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Das Arche Noah Prinzip

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Das Arche Noah Prinzip Kritik

Das Arche Noah Prinzip Kritik

Das Arche Noah Prinzip Kritik
0 Kommentare - 12.01.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Das Arche Noah Prinzip" ist.

Bewertung: 2 / 5

Ende des 20. Jahrhunderts werden alle Massenvernichtungswaffen stillgelegt. Doch es lauert eine neue Gefahr aus dem All. Es entstehen Fronten und diese versuchen sich eine wissenschaftliche Raumstation zunutze zu machen. Nun liegt das Schicksal der Welt in den Händen der Astronauten an Bord.

Kaum zu glauben, daß dieser Name einmal zu den bedeutendsten Regisseuren der Welt zählen würde: Roland Emmerich. Ein Mann, der einen Stil hat. Ein Mann, der die pro-amerikanischsten Filme überhaupt drehte, ohne dabei in das Weltbild des konservativen Amerikas zu passen. Wenngleich auch Emmerich das ein oder andere Mal Filme drehte, an denen man sich mehr oder minder, ob der Peinlichkeit der Geschichte und manchmal sogar wegen echter Qualitäten nicht sattsehen konnte, ist sein primäres Schaffen doch dadurch bestimmt, eher langweilig, als wirklich unterhaltend zu sein. Es scheint so, als habe Emmerich sich in der Frühphase seines Schaffens, daß eben von Das Arche Noah Prinzip bis in zu Universal Soldier (1992) und Independence Day (1996) mit Filmen befasst, die vor allem auf technischer Ebene, durch überhebliches Macho-Tum und irgendwelche bedeutungsschwangeren Pseudo-Metaphern überzeugen wollten. Die Geschichte von Das Arche Noah Prinzip ist dabei denkbar simpel. Zwei Typen kommen auf eine Raumstation, die Amerikaner wollen die dortige Technik dazu nutzen, um militärisch präsent und Einsatzbereit zu sein. Kurz um, um Gewalt anzuwenden. Allein an dieser kurzen Übersicht über die Geschichte muss man schon anerkennen, daß sich Emmerich wohl zum Schlechteren entwickelt hat.

Denn diese Geschichte ist natürlich ihrer Zeit geschuldet und befeuert die Angst vor einem übermächtigen Staat, der alle unterjocht. Daß das in Amerika ankam verwundert sicherlich nicht, doch für Emmerichs sonstiges Schaffen ist das fast schon zu progressiv und links. Gut, man muss zugeben, ausgefeilt ist das nicht. So ist nämlich der gesamte Film auch von einer unglaublichen Schwere getragen. Das Erstlingswerk ist sich dabei auch nicht zu schade, sich an seinen Vorbildern zu bedienen und diese am laufenden Band zu zitieren. Von 2001: Odyssee im Weltraum (1968) über Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung (1977) bis hin zu Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979) bedient sich der Film stilistisch munter durch die Welt des Science-Fiction-Films. Das will man ihm nicht vorwerfen, machen ja schließlich alle so. Und es ist schon beeindruckend, wie viel Mühe und Herzblut Emmerich in dieses Projekt gesteckt hat. Man merkt das nämlich. Hier ist ein Regisseur, der peinlich genau darauf achtet, daß alles wirklich beeindruckend gut aussieht, daß die Szenen, die aufeinander folgen stimmen und so weiter und so fort. Das ist tatsächlich handwerkliche Perfektion, die ebenso unterstreicht, daß Emmerich in gewisser Weise doch ein besonderer Regisseur ist.

Thematisch fängt der Film dabei die Ängste dieser Generation, aber eben auch der heutigen ganz gut ein. Es sind große Konflikte, die da aufgemacht werden. Die Beziehung zum eigenen Staat. Die Bedeutung des Individuums. Die Angst vor einer drohenden Klimakatastrophe ausgelöst durch die Profitgier des Menschen und die letztliche Ausbeutung, die eben aus der Not des einzelnen entsteht, überleben zu können. Das ist eben viel zu links für Emmerich. Das Problem, daß der Film aber leider Gottes keineswegs kaschieren kann, ist daß er keinerlei Spannung erzeugt. So sind die Figuren, deren Namen man nach fünf Minuten vergisst, in dieser Situation, in der man schnell vergisst, was sie eigentlich tun sollen und wollen und wie sie zu den Menschen Außenrum stehen bleibt ebenso im Dunkeln. Ohnehin fehlt es dem Film auch an einer antagonistischen Kraft. Das gesamte Werk deutet die Gewalt von außen immer an, personifiziert diese aber keineswegs und so verleibt der Eindruck als sei Das Arche Noah Prinzip zwar eine gute Idee, doch sie wäre noch lange nicht ob ihres fehlenden Inhalts und der schablonenhaften Figuren ausgereift.

Durch die Geschichte, die ganz nett ist, sollen also dann vor allem die Hauptdarsteller Franz Buchrieser und Richy Müller tragen. Gestützt werden sie dabei durch Nikolas Lansky und Avira Jones. Ja und was soll man sagen? Die vier Schauspieler agieren laienhaft bis ausdruckslos und vergessenswert. Natürlich liegt das zum Großteil auch an der schwachen Figurenzeichnung. Doch das Problem ist, wenn man ein schlechtes Skript hat, kann man ja immer noch überzeugen. Man denke nur mal an Samuel L. Jackson oder eben Nicolas Cage. Doch davon will der Film auch gar nichts wissen und so kommt es eben auch nie zu einer direkten Gegenüberstellung von Werten, dem Austausch von irgendwelchen Ideologien. Alles bleibt so ein wenig auf Abstand, was sicherlich seine Begründung in der Geschichte hat, dennoch aber auch so ein wenig für Ernüchterung sorgt.

An großen Vorbildern orientierte sich Emmerich mit seinem Langfilmdebüt Das Arche Noah Prinzip. Und im Prinzip ist die Idee auch gut und es liegen dadurch aus Versatzstücke die diesen zu einem großartigen Film hätten machen können. Allerdings sind die Figuren dafür viel zu banal und es ist zwar klar, welche Fronten hier aufgemacht werden, doch so richtig nach Film fühlt sich das dann immer noch nicht an.

Das Arche Noah Prinzip Bewertung
Bewertung des Films
410

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