Lost

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Wie "Lost" vermurkst wurde

Anders als geplant: "Lost" sollte nur 3 Staffeln haben! + das Ende erklärt (Update)

Anders als geplant: "Lost" sollte nur 3 Staffeln haben! + das Ende erklärt (Update)
13 Kommentare - Fr, 03.07.2020 von S. Spichala
"Lost" gehört zu den wenigen Hitserien, deren Ende nach vielen Jahren noch von Fans kritisiert wird und immer wieder die Enttäuschung darüber ein heiß diskutiertes Thema ist. Dabei war alles mal ganz anders geplant!
Anders als geplant: "Lost" sollte nur 3 Staffeln haben! + das Ende erklärt

++ Update vom 03.07.2020: Nachdem wir kürzlich schon erfuhren, dass sich Lost völlig anders entwickelte, als ursprünglich geplant, gibt Serienschöpfer Damon Lindelof nun einen Einblick in das Finale.

Schon sehr früh hätte man gewusst, dass dieses mit Jacks Tod enden sollte. Man wollte, nachdem man die Serie mit seinem sich öffnenden Auge begonnen hatte, sie mit seinem sich schließenden Auge beenden. Aber dann hätte sich Lost in nicht-linearem Storytelling verloren und wäre in der Zeit vor und zurück gesprungen. Man hätte nach einem trojanischen Pferd gesucht, mit dem man Jacks "Nach-dem-Tod"-Erfahrung in die Serie packen und verstecken konnte. Man wollte dem Publikum geben, was es wollte, was in gewisser Weise ein Fegefeuer war.

Laut Lindelof hätte man sich an Rod Serling, Owl Creek und Sixth Sense orientiert, die alle zeigen, dass der menschliche Geist nach dem Tod wachse. Es sei der Moment, in dem man sich frei von seiner sterblichen Hülle, selbst unter die Lupe nehmen könne und herausfinden könne, was man getan habe, ehe man aufsteige, absteige oder eine neue Form annehme. Vor allem das Tibetanische Buch des Todes hätte ihn für Lost Staffel 6 inspiriert, denn dieses handle von einem Ort, an dem man erst zu der Erkenntnis käme, dass man tot sei. Man würde Hinweise erhalten oder vorangetrieben werden, aber niemand könne einem wirklich sagen, dass man tot wäre. Das muss man selbst herausfinden.

++ News vom 01.07.2020: Lost stammt noch aus einer TV-Zeit, in der es normal war, pro Staffel bis zu 25 Folgen zu haben, auf die man Woche für Woche wartete, Woche für Woche die neuesten Wendungen diskutierte und sich selbst hasste, wenn man einmal vergessen hatte, die neue Folge zu programmieren - heißt, per Videorekorder aufzunehmen. Heutzutage können 25 Folgen drei Staffeln bedeuten, und ganze Seasons gehen auf einen Schlag online.

Ok, mit früherem Maßstab, halbe Staffeln. Wenn Lost-Serienschöpfer Damon Lindelof also von einem originalen Plan für drei Staffeln für die Mysteryserie spricht, die bekanntlich über sechs Seasons lief, kann man sich das wie heutzutage 6 bis 7 Staffeln Game of Thrones vorstellen. Man stelle sich GoT nun also ausgedehnt auf 12 Staffeln vor! Ungefähr das, was wir derzeit mit The Walking Dead erleben, mit deutlichen Ermüdungserscheinungen. Dass Lindelof für Lost also bereits in der Pilotzeit ein klares Ende vor Augen hatte, ist weder kurz gedacht noch kurz geschaut.

Doch zu ihrer Zeit war die ABC-Serie für den TV-Sender ein wahrer Goldschatz, warum nur drei Staffeln für eine Serie planen, welche die Leute wahrscheinlich gerne schauen werden? Wäre es nach ABC gegangen, hätten es 10 Staffeln sein können! Das zumindest soll ABC nach Staffel 3 Teil 1 - die Season wurde erstmals nach 6 Folgen gesplittet - vorgeschlagen haben.

Während ABC gedacht haben soll, es ginge Lindelof und Co-Schöpfer Carlton Cuse in ihrem Beharren auf drei Staffeln Lost und nach zwei Seasons daher nur Jahresverträgen darum, mehr Geld herauszuschlagen, wollten die beiden aber wohl tatsächlich nach drei Jahren alles aufgelöst und ein befriedigendes Finale geliefert haben, so sah es Lindelofs ursprünglicher Pitch vor. Man wollte nur ein paar Mysterien haben, die aufgelöst dann noch ein paar neue Fragen aufwerfen, in einer guten Balance. Doch sie stimmten zu, dass diese Balance durch das Abweichen vom ursprünglichen Plan nach Staffel 3 Teil 1 verloren ging.

Ja, Lost wird noch lange dieses Reminder-Erbe eines enttäuschenden Finales tragen, auch nach drei Staffeln Dark mit gerade einmal insgesamt 26 Folgen der ganzen Serie sind die Fans happy über ein befriedigendes Finale - eben "nicht wie bei Lost".

Das gesamte Lindelof-Interview geht noch viel mehr ins Detail als wir es hier tun, ihr könnt es euch per Klick auf die Quelle unten in Gänze durchlesen.

Quelle: Collider
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13 Kommentare
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ComicFan88 : : Kingsman
05.07.2020 10:50 Uhr
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Dabei seit: 28.12.11 | Posts: 2.258 | Reviews: 0 | Hüte: 22

@Logan

Der Soundtrack ist natürlich genial, wohl einer der besten im Serienbereich. Da stimme ich dir zu.

Bei Staffel 6 war der Aufenthalt im Tempel vollkommen unnötig,, da wussten die Autoren auch nicht mehr genau was sie eigentlich wollten

Den Eindruck hatte ich allerdings schon ab Staffel. Es wurde zum Teil immer konvuser und mehr Fragen die letztlich unbeantwortet blieben traten auf. Und es wurde auch deutlich das die Handlung gestreckt wurde was in einzelnen Episoden besonders aufviel. Als Gesamtwerk betrachtet würde ich Lost aber auf jeden Fall zu einer der besten Serien allgemein zählen.

Ein Ring, sie zu knechten...
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Logan : : Moviejones-Fan
03.07.2020 10:57 Uhr
0
Dabei seit: 19.06.20 | Posts: 11 | Reviews: 0 | Hüte: 1

@ComicFan88

Staffel 4 und 5 gehören mMn sogar zu den besten Staffeln, Folgen wie "The Constant" "Theres No Place Like Home" oder schon die komplette 5 Staffel in Dharmaville - absolute Highlights - nicht zu vergessen der grandiose Soundtrack. Der Autorenstreik hat für eine Unterbrechung gesorgt, aber nicht für eine Qualitätsminderung

Bei Staffel 6 war der Aufenthalt im Tempel vollkommen unnötig,, da wussten die Autoren auch nicht mehr genau was sie eigentlich wollten

@doctorwu1985

ohja, stimmt, bis man die passenden Subs gefunden hat, total vergessen laughing

Ich find an Disney+ auch super, dass sie The Mandalorian und Clone Wars 7 nur wöchentlich rausgebracht haben, ich hab mich darauf eingelassen - man hat dann noch mal Gelegenheit über einzelne Folgen nachzudenken statt nach 4 Folgen nicht mehr zu wissen was wann passiert ist.

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ComicFan88 : : Kingsman
02.07.2020 18:18 Uhr
0
Dabei seit: 28.12.11 | Posts: 2.258 | Reviews: 0 | Hüte: 22

@luph92

Stimmt der Autorenstreik, daran kann ich mich auch noch erinnern. Kamen wohl mehere Dinge zusammen die der Serie geschadet haben.

Ein Ring, sie zu knechten...
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DrGonzo : : Drachenzähmer
02.07.2020 10:43 Uhr
0
Dabei seit: 02.12.10 | Posts: 1.266 | Reviews: 0 | Hüte: 42

Ich liebe die Serie. Vor allem die ersten 3/4 Staffeln. Hab die Serie nur schon lange nicht mehr gesehen (das letzte mal vor 5/6 Jahren auf Prime?) um das genau sagen zu können. Es wird auf jeden Fall mal wieder Zeit für Lost-Binge-Watching.

Ich fand das Ende (und ich glaube die finale Season) damals bei Erstsichtung eher madig und bei den weiteren rewatches dann eigentlich irgendwann mal ganz ok. (vor allem im Vergleich zu so manch anderen Serienenden - wie Dexter, GoT, How i met your Mother, etc oder Serien die schon lange hätten Enden sollen: TWD, Supernatural).

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
01.07.2020 23:00 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.078 | Reviews: 146 | Hüte: 465

Ich mag das Ende ebenfalls. Allgemein geht der Trend mittlerweile ohnehin dahin, wenn man sich die imdb-Bewertungen anschaut, dass mehr Menschen das Ende mögen als damals.

@ComicFan88

Der quantitative und qualitative Abfall nach Staffel 3 hängt allerdings auch mit dem Autorenstreik Mitte der 2000er zusammen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
01.07.2020 21:01 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.592 | Reviews: 116 | Hüte: 395

Hmm, grundsätzlich geht das Ende auch für mich in Ordnung, nur das ganze Rumgezicke von Lindeloff als Nebenschauplatz und seine sozial media Aktivitäten und alles was er danach angefasst hat, hat mich dazu gebracht, diesem Kerl, den ich übrigens fürcnach wie vor sehr talentiert halte, überhaupt nicht zu trauen. Selbst sein Sehr guter Watchmen ist am Ende schon ein deutlicher inhaltlicher und stilistischer Abfall, der mich persönlich je weiter weg die Sichtung ist, desto unzufriedener zurück lässt.

Dünyayi Kurtaran Adam
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doctorwu1985 : : Moviejones-Fan
01.07.2020 19:28 Uhr
0
Dabei seit: 13.09.15 | Posts: 248 | Reviews: 0 | Hüte: 10

Fand das Finale auch gut...allerdings ist für mich das Serien Finale, die Zündung der Bombe (Staffel 5?)

Ich brauch auch keine Antworten um zufrieden zu sein, aber was ich noch weniger brauchte war der Tempel-Quatsch und das Esoterik-Ende der 6. Staffel.

@Logan

War glaub ich für viele damals die erste Serie im OT (mit Subs von "Willow"), da man nicht auf DE-Release warten konnte.

Auch das wöchentliche Ritual an sich, bei Serien, vermisse ich irgendwie. Heute bekommst Du ganze Staffel auf einmal Hingerotzt, so das sich beide Masse kaum erinnerungswürdige Momente festsetzen, geschweige denn die Folge nennen können.

Ich hoffe das sich das Wöchentliche wieder durchsetzt, und auch auch die Folgenzahl hochgeht...

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ComicFan88 : : Kingsman
01.07.2020 17:08 Uhr
0
Dabei seit: 28.12.11 | Posts: 2.258 | Reviews: 0 | Hüte: 22

Ok dann ergibt es etwas Sinn, das ab Staffel vier die Qualität etwas nachgelassen hat. Die ersten drei Staffeln fand ich nämlich richtig top. Mit dem Finale konnt ich immer leben. So richtig zufriedenstellend fand ich es aber nie.

Ein Ring, sie zu knechten...
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MisfitsFilms : : Poppy
01.07.2020 11:01 Uhr
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Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 2.789 | Reviews: 0 | Hüte: 87

Schließe mich da auch an, da ich das Finale ebenfalls mag.

Finde es auch passend und schlüssig. Auch das nicht alles beantwortet wurde ist gut. Man muss nicht immer eine Antwort haben.

MJ-Pat
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felkel1982 : : Moviejones-Fan
01.07.2020 10:35 Uhr
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Dabei seit: 20.06.15 | Posts: 143 | Reviews: 0 | Hüte: 2

Ich bin kein großer Fan des Finale. Mir wäre es lieber gewesen, sie hätten in der letzten Staffel die "Sideways"-Flashbacks weg gelassen und sich mehr um die Aufklärung der Geheimnisse (z.B. die Zahlen) gekümmert.

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Logan : : Moviejones-Fan
01.07.2020 09:55 Uhr
0
Dabei seit: 19.06.20 | Posts: 11 | Reviews: 0 | Hüte: 1

ich habe das Finale auch gemocht bzw mag es immer noch - alle paar Jahre schaue ich mir die Serie komplett an (im Englischen OT, weil ich so die Serie auch kennengelernt hab). Ich kann super damit leben, wenn nicht alle Fragen beantwortet und man selbst Leerstellen mit Inhalt füllen darf, dass quasie die eigene Kreativität angesprochen wird. Einige nennen es Faulheit der Autoren, ich finde es genial. Und für mich ging es nie richtig um die Mystery etc sondern um die Charaktere (Entwicklung und Beziehung), und die war top! So vielschichtige Charaktere habe ich seitdem selten in TV Serien gesehen, deswegen liebe ich die Serie eigentlich so sehr.

Damals, 2005+, haben ich und die Kumpels nach Austrahlung je mehrmals die Folgen gesehen, diskutiert, die ätzende Wartezeit zwischen den Staffeln mit Theorien vollgegessen, ach was das alles noch herrlich. Im Gegensatz zu heute ein langsames, aber intensives Seh-vergnügung.

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Cairbre : : Moviejones-Fan
01.07.2020 09:46 Uhr
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Dabei seit: 23.11.11 | Posts: 164 | Reviews: 0 | Hüte: 2

ich hab die Serie geliebt und beim Start jeder neuen Staffel vorab alle alten Folgen bis dahin nochmal geschaut smile

Das Finale fand ich auch passend für eine fesselnde Serie die es geschafft hat den Zuschauer nach jeder Folge wieder mit einem grossen WTF?? zurückzulassen, so dann auch das Ende wink

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UnlimitedPower96 : : Moviejones-Fan
01.07.2020 09:03 Uhr
0
Dabei seit: 02.01.20 | Posts: 50 | Reviews: 0 | Hüte: 2

Ich gehöre vermutlich zu den wenigen Menschen auf Gottes Erden die das Finale mögen. Ich habe die Serie vor zwei oder drei Jahren in einem Rutsch durchgeschaut und ich schätze mal, dass viele Fragen und Mysterien die sich über den Zeitraum von 7 (?) Jahren anbahnen, nicht so frisch im Gedächtnis bleiben, als wenn man das Ding innerhalb vom zwei Wochen bingt.

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