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Hustlers

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Kein Mitleid

Hustlers Kritik

Hustlers Kritik
9 Kommentare - 04.11.2019 von Moviejones
Wir haben uns "Hustlers" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Hustlers

Bewertung: 3.5 / 5

Emanzipierte Frauen nehmen´s von den Reichen und geben´s den Armen. Man könnte auch sagen, affektierte Bitches ziehen New Yorker Kerle ab und lassen es sich gutgehen. Jedenfalls sieht Hustlers so aus, abhängig davon, aus welcher Perspektive man es betrachtet. Regisseurin Lorene Scafaria ist insgesamt zwar ein spannendes Porträt einer dekadenten Partyszene gelungen, in dem Jennifer Lopez brilliert, aber einmal mehr zeigt, dass Tierschutz nicht zu ihren Anliegen zählt.

Hustlers Kritik

Destiny (Constance Wu) beginnt als Animiermädchen in einem New Yorker Club. Allein, bloß leichtbekleidet rumzulaufen, bringt nicht viel ein, da müssen ganz andere Geschütze aufgefahren werden. Wie das geht, lernt sie schnell von Ramona (Lopez), der Queen des Clubs, die genau weiß, wie man Männern gibt, was sie wollen. Schnell wird Destiny unter Ramonas Obhut eine versierte Tänzerin und erfährt, was es heißt, aus dem Vollen genießen zu können. Doch dann folgt der Börsencrash und die Tänzerinnen müssen feststellen, dass die kürzlich noch so locker sitzenden Geldbörsen nun fest verschlossen sind. Eine Lösung muss her...

Trailer zu Hustlers

Weltweit spielte Hustlers bisher etwa 140 Mio. $ ein (Stand 4. November), ein ordentliches Ergebnis mit Blick auf das schmale Budget von ca. 20 Mio. $. Basierend auf dem 2015 erschienenen Artikel "The Hustlers at Scores" der Journalistin Jessica Pressler schrieb Regisseurin Lorene Scafaria das Drehbuch und traf damit den Nerv der Zeit. "Hustlers" kann dabei sowohl ganz seriös Prostituierte bedeuten als auch Personen bezeichnen, die hinterrücks andere Leute abziehen. Hauptdarstellerin Jennifer Lopez ist auch als Produzentin mit an Bord und in der Rolle als Ramona wirklich in ihrem Element.

Lopez sieht man kaum die Mühe an, die sie investieren muss, um ihre Auftritte hinzulegen, weder im echten Leben auf der Bühne noch im Film als Tänzerin - sie ist Profi durch und durch und das spürt man in jeder Szene. Wenn Ramona einen Raum betritt, ruhen die Augen auf ihr, ihr Auftreten versprüht Format, Selbstsicherheit und nicht zuletzt Bauernschläue, die in diesem Business vonnöten ist.

"Fressen oder gefressen werden", "Jede ist sich selbst die Nächste" mögen als Kalendersprüche naheliegen, doch Hustlers zeigt ohne Widerspruch, dass Teamwork oft der beste Weg ist und Stutenbissigkeit keines der Mädels voranbringen würde. In seinen besten Momenten ist der Film eine Ode an Ladypower, an Frauen, die aus prekären Verhältnissen stammen, sich selbst für anrüchige Jobs nicht zu schade sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, und souverän zeigen, dass kein Mann nötig ist, um erfolgreich zu sein.

In gewissem Maße. Denn Hustlers ist kein emanzipatorischer Fundus, in dem die Rollen weiterhin sauber verteilt sind - hier die Produzenten (Männer), dort die Konsumenten (Frauen), nur dass es die Damen eine Zeitlang äußerst clever anstellen ... sind jedoch zu behämmert, von den Tausenden von Dollars was zur Seite zu legen, um später den Ami-KiK zu umgehen. Überhaupt erinnern viele Momente, auch in ihrer Naivität, an Showgirls und lassen vermuten, warum so viele Dollars auf der Habenseite der Produzenten zu verbuchen sind: So viel pralle Brüste und gespreizte Beine sind selten im Kino zu sehen und diese Selbstverständlichkeit, gepaart mit der einladenden Story und lebendigen Besetzung, machen aus dieser Dramakomödie fast einen coolen Heist-Movie. Auch der Soundtrack weiß zu gefallen, der passend R&B, Dance und klassische Elemente vereint und die dynamisch geschnittenen Szenen und Dialoge passend unterstützt.

Dennoch möchten wir noch auf etwas eingehen, das uns persönlich sehr am Herzen liegt. Wir reden von der Selbstverständlichkeit, mit der im Film echte Pelze zur Schau gestellt werden und der Ignoranz in vielen Rezensionen. Fake Fur war wohl bei einer Produzentin wie Lopez nicht drin, die u.a. neben Rihanna oder Kim Kardashian diese Mode mit voller Überzeugung zelebriert und sich auch im Film in opulenten Mänteln suhlt. In einer Szene wird ein echter Chinchilla-Mantel verschenkt und auf die lapidare Frage "Was war es?" folgt Gelächter. Allein die Beiläufigkeit dieser Szene ist so herablassend, dass es jeden empathischen Menschen schmerzen muss. Zwischen 100 und 200 Tiere werden für solch einen Mantel brutal getötet. Es ist eins, dass Pelze vollkommen unreflektiert im Film gepusht werden, etwas anderes, dass dies so kritik- und kommentarlos von vielen übergangen wird. Wir reden andauernd über Greta, Plastik und Konsum, akzeptieren aber bereitwillig solche, zudem oft von bedrohten Tierarten stammenden Statussymbole ... weil ... weil es Teil des Films ist? WTF?!

Uns jedenfalls ist dieser gedankenlose Umgang zuwider, der Hustlers, dieses dynamisch-inszenierte Märchen von Frauen auf der Überholspur, überschattet, und in dem eine toughe Jennifer Lopez alle Mitstreiterinnen hinter sich lässt.

Hustlers Bewertung
Bewertung des Films
710
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9 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
09.11.2019 21:14 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.009 | Reviews: 178 | Hüte: 398

@Kayin und Moviejones

Jetzt bin ich natürlich derjenige, der sich den Schuh anzieht und in die Diskussion reingrätscht, mit der ich eigentlich nicht zu tun habe...

Kayin, so richtig verstehe ich deine Kritik am MJ-Review auch nicht, liegt es womöglich nicht doch daran, dass du deine eigentliche Aussage missverständlich formuliert hast?

So wie ich das verstehe, kritisierst du, dass Moviejones im Review ein naives Hollywood-Bild offenbart, laut dem alle Filmschaffende echte und ehrliche Vorbilder mit reiner Weste sind? Dem ist meiner Einschätzung nach nicht so, Moviejones (ich gehe von Claudia aus) schreibt das Review aus ihrer Sicht.

Mit "Es ist eins, dass Pelze vollkommen unreflektiert im Film gepusht werden" ist Hollywood gemeint, mit "etwas anderes, dass dies so kritik- und kommentarlos von vielen übergangen wird" sind wir, die Zuschauer, gemeint. Also zum Beispiel Moviejones selbst, du und ich.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Moviejones : : Das Original
09.11.2019 20:13 Uhr
0
Dabei seit: 15.10.08 | Posts: 1.953 | Reviews: 922 | Hüte: 88

@Kayin

Liegt es nicht eher an deiner Formulierung? Wir wollten nur verstehen, was an unserem Kommentar so unverständlich sein soll, wenn man deiner Argumentation folgt. Aber wie du sagst: Alles gut.

MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
09.11.2019 19:51 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 2.237 | Reviews: 2 | Hüte: 217

@moviejones

Ich denke eher, ihr wollt es nicht verstehen. Ich habe klipp und klar erläutert, um was es mir geht.

Ist auch egal, ich bin ja der gleichen Meinung, wie ihr. Also alles gut.

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

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Moviejones : : Das Original
09.11.2019 18:58 Uhr
0
Dabei seit: 15.10.08 | Posts: 1.953 | Reviews: 922 | Hüte: 88

@Kayin

Du sagtest am Ende deines ersten Kommentars:

Deshalb verstehe ich den Kommentar von MJ nicht, denn das ganze ist "Business as usual".

Noch mal, warum sollen wir es nicht ansprechen, nur weil es grade "gang und gäbe" ist und in Hollywood unpopulär? Wir verstehen deinen Punkt nicht.

MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
09.11.2019 16:00 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 2.237 | Reviews: 2 | Hüte: 217

@moviejones

Genau das habe ich befürchtet, nämlich dass man dieses Statement falsch versteht.

Ich meinte mit "business as usual" natürlich nicht, dass Pelze heutzutage wieder "salonfähig" sind, sondern das Verhalten "Hollywoods", wenn ein Thema gerade nicht in der öffentlichen Diskussion steht. Ihr prangert das Verhalten der Filmindustrie an, dass diese mit dem Thema so unreflektiert umgehen. Aber das ist, wie gesagt, in Hollywood doch normal (business as usual),wenn das Thema gerade unpopulär ist.

Wenn man sich in 10 Jahren in Hollywood Filmen über Homosexuelle oder transsexuelle lustig macht, würde mich das auch nicht wundern.

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

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Moviejones : : Das Original
09.11.2019 15:24 Uhr
0
Dabei seit: 15.10.08 | Posts: 1.953 | Reviews: 922 | Hüte: 88

@Kayin

Deshalb verstehe ich den Kommentar von MJ nicht, denn das ganze ist "Business as usual"

Weil es also gängig ist, sollte man es nicht ansprechen. Eine komische Theorie und leider sehr arm an Geist.

Es gibt so viele Dinge in der menschlichen Historie, die über Jahrhunderte ganz normal waren und die sich geändert haben, ändern konnten, weil Menschen den Mund aufgemacht haben und Stellung bezogen.

Es geht nicht vorrangig darum, dass Pelz im Film genutzt wird. Viele Fake-Pelze sind heute so echt, die können fast nur Profis noch auseinanderhalten. Wir haben diesen Kommentar aber geschrieben, weil es schrecklich ist, wie diese echte Pelze hoffärtig gemacht und im Film regelrecht gepusht werden, als wäre gar nichts daran auszusetzen. Da geht es nicht um einen Mantel ganz beiläufig in einer Szene über den Schultern von J.Lo oder einer Stuhllehne - der Film unterstützt diese tierfeindliche Industrie in einem Ausmaß, dass es uns würgt, und das sprechen wir mit aller Vehemenz an.

Wer je ein Video gesehen hat, wie Nerze wie irre im Kreis rennen in ihren winzigen Käfigen, sich Füchse aus Stress die Gliedmaßen annagen oder Tiere anal getötet werden für eine Bommel (!) oder einen simplen Kragen, der kann nicht so reden und es hinnehmen, nur weil es Business as usual ist.

Diese Vermischung in der Kritik mag nicht von jedem als professionell angesehen werden, aber damit können wir leben. Die Wertung des reinen Filmprodukts ist davon unabhängig erfolgt, auch wenn es uns schwerfiel.

MJ-Pat
Avatar
Kayin : : Hollywoodstar
09.11.2019 14:11 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 2.237 | Reviews: 2 | Hüte: 217

Es ist eins, dass Pelze vollkommen unreflektiert im Film gepusht werden, etwas anderes, dass dies so kritik- und kommentarlos von vielen übergangen wird.

Es ist halt gerade nicht "in" gegen Pelze zu sein. Das war vor 10 bis 15 Jahren anders. Da hat sich jeder Hollywood Star, sogar auf dem roten Oscar Teppich, medienwirksam gegen das Tragen von Pelzen eingesetzt. Selbst die Aktivisten von damals (weiß jetzt nicht mehr genau wer, ich glaube Naomi Campbell gehörte dazu aber noch viele andere Stars auch) tragen heute wieder ungeniert ihre Pelzsammlung. Heute sind andere Themen "hip" aber auch diese werden wieder von etwas anderem abgelöst und die Celebraties heucheln einem was anderes vor.

Deshalb verstehe ich den Kommentar von MJ nicht, denn das ganze ist "Business as usual".

(nicht falsch verstehen, ich finde Pelze auch ekelhaft)

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

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Manisch : : Moviejones-Fan
09.11.2019 09:47 Uhr
0
Dabei seit: 19.10.18 | Posts: 546 | Reviews: 8 | Hüte: 22

Die wichtigste Frage ist doch:

Ist sie immer noch die Jenny ausm Block?

Leute, nutzt mehr Ecosia statt Google!

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TiiN : : Goldkerlchen 2019
09.11.2019 09:44 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.899 | Reviews: 118 | Hüte: 216

Gefällt mir sehr gut euer Exkurs zum Thema Pelze!

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