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Hüter der Erinnerung - The Giver

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Utopia leicht gemacht

Hüter der Erinnerung - The Giver Kritik

Hüter der Erinnerung - The Giver Kritik
2 Kommentare - 04.09.2014 von Moviejones
Wir haben uns "Hüter der Erinnerung - The Giver" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Hüter der Erinnerung - The Giver

Bewertung: 3.5 / 5

Alles ist gleich, farblos, die Menschen höflich und frei von negativen Emotionen wie Hass und Neid - so sieht die Harmonieidee einer gelebten Utopie in einer fernen Zukunft aus. Was Menschen unter anderem prägt, ist ihre Geschichte, doch an die Zeit vor der Neuordnung erinnert sich nur ein Einziger - der Hüter der Erinnerung. Wie jede andere berufliche Funktion wird der Hüter von den Ältesten auserwählt und vom vorherigen auf diese Aufgabe vorbereitet - doch ist der 16-jährige Jonas (Brenton Thwaites) bereit für das, was ihn erwartet? Kann er sich nach der "Aufklärung" noch mit seinem bisherigen Weltbild zufrieden geben?

Die Buchverfilmung Hüter der Erinnerung - The Giver des gleichnamigen Sci-Fi-Bestsellers von Lois Lowry ist zwar auf ein jüngeres Publikum abgestimmt leicht konsumierbar und strotzt nur so an Logiklöchern für alle, die etwas tiefer mitdenken, doch konnten wir das hier sehr gut verschmerzen. Denn der Sci-Fi-Film zieht den Zuschauer mit einer visuell äußerst gelungenen Inszenierung, einem dramatisch fesselnden Spannungsbogen und auf Anhieb einnehmenden Darstellern in den Bann. Unterstützt von einem hervorragenden Score, der die Bilder und Emotionen wunderbar untermalt.

Trailer zu Hüter der Erinnerung - The Giver

Die Regeln der schönen neuen, aber schwarz-weißen und emotionslosen Welt sind einfach: Gleiche Kleidung, Höflichkeit, ein allmorgendlicher Schuss Medizin zur Unterdrückung der Emotionen, präziser Sprachgebrauch und nicht lügen. Der einzige, der einen Teil der Regeln brechen darf, ist der Hüter der Erinnerung. Zu Beginn erinnert Hüter der Erinnerung - The Giver ein bisschen an einen Mix aus Equilibrium - Killer of Emotions und Pleasantville, doch das vergisst man rasch. Die Figuren wie auch die Sci-Fi-Welt werden langsam eingeführt, was gut dafür sorgt, dass man ihrem Schicksal später auch gebannt folgt.

Den nächsten Absatz zu etwa mehr Story können Spoilerscheue überspringen, wir halten es aber gering: Die genetisch gezeugten Menschen werden in Hüter der Erinnerung - The Giver Familieneinheiten zugeordnet und von Kindesbeinen an beobachtet, um ihnen dann später die entsprechend passende Funktion zuordnen zu können. Die Beobachtung ist allgegenwärtig, Big Brother lässt grüßen. Wie man sich schon denken kann, fällt Jonas schon als Kind auffallend aus dem Rahmen und wird daher zum neuen Hüter der Erinnerung erwählt. Über seine Ausbildung darf er nicht sprechen und daher auch die Regel "Du darfst nicht lügen" brechen - wie auch noch manch andere. Überwältigt von Emotionen, Farben und Erinnerungen, wozu Menschen im Guten wie Bösen fähig sind, bleibt für Jonas unter dem Strich, dass dieses Mehr an Welt, Menschlichkeit und Emotionen allen zugänglich sein sollte - seine Rebellion beginnt und gefährdet damit aber auch die Menschen, die ihm wichtig sind.

Eine Liebesgeschichte bildet in Hüter der Erinnerung - The Giver den roten Faden, Jonas-Darsteller Brenton Thwaites (Maleficent - Die dunkle Fee) und Odeya Rush (Das wundersame Leben des Timothy Green) als sein Love Interest Fiona bilden ein einnehmendes und frisches Paar, die Chemie passt. Als guter Freund und später potentieller weil eifersüchtiger Feind Asher kommt noch Cameron Monaghan (Klick) hinzu. Auch das passt, seine Figur kommt allerdings ein bisschen zu kurz. Jeff Bridges mimt einen überzeugenden Giver, der vorherige Hüter der Erinnerung, der diese nun an seinen Nachfolger weitergibt. Meryl Streep hat zwar keine große Rolle als Oberste der Ältesten, taucht aber immer mal wieder mit wichtigen Szenen auf und macht ihren Part wie gewohnt gut. Katie Holmes (Batman Begins) und Alexander Skarsgard (True Blood) sind als Jonas' Eltern ein passendes Paar, doch ihr Part fällt ebenfalls relativ klein aus und ist daher recht austauschbar.

Wir können nicht mit der Buchvorlage vergleichen, aber Hüter der Erinnerung - The Giver von Phillip Noyce (Salt) muss schließlich auch für sich stehend überzeugen können - und das tut er. Logik hin oder her, hier wird auf einfache Weise zum Nachdenken angeregt mit einer toll inszenierten, visuell sehr ansprechenden und emotional leicht gefangen nehmenden Geschichte für ein junges Publikum. Das Ende kommt etwas rasch daher, hier hätte man gern die knapp 100 Minuten Laufzeit auf 120 ausdehnen dürfen. Klare Filmempfehlung für einen Familienabend, der mehr als bloße Unterhaltung zu bieten hat. Erwachsen gedacht würde man vielleicht nur 3 Hüte aufgrund des recht schlicht ausgearbeiteten und nicht so ganz haltbaren Utopiesystems vergeben, doch im Sinne des Zielpublikums legen wir noch einen halben Hut drauf.

Hüter der Erinnerung - The Giver Bewertung
Bewertung des Films
710
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2 Kommentare
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DesertHunter24 : : Moviejones-Fan
29.09.2014 01:35 Uhr
0
Dabei seit: 22.03.11 | Posts: 2.986 | Reviews: 6 | Hüte: 28
@MarieTrin

Hab das Buch im Englischunterricht in der 11 gelesen. Kann nicht behaupten, dass es allzu komplex ist. Weiß auch nicht, was man da groß falsch machen kann...
Saruman believes it is only great power that can hold evil in check, but that is not what I have found. I found it is the small everyday deeds of ordinary folk that keep the darkness at bay...small acts of kindness and love. (Gandalf, Hobbit: AUJ)
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MarieTrin : : Mrs. Justice
06.09.2014 14:09 Uhr
0
Dabei seit: 11.09.11 | Posts: 1.897 | Reviews: 27 | Hüte: 44
Oh, die gute Kritik kommt überraschend!
Ich hatte eher vermutet, dass es sich um den üblichen Einheitsbrei handelt. Vielleicht auch deswegen, weil der Film, soweit ich weiß, in den USA ziemlich untergegangen ist.

Die Buchvorlage kenne ich (noch nicht), aber der Ansatz interessiert mich auf jeden Fall. Und es wäre interessant zu wissen, ob die Logiklöcher schon in der Vorlage vorhanden waren oder erst (verhinderbar oder nicht) in der Umsetzung entstanden sind.

Que la loi soit avec toi!

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