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Legenden der Leidenschaft

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Legenden der Leidenschaft Kritik

Legenden der Leidenschaft Kritik

Legenden der Leidenschaft Kritik
0 Kommentare - 08.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Legenden der Leidenschaft" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Die Familie Ludlow lebt zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgezogen in den Rocky Mountains. Vater William Ludlow (Anthony Hopkins) zieht seine drei Söhne Samuel (Henry Thomas), Tristan (Brad Pitt) und Alfred (Aidan Quinn) auf und bald wird der Erste Weltkrieg beginnen. Alfred verliebt sich in Susannah (Julia Ormond), die ist die Verlobte von Samuel und hat selber Gefühle für Tristan. Als sich die Brüder dazu entscheiden, entgegen dem Willen ihres Vaters, im Krieg zu kämpfen, wird die Familienidylle auf die Probe gestellt.

Irgendjemand sagte einmal, daß Legenden der Leidenschaft ein Film sei, der nicht viel zu sagen habe. Nun, ja, wenn man es auf einer rein oberflächlichen Ebene betrachtet, dann stimmt das. Es ist Kitsch im Besten oder schlechtesten Sinne. Herzschmerz-Drama als Hauptaugenmerk und wenn nicht so, dann eben brachial. Solche Filme gab und gibt es immer wieder. Der Unterschied hier ist nur die Ambition dahinter. Doch nicht so schnell, man muss ja irgendwo ansetzen. Und da macht schon auch schon ein großes Problem bemerkbar, daß der Film dabei hat. Denn er ist nicht so einfach und schlicht gehalten, wie man es vielleicht anhand des Titels und des eigentlichen Inhalts auch meinen sollte. Nein, denn der Film vermischt tatsächlich viele Themen in versteckten Zeilen und kann sich nicht so recht entscheiden, was eigentlich seine letztliche Aussage sein soll. Wenn man zynisch ist, dann nennt man das banal und schlicht. Nun bleibt aber die Frage, ob Liebe auch banal oder schlicht ist. Aber das ist ein anderes Thema. Zunächst macht der Film Rivalitäten um Land und Familie auf, wagt hin und wieder Seitenhiebe in Richtung Rassismus und den Umgang mit amerikanischen Indigenen und dann geht es vor allem darum, zu akzeptieren oder eben nicht. Auch der Krieg, also der Krieg, über den sie sagten, er solle alle Kriege beenden, ist dann ein Teil der Geschichte.

Und ja, ab diesem Zeitpunkt, welcher schon eine Weile auf sich warten lässt, ist Legenden der Leidenschaft wirklich am besten. Nicht etwa, weil man sich daran aufgeile Tote zu sehen, oder solche, die im Begriff sind es zu sein. Nein, viel eher zeigt der Film auf, was Krieg die Menschen eigentlich kostet, wie sinnlos und was für eine Zeitvergeudung er ist. Zunächst wird da dann noch Heroismus angesprochen, Vaterlandstreue, die auch hier allegorisch mit der Liebe, oder der Ungewissheit um die Liebe des Vaters gleichzusetzen ist. Nun, klar ist, daß sich dadurch aber auch das Problem eines Liebesdreiecks, oder bald Quadrat ein wenig auflösen lässt. Und dann glaubt Edward Zwick tatsächlich etwas in der Stille seiner Figuren zu zeigen. Wenn sie durch die Felder streifen, oder eine verbotene Liebe ausleben, dann ist das aber nicht tiefsinnig. Das wird der Film sowieso nur sehr selten. Und darin liegt eben der Fehler. Man verwechselt hier häufig, zwar nicht immer, aber eben häufig Liebe mit Schmalz. Und ja, Liebe kann sehr tiefsinnig sein, wenn sie verständlich rübergebracht wird, wenn man ihre systemische Einschränkung hervorbringt. Und das versucht der Film nie, stattdessen, wird daraus ein Bruderkonflikt, der eben nie so richtig zur Geltung kommt. Man hätte an der Stelle auch die Rolle der Frau, die eben von Mann zu Mann rumgereicht wird, oder sich rumreichen lässt, durchaus ausarbeiten können, doch das passiert irgendwie nie.

Natürlich hat Legenden der Leidenschaft bewegende Bilder. Manche von ihnen sind hier sogar sehr schön und es ist auch nicht grundsätzlich langweilig dem Film zu folgen, weil er eben abgesehen vom Kernthema schon versucht einer geschichtlichen Verklärung entgegenzuwirken. Dadurch bleibt der Film zumindest diesen Segmenten ehrlich. Dabei liegt hier im Kern auch eine Kain und Abel-Geschichte begraben. Das ist ebenso einer dieser Punkte, die dann mal aufkommen, aber durch einen Zeitsprung dann wiederum nie zur Geltung kommen. Wenn zwei um die gleiche Frau buhlen, dann ist das immer so ein Problem. Doch hier scheint es nur eines von vielen zu sein, wodurch auch nicht ganz klar wird, wo der Kern der Geschichte eigentlich liegen soll. Dann wiederum geht es für Tristen auch um das Fliehen vor der eigenen Verantwortung, vor der Familie und vor dem Glauben, man sei verantwortlich für das Ableben des eigenen Bruders. Wie gesagt, auch das Familiendrama ist nicht sonderlich tiefsinnig, wie es vielleicht gerne wäre. Stattdessen funktioniert hier vieles der Liebenden über Voyeurismus, Schmachten und die Frage nach der richtigen Moral.

Natürlich ist das aufgeblasen und erinnert dabei so ein wenig an In einem fernen Land (1992), oder an viele weitere Romanzen, die so über die 1990er Jahre das Licht der Welt erblickten. Wenn das Charme hat, dann vor allem durch den gnadenlos unterforderten Anthony Hopkins und den ebenso gnadenlos unterforderten Brad Pitt. Man mag es grundsätzlich ja schon, die beiden auf der Leinwand zu sehen und wenn dann noch etwas passiert, dann ist es ja eigentlich ganz gut. Hier genießt man aber häufig die Stille, weil man sie mit Poesie verwechselt.

Es gibt Filme, die sind so unendlich langweilig und dann noch lang. So ist Legenden der Leidenschaft nicht. Aber er ist auch keine große filmische Bereicherung. Man mag zwar die Hauptdarsteller und auch die grundsätzlichen Zwischentöne, doch der Film bringt das als Gesamtwerk nicht gut genug zusammen.

Legenden der Leidenschaft Bewertung
Bewertung des Films
510

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