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Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern

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Charmant mit zu viel Pathos

Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern Kritik

Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern Kritik
0 Kommentare - 26.01.2013 von Moviejones
Wir haben uns "Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.

Bewertung: 3 / 5

Artie Decker (Billy Crystal) liebt seinen Beruf als Minor League Baseball-Stadionsprecher, doch sein Chef will alles etwas moderner gestalten - und da wird kurzerhand so ein alter Hase wie Artie ausgemustert. Hinzu kommt, dass Tochter Alice (Marisa Tomei) ihn und seine Frau Diane (Bette Midler) bittet, ein paar Tage auf ihre drei Enkelkinder aufzupassen, damit sie ihren Mann Phil (Tom Everett Scott) auf eine wichtige Geschäftsreise begleiten kann. Die Bitte fällt Alice nicht leicht, denn ihr Verhältnis zu ihren Eltern ist nicht gerade gut, weil sie sich als Kind wenig beachtet gefühlt hat. Außerdem befürchtet sie, dass die beiden den modernen anti-autoritären Erziehungsmethoden, die sie auf ihre Kinder anwendet, nicht gerecht werden können.

Und damit hat sie nicht ganz unrecht: Neben einem hochmodernen, computergesteuerten iHaus "R-Lif" inklusive Computerstimme à la HAL 9000 aus 2001 - Odyssee im Weltraum erwartet die lieben Großeltern eine Liste klarer Anweisungen, wie die Kinder zu behandeln sind - von der genau festgelegten Art des Frühstücks inklusive allgemeinem Zuckerverbot bis zu den Umgangsformen ist alles strikt geregelt. Auch die Kinder haben kein Recht auf freien Gefühlsausdruck, alles hat vernünftig verbalisiert zu werden. Kein Wunder, dass Artie und Diane als Großeltern mit solchen Methoden etwas überfordert sind und so die Katastrophe ihren Lauf nimmt...

Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern ist eine charmante Familienkomödie, die vor allem durch die Hauptdarsteller getragen wird. Comedy-Altstar Billy Crystal (City SlickersHarry und Sally) zeigt als Arti, dass er immer noch hervorragend komische Figuren mit viel Herz verkörpern kann, Bette Midler (Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. StoneDer Club der Teufelinnen) versprüht ihr lebendiges Feuer und bekommt sogar eine kleine Gesangseinlage - allerdings lebt ihre Darstellung von ihren Augen und ihrer Gestik, denn mimisch bewegt sich leider kaum noch etwas in ihrem durch wer weiß wie viele Operationen aufgedunsenen und starren Gesicht. Das ist traurig zu beobachten und nimmt ihrem sonst so leidenschaftlichen Spiel die früher so beeindruckende Wirkung. Marisa Tomei (Crazy, Stupid, Love) überzeugt ebenfalls als hypermoderne, neurotische Familienmutter mit gestörter Beziehung zu ihren Eltern, sie würde man gern wieder öfter auf der Leinwand sehen. Tom Everett Scott (Die Jagd zum magischen Berg) als ihr Mann bekommt zu wenig Spielzeit, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen, seine Figur bleibt dadurch leider etwas blass, selbst wenn es dramaturgisch so sein sollte, dass eben die liebe Mama die Hosen in der Familie an hat. Die Kinderdarsteller sind gut ausgewählt, vor allem Bailee Madison (Brothers) als unter Erfolgsdruck stehendes Geigentalent Harper und Newcomer Joshua Rush (Heroes) als stotternder, in der Schule gehänselter Turner. Wuschelkopf Kyle Harrison Breitkopf (The Tall Man) als Frechdachs passt zwar vom Typ her prima in die Rolle, wirkt aber manchmal zu aufgesetzt durch sein Overacting, was im Vergleich zu den anderen, die trotz Komik ein recht natürliches Spiel an den Tag legen, störend auffällt.

Die Bestimmer bedient erfreulicherweise alle Humorschienen, so dass Erwachsene wie Kinder Spaß haben werden: Wortwitz, Slapstick, Situationskomik - auch die gute alte Torte-im-Gesicht-Szene ist dabei, die Erwachsene zwar vielleicht nicht mehr schmunzeln lässt, Kinder die eskalierende Tortenschweinerei aber sicher klasse finden werden. Auch für ausreichend ernste Töne ist gesorgt, denn deutliches Thema sind der Generationskonflikt, Erziehungsmethoden und das Thema Familie allgemein. So ist Alice natürlich nicht grundlos so neurotisch, deren Kinder sich in einem zu begluckenden Regelgefängnis wiederfinden, in dem so etwas wie "einfach mal Spaß haben" kaum möglich ist. So ist es mehr als nötig, dass die lieben Großeltern etwas frischen Wind ins durchstrukturierte Familienleben bringen. Grundsätzlich bietet Die Bestimmer daher einen guten thematischen Ansatz für eine Familienkomödie, doch der Pathos, der aus solchen US-Filmen nicht wegzudenken ist, kommt erstens zu häufig und zweitens mit dem mehr als dicken Zeigefinger daher, wirkt ziemlich aufgesetzt und im Verlauf daher etwas störend. Die eigentlich durch ihr Spiel meist authentisch wirkenden Figuren bekommen durch die Holzhammer-Moral einen unnötig unnatürlichen Beigeschmack. Zudem kommt so manche Wendung zu konstruiert daher, vor allem das Ende. Dieses überrascht durch eine recht unglaubwürdige Aktion eines der Kinder, dem man eine solch rasche Wandlung in dem dargebotenen Ausmaß nicht abkauft. Das computergesteuerte Haus bietet zwar einen besonderen Witz in der Story, doch hätte dies durchaus noch mehr Spielraum bekommen können.

Alles in allem ist Andy Fickmans Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern eine nette Familienkomödie für einen unterhaltsamen Familien-Kinoabend. Im Vergleich zu früheren Komödien mit Crystal oder Midler weist Die Bestimmer aber zu viele Schwächen auf, um in der gleichen Top-Liga spielen zu können.

Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern Bewertung
Bewertung des Films
610

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