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Top Secret

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Top Secret! Kritik

Top Secret Kritik

Top Secret Kritik
0 Kommentare - 14.04.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Top Secret" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Der gefeierte Musiker Nick Rivers (Val Kilmer) begibt sich nach Ostdeutschland, um dort für den Geheimdienst zu arbeiten. Sein Auftritt auf einem Festival soll als Ablenkungsmanöver für einen Anschlag auf die NATO-U-Bootflotte, womit die DDR-Regierung ihre Macht demonstrieren und ausbauen möchte. In Berlin angekommen, erfährt Rivers durch die schöne Hillary Flammond (Lucy Gutteridge), daß ihr Vater Dr. Paul Flammond (Michael Gough) von den Deutschen gefangen gehalten wird. Diese wollen Flammond nutzen, um die Weltherrschaft zu erlangen. Also beschließt Rivers zu helfen.

Über drei Dekaden hinweg hatte der sogenannte Spoof-Film eine Hochphase im Kino. Vor allem zu verdanken war dieser Umstand dem unerreichten Trio ZAZ, oder auch David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker genannt. Nun ist es aus analytischer Sicht, sicherlich schwierig, die Sinnhaftigkeit einer Parodie, abseits offenkundiger Merkmale zu erklären. Schließlich bieten sich Filme an, parodiert zu werden. Gerade die 1980er Jahre erwiesen sich da hin und wieder durch die stark propagandistisch angehauchten Werke durch Sylvester Stallone als gutes Beispiel. Nicht umsonst handelt es sich bei Hot Shots! Der zweite Versuch (1993) vornehmlich um eine Rambo-Parodie. Allerdings ist Top Secret!, ähnlich wie alle Filme des legendären Trios, kaum über einen Plot definierbar. Gott sei Dank, so ist doch die Geschichte eigentlich eine stumpfsinnige Agenten-Nummer, die man, na ja, eben aus solchen geistigen Vorbildern kennt. Das Problem hierbei ist aber, daß sich Top Secret! nicht unbedingt immer eignet, eine reine Parodie auf etwas zu sein. Da muss man sagen, ist Mike Myers Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat (1997) schon eine treffsicherere Persiflage gelungen, die im Detail eigentlich jedes Klischee und Problem, daß das Genre in den 1960er Jahren hatte, aufs Korn nimmt. So ganz entscheiden kann sich dieses Werk hier hingegen nicht. Ob amerikanische Außenpolitik, ob Agenten, ob Elvis Presley-Parodie, ob politisch inkorrekt. Alles ist so ein wenig zusammengewürfelt und ergibt weniger einen Film, als eine Ansammlung von Witzen.

Zugegeben, daß ist aber auch schon immer da gewesen, was das Trio ZAZ so großartig gemacht hat. Spätestens mit Die nackte Kanone (1988) erreichten sie dann den Olymp und inszenierten den wohl besten Spoof-Film, der je gedreht wurde. An sich braucht man in Top Secret! Keinesfalls keinen tieferen Sinn oder eine stringente Geschichte zu suchen. Da finden sich die Macher zu sehr in der späteren Tradition eines Peter Sellers und im Prinzip folgt ein Gag hier wahllos auf den anderen. Bei der Fülle an Witzen, die mal mehr, mal weniger im Vordergrund stattfinden, ist natürlich auch klar, daß einiges auf der Strecke bleiben muss. Top Secret! ist auch nicht unbedingt ein Film, den man als gehaltvoll oder niveauvoll definieren sollte. Dafür geht manches einfach zu sehr unter die Gürtellinie und ist auch nicht sonderlich clever. Daß interessante hierbei ist vor allem, daß man sehr bewusst auf offenkundige Reize setzt und da möglichst politisch inkorrekt vorgeht. Ob Sexismus, zu teilen auch rassistisch interpretierbare Witze, oder einfach Dinge, die so hirnrissig scheinen, daß man eigentlich entweder wütend den Raum verlässt, oder lauthals lacht. Top Secret! Bietet in der Hinsicht jedenfalls grandiose Unterhaltung. Besonders ein Fluchtversuch aus dem Gefängnis, wird hier zum absurden Höhepunkt, der auch inhaltlich einfach nur doof ist. Und ja, geschulte Augen werden viele der Witze natürlich im Vorhinein schon durchschauen. Ob sie dadurch allerdings schlechter werden, sei mal dahingestellt.

Doch obwohl die Macher der Offenkundigkeit ihrer Pointen einen riesigen Stellenwert einräumen, sind aber nicht alle Witze gleichermaßen einfach gehalten. Und so parodiert dieser Film ebenso gekonnt das Image und den Umgang mit amerikanischen Rock-Stars der 1960er bis 1980er Jahre. Vornehmlich Elvis dürfte hier als Vorlage gedient haben, den Hauptdarsteller Val Kilmer, auch durch seine Filmausflüge hinweg parodiert. Unterdessen wird auch die Rock-Musik als solche ziemlich perfide aufs Korn genommen. Denn durch das ständige Wiederholen von Refrains, die absolut austauschbar sind und auch im Verlauf des Films im gleichen Lied ausgetauscht werden, stellt Top Secret! die Behauptung auf, daß es sich hierbei um unglaublich simple Musik handelt. Unterdessen wird aber auch der amerikanische Markt damit so ein wenig parodiert. Denn immerhin wird dieser Rock-Star Nick Rivers immer wieder von einem Mädchenschwarm angehimmelt, was die Frage aufwirft, wie wichtig die eigentliche Kunst ist. Natürlich ist das jetzt weniger das Thema von Top Secret!, aber es ist dennoch auffallend, daß gerade in der Pop-Musik vor allem Damen und Herren berühmt und vermarktet werden, die durchaus einem gewissen Schönheitsideal entsprechen. Und in Hollywood ist es ja kein bisschen anders und insofern ist das allein zwar keine Erkenntnis, doch es ist in diesem Zusammenhang angenehm nett zu beobachten.

Darüber hinaus strotzt dieser Film nur so vor Ideen, die zwischen wirklich cleveren und albernen Einfällen wechseln. Besonders eine sexuell erregte Ballettgruppe um Herren in recht bewegbaren und Damen in hautengen Outfits, entscheidet, ob man diesen Film wirklich ertragen wird. Doch auch in dieser großen Albernheit, die nicht über juvenile Gedanken hinauszugehen scheint, steckt ja durchaus ein interessanter Gedanke. Denn wie man Sexualität und den Elefanten im Raum hier einfach stehen lässt, könnte ja durchaus zu dem Gedanken und der nachfolgenden Überlegung führen, daß man sich selbst in seiner Unsicherheit ertappt fühlt. Das ist natürlich jetzt groß gesprochen für einen Film, der vielleicht auch einfach nur einen Witz machen wollte. Aber man könnte ja dennoch zurück zu dem Ursprung und sich fragen, warum ein erigiertes Glied einen dermaßen irritiert. Wir wurden ja eben nicht vom Storch gebracht. Sorry für den Spoiler.

Etwas unfokussiert erzählt Top Secret! eigentlich keine Geschichte. Dennoch handelt es sich um einen Film voller Einfälle und einer großartigen Gag-Dichte. Ob man das mag, entscheidet sich daran, ob man damit leben kann, wie juvenil und albern das ist. Dennoch kann man der Kreativität eigentlich nur applaudieren.

Top Secret Bewertung
Bewertung des Films
710

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