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Snowpiercer

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Snowpiercer Kritik

Snowpiercer Kritik

Snowpiercer Kritik
0 Kommentare - 25.01.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Snowpiercer" ist.
Snowpiercer

Bewertung: 4 / 5

Nach einem missglückten Experiment die Erde vor der globalen Erwärmung zu retten, bedeckt die Menschheit den Planeten mit Eis, wodurch viele Menschen starben. Diejenigen die Überleben, sammeln sich in einem Zug der durch die eisige Landschaft rast ohne Ziel und ohne Rast. Im Zug selber hat sich eine starke Zwei-Klassen-Gesellschaft gebildet, in welcher die einen in ärmlichen Verhältnissen leben und die anderen in saus und braus. Diese Ungerechtigkeit mündet in dem Wunsch nach Revolution durch den charismatischen Curtis Everett (Chris Evans), Edgar (Jamie Bell) und Gilliam (John Hurt), die sich mit der Ministerin Mason (Tilda Swinton) anlegen.

Wie könnte man besser eine Zwei-Klassen-Gesellschaft symbolisieren, wenn nicht in einem Zug? Ja, Snowpiercer nimmt sich die üblichen Themen von Regisseur Bong Joon-ho und packt sie in ein spannendes Science-Fiction-Setting. Der Film, der in manchen Momenten wie eine Mischung aus Charlie und die Schokoladenfabrik und Die Tribute von Panem: The Hunger Games anmutet, kann über allem vor allem auch mit einer packenden Story aufwarten. Was in vielen Actionfilmen so generisch wirkt, ist in den Händen vom großen Bong Joon-ho einfach eine Klasse für sich und wirkt dabei zu jedem Zeitpunkt so mühelos.

Trailer zu Snowpiercer

Das es sich hierbei um eine Comicadaption handelt merkt man zu jedem Zeitpunkt. So ist doch alles ein wenig Over the Top. Es ist aber in meinen Augen nichts negatives daran. Im Gegenteil. Ja, einige Charaktere wirken wie groteske Karikaturen aus einem Comic, doch sind dabei so herrlich unterhaltend, daß das nicht weiter stört. Gerade Tilda Swinton und Alison Pill sind einfach göttlich. Der Regisseur schafft hier einen sehr smalen Grad. So könnte gerade das überdrehte und überzeichnete Locker aus der Handlung rausreißen, doch hier ist das nicht der Fall.

Zwar ist er handwerklich nicht so einfwandfrei, wie andere Werke von Bong Joon-ho. Insbesondere die Lichtverhältnisse sind hier dann doch etwas gewöhnungsbedürftig. - So kommt es etwa vor, daß man bestimmte Sequenzen gar schwer erkennen kann und daher nicht in der Lage ist zu jedem Zeitpunkt zu folgen. Und auch die Story wirkt in manchen Momenten wie das Springen in ein neues Level eines Computerspiels - Aber es funktioniert irgendwo. Denn damit erweist sich Bong Joon-ho erneut als ein Regisseur, bei dem man nie weiß was als nächstes passieren wird. Herkömmliche Drehbücher folgen einer klassischen Sturktur und machen es dem Zuschauer damit leicht zu eraten, wo er denn eigentlich hin will. Hier ist dem nicht so.

Und offenbar sehen das in Hollywood auch einige so. Denn immerhin kann sich dieser Film nicht über mangelnde Starpower beklagen: Chris Evans, Tilda Swinton, Jamie Bell, Song Kang-ho, Ed Harris, John Hurt und, und, und, und. Die Namen überhäufen sich und sie sind meines Erachtens nicht nur Mittel zum Zweck. Denn ja, Bong Joon-ho ist eigentlich kein Actor-Director, sondern viel mehr ein klassischer Story-Teller. Schauspieler ordnen sich dem Autorenfilmer in der Regel unter. Hier ist kein Platz für Egos. Und wenn sie das tun, dann tun sie das für eine größere Sache. Die Story steht über allem. Und eigentlich sollte sie das auch tun. Doch die Schauspieler sind dabei in keinem Fall schlecht. Es sind wirklich gute Performances dabei. Die bereits erwähnte Tilda Swinton in etwa. Das geborene Charisma Chris Evans, dessen sympatisches Spiel in zwar einem stereotypen Helden, aber zu einem gut gespielten macht. Wobei auch hier der Film ein wenig an dessen Charakterisierung kratzt. Jamie Bell, der den gewohnt hitzköpfigen Sidekick verkörpert und auch Ed Harris der sich souverän gibt.

Gerade mit seinem Charakter kann man noch so einige Deutungsversuche anstellen. So scheint er - auch ob seiner Position - einer der wenigen zu sein, der Mental noch komplett in Ordnung ist. Hier bieten sich wieder kleine Hints in Sachen Tiefgründigkeit.

Wenn man also etwas schlecht finden kann, so sind es kleinere Aspekte. Das ein oder andere Rädchen sitzt nicht im Handwerk und auch die Charakterisierung ist eventuell etwas Hollywoodtypischer, als man es von Bong Joon-ho gewohnt ist. Aber ist dieser Science-Fiction-Film wie immer beim Regisseur einfach mehr als nur ein Scince-Fiction-Film. Kein anderer Regisseur schafft es so spielend Leicht Genres zu verbinden, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Die Metaphern sind eindeutig und eindeutig stark, während das Schauspiel eine gut durchmischte Note hat.

Snowpiercer Bewertung
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810
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