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Dexter - New Blood

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New Blood: Wie der Vater, so der Sohn?

Dexter - New Blood Review

Dexter - New Blood Review
1 Kommentar - 05.02.2022 von Moviejones
Wir haben uns "Dexter - New Blood" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Review, ob sich diese Serie lohnt.
Dexter - New Blood

Bewertung: 4 / 5

Viele Fans waren unzufrieden mit dem Serienfinale von Dexter, das will nun die Miniserie Dexter - New Blood in zehn Folgen wiedergutmachen. Versetzt an den neuen verschneiten Spielort Iron Lake und mit einem derweil Teenager-Sohn konfrontiert, ist flott klar, dass sich auch Ton und Stil der Serie verändern - und doch ist die Miniserie in Vielem eine Hommage an die Originalserie und ein passenderes Ende für Titel-Serienkiller Dexter (Michael C. Hall).

Dexter - New Blood spielt zehn Jahre nach den letzten Ereignissen in Dexter, der im Serienfinale des Originals überlebte, und nicht wie viele - unter anderem sein Sohn Harrison (Jack Alcott) - lange glaubten, zum Opfer des Hurrikans wurde. Untergetaucht weit weg von Miami im verschneiten Iron Lake lebt Dexter unter dem neuen Namen Jim Lindsay ein beschauliches Leben als Verkäufer von Jagdzubehör (!), und hat auch neue Liebe gefunden. Doch dann taucht sein derweil Teenager-Sohn auf der Bildfläche auf, wodurch es rasch vorbei ist mit dem idyllischen Kleinstadtleben - zudem ist Iron Lake wie so viele Kleinstädte nicht frei von dunklen Geheimnissen, die sich ihren Weg an die Oberfläche bahnen...

Trailer zu Dexter - New Blood

Dexter - New Blood Review

Dexter meets Fargo, das ist das atmosphärische Gefühl, das sich rasch einschleicht durch den Spielort von Dexter - New Blood, und das macht auch gleich klar, es geht nicht einfach nur weiter. Viel ist passiert, und so ist das düstere Setting als letzte Zuflucht mehr als passend gewählt. Das bedingt jedoch auch, dass nach all den Ereignissen der locker ironische Ton der Mutterserie, unterstützt von dem Kontrast eines Forensikers und zugleich Serienkillers unter Sonne und Palmen, der andere Serienkiller killt, verloren geht.

Nicht gänzlich, denn Michael C. Hall ist wie immer grandios Dexter, sobald er auf dem Bildschirm auftaucht, und mit Polizeichefin Angela (!), toll gespielt von Julia Jones, hat man in gewisser Weise Angel Batista und Schwester Debra aka "Deb" in einer Rolle zusammengefasst. Der Fokus ist nun auch ein anderer, denn erzählt wird vor allem eine Vater-Sohn-Geschichte. Und natürlich sind auch die Bösewichte in so einer abgelegenen Kleinstadt etwas anders als im sonnigen Miami.

Durch Harrison kommen in einigen Szenen auch Highschool-Vibes auf, und all diese neuen Töne betrachtet so mancher als bedauernd kritisch - doch wir müssen sagen, ja, es ist alles etwas anders, aber hätte man wirklich gewollt, dass es einfach wie üblich weitergeht? Es ging doch um so etwas wie den abschließenden Schwanengesang für den Titel-Schurken (und das ist er bei aller Sympathie), wie auch die Frage, was wurde eigentlich aus Harrison?

Auch die Kritik an Harrison-Darsteller Jack Alcott, die man so im Netz liest, verstehen wir nicht ganz, er spielt Harrison wunderbar verloren und verwirrt auf Identitätssuche, die gewollt gestörte Chemie zwischen Vater und Sohn passt hervorragend und findet auch immer wieder toll emotional zueinander. Er kann und sollte auch kein purer junger Dexter-Abklatsch sein, denn trotz manch ähnlicher Erfahrung ist er doch zuvor unter ganz anderen Voraussetzungen aufgewachsen als Dexter.

Gefallen hat uns auch Deputy Logan-Darsteller Alano Miller, der zugleich auch Harrisons Coach im Ringerteam ist. Wodurch Harrison auf der Suche nach einer Vaterfigur auch Alternativen kennenlernt. Dass genau diese Suche nach einer Vaterfigur dann auch letztlich zum Antagonisten von Dexter führt, wodurch die Story erst so richtig in Gang kommt, zeigt aber auch, weder die problematische Beziehung zu Dexter, noch die Trainer-Sportler-Beziehung zu Logan befriedigen Harrisons Sehnsucht.

Harrison erfährt zu Beginn nichts von Dexters dunklem Begleiter, und genau dieses Leben einer Lüge führt zu den größten Problemen in ihrer Beziehung. Als moralischer Kompass ist auch Deb zurück, doch hier setzt unser Hauptkritik-Punkt an: Wir mochten Jennifer Carpenters Rolle sehr in der Originalserie, aber wie das Comeback hier umgesetzt wird, ist oftmals leider etwas zu arg nervig, so dass sich nicht nur Dexter freut, wenn sie wieder Ruhe gibt. Ein weiteres Cameo erfreut hingegen, auch wenn es nicht mehr als das ist, aber es wird sinnvoll in die Geschichte eingebaut.

Ob jedoch wirklich die Wahrheit auf dem Tisch die Probleme für Dexter und Harrison, und auch für Dexters Beziehung zu Angela löst - genau das ist die Frage in den letzten Folgen von Dexter - New Blood. Auf Dexters antreibende Frage, ob der Sohn denn überhaupt dem Vater nachschlägt, gibt es nämlich gar keine so einfache Antwort, und damit macht die Serie viel richtig. Dass die Miniserie eben keine Fall-für-Fall-Struktur bietet, ist für ihr Ziel, einfach ein besseres Finale erzählen zu wollen, ebenfalls passend, auch darüber kann man sich nicht wirklich beschweren. Hier und da mag es kritische Storypunkte geben, manches zu vorhersehbar sein und zu konstruiert wirken, aber das wäre Jammern auf hohem Niveau.

Man sollte definitiv die ganze Season von Dexter - New Blood sehen, bevor man urteilt: Denn nach einer tollen Premiere lassen die ersten weiteren Folgen einen vielleicht etwas zweifeln, doch im Verlauf und im Ganzen der Season betrachtet macht die langsamere Entwicklung, die einen Harrison und die weiteren neuen Charaktere zu Beginn wenigstens ein bisschen kennenlernen lässt, auch Sinn. Es bleibt nämlich im Verlauf, wenn die Story so richtig Fahrt aufnimmt, dann doch gar nicht mehr viel Zeit, um Harrisons Charakter und die anderer wirklich tief genug ausloten zu können, dafür hätte es dann wiederum ein paar mehr Folgen gebraucht.

Fazit

Dexter - New Blood bietet ein konsequenteres Finale als es die Originalserie bot, schon darum hat sie ihre Daseinsberechtigung. Dexter zudem unter neuen Menschen in einem neuen Setting als Vater eines Teenager-Sohns zu erleben, ist naturgemäß anders und hat uns gut gefallen: Denn Vater-Sein verändert, erschüttert auch die eigene Identität, wie auch Dexters vorherige Verlusterfahrungen, und das ist hier mehr als spürbar. So kann man die Geschichte von Dexter stehen lassen, auch wenn es Hinweise genug gibt, wie man irgendwann noch einmal weitermachen könnte, doch bis dahin sollte auch tatsächlich einiges an Zeit vergehen. Erst einmal gibt es dieses weitaus befriedigendere Finale, das sollte auch ernstgenommen so nachwirken dürfen.

Dexter - New Blood Bewertung
Bewertung des Films
810

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Rayd : : Moviejones-Fan
06.02.2022 11:22 Uhr | Editiert am 06.02.2022 - 11:30 Uhr
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Dabei seit: 13.08.13 | Posts: 18 | Reviews: 0 | Hüte: 0

Ansprechende Review, bei der ich in den meisten Punkten mitgehe. Nur hätte es ich persönlich besser gefunden, wenn die Spannungskurve um den Antagonisten etwas früher Fahrt aufgenommen hätte. Ebenso fand ich es etwas Faul von den Schreibern, dass Sie besagten Cameo nicht auf Dexter treffen ließen, nachdem dies quasi innerhalb der Serie angeteast wurde.

Alles in allem aber ein runderes und besseres Ende.

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