lässt.

Ebenfalls positiv zu erwähnen ist der gesamte Look der Serie. Vor allem Fans der Zeichentrickserie dürfen sich auf eine ziemlich getreue Umsetzung der Welt des Avatar freuen. Kostüme, Schiffe, Kreaturen oder ganze Ortschaften, man hält sich sehr eng an die Vorlage. Auch musikalisch erklingen ein ums andere Mal bekannte Melodien. Und im deutschen gehört auch die Synchronisation mit vielen bekannten Stimmen aus der Zeichentrickserie eindeutig zu den positiven Dingen. Da schlägt das Fanherz wirklich höher.

Das Herz der Zeichentrickserie waren immer die Charaktere und ihre Geschichten. Vor allem Zuko gilt als Favorit unter den Fans, gerade auch wegen seiner Hintergrundgeschichte und Charakterentwicklung. Und auch in der Live-Action-Umsetzung darf man ihn zu den Highlights zählen. Seine Geschichte wie auch seine Beziehung zu seinem Onkel, General Iroh, wurde ziemlich gut adaptiert. Hier gelingt es der Serie, den Kern der Zeichentrickserie gut zu treffen.

Auch was Team Avatar betrifft, schafft es die Serie im Großen und Ganzen das Gefühl der Vorlage einzufangen. Jedoch ist dies auch der Punkt, wo wir jetzt anfangen müssen, über die vielen Probleme der Serie zu sprechen. Ja, Team Avatar ist gut getroffen, jedoch kommen die Charaktere und die Beziehungen zueinander viel zu kurz. Vieles wird nur oberflächlich behandelt. Am schwersten getroffen hat es hier Appa. Der liebevolle Bison gehört in der Zeichentrickserie klar zum Team und ist ein Charakter für sich, in der Live-Action-Umsetzung verkommt er jedoch komplett zum lieblosen Fortbewegungsmittel. Zwischen ihm und den anderen Charakteren gibt es keinerlei Bindung oder gar Beziehung. Nicht einmal zwischen ihm und Aang.

Dies führt uns zum größten Kritikpunkt, den sich Avatar - Der Herr der Elemente gefallen lassen muss. Die Serie beinhaltet die bekannten vier Elemente, ein wichtigste fünftes fehlt jedoch: gelungenes Storytelling. Und dies fällt hier besonders schwer ins Gewicht, da die Serie eine abgeschlossene Geschichte mit einer komplett und gelungen entwickelten Welt als Vorlage hatte. Der qualitative Unterschied zwischen dem Storytelling der Zeichentrickserie und der Live-Action-Adaption ist deutlich.

Man muss natürlich im Normalfall Kürzungen und Änderungen bei einer Umsetzung in Kauf nehmen. Bei One Piece konnten wir dies gut sehen und hier machte es, aufgrund des immensen Umfangs des Anime, auch durchaus Sinn. Dennoch schaffte man es, auch mithilfe des Machers der Vorlage, den Kern der Vorlage gut zu treffen und eine gute wie durchdachte Geschichte zu erzählen, die einem Narrativ folgt und inhaltlich Sinn ergab. Wenn man zu Avatar - Der Herr der Elemente kommt, muss man eigentlich von einer wesentlich dankbareren Vorlage sprechen.

Die Zeichentrickserie besteht nur aus drei Staffeln, die alle je 20 Episoden á 22 Minuten umfassen. Dies hätte man gut in je 10 Episoden á 44+ Minuten umsetzen können, was doch auch für eine Netflix-Serie von der Länge her perfekt gewesen wären. Dennoch entschied man sich für nur 8 Episoden, was definitiv zu wenig ist. Desweiteren hat man vieles gekürzt oder gar gestrichen, gleichzeitig aber auch vieles eingebaut, was in der ersten Staffel, oder überhaupt in der Serie, gar nicht vorkam. Dies fällt umso deutlicher ins Gewicht, weil hier Leute an Bord sind, die einfach nicht so gut darin sind, eine Geschichte zu erzählen, wie es die Macher der Zeichentrickserie waren.

Hier müssen wir etwas ins Detail gehen. Da wir nicht alles vorwegnehmen wollen, belassen wir es bei wenigen Beispielen, die exemplarisch für vieles in der Serie stehen. Schaut man sich Star Wars an, so hat George Lucas einige bestimmte, wichtige Entscheidung in Bezug auf das Storytelling getroffen. Zunächst einmal entschied er sich, seine Geschichte an einem Punkt zu beginnen, an dem das Imperium bereits herrscht und die Helden aus Freiheitskämpfern bestehen. Von dem Punkt an baut er seine Geschichte und seine Welt weiter aus. Die Hintergründe sind noch ein Geheimnis. Wer ist Vader? Warum herrscht das Imperium? Wo sind die Jedi? Lucas nutzt diese Fragen zum Aufbau seiner Welt und zur Entwicklung der Geschichte und sogar der Charaktere. Storytelling, wie es im Buche steht, von einem Meister höchster Klasse, der sich dabei an vielen anderen Meistern des Storytellings orientierte.

Auch was den Oberbösewicht betrifft, dem Imperator, traf er eine wichtige Entscheidung, nämlich, ihn nicht zu zeigen. Er wird nur erwähnt, seine Bedrohung wird aufgebaut, ein Mysterium errichtet und erst später bekommen wir ihn tatsächlich zu Gesicht. Dies alles ist wichtig zu erwähnen, denn die Zeichentrickserie von Avatar - Der Herr der Elemente geht in vielem vergleichbar vor. Die Serie ist ein Paradebeispiel dafür, wie man eine Geschichte erzählt, wie man Charaktere entwickelt und eine Welt aufbaut. Die Live-Action-Serie ist dies nicht. Sie beginnt an einem merkwürdigen Punkt in der Geschichte, das dem Storytelling nicht zugutekommt. Sie zeigt uns bereits früh den Oberbösewicht, ohne, dass eine von ihm ausgehende Bedrohung aufgebaut wurde, ohne, dass wir es gefühlt verdient haben, ihn bereits zu sehen. Seine Wirkung verpufft. Zudem wird zu viel gekürzt, sodass die Charaktere nicht die Entwicklung erfahren dürfen, wie es ihnen in der Zeichentrickserie vergönnt war.

Wir könnten hier noch viel mehr ins Detail gehen, viele Beispiele aufzählen. Zusammengefasst muss an diesem Punkt gesagt werden, dass die größte Stärke der Zeichentrickserie, die größte Schwäche der Live-Action-Adaption ist.

Und leider gibt es noch weitere Punkte, wo man als Fan der Vorlage den Kopf schütteln muss. Feuerbändiger machen einen auf Iron Man und Aang kann plötzlich auch ganz ohne seinen Gleiter fliegen, wo man sich fragt, warum er eigentlich den Gleiter braucht. Eine Frage, die man in der Zeichentrickserie nie hatte, denn hier machte einfach vieles mehr Sinn. Wo die Zeichentrickserie eine glaubhafte Welt erschuf und ein in sich geschlossen sinnhaftes Storytelling, bekommt die Live-Action-Adaption in diesen Punkten vor allem immer dann Probleme, wenn die Macher der Netflix-Serie selbst etwas hinzugefügt oder Änderungen zur Ursprungsvorlage vorgenommen haben.

Und dies ist eben auch schade für all diejenigen, die hier zum ersten Mal die Geschichte von Avatar - Der Herr der Elemente kennenlernen. Natürlich wird ihnen vieles nicht so negativ auffallen, wie einem Fan der Vorlage und daher auch nicht so sehr kümmern. Aber sie bekommen eben auch eine Vision der Geschichte und der Welt geliefert, die nicht so gut präsentiert wird, wie die Fans es aus der Zeichentrickserie her kennen. Tatsächlich muss man sogar sagen, dass die Zeichentrickserie, die für Kinder gemacht wurde, in der Art und Weise, wie sie die Geschichte präsentiert, einen höheren Anspruch vorlegt und mehr von ihren Zuschauern erwartet, als die Live-Action-Serie von Netflix es tut. Wir mussten sogar an die Aussagen der Showrunner von The Witcher denken, die als Grund für viele der Änderungen im Vergleich zur Vorlage, platt gesagt, die Dummheit der Zuschauer nannten. Wir fragen uns: Ist es hier ähnlich?

Das mag jetzt katastrophal klingen, doch wir wollen die Serie auch nicht schlechter reden, als sie ist. Sie macht schon auch vieles richtig und wir schreiben hier natürlich auch aus der Sicht des doch etwas enttäuschten Fans. Man hätte problemlos vieles besser machen können, hat man aber leider nicht. Die Geschichte ist an sich aber nach wie vor dieselbe und auch die Charaktere sind, wie bereits zuvor erwähnt, ziemlich gut getroffen. Gerade als Fan ist es schön, so manche Szenen in Live-Action zu sehen und vieles wurde auch tatsächlich gut umgesetzt, wir denken nur an die Geisterwelt, die Belagerung des Nordens oder die Kyoshi-Kriegerinnen. Die Serie bietet durchaus einige tolle Momente und schöne Einstellungen.

Was die Effekte betrifft, so sind diese eher durchschnittlich. Im Großen und Ganzen ok für eine Serie, aber es wirkt schon alles recht künstlich. Es gibt Einstellungen, die sind einfach nicht gut, ganz klar vor einem Greenscreen oder einem großen Bildschirm (Volume) gefilmt und zudem schlecht ausgeleuchtet. Es gibt aber auch Einstellungen, Effekte, die sind richtig gut und können sich sehen lassen. Vor allem die letzte Episode mit der Belagerung des Nordens hat uns dann doch sehr gefallen. Es wirkt, als hätte man nicht genug Budget für die Effekte zur Verfügung gehabt und manche Szenen geradezu geopfert, damit andere wiederum gut aussehen können.

Fazit

Die Serie leidet unter so manchen Problemen und kann qualitativ nicht immer überzeugen. Über einiges könnte man durchaus hinwegsehen, jedoch fällt das im Vergleich zur Zeichentrickserie schlechte Storytelling so negativ auf, dass man es einfach nicht ignorieren kann und Avatar - Der Herr der Elemente vor allem dadurch qualitativ hinter etwas wie One Piece zurückfällt.

Es ist nicht alles schlecht, im Gegenteil. Das gute Casting reist vieles raus und die Serie bietet durchaus genug um Fans und Neueinsteiger acht Episoden lang gut zu unterhalten und den Wunsch nach mehr zu wecken. Es wäre schön gewesen, hätten wir bereits in dieser ersten Staffel mehr bekommen und vor allem auch eine höhere Qualität was das Drehbuch betrifft. Doch es ist noch nicht alles verloren. Potential ist vorhanden und wenn man sich mit den Kritikpunkten auseinandersetzt, kann aus Avatar - Der Herr der Elemente wenn auch keine gleichwertige, dann immerhin noch eine würdige Umsetzung der tollen Zeichentrickvorlage werden. Noch glauben wir an den Avatar.

Avatar - Der Herr der Elemente Bewertung
Bewertung des Films
610

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6 Kommentare
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Ellessarr : : Wundersamer
29.02.2024 14:40 Uhr
0
Dabei seit: 11.01.10 | Posts: 529 | Reviews: 4 | Hüte: 11

Also ich fand die Serie jetzt gar nicht so schlecht, bzw sogar ganz gut. Es hätten wirklich 10 Folgen sein können, dafür gefällt mir der düstere Ansatz ganz gut. die einzigen Sachen die mich echt stören sind quasi der komplette weibliche Cast, die finde ich alle unpassend. Speziell Azula und Taylee, gehen einfach gar nicht. Und Aang hätte in dieser Staffel lernen müssen das Wasser zu bändigen, das wird demnach zukurz kommen. In der nächsten wird er dann gleich Wasser und Erde lernen, oder wie? Das finde ich irgendwie schwachsinn.

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Fox4Movie : : Moviejones-Fan
27.02.2024 20:03 Uhr
0
Dabei seit: 21.04.15 | Posts: 14 | Reviews: 0 | Hüte: 0

Verstehe ich das richtig, dass die komplette Zeichentrickserie (3 Staffeln) in eine Netflix-Staffel mit 8 Episoden gepresst wurde?

-> Nein die erste Staffel (ca. 20Folgen a 18-20min) wurden in die 8 Episoden Live Action untergebracht

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DrGonzo : : Drachenzähmer
26.02.2024 13:17 Uhr
0
Dabei seit: 02.12.10 | Posts: 3.053 | Reviews: 0 | Hüte: 131

Verstehe ich das richtig, dass die komplette Zeichentrickserie (3 Staffeln) in eine Netflix-Staffel mit 8 Episoden gepresst wurde?

"Fuck the kingsguard, fuck the city, fuck the king."

MJ-Pat
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Parzival : : Kakashi
23.02.2024 20:03 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 7.989 | Reviews: 56 | Hüte: 423

Es wird sicher gespaltene Meinungen geben und auch ich kann euch nicht in allem zustimmen, aber größtenteils schon. Hoffen wir, dass Staffel 2 sich steigern kann.

Link zu meinem Letterboxd-Profil /// (ehem. FlyingKerbecs)

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HenryGondorf : : Goldkerlchen 2022
23.02.2024 19:17 Uhr
0
Dabei seit: 20.02.21 | Posts: 849 | Reviews: 5 | Hüte: 34

Nun, ich kenne die Vorlage nicht, werde also ganz ungezwungen an die Serie rangehen. Hatte mir 2010 auch Die Legende von Aang reingezogen und fand den grausam, die Serie hier wird sicherlich besser und unterhaltsamer sein, dann stimmt das schon.

Warriors, come out to play-ayyy!

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Poisonsery : : Moviejones-Fan
23.02.2024 07:52 Uhr | Editiert am 23.02.2024 - 07:53 Uhr
0
Dabei seit: 02.03.18 | Posts: 2.001 | Reviews: 7 | Hüte: 32

Hätte fast nach dem Kritikpunkt mit Appa nicht weiter gelesen. Den Punkt finde ich albern und kleinlich. Muss zugeben das die Vorlage die Original Serie nie zu meinen Favoriten gehörte. Nicht wegen der Geschichte. Aber mit Aang wurde ich nie warm. Man sieht aber gut das es eine Fan Kritik ist. Weiß noch nicht wann ich rein schaue. Muss noch Percy Jackson nachholen.

Poisonsery kommt vom Beyblade und ein Kürzel des Blades Poison Serpent :–)

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