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Die Legende des Zorro

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Die Legende des Zorro Kritik

Die Legende des Zorro Kritik

Die Legende des Zorro Kritik
0 Kommentare - 04.08.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Die Legende des Zorro" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Kalifornien soll in einer bevorstehenden Wahl an die Vereinigten Staaten angeschlossen werden. Unterdessen lebt Zorro (Antonio Banderas) zurückgezogen mit seiner Frau Eléna (Catherine Zeta-Jones) und deren gemeinsamen Sohn Joaquin (Adrian Alonso) auf einem Anwesen in San Francisco. Als der Bandit Jacob McGivens (Nick Chinlund) eine Urne mit Stimmzetteln zu jener Frage stiehlt, hindert ihn Zorro daran. Doch dabei wird er enttarnt …

Neun Jahre nachdem Zorro und Eléna ein Paar geworden sind, setzt für die Liebenden bereits der Alltag ein. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für den maskierten Rächer Zorro etwas, was er eigentlich ganz gut zu händeln glaubte. Doch dann kommen die ersten Risse in das traute Heim des niederen Adels, den die Figur abseits seines Vigilantimus darstellt. Diese werden natürlich, wie sollte es auch anders sein, durch die Frau im Haus ausgedrückt. Die sich erhofft, daß Zorro sein Versprechen ihr Gegenüber einhält und seine Maske an den Nagel hängt. Doch das passiert nicht und so entscheidet sie sich, kurzerhand die Flucht zu suchen. Warum man diesen kleinen Spoiler zu Handlung einbauen muss, liegt dann ganz einfach an dem Grund, daß man sich die absolute Einfallsarmut und diesen strikten Konservatismus, den Die Legende des Zorro fährt, mal auf der Zunge zergehen lassen muss. Plötzlich ist die Frau weg und natürlich weiß jeder, der schon mal mindestens einen Film in seinem Leben gesehen hat, daß das nicht so bleiben wird. Gleichsam darf der Zuschauer trotz dessen, daß die Romanze hier so ein zentraler Punkt in der Geschichte ist, gar nicht an ihr teilnehmen. Nun würde man vielleicht behaupten, daß der Vorgänger da schon alles erzählt hat, doch wenn man einen Zeitsprung in die Zukunft macht und sich der Status-Quo gewandelt hat, dann möchte man vielleicht nicht nur einen Lobgesang auf die Wichtigkeit einer funktionierenden Familie sehen, sondern auch erklärt bekommen, was in den Figuren vor sich geht.

Dafür, daß also die Gefühlswelten der Figuren in diesem Spiel so zentral sind, bekommt man wenig bis gar nichts davon mit, was eigentlich in den Figuren vor sich geht. Am Beispiel der Hauptfigur lässt sich das am einfachsten verdeutlichen. So mag Zorro bereits im Vorgänger Die Legende des Zorro (1998) nicht wirklich eine ernsthafte oder tiefgründige Figur gewesen sein, doch dieser Nachfolger unterbietet das sogar noch, indem Zorro hier nichts weiter ist, als ein Stichwortgeber für einen blöden Gag nach dem anderen. Das nimmt nicht die Ausmaße späterer Blockbusterjahre an, ist aber dennoch schwer zu ertragen, weil man schlicht und ergreifend, nie in die Figur abtaucht. Dabei tut Martin Campbell eigentlich alles dafür, dass der Film vollgestopft wird, mit cleveren und auch echt unterhaltsamen Actionsequenzen. So kommt es zu einem, indem Kellerkampf, in dem Degen und Fäuste zum Einsatz kommen. Explosionen auf Eisenbahnen werden da thematisiert und zu Teilen wird dann auch ein Zeitkampf gelebt. Gleichsam sind fast all diese Dinge leibhaftig und echt vonstattengegangen. Da gibt es kaum CGI, Menschen trainieren echte Choreographieren, die hier auch für Erheiterung sorgen können. Der Feind dessen ist dann wieder das Kapital. So war es beim ersten Teil und so bietet es sich bei der Fortsetzung an. Natürlich ist die Ausführung dessen nicht gerade komplex, weil man dann den bösen Reichen hat, der die Staaten zerstören will und letztlich auch stark mit den Südstaaten im Bürgerkrieg sympathisiert. Nun ist dieser Teil wesentlich komplexer als der Film es darstellt und auch die vermeintlich freudvolle Rettung durch den amerikanischen Helden. Auf der anderen Seite ist in diesem Konflikt natürlich nur eine Seite die richtige.

Ein großer Schwerpunkt in Die Legende des Zorro liegt unterdessen in der Familiendynamik. Nun hat dieser Film im Gegenzug zu seinem Vorgänger seinen Esprit durch Kinderwitzchen ausgetauscht, nach welchem auch Sexualität hier gar keine Bedeutung mehr hat. Plötzlich ist da ein Kind, das natürlich in bester Hollywood-Manier super schlau ist und eine eher schwierige Bindung zum Vater hat. Spielberg lässt also grüßen. Was um alles in dieser Welt das noch mit einem charmanten Gauner zu tun hat, daß möge man an dieser Stelle mal bitte erklärt wissen. Natürlich ist da der Konflikt aus Vereinbarkeit von Arbeit und Familie drin, der natürlich auch so ein wenig den neoliberalen Zeitgeist widerspiegelt. Doch das alles sind Fragen und Konzepte, die eigentlich nichts in einem Zorro-Film zu suchen haben. Während Zorro als Person auch komplett entmystifiziert und damit bürgerlich gemacht wird, ist die einzige Bedrohung neben der tatsächlichen Bedrohung, die der Familie. Der Zuschauer soll sich gar nicht an den wirklich spannenden Themen erfreuen, sondern viel mehr darum bangen, daß die Familie auch ja wieder zusammenfindet. Und das ist nun wirklich kein bedeutender Konflikt, der sich da abspielt. Das wird dann nur noch unterfüttert durch klischierte Rollenmuster von Kindern, Vätern und Müttern, deren Bestätigung auch nur simplerer Gemüter ansprechen. Die einzige Erkenntnis, die dieser Film damit liefert, ist, daß es ihn wirklich nicht gebraucht hätte, weil der Film nichts mit den Figuren anfängt.

Das sieht man auch deutlich am unterforderten Cast. Allen voran Antonio Banderas und Catherine Zeta-Jones werden komplett verheizt. Etwas mehr glänzen kann da Rufus Sewell, der hier eine weitere Stereotype verkörpert, aber dieser eine gewisse Aura gibt. Dabei geraten eigentlich alle Manierismen, die den ersten Teil so unterhaltsam machten, in diesem Film auf die schiefe Bahn. Der Film stellt ein Paradebeispiel einer schlechten Fortsetzung dar, weil er ganz klar nach der Höher-Schneller-Weiter-Mentalität konzipiert wurde und keinerlei Inhalt mehr hat, der das Konzept intelligent weiterspinnt. Selbst die angelegten Philosophien und unterschiedlichen Wertevorstellungen sind zum einen exakte Kopien aus dem Vorgänger und darüber hinaus noch endlos banal.

Inhaltsleerer, actionleerer und unlustiger Familienedelkitisch ist Die Legende des Zorro. Gut ist, daß der Film nun wirklich nichts offenlässt, sodass das Werk hier schon als Finale dienen kann. Auch kann man natürlich die handgemachten Effekte loben. Auf der anderen Seite sind die Konflikte so belanglos, die Schauspieler völlig unterfordert und ein großes Thema fehlt dem Film obendrein noch. Das ist schon schwer zu ertragen, weil es absolut nichts zu diesem Film zu sagen gibt.

Die Legende des Zorro Bewertung
Bewertung des Films
510

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