The Purge - Anarchy Kritik - Autor: ProfessorX | Moviejones
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The Purge - Anarchy

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The Purge: Anarchy Kritik

The Purge - Anarchy Kritik

The Purge - Anarchy Kritik
0 Kommentare - 13.10.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "The Purge - Anarchy" ist.
The Purge - Anarchy

Bewertung: 3 / 5

In der Nacht vom 21. März auf den 22. März 2023 findet die alljährliche Purge statt. Der ehemalige LAPD Sergeant Leo Barnes (Frank Grillo) bereitet sich darauf vor zu purgen. Ein Zwischenfall in der Vergangenheit bringt ihn auf die Straßen der Stadt, wo er die Gestrandeten Eva Sanchez (Carmen Ejogo), Cali Sanchez (Zoë Soul), sowie das Ehepaar Shne (Zach Gilford) und Liz (Kiele Sanchez) trifft. Die Gruppe ist extrem aufgeschmissen und so entscheidet Barnes missmutig die Gruppe, im Gegenzug für das Auto einer Freundin von Eva, sicher durch die Stadt zu begleiten.

The Purge: Anarchy kann man quasi als logische Konsequenz aus dem direkten Vorgänger The Purge - Die Säuberung verstehen. Allgemein scheint die Purge-Reihe sehr darauf bedacht zu sein, ihre eigene Prämisse Stück für Stück zu erklären. Wer im Vorgänger noch viele Fragezeichen im Gesicht hatte, wird mit der Forsetzung zumindest einige dieser Fragezeichen loswerden. So ist die titelgebende Anarchie durch Regisseur und Drehbuchautor James DeMonaco in jedem Fall gegeben. Während Barnes und seine Schützlinge durch die Straßen laufen, bleibt kein Stein auf dem anderen. Mit einer Hingabe und Liebe fürs Detail inszeniert der Regisseur sein Chaos mit einem Hang zu grotesken Kostümen und mal mehr mal weniger schockierenden Bildern.

Trailer zu The Purge - Anarchy

Nun mag man zwar nicht unbedingt Gefallen an Gewalt oder der Ausübung verschiedener Straftaten finden, dennoch muss sich der geneigte Zuschauer die ein oder andere Frage stellen. Wie etwa, daß sich ein Großteil der Straftaten eigentlich nur aus Morden und der absurden Ausübung dieser zusammensetzt. Denn schließlich liefert das Konzept der Purge auch genügend Möglichkeiten andere spannende Szenarien zu durchdenken. So wäre doch ein Heist-Film in diesem Falle sicherlich eine gelunge Abwechslung und würde auch weitere offene Fragen klären. Doch diesen Weg geht dieser Film nicht und zeigt dem Zuschauer primär Action und Morde, die zwar irgendwo spannend sein können, aber dennoch auch jedem Filmfan bekannt vorkommen dürften.

Allgemein lässt sich sagen, daß vom eigentlichen Horror aus dem ersten Film nur noch sehr wenig übrig ist. Der Regisseur nutzt hier seine Prämisse um abermals einen Survival-Thriller zu inszenieren. Allerdings diesmal mit der Kinderkrankheit einer Forsetzung: Höher, schneller, weiter. Das funktioniert in weiten Teilen auch und liefert die ein oder andere Schießerei, die wirklich Spaß machen kann. Und so ganz ist der Horror auch nicht verschwunden, denn die kleineren Jump-Scares und überdrehten Persönlichkeiten finden sich auch in der Forsetzung wieder ein um seine Zuschauer zu schocken.

Indess bleibt die Figurenzeichnung ein wenig auf der Strecke. Wir bekommen zwar durchaus sympathische und nachvollziehbare Charaktere, aber wie auch das Drehbuch erahnen lässt, hätte es auch jeder andere sein können. Doch vielleicht liegt darin nicht nur schlechtes, immerhin möchte der Regisseur James DeMonaco vor allem zeigen, wie die Menschen aus den einkommensschwachen Gegenden unter der Purge-Nacht leiden. Was sich ebenfalls im Vorgänger nur andeutete, ist in diesem Film der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Und das funktioniert in weiten Teilen, selbst wenn die eigentliche Figurenzeichung lahm ist, so sind doch die sozialkritischen Aspekte und Umstände der Gruppe in weiten Teilen nachvollziehbar und man fühlt igrendwo mit ihnen mit.

Zumindest mit den meisten. Ein unbeschriebenes Horror-Gesetz hat einmal gesagt, daß deine Hauptfiguren etwas dämlich sein müssen. Nach dieser Tradtion richtet sich auch das Drehbuch und zeigt mit dem Ehepaar Liz und Shane ein Paar Figuren, die einige Stunden vor der Purge noch einkaufen gehen. Nun mag das in dieser Welt vielleicht auch gesetzlich verankert sein, oder etwas in diese Richtung, dennoch ist es schwer vorstellbar, daß Menschen, die wissen, daß in einigen Stunden die Hölle los sein wird, noch kurz vor die Tür gehen um einzukaufen. Das hätten die Meisten vermutlich nämlich schon lange getan. In solchen Momenten darf man vermutlich nicht das Gehirn anschalten, denn dann zerbricht das Glas und übrig bleiben Fragezeichen. Die ein oder andere Minute weniger, hätte dem Tempo indess sicherlich auch nicht geschadet.

Spannend hingegen wird es dann, wenn der Film die politischen Schlußfolgerungen und Ideen in Form einer Anti-Purge-Bewegung, um den Charakter Carmelo Johns von Michael K. Williams ins Spiel bringt. Er offenbat denen die es nicht verstehen wollen, was die Purge eigentlich ist und so stellt der Film mehr noch als sein Vorgänger die Klassenfrage in den Vordergrund. Soziale und systemische Probleme werden in der Forsetzung nicht nur angedeutet, sondern explizit zum Kern der Handlung gemacht. Damit beweist der Film in gewisserweise Mut, da er das neoliberale System in Frage stellt. Indessen wird der Wahn und die Blutgier, die mal mehr mal weniger nachvollziehbar scheint, in Form einiger Charaktere gezeigt, die ähnlich wie in beiden Vorgängern im konkreten Overacting-Spektrum agieren. Besonders Noel G.s Rolle kann hier einmal mehr beweisen, warum diese Reihe letzten Endes so viel Spaß macht. Ntürlich braucht man einen Faible für diese Art des Spiels, doch wenn man ihn hat, dann kann man den Film wahrlich genießen.

Es kracht ordentlich in der Welt von The Purge: Anarchy und damit gewährt der Film seinem Zuschauer solide Actionunterhaltung. Viel Horror bleibt in diesem Film allerdings nicht mehr übrig, und das obwohl das Szenario und das Konzept genügend Räume dafür bieten würde. Die Figuren könnten besser sein, sind aber dennoch hinnehmbar. Man wird zwar das Gefühl nicht los, daß DeMonaco zu viel wollte, doch unterhaltend ist das alle Mal.

The Purge - Anarchy Bewertung
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610
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