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Matrix Reloaded

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Matrix Reloaded Kritik

Matrix Reloaded Kritik

Matrix Reloaded Kritik
0 Kommentare - 03.07.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Matrix Reloaded" ist.

Bewertung: 2 / 5

Der letzte Zufluchtsort der Menschheit Zion wird von den Maschinen bedroht. Nur Morpheus (Laurence Fishburne), der zu einer Art stiller Anführer der Menschen aufgestiegen ist, glaubt noch an die Prophezeiung des Orakels (Gloria Foster) und berichtet jedem davon, daß der Auserwählte Neo (Keanu Reeves) diesen Krieg beenden wird. In der Matrix trifft Neo auf das Orakel und muss lernen, diesem zu vertrauen, während er gleichsam erneut auf Agent Smith (Hugo Weaving) trifft.

Im Prinzip muss man ja Matrix: Reloaded recht geben. Denn wenn es eine Sache gibt, die schon immer das Hollywoodkino dominierte und diese Werke in die banalste und naivste Deutungsebene verfrachte, dann sind es die Geschichten über Auserwählte. Die eine Frau, der eine Mann, die nicht durch einen systemischen Bruch oder eine Überzeugung zu der Meinung gelangt, daß ein solches, existierendes System zu stürzen ist, sondern deren reine Existenz ja dafür überhaupt erst zum Sinn wird. Es sind diese klassischen Erlöser, nach denen sich der Mensch sehnt. So scheint es zumindest. Und dennoch leidet Matrix Reloaded unter etlichen Handlungssträngen und einer Schnitzeljagd, deren Karte ganz offensichtlich mit einer Arztklaue gezeichnet wurde. Das beginnt vielversprechend, indem das Werk direkt an den Vorgänger Matrix (1999) anknüpft und dem Zuschauer hier eine Art Rebellengruppe zeigt. Man kennt das ja zu Hauf aus diesen Systemsturzfilmen. Da gibt es die üblichen Geschichten und irgendwie wird dann ein Supportingcast etabliert, während Neo und Trinity Beziehungsprobleme haben. Daß natürlich Menschen, deren gesamtes kommunikatives Talent darauß besteht One-Liner von sich zu geben und irgendwie zu kämpfen, daran scheitern ihre eigene Beziehung zu definieren, ist ja nicht sonderlich verwunderlich. Tatsächlich ist die Figurenzeichnung auch nicht das, was Matrix (1999) so gut macht. Es sind eher die philosophischen Grundideen, und die Frage nach Eigenständigkeit des Individuums, welche den ersten Teil vom herkömmlichen Blockbuster abhoben. Und da verwundert es schon, daß der zweite Teil einer Geschichte folgt, die den Vorgänger dekonstruieren soll.

Trailer zu Matrix Reloaded

Es geht hier um Prophezeiungen. Denn fraglich bleibt, ob Neo überhaupt zu dem, was man ihm nachsagt, imstande ist. Ist er der Auserwählte? Ist er es nicht? Gibt es überhaupt einen Auserwählten? Das alles sind Fragen, die der erste Film natürlich irgendwo streut, und die nun in der Geschichte beantwortet werden sollen. Doch allein die Frage nach einem Auserwählten und die damit bevorstehenden Wendungen in der Geschichte von Matrix Reloaded rechtfertigen den Film in seiner Ganzheit eigentlich nicht. Denn nur weil man die Grundmotive aus dem ersten Film in das genaue Gegenteil lenkt, und dabei auch die ein oder andere Überraschung parat hält, heißt das nicht, daß man die Geschichte überhaupt fortsetzen sollte. Dabei geht es keineswegs darum, daß die Geschichte irgendwie nicht den Erwartungen der Zuschauer entspräche, sondern dabei einfach auch keinerlei neue Erkenntnisse herausspringen. Ohnehin sind die philosophischen Gedanken auch dabei komplett links liegengelassen worden. Während es im ersten Film noch um ethische Fragen, wie Freiheit und um philosophische Deutungsversuche des Seins ging, geht es hier um eine schlichte gut gegen böse-Geschichte. Dabei wird dann viel geredet und nichts dabei gesagt. Seien es eben die Beziehungen unter den Charakteren, aber auch die Entwicklung der Geschichte. Das führt letzten Endes zu einem Subplot, um den Merovinger, und Persephone, die aber auch keineswegs vom Film gut einfangen würde, oder wo der Zuschauer auch noch in der Lage wäre, den Plot so zu verstehen, wie er verstanden werden wollte.

Insgesamt braucht der Film dabei auch unendlich lange, um überhaupt mal in Fahrt zu kommen. Denn lässt man die Geschichte mal außen vor, taugt Matrix Relaoded auch als Actionfilm, leider nicht sonderlich viel. Da gibt es zwar mehr davon, aber bis die dann mal kommt, sind müde Augen längst geschlossen. Auch leidet der Cast darunter, daß die Figuren so seltsam gezeichnet werden. Zwar ist Laurence Fishburne hier abermals überzeugend, weil er auch den Glauben, den seine Figur Morpheus immer mit sich trägt, perfekt transportiert. Gerade im direkten Austausch mit einigen Vertretern der Menschheit wirkt das gesamte Unterfangen sehr ausdrucksstark. Ähnlich verhält es sich abermals mit Hugo Weaving dessen Agent Smith hier besonders in einer Actionszene wieder hervorsticht. Auch die Neuzugänge um Lambert Wilson, Jada Pinkett Smith und Monica Bellucci machen ihre Sache sehr gut. Man glaubt dabei sogar zu erkennen, daß sich Wilson einen Riesen-Spaß aus der Geschichte macht und hier sein eigenes Ding durchzieht, wodurch der Film besonders in einem Restaurant nochmal eine ganz andere Note bekommt. Auch Bellucci als verführerische Persephone funktioniert hier ebenfalls tadellos. Wenngleich das natürlich im Falle von Bellucci auch ganz klar klassisches Typecasting war. Dummerweise bleiben Keanu Reeves und auch Carrie-Anne Moss abermals mit ihren Figuren hinter den Erwartungen zurück. Der Film gibt einem zu keinem Zeitpunkt den Anlass, irgendwie mit den Figuren fühlen zu wollen, sie sind einem regelrecht egal. Ob Neo nun der Auserwählte ist oder nicht, interessiert nicht. Ob Trinity und Neo nun einander bekommen oder nicht, interessiert nicht. Ob Trinity nun auch in der Realität von einem tragischen Schicksal eingeholt wird, oder nicht, interessiert nicht. Und das liegt schlicht und ergreifend daran, daß der Zuschauer nichts über die Figuren erfährt.

Zugutehalten muss man den Wachowski-Schwestern allerdings eines, es scheint ihnen auch nicht daran gelegen, abermals ein wirklich tiefgreifendes Werk zu kreieren, sondern eher daran, eine verworrene Fanfiction auf die Leinwand zu zaubern. Da darf es dann nicht an Action fehlen und auch wenn die eben auch sehr lange auf sich warten lässt, so ist sie doch in den Momenten, wo sie funktionieren soll, genauso wirkungsvoll wie auch im ersten Teil. Da kämpft Neo dann gegen endlose Duplikate von Agent Smith und zeigt dabei auch die physischen Grenzen des Schaffbaren. Zwar wirkt das irgendwo auch immer ein wenig lächerlich, doch nun fügt es sich auch umso mehr in das Konzept dieser Fortsetzung. Egal ob Tritte in der Luft, endlose Boxkämpfe, aber auch endloses Durchhaltevermögen. Die Kamera fängt all diese Momente grandios ein und was noch besser ist, der Zuschauer kann sie in seiner Gänze genießen. Denn das ist das eigentliche Highlight dieser Fortsetzung. Dabei gibt es auch weitere Sci-Fi-Aspekte aus der realen Welt, die der Film gekonnt unterspielt. Auch eine Verfolgungsjagd auf einem Highway gegen die Zwillinge, ist hierbei neben herrlich schräger Figurenzeichnung, auch ein absoluter Augenschmaus. Nicht nur dauert sie eine Weile an, auch langweilt sie zu einem Zeitpunkt, oder übersättigt der Film in diesen Momenten den Zuschauer mit zu langer Dauer. Es ist dann atemberaubender Trash, der gleichsam künstlerisch hochwertig ist.

In ihrem Versuch, sich von der Formel des Vorgängers zu lösen, sind die Wachowski-Schwestern in Matrix Reloaded gnadenlos gescheitert. Die cleveren Gedanken sind zugunsten einer verworrenen und gleichsam pseudocleveren Actiongeschichte verschwunden. Dabei funktioniert sie weder als das eine, noch als das andere. Das absolute Highlight stellen nach wie vor die Actionsequenzen dar, doch überdies bedient der Film vor allem das Verlangen nach einem baldigen Schlaf, weil er ermüdet.

Matrix Reloaded Bewertung
Bewertung des Films
410

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