Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere

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Brutal ehrliches Interview

Peter Jackson redet Klartext: Was beim "Hobbit" schief lief!

Peter Jackson redet Klartext: Was beim "Hobbit" schief lief!
27 Kommentare - Fr, 20.11.2015 von R. Lukas
Wer hätte gedacht, dass es um die "Hobbit"-Filme derart schlecht stand? Und vor allem um Peter Jackson? Macht euch auf schockierende Aussagen und Bilder gefasst.
Peter Jackson redet Klartext: Was beim "Hobbit" schief lief!

Man kann Peter Jacksons dreiteilige Der Hobbit-Adaption so leidenschaftlich verteidigen, wie man will, aber niemand wird bestreiten, dass sie nicht annähernd an seine Der Herr der Ringe-Trilogie herankam. Keiner der drei Filme. Der Funke wollte einfach nicht richtig überspringen, nicht mehr so wie früher. Irgendwas fehlte oder war anders.

Darüber ist sich Jackson auch selbst im Klaren, wie er jetzt offen und ehrlich zugab. Wir haben selten einen Regisseur gesehen, der beim Dreh so müde, gebrochen und niedergeschlagen wirkte. Schaut euch unten das Video von der Extended Edition für Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere an, dann wisst ihr, was wir meinen. Wie er da allein und gedankenverloren am Set sitzt - erschreckend. Hier wird nichts beschönigt oder weggelächelt, hier geht es ans Eingemachte.

Also, was war das Problem? Als Jackson die Hobbit-Filme von Guillermo del Toro übernahm, wurde der Zeitplan nicht angepasst. Jackson bekam nicht die nötige Zeit (er spricht von anderthalb Jahren), um Storyboards anzufertigen und die Welt nach seinen eigenen Vorgaben umzugestalten. Stattdessen startete er die Dreharbeiten größtenteils unvorbereitet. Vom ersten Tag an war er im Rückstand und musste zusehen, dass er einigermaßen hinterherkommt, musste sich am Set vieles aus dem Stand heraus einfallen lassen.

Er habe nicht gewusst, was zur Hölle er da tut, gesteht Jackson. Manchmal habe er die Mittagspausen verlängert, um mehr Zeit zu haben, sich zu überlegen, wie er an eine Szene herangehen soll. Kein Vergleich zur jahrelangen Vorproduktion bei Der Herr der Ringe. Selbst mit den Drehbüchern von ihm, Fran Walsh und Philippa Boyens war Jackson nicht glücklich. Die meiste Zeit über habe er sich beim Hobbit gefühlt, als sei er nicht Herr der Lage. Eine extreme Drucksituation, die ihn sehr belastet.

Da möchte man Jackson nur eins wünschen: einen langen, erholsamen Urlaub und viel, viel Schlaf. Und wenn er seine Energiereserven dann wieder aufgetankt hat, einen Film, bei dem er wieder freie Hand hat.

Quelle: Slashfilm
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27 Kommentare
MJ-Pat
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Strubi : : Hexenmeister
23.11.2015 18:54 Uhr
0
Dabei seit: 30.08.10 | Posts: 3.245 | Reviews: 2 | Hüte: 49

@shalva

Das haben sich wohl insgeheim viele. Und das ist wohl auch der Grund, warum viele so enttäuscht sind bzw. die Filme recht kritisch sehen.

Für sich genommen sinds nämlich mMn, wie gesagt, trotzdem gute Fantasyfilme, die auch zum Besten gehören, was das Genre in den letzten Jahren hergibt.

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Shalva : : Moviejones-Fan
22.11.2015 20:18 Uhr
0
Dabei seit: 04.06.11 | Posts: 4.513 | Reviews: 2 | Hüte: 128

Wie ich schon sagte, habe ich die Hobbit Bücher nicht gelesen und wusste nicht, dass die Zwerge in der Trilogie so gestaltet wurden, wie in den Büchern. Dann ist meine Kritik an der Gestaltung der Zwerge wohl zu vernachlässigen. Aus HdR hatte ich eine andere Vorstellung von den Zwergen. Das macht die Filme natürlich nicht besser für mich. Gegen „Gimli 2.0-Zwerge“ hätte ich überhaupt nichts einzuwenden. Eigentlich merkt man ja schon, dass ich mir sozusagen eine HdR 2.0 Trilogie gewünscht hätte… ;)

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
21.11.2015 22:55 Uhr | Editiert am 21.11.2015 - 23:07 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.014 | Reviews: 145 | Hüte: 464

@Vergleichbarkeit mit Herr der Ringe
So, wie Peter Jackson den Hobbit aufgezogen hat, kommt man doch gar nicht drumherum, die Filme mit Herr der Ringe zu vergleichen. Dafür steckt einfach zu viel Herr der Ringe Stoff im Hobbit, der eigentlich gar nicht vorhanden war. Bombastische Schlachten, Dol Guldur, Sauron, Saruman, Legolas und sonstige Charaktere und Anspielungen, die man nur aus Herr der Ringe kennt. Das Konzept finde ich nicht schlecht, es wurde mit Schwächen von Jackson auch gut umgesetzt, den Vergleich mit Herr der Ringe muss er sich dann aber halt gefallen lassen. Denn wenn man es genau betrachtet, dann stellen die Hobbit-Filme keine wirkliche Verfilmung des Buchs "Der Hobbit" dar, sondern eine auf Herr der Ringe ausgerichtete Vorgeschichte. Stilistisch könnten sie die Buchvorlagen nicht weiter voneinander entfernt sein, "Der Hobbit" ist eine humorvolle Kindergeschichte, "Der Herr der Ringe" ein düsteres, nüchternes Epos. Die stilistische Annäherung erfolgte erst durch Jackson. Deswegen gefällt mir "Eine unerwartete Reise" auch bedeutend besser als "Smaugs Einöde" und "Die Schlacht der fünf Heere". In Teil 1 bekommt man noch ein richtiges Hobbit-Feeling so wie im Buch. Das Auenland, Bilbo, die Zwerge, der Humor (@Shalva), Gollum,... viele Wanderungen und ruhige Szenen. Hier hatte Jackson ein gutes Händchen für die passende Atmosphäre, er konzentriete sich auf Mittelerde sowie den Hobbit und nicht auf eine Herr der Ringe light Version wie in Teil 2+3.

@Zweiteiler oder Trilogie
Zuerst sollte man wohl erwähnen, Guillermo del Toro wollte den Zweiteiler, Peter Jackson die Trilogie. Ich persönlich mag den Trilogie-Ansatz mitsamt der Storyausweitung um Dol Guldur, etc, nur in der Umsetzung haperte es meiner Meinung nach. Mehr Masken und Kulissen, weniger CGI-Effekte, mehr Drama und Charaktertiefe, weniger Action - das hätte ich mir gewünscht. Nichtsdestotrotz kann ich jedem nur empfehlen, sich alle drei Filme am Stück anzuschauen. Dadurch wirkt die gesamte Geschichte runder und jeder der drei Einzelfilme kommt besser zur Geltung, weil er in der Gesamtheit eine stärkere Aussagekraft besitzt. Dementsprechend bekommt man als Zuschauer dann auch ein besseres Gefühl für die Charaktere. Gleichzeitig muss man sich allerdings auch die Frage stellen: Wie viel Hobbit steckt in den Hobbit-Filmen überhaupt drin? Oft hat man das Gefühl, dass Bilbo Beutlin in seiner Geschichte zur Nebenfigur degradiert wird, weil Jackson mehrere Nebenhandlungsstränge aufbaut, um auf den Herrn der Ringe hinzuführen oder ähnliche Schauwerte zu liefern. Dies finde ich persönlich schade, weil Martin Freeman die Rolle mehr als überzeugend spielt und mehr Aufmerksamkeit verdient, als es in den Filmen manchmal der Fall ist. Diesbezüglich wäre ein Zweiteiler statt der Trilogie wahrscheinlich die bessere Alternative gewesen. Es wird endlich mal Zeit, dass ich mir die Hobbit-Fanedition anschaue, die den Film so schneidet, wie man die Geschichte aus dem Buch kennt. So wird ein 9-Stunden-Film schnell um 5 Stunden abgespeckt.

@Zeitdruck als Rechtfertigung?
Anhand dessen, was in dem Video gesagt wird, gehe ich nicht davon aus, dass man den Zeitdruck als Rechtfertigung für sämtliche Probleme benutzt. Wie Leia schon schrieb, Peter Jackson sieht dort echt fertig und traurig aus. Man möchte ihm am liebsten auf die Schulter klopfen und sagen: "Hey, Kopf hoch! Nächstes mal läufts wieder besser." Wenn das Produktionsteam mehr Zeit gehabt hätte und nicht an dem Kinostart im Dezember 2012 gebunden gewesen wäre, hätte man sich detaillierter mit dem Drehbuch und den Storyboards beschäftigen können. Teil 2 und vor allem Teil 3 hätte ein Feinschliff sehr gut getan. Entscheidend dürfte wohl auch Jackson Ideenblockade gewesen sein. Beim Herr der Ringe Dreh hatte Jackson ja auch mit der Termineinhaltung zu kämpfen, aber im Gegensatz zum Hobbit lag das an seinem überlaufenden Ideenreichtum, weswegen er diese und jene Szene noch umändern oder neu einführen wollte. Der Hobbit-Dreh wurde dagegen laut Video mehrere Wochen vor der Frist beendet, einfach weil man keinen Input mehr hatte. An dem massiven Einsatz von CGI-Effekten hätte aber wahrscheinlich auch eine Drehverlängerung nichts geändert, da muss ich Shalva Recht geben.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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Strubi : : Hexenmeister
21.11.2015 15:04 Uhr
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Dabei seit: 30.08.10 | Posts: 3.245 | Reviews: 2 | Hüte: 49

@GeneralGrievous

Ich glaube ein Grund dafür, dass die Schlachten im HdR besser und intensiver wirkten, war allein schon die Tragweite dieser. Da ging es (mehr oder weniger) um die Unterwerfung/Auslöschung ganzer Völker, um ganz Mittelerde. Beim Hobbit gehts "nur" um einen großen Schatz. Dazu kam der langsamere Aufbau. Die Geschichte wurde immer weiter in Richtung der Schlachten getrieben, die Spannung wurde immer größer, bis dann eben die Explosion (also die Schlacht) kam. Beim Hobbit kam die Schlacht im Grunde von Jetzt auf Gleich. Der Spannungsaufbau fehlte oder war zumindest nicht in diesem Ausmaß vorhanden.
Und schlussendlich waren die Schlachten im HdR auch einfach besser inszeniert (vor allem Helms Klamm war grandios).

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GeneralGrievous : : Moviejones-Fan
21.11.2015 13:27 Uhr
0
Dabei seit: 18.02.14 | Posts: 1.531 | Reviews: 0 | Hüte: 50

Tolle Sache, dass PJ dieses Video den Fans präsentiert und so offen und schonungslos klar macht, unter welchen schwierigen Bedinungen der Hobbit entstand. Ich höre in keiner Sekunde den Unterton einer Rechtfertigung heraus. Soweit ich das bemerkt habe, gibt es auch keine offensichtlichen Vorwürfe del Toro gegenüber. Obwohl ich diese für gerechtfertigt halte, es wurde bereits vom guten Chris angerissen. Es ist leider schon eine Weile her, daher weiß ich nicht mehr hundertprozentig, wieso del Toro damals alles hingeschmissen hat.

Ich finde die Filme des Hobbits nun noch beeindruckender. Wir reden hier über eine dünnes Kinderbuch. Wenn man dann noch die zeitlichen Engpässe berücksichtigt, ist das Ergebnis sehr beeindruckend. Ich mache keinen Hehl daraus, dass die Filme den Vergleich mit HDR nicht bestehen können. Man kann ein Meisterwerk nun einmal nicht jedes Mal aus der Tasche zaubern. Strubi hatte es schon erwähnt, wenn man ganz ehrlich ist, hinkt der Vergleich zwischen diesen beiden Trilogien eigentlich. Die Buchvorlage von HDR ist wesentlich komplexer, ausführlicher und für Erwachsene gedacht. Das Buch zum Hobbit ist ein Kinderbuch und relativ simpel gehalten. Das darf man in meinen Augen nie vergessen.

Ich bin ehrlich, ich war beim Kinobesuch des dritten Teils vom Hobbit schon ein wenig enttäuscht. Obwohl die Schlacht im Buch nur auf ein paar Seiten abgehandelt wird, wird hier sooo viel Potenzial verschenkt. Die Schlachten von Helms Klamm und den Pelenorfeldern fand ich um ein Vielfaches besser. Und zack, schon vergleiche ich wieder. Verdammt. ^^ Die Schlacht im letzten Hobbit hat mich emotional einfach nicht so gefesselt wie die großen Schlachten aus HDR. Man fieberte dort einfach mehr mit den Figuren mit.

Das Thema CGI und HFR wurde bereits oft angesprochen. Ich bin bis jetzt auch nicht mit HFR warm geworden, auch der häufige Einsatz von CGI hat mich gestört. Allerdings ziehe ich meinen Hut vor PJ, dass er - zusammen mit Cameron - als Visionär der Filmtechnik seinen Weg geht. Auch wenn einiges künstlich wirkte, hätte meiner Meinung nach jeder der drei Filme eine Oscar-Nominierung für die visuellen Effekte verdient gehabt. Aber die Oscars nehme ich schon lange nicht mehr ernst. Ich schweife ab. ^^

Die Einbindung von Legolas und Tauriel fand ich sehr gelungen. Generell war ich mit allen Figuren im Hobbit zufrieden. Ausnahme hierbei ist Alfred. Diese Figur hätte ich wie eins Tom Bombadil komplett aus dem Film gestrichen. Absolut überflüssig und nervig dieser Charakter. Von anderen Charakteren hätte ich dagegen gerne noch mehr gesehen, beispielsweise von Beorn. Dankbar bin ich PJ dafür, dass er die Storyline um Gandalf ausgebaut hat. Im Buch war er ja immer nur "weg". ^^ Ein wenig unglücklich war vielleicht die Zusammenstellung von Ahog und Bolg, trotzdem ist es mir jetzt nicht so negativ wie vielen anderen aufgefallen. Von der "Liebesgeschichte" bin ich jetzt auch keine großer Fan, aber diese hat die Filme jetzt auch nicht schlechter gemacht.

@Shalva:

Ein weiteres Problem der Hobbit Trilogie waren die Zwerge und ihre Gestaltung! Sowohl äußerlich, als auch inhaltlich! Die meisten haben nicht wie Zwerge ausgesehen und stellenweise war es einfach beschämend wie sie sich verhalten haben! Ich will keine Zwerge sehen, die sich gegenseitig einen Klaps auf dem Hintern mit dem Handtuch verpassen und nackt rumspringen. Oder mit Essen rumschmeißen und sich wie die letzten Deppen benehmen. Und ich will auch keine Zwerge sehen, die bei den Elben Kerzenständer stehlen!

Moment mal. Bei HDR wurde sich oft beschwert, dass sich PJ mitunter nicht an die Buchvorlage gehalten hat. Nun hält er sich bei diesem Beispiel an das Buch und wird trotzdem kritisiert? Leia ist darauf auch schon eingegangen: In den Büchern sind die Zwerge genau DAS! wink Albern, egoistisch, hinterlistig, feige. Ich bin sehr zufrieden mit deren Umsetzung. Vor allem Thorin bekommt viel mehr Profil und Charaktertiefe als im Buch. Von den übrigen Zwergen springt sonst eigentlich nur noch Balin heraus. Traurig, wenn man um sein zukünftiges Schicksal weiß.

Ein enorm großes Lob kann man PJ und seinem Team - wie bei HDR - für die Wahl der Schauspieler machen. Dafür hat er einfach ein Händchen. Auch ein Sahnehäubchen für Fans, dass alle Schauspieler von einst ohne Zweifel zugesagt haben. Martin Freeman IST Bilbo. wink Kleiner Wermutstropfen ist für mich immer noch der viel zu frühe Tod von Joachim Höppner. Dadurch hat der "deutsche" Gandalf einiges an Ausstrahlung verloren.

Fazit:

Ich finde die Hobbit-Trilogie - insbesondere unter den Umständen - sehr, sehr gut. Es sind dennoch keine Meisterwerke wie die HDR-Filme. Die ersten beiden Teile stechen dabei heraus, im positiven Sinne. Einzig nach Die Schlacht der Fünf Heere war ich ein wenig enttäuscht. Ich hoffe, dass die Extended Edition da noch etwas gutmachen kann, die werde ich mir in den nächsten Tagen mal gönnen. Die kompletten sechs Mittelerde-Filme werden von mir in der SEE eh alle über die Feiertage geguckt. :-)

Ich hoffe, man lässt PJ bei seinem nächsten Projekt wieder mehr Zeit und Freiraum. Was er dann imstande ist zu leisten, hat man bei Meisterwerken wie Herr der Ringe und King Kong gesehen. wink Im Nachhinein bin ich froh, dass er und nicht del Toro Regisseur der Hobbit-Filme war.

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Chewbacca : : Copilot
21.11.2015 10:39 Uhr
0
Dabei seit: 21.04.13 | Posts: 2.380 | Reviews: 8 | Hüte: 65

@Leia: Da hast Du sehr schöne und passende Worte gefunden, denen ich mich anschließen möchte und ebenso unterstreichen würde. Das von Dir angefügte Video mag ich sehr. Dazu möchte ich anfügen: ich genoss jede Minute dieses Format-Experiments von PJ und dessen Resultate, auch ich haderte zunächst, ließ mich aber fallen und tauchte ein. Immer wieder sah ich mir die Filme im Kino an ... mehr und mehr geriet ich in den Bann der ungewohnten Bilder -bis sich mir der detailreiche Augenschmaus gänzlich erschloss. Sicherlich, reichten die Hobbit-Filme in ihrer Erzähldichte nicht an das Wunder HDR heran, und das erwartete ich auch nicht.
Das PJ nun seine Schwierigkeiten zu den Verfilmungen offenbart, zeugt erneut seine fantastische Nähe zu den Fans. Es bringt ihn nur näher an das Maxime eines Alfred Hitchcocks...unbedingt das Publikum zu unterhalten! Wie auch immer, die Hobbit-Filme waren erfolgreich, schlussendlich. Und kommende Generationen werden dieses Werk schätzen. Es wird seinen Platz in der Filmgeschichte finden, aufgrund seines ungewöhnlichen Formats.

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Leia : : Prinzessin
20.11.2015 21:54 Uhr
1
Dabei seit: 14.04.13 | Posts: 558 | Reviews: 13 | Hüte: 56

Interessantes, aber auch trauriges Video frown Da zuckt es einem schon in den Armen vor lauter Bedürfnis, PJ in den Arm zu nehmen, wenn man ihn da so sitzen sieht.

Ich kann mich Strubis Kommentar größtenteils anschließen... bis auf das in Klammern geschriebene fast ;) Das kann man ruhig streichen. Klar gibt es nichts "perfektes" in dieser Welt, aber für diese Filmreihe kann man das Wort getrost in den Mund nehmen, einfach weil die Herr der Ringe Filme absolute Ausnahmefilme sind. Das war von Anfang an PJs "Baby" und das spürt man in jedem Dialog, in jeder Einstellung. Man kann die enge Zusammengehörigkeit des Teams fühlen, dass jeder fest hinter dem ganzen Projekt stand. Es stimmte einfach alles, zur richtigen Zeit waren die richtigen Mittel da. Solche Filme altern nicht, stauben nicht ein. Und solche Filme bleiben meist auch unerreicht.

Beim Hobbit war das irgendwie anders und diese kleine "Doku" hat das noch einmal bestätigt. Als hätte es nicht so wirklich sein sollen... dieses Projekt stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Als Kenner des Buches war ich nie davon ausgegangen, dass die Geschichte den Umfang und die Reichweite von Herr der Ringe annehmen wird in der Verfilmung. Der große Ringkrieg ist im Vergleich zum Hobbit, wie ein fünf Gänge Menü zu einer Vorspeise. Der Herr der Ringe war das große Ganze, verband so viele Geschichten, so viele Figuren, so viele Völker und es ging um das Schicksal einer ganzen Welt. Der Hobbit ist lediglich ein Teil des großen Ganzen, ein Ausschnitt, der näher beleuchtet wurde und ein Teil von etwas kann niemals die Tragweite haben, wie das gesamte Bild. Ich habe das Gefühl, dass sich das Filmteam aber genau das vorgenommen hatte und mit diesem Vorhaben konnten sie die Anhänger vom Herr der Ringe eigentlich nur enttäuschen. Ich persönlich mag die Hobbit-Filme, aber dennoch bleibt da ein nagendes Gefühl zurück, dass sich die Geschichte ein wenig verrannt hat. Im Gegensatz zu unserem Auswanderer Shalva hätte ich mir mehr dieser "albernen" Szenen gewünscht. Das machte irgendwie auch das Buch aus. Die Zwerge waren keine Helden, sondern ungeschikhte, egoistische, faule Halunken, die nach anfänglichen Zweifeln den guten Bilbo in jeder erdenklichen Situation vorgeschoben haben, sei es, um Gefahren auf sich zu lenken oder bei Fehlschlägen einen Sündenbock abzugeben. Sie waren undankbar und rechthaberisch und feige. Das ganze wurde im Buch aber in so ulkige Situationen gepackt, dass ich mich köstlich amüsiert habe, wenn der tollpatschige Bilbo mal wieder die noch tolpatschigeren Zwerge retten musste. Dass man den Zwergen im Film aber mehr Mut und Tragik verliehen hatte, war wichtig, denn ich denke, sonst wären sie äußerst unsympatisch weggekommen. Und auch die Gestaltung der Zwerge empfand ich als sehr gelungen. Hätten sie alle wie Gimli 2.0 - 14.0 ausgesehen, denke ich, gäbe es noch viel weniger Charakterzeichnung. Es war einfach wichtig, sie so stark zu karikieren, um ihnen vom ersten Moment an ein gewisses Gewicht zu verleihen und sie als Individuen zu zeigen, statt als eine einheitliche Masse von Zwergen. Es ist nur schade, dass sich darauf ein wenig ausgeruht wurde und einige Zwerge dennoch untergingen. Viele Zwerge waren dann doch leider nur Statisten im Hintergrund. Dass zum Beispiel Bombur in allen drei Filmen nicht ein einziges Wort gesagt hatte, wurde aber irgendwie für mich zu einem lustigen Running Gag. laughing

So sehr ich es im Vorfeld begrüßt habe, dass sich PJ neuer Techniken bedient, um die Filmwelt im Gesamten voranzubringen, denke ich im Nachhinein betrachtet, dass der Hobbit eventuell nicht das richtige Medium war. Vielleicht braucht eine solch fantasievolle Welt einfach geerdetere Bilder, um einen emotional zu erreichen. Beim Herr der Ringe konnte ich mich an den Kamerafahrten, an den Landschaften und Welten nicht satt sehen, beim Hobbit verpuffte die atemberaubende Kulisse Neuseelands leider. Ich kann mich wärend der Filme gut drauf einlassen, aber wenn ich mit Abstand darüber nachdenke, dann verfalle ich nicht in dämliche Schwärmerei, wie bei Herr der Ringe, ich bedaure das enorme Potenzial, denn ich finde den Hobbit in vielen Dingen wirklich genial. Bilbo zum Beispiel hätte niemals besser umgesetzt werden können, als von Martin Freeman. In Bilbo wurde alles eingefangen, was ich an dem Buch "Der Hobbit" so liebe. Er und die albernen Zwerge haben mich oft daran erinnert, was der Hobbit eigentlich ist, eine - zugegeben manchmal etwas schaurige - Gute-Nacht-Geschichte für Kinder. Dass die Geschichte, im Zusammenhang mit Herr der Ringe, etwas ausgebaut und angepasst werden musste, steht außer Frage und viele Nebenstränge empfand ich äußerst gelungen. Aber in einigen Handlungen wurde sich auch ein wenig verrannt und das machte das ganze dann seltsam hektisch und ließ die Ereignisse manchmal etwas unsortiert erscheinen. Für mich hätte es ruhig weniger essenziell sein können und mehr abenteuerlich.

Wie gesagt, ich mag die Hobbit-Filme, einfach weil mir PJs Mittelerde (definitiv ein komplett anderes Mittelerde, als in den Büchern, aber das fasziniert mich auch so an diesen FIlmen) so sehr am Herzen liegt. Und weil es mir so am Herzen liegt, blutet mir auch das Herz, dass ihm mit dem Hobbit nicht auch der ganz große Wurf gelungen ist. Es war eine schwierige Geburt und das ganze Team musste sich irgendwie dort erstmal zusammen- und wiederfinden. Aber wenn ich mir dann Videos, wie mein unten angehängtes ansehe, dann bin ich davon überzeugt, dass im Hobbit noch so viel mehr Herz und Liebe drinsteckt, wie in so manch anderem aktuellen Blogbuster. Und das spürt man auch.

Hören Sie... ich weiß nicht, wer Sie sind, und auch nicht, woher Sie kommen, aber von jetzt an tun Sie, was Ich Ihnen sage, OK!?!

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Shalva : : Moviejones-Fan
20.11.2015 21:32 Uhr
0
Dabei seit: 04.06.11 | Posts: 4.513 | Reviews: 2 | Hüte: 128

@Strubi

Ja die Geschichte beim Hobbit gibt zwar nicht viel her, aber wozu gibt es Storyautoren… ;) Man hätte da schon was Gutes daraus machen können. Versucht hat man ja, aber leider hat das nicht so gut funktioniert!

Eigentlich ist die Geschichte bei beiden Trilogien ganz simpel! Bei einer Trilogie will man was in einem Berg schmeißen und bei der anderen möchte man etwas aus dem Berg rausholen… laughing Bei beiden sind es unter anderem die Nebengeschichten, die die Filme bereichern! Die „Nebenhandlungen“ bei HdR sind natürlich umfangreicher, und beim Hobbit sind sie sehr interessant, wenn man HdR gesehen hat, weil sie sowas wie Vorgeschichten für die Hauptstory bei HdR sind. Für mich sind HdR und Hobbit sehr miteinander verknüpft und sie hätten unbedingt auf die gleiche Art und Weise gemacht werden müssen. So hätte man beim Hobbit (fast) alles richtig gemacht! Hat man aber nicht!

Jetzt redet Peter Jackson Klartext ? ? ? Naja, also mMn hat man beim Hobbit sehr viele Dinge falsch gemacht und das alles mit Zeitdruck zu rechtfertigen… finde ich nicht wirklich überzeugend.

MJ-Pat
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Strubi : : Hexenmeister
20.11.2015 20:26 Uhr
0
Dabei seit: 30.08.10 | Posts: 3.245 | Reviews: 2 | Hüte: 49

@shalva

Klar kann man die Filme miteinander vergleichen. Macht ja, wie gesagt, wahrscheinlich auch jeder. Ob gewollt oder nicht. Das Problem ist halt, dass die Hobbit-Filme diesen Vergleich im Grunde schon von vornherein verloren hatten. Zum Einen gibt die Geschichte (die ja ürsprünglich eine Kindergeschichte war) nicht so viel her, wie beim HdR. Zum Anderen war die HdR-Verfilmung für dieses Genre annähernd perfekt (vor allem Die Gefährten). Da hätte man beim Hobbit schon (fast) alles richtig machen müssen, um da auch nur annähernd heranzukommen. Und das wurde halt leider nicht gemacht.

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Shalva : : Moviejones-Fan
20.11.2015 17:48 Uhr
0
Dabei seit: 04.06.11 | Posts: 4.513 | Reviews: 2 | Hüte: 128

Ich habe die Hobbit Bücher (noch)nicht gelesen, aber die Hobbit Filme MUSS man mit HdR vergleichen, weil diese Filme in den Nebenhandlungen zu viel von HdR beinhalten. Und ehrlich gesagt, sind es fast nur diese Momente, die wirklich gut sind! Außerdem ist die Hobbit-Trilogie fast schon ein Prequel zu HdR und wie soll man da die beiden Trilogien nicht miteinander vergleichen… ! ? ! ? !

Das Problem bei der Hobbit Trilogie war garantiert kein Zeitdruck, sondern ganz einfach falsche Entscheidungen! Diese seelenlose CGI Orgie mit fast schon albernen Szenen haben dem Film sehr viel Herz geraubt! Auch das „Rumgespaste“ von den Zwergen war ganz bestimmt keine Bereicherung! Hätte man auf die Natürlichkeit und Echtheit gesetzt, dann hätte man sehr viel von der jahrelangen Vorproduktion von HdR einfach übernehmen können. Damit meine ich Masken für die Orks und viele andere Sachen. Und man hätte noch paar neue Sachen dezent hinzugefügt! Und schon hätte man kein Problem mehr bezüglich der kurzen Vorproduktion.
Man kann mir auch nicht erzählen, dass da niemand im Stande war einen Drehbuch fertig zu schreiben! Man hatte ja schon die Hobbit Bücher und man müsste sie nur stellenweise umschreiben. Also dieses Argument ist für mich zu schwach!

Ein weiteres Problem der Hobbit Trilogie waren die Zwerge und ihre Gestaltung! Sowohl äußerlich, als auch inhaltlich! Die meisten haben nicht wie Zwerge ausgesehen und stellenweise war es einfach beschämend wie sie sich verhalten haben! Ich will keine Zwerge sehen, die sich gegenseitig einen Klaps auf dem Hintern mit dem Handtuch verpassen und nackt rumspringen. Oder mit Essen rumschmeißen und sich wie die letzten Deppen benehmen. Und ich will auch keine Zwerge sehen, die bei den Elben Kerzenständer stehlen!

Für mich gibt es da viele Interessante Momente, die eigentlich nur etwas mit HdR zu tun haben. Der Rest ist insgesamt ganz guter Fantasy, aber mehr auch nicht! Wie gesagt, glaube ich nicht, dass sie ein Zeitproblem hatten! Ich denke sie haben einfach zu oft ne falsche Entscheidung getroffen!

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ChrisGenieNolan : : DetectiveComics
20.11.2015 17:37 Uhr | Editiert am 20.11.2015 - 17:39 Uhr
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Dabei seit: 19.08.12 | Posts: 14.920 | Reviews: 4 | Hüte: 316

@Jonah:

Danke für die bedeckung. Draußen spiss grad und ist windig... So was könnte ich Jetzt gebrauchen *fg* ... Zurück zu Del toro. Mal ehrlich? Wie oft Fängt dieser Typ ein Projekt an, und führt ds auch zu ende? Siehe: Hellboy III, Ob die studio das Finazieren wollen oder nicht. The Hobbit. Fängt er an das drehbuch zu schreiben und plötzlich merkt er "Oh, da kann ich doch nicht zu ende machen, da habe ich schon was anderen angefangen, und steige hier aus" ... Dann Fängt er mit Justice League Dark an über Jahre zu schreiben und plötzlich merkt er. "Verdammt. da habe ich doch nebenher an Pacific Rim II gearbeitet. Sry,ich kann diesen Filme doch nicht zu ende machen, Ich möchte anderen projekt Widmen" ... Toll... und wo ist er jetzt gelandet ? Jetzt muss er nen sauere apfel beißchen, bis er grüne licht bekommen, ob er an PR II weiter führen kann oder nicht. Selbst jetzt arbeite an neue Projekt... und das zieht er immer und immer wieder durch. Hallo ? Gehts noch ?

Seinen Suppe bei The Hobbits Trilogie, Muss PJackson aus löffeln. So was kotzt nur an...überall hört man er fängt hier was an, und hört auf, geht dort und führt nichts zu ende...also der mann ist wie die Pest in Hollywood.

@Trekker:

Das Silmarillion als serie ? Was für nen Potenziale verschwendung. Ja ich weiss, das Buch ist echt Zeh.. das war Die HdR bücher aber auch.. dennoch habt man daraus einen meisterwerk geschafft.. wieso dann das Silmari nicht herr Kollegen ? ^^

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Jonah : : Antiheld
20.11.2015 15:57 Uhr
0
Dabei seit: 20.07.10 | Posts: 1.576 | Reviews: 0 | Hüte: 14

@ ChrisGenieNolan

Klarer Hut fuer deine Del Toro Aussage.

Fuer die schlechten Bedingungen die Peter Jackson hatte, kann man ja fast schon von einem Meisterwerk sprechen. Natuerlich reicht er nicht an

den Herrn der Ringe herran, es ist trotzdem eine Klasse Fantasy Reihe. Del Toro haette das nicht einmal halb so gut hinbekommen!!

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
20.11.2015 14:55 Uhr | Editiert am 20.11.2015 - 15:01 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 8.307 | Reviews: 32 | Hüte: 514

Das kommt doch zum passenden Zeitpunkt als wir im Merlin-Thread wieso bereits darüber diskutierten^^ Sein wir aber mal ehrlich: würde es die HDR-Trilogie nicht geben, wären die Hobbitfilme mit das beste, was neben Harry Potter in den letzten 10 Jahren im Fantasy-Bereich erschien. Wie bei Star Wars sind es immer die Verfechter der "Früher-war-alles-besser"-Manier, die die neuen Teilen in Grund und Boden stampfen. Da wird dann immer von Profitgier und Co. gesprochen, für sich allein stehend sind die Werke jedoch überragend.

Da sie aber nicht alleine stehen, sind eben auch die negativen Aspekte zu betrachten. Ich bin ganz klar ein Verfechter der 3-Teilung, denke das war die beste Lösung, doch man hat sie nicht richtig genutzt, dazu später mehr. Was stört mich an den Hobbit-Filmen?

1. CGI: Der massive Einsatz von CGI und neuer Technologie sind unverkennbar. Durch die neue Technik bei der Bildrate und dem klareren Bild wird direkt optisch eine andere Stimmung als noch bei HDR. Sonnenuntergänge sehen im Hobbit kunterbunt aus, obwohl es durch die 48 Bilder pro Sekunde hätte realer aussehen müssen. Jackson versteht sich wie Cameron neben seiner Berufung als Regisseur auch als Pionier, ich finde die Umsetzung mit HFR ist jedoch der Schwachpunkt. Ein realeres, glatteres Bild kann ich nicht erkennen.
Vor allem da durch die Technik massive Einbussen getätigt werden mussten: so sind die Orks vermehrt in CGI dargestellt, was überhaupt nicht mit den HDR-Orks vergleichbar ist. Azog oder Bolg sehen so unecht aus, obwohl sie 10 Jahre nach den HDR-Orks entstanden. Dass man nicht auf kostümierte Orks zurückgriff ist ein heftiger Kritikpunkt.
2. Wenn wir schon bei den Orks sind: während PJ es schaffte im HDR die Rassen genial darzustellen, misslang ihm dies nun. Die Nebelgebirgeorks (Goblins) unterscheiden sich zu stark von den Moria-Orks. Die Bergorks sehen lange nicht so real aus wie die Uruks. Und in der Schlacht herrscht das grosse Chaos: welche Rassen werden dort gezeigt? und was zum Teufel sind diese Troll-ähnlichen Orks? Auch andere Brücken schaffte PJ nicht: So ist es interessant die Nazgul als Geister darzustellen und die Idee mit dem Grab ist ebenfalls spannend, wenn man aber etwas gelernt hat aus HDR und den Büchern auch komplett unlogisch. Wie kann man Tote begraben? Klar will PJ damit zeigen, dass die Nazgul wiedergekehrt sind, von der Logik her ist dies jedoch bescheuert. Auch andere Logikfehler sind vorhanden: auf Thorin ist laut Teil 2 ein Kopfgeld ausgegeben (von wem?) und trotzdem wird der Kopf der Zwerge/Thorin in Teil 1 ein weiteres Mal ausgeschrieben.
3. Die Story: der grösste Kritikpunkt ist vielleicht der, dass PJ Azog am Leben liess. Er baut Azog als Hauptbösewicht auf, nutzt die Anhänge und bastelt sie nach seinen Ideen um (Thorin als Besieger von Azog). Dann entscheidet er sich in Teil 2 doch den Büchern zu folgen und quetscht Bolg hinein. In einem lächerlichen Dialog wird Azog beauftragt Sauron zu dienen, Bolg kümmert sich ab dann um die Zwerge. Klar wird Azogs-Rolle im Kampf um Mittelerde damit noch wichtiger, aber wieso führt Bolg nicht einfach die Orkmeute an und Azog kann Thorin weiterhin folgen (was hat Bolg davon Thorin umzubringen, wenn es Azogs grösster Wunsch war?) oder ebsser: wieso hat man Azog nicht einfach getötet und Bolg von Anfang an als Hauptcharakter eingesetzt. So hatte zwar Thorin seinen grossen Endkampf, der hätte aber auch ruhig gegen Bolg sein können und Legolas hätte dann einfach ne kleinere Rolle bekommen.
Dies ist keine Kritik an der Dreiteilung, sondern an der Umsetzung dieser. Es gibt noch weitere Beispiele: Wieso zeigt man die Zwerge aus den Blauen Bergen nicht und gibt damit Rückblenden auf Thrains Schlüssel preis? So wurde diese Rahmenhandlung in einem Nebensatz abgehandelt. Wieso zeigt man nichts von Thorins Begräbnis, eine der wichtigsten Szenen im Buch. Wieso gibt es den Endkampf von Smaug in der Mine anstelle ihn sofort auf Seestadt los zulassen. Beorn, Dain oder sogar Sauron hätten mehr Screentime verdient.

Dies sind für mich die grössten Kritikpunkte, besonders die unrunde Story mit Azog-Bolg ärgert mich, da man hier komplett anders hätte vorgehen können. Trotzdem macht PJ vieles positiv:
1. Während Gandalf im Buch 3 mal in Dol Goldur war und innerhalb von 100 Jahren nichts gegen die Gefahr unternimmt, findet der Dol Goldur im Film eine wichtige Position ein und die gesamte Nebenstory wird deutlich logischer abgehandelt.
2. Die Schlacht im Buch dauert nur ein paar Seiten, durch das Medium Film hat PJ jedoch schön verschiedene Taktiken und Handlungen einbauen können und dazu ein paar lustige HDR-Anekdoten eingebaut, die zeigen dass er sich in der Welt auskennt (Werwürmer). Durch die Verbindung von Sauron und Azog bekommt die Schlacht eine deutlich grössere Bedeutung. Im Buch ist es die Rache für den Tod am Grossen Ork, laut Anhang auch Rache für den Tod von Azog, so wird dies im Film schlau verbunden mit dem Versuch Saurons sich zu erheben und womöglich Smaug auf seine Seite zu ziehen. Die Schlacht der 5 Heere wird damit bedeutender als nur ein Krieg über Rache, sonder bekommt gerade im Hinblick auf HDR ne neue Sichtweise.

Ich muss mir noch die Extended Editionen anschauen, hoffe dann, dass der dritte Teil deutlich runder aussieht, denn hier merkt man dass einiges fehlt. Auch wenn der Hobbit eine gute Trilogie ist, hätte ich einiges anders gemacht und dies ist im Vergleich mit dem HDR (wo vieles im Vergleich mit dem Buch sinnvoller geändert wurde) was mich an der Prequel-Trilogie stört.

BTW: damit haben wir nach Joss Whedon auch Peter Jackson an den Rand der Verzwiflung gebracht...es ist schon schlimm mit uns^^

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Trekker : : Moviejones-Fan
20.11.2015 14:45 Uhr
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@Musashi

Erstmal vielen Dank für den Hut! smile Ich hoffe, es klang nicht zu macho-mäßig. Ein weiblichen Charakter wie Tauriel zu kreieren, dagegen spricht ja auch nichts, um auch die weiblichen Zuschauer anzusprechen. Aber eine Elb-Zwerg-Liebesgeschichte ist des Guten vielleicht etwas zuviel...

Ich habe ja gestern in den Merlin-News schon etwas zu dem Feature geschrieben. Ich finde es aber schon irgendwo traurig, dass in diesem Falle offensichtlich Profitstreben vor der Qualität kam. Hat sich PJ nur zuviel zugemutet oder ist er zwischen die Mühlsteine des Studios geraten? Aber die Mehrheit hat recht... auch, wenn der Zauber fehlt, haben alle Beteiligten immer noch einen überdurchschnittlich guten Film abgeliefert, egal, wo es besser Kürzungen gegeben hätte und wo nicht...

Dafür gebührt allen noch immer Respekt!

@Chris

Wenn überhaupt, dann kann man das Silmarillion nur in Serien-Form realisieren! Das ist viel zu umfangreich, um es auf 1-3 Filme runterzubrechen. Das würde dem Werk nicht gerecht werden. Ob nun mit PJ oder nicht

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ChrisGenieNolan : : DetectiveComics
20.11.2015 13:54 Uhr
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@MrNoname:

Er wollte ja den Hobbit schon nicht machen. Ich denk, da ist ihm nun seine Gesundheit wichtiger.

So was in der Richtung, Hatte ich schon geahnt. Es ist auch nicht so einfach Tolkien geschichte zu verfilmen. Schade eigtl . mMn ist er der mann, der die mittelerde besser verstehen, als jmd anderen...

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